Chemnitz

Klinikum Chemnitz

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Studien

Daratumumab bei Niereninsuffizienz (GMMG-DANTE)

Daratumumab in Kombination mit Bortezomib und Dexamethason bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom und schwerer Nierenfunktionseinschränkung

Organisatorische Daten:

Prüfplancode:  
ISRCTN:  
EudraCT: 2016-000433-51
Clinicaltrials.gov: NCT02977494
DRKS:  
Sponsor: Universitätsklinikum Tübingen
Studienphase: Phase 2
Status: Rekrutierung läuft; bis voraussichtlich Dez. 2020

Ziel:

Patienten mit Niereninsuffizienz benötigen eine rasche und effektive Verminderung ihrer Tumorlast, um eine Erholung der Nieren zu ermöglichen. Monoklonale Antikörper wie Daratumumab werden weder über die Nieren ausgeschieden noch verstoffwechselt, trotzdem waren Patienten mit Niereninsuffienz (GFR ≤ 20 ml/min) bisher von entsprechenden Studien ausgeschlossen. Ziel dieser Studie ist es nun, die Wirksamkeit, Sicherheit und Pharmakokinetik der Kombination von Daratumumab mit Bortezomib (Velcade®) und Dexamethason bei Patienten mit rezidiviertem, refraktärem Multiplen Myelom mit schwerer Niereninsuffizienz zu überprüfen.

Hintergrund:

Daratumumab ist ein monoklonaler Antikörper, der zur Behandlung des Multiplen Myeloms eingesetzt wird. Der Antikörper bindet an das Oberflächenprotein CD38, das von den Tumorzellen in allen Stadien der Erkrankung gebildet wird. Die Bindung des Antikörpers führt zum Absterben der Tumorzelle durch programmierten Zelltod (Apoptose) sowie durch eine verstärkte Immunreaktion. Das Mittel ist seit Juni 2016 (in den USA seit November 2015) zur Monotherapie von Patienten mit Multiplem Myelom zugelassen, das nicht mehr auf eine Behandlung mit einem Proteasomeninhibitor oder einem Immunmodulator anspricht.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Patienten müssen ein dokumentiertes, behandlungsbedürftiges multiples Myelom haben, definiert durch die folgenden Kriterien:
    • Monoklonale Plasmazellen im Knochenmark > 10% und/oder Nachweis eines Plasmozytoms, nachgewiesen durch eine Biopsie zu irgendeinem Zeitpunkt ihrer Krankheitsgeschichte, gemäß den IMWG Diagnosekriterien (IMWG Kriterien von  2014, Rajkumar et al. 2014)
    • Messbare Erkrankung beim Screening (Serum M-Protein > 500 mg/dl oder Urin M-Protein > 200 mg/24h, im Fall eines Leichtkettenmyeloms: freie Leichtketten > 10 mg/dl und abnormer kappa/lambda Leichtkettenquotient)
  • GFR (Glomeruläre Filtrationsrate) < 30 ml/min und /oder Patienten unter Hämodialyse
  • Patient muss mindestens eine Vortherapie erhalten haben
  • Patienten müssen dokumentierten Progress ihrer Erkrankung nach der letzten Therapie haben
  • ECOG Performance Status (Index zur Abstufung der Lebensqualität von Patienten mit Krebserkrankungen) von 0-3

Ausschlusskriterien

  • Patient hat vorher Daratumumab oder eine andere Anti-CD38-Antikörpertherapie erhalten (eine Vortherapie mit Elotuzumab ist erlaubt)      
  • Nachweis einer Unverträglichkeit von Bortezomib oder bekannte Allergien, Überempfindlichkeit oder Unverträglichkeit gegen monoklonale Antikörper
  • Aktive Graft-versus-Host-Erkrankung unter immunsuppressiver Behandlung
  • Vorhergehende Krebserkrankung innerhalb von 5 Jahren vor Studieneinschluss
  • Aktive, unkontrollierbare Infektion
  • Periphere Neuropathie ≥ 3 oder neuropathische Schmerzen Grad 2 oder höher

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Lenalidomid, Bortezomib, Dexamethason +/- Isatuximab (GMMG HD7)

Offene Phase-3-Studie zur Wirkung von Isatuximab in der Induktionstherapie mit Lenaliodomid/Bortezomib/Dexamethason (RVd) und in der Erhaltungstherapie mit Lenalidomid bei Patienten mit neu diagnostiziertem Myelom

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: GMMG HD7
ISRCTN:  
EudraCT: 2017-004768-37
Clinicaltrials.gov: NCT03617731
DRKS:  
Sponsor: Universitätsklinikum Heidelberg
Studienphase: Phase 3
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis Mai 2025

Ziel:

Dies ist eine prospektive, multizentrische, randomisierte, offene, klinische Phase-3-Studie im Parallelgruppen-Design für Patienten mit bestätigter Diagnose eines unbehandelten multiplen Myeloms, das eine systemische Therapie erfordert.

Die Studie vergleicht die Wirkung der Induktionstherapie mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason (RVd) (Studienarm IA) mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason (RVd) plus zusätzlich Isatuximab (Studienarm IB) bei Patienten mit neu diagnostiziertem, unbehandeltem Multiplen Myelom.

Hauptziel der Studie ist der Vergleich des Anteils von Patienten ohne minimale Resterkrankung (MRD-negativ) nach der Induktionstherapie ohne bzw. mit zusätzlicher Gabe von Isatuximab. Die minimale Resterkrankung wird mittels Durchflusszytometrie gemessen.

Als weiteres Hauptziel soll die Studie das progressionsfreie Überleben bei Patienten vergleichen, die eine Erhaltungstherapie mit Lenalidomid ohne (Studienarm IIA) bzw. mit zusätzlich Isatuximab (Studienarm IIB) erhalten.

Hintergrund:

Isatuximab (SAR650984) ist ein monoklonaler Anti-CD38-Antikörper, der bisher bei rezidiviertem und refraktärem Multiplen Myelom geprüft wurde, und nun in der Ersttherapie in Kombination mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason getestet werden soll.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Bestätigte Diagnose eines unbehandelten Multiplen Myeloms, das eine systemische Therapie erfordert (Diagnosekriterien nach den aktualisierten IMWG-Kriterien). Bei einigen Patienten kann eine systemische Therapie erforderlich sein, obwohl diese diagnostischen Kriterien nicht erfüllt sind. In diesem Fall ist vor der Aufnahme das GMMG-Studienbüro zu konsultieren.
  • Der Patient ist für die Hochdosistherapie und die autologe Stammzelltransplantation geeignet.
  • Messbare Krankheit, definiert als jeder quantifizierbare monoklonale Proteinwert, definiert durch mindestens eine der folgenden drei Messungen:
    • Serum M-Protein ≥ 10 g/l (für IgA ≥ 5g/l)
    • Urin-Leichtkette (M-Protein) ≥ 200 mg/24 Stunden
    • Serum-FLC-Assay: beteiligter FLC-Wert ≥ 10 mg/dl bei abnormem sFLC-Verhältnis

Ausschlußkriterien

  • Der Patient hat eine Überempfindlichkeit (oder Kontraindikation) gegenüber Dexamethason, Saccharosehistidin (als Basis- und Hydrochloridsalz), Bor, Mannitol und Polysorbat 80 oder einer der Komponenten der Studientherapie, die nicht für eine Vorbehandlung mit Steroiden oder H2-Blockern geeignet sind, was eine weitere Behandlung mit diesen Mitteln verbieten würde.
  • Systemische AL-Amyloidose (außer AL-Amyloidose der Haut oder des Knochenmarks)
  • Plasmazellleukämie
  • Frühere Chemotherapie oder Strahlentherapie in den letzten 5 Jahren mit Ausnahme der lokalen Strahlentherapie bei lokalem Myelomverlauf. (Hinweis: Die Patienten können eine Gesamtdosis von bis zu 160 mg Dexamethason oder ein gleichwertiges Mittel als Notfalltherapie erhalten haben.) Eine frühere Therapie aufgrund eines schwelenden Myeloms kann akzeptabel sein. In diesem Fall ist vor der Aufnahme das GMMG-Studienbüro zu konsultieren.
  • Schwere Herzinsuffizienz (NYHA-Klassifikation III-IV), Auswurffraktion < 40%.

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Ergänzende Informationen:

Die Studie wird in zwei Armen durchgeführt. Vor der Induktionstherapie werden die Patienten per Zufallsverfahren Studienarm IA oder IB zugeordnet (randomisiert):

  • IA: Patienten in Arm IA erhalten 3 Zyklen RVd (Bortezomib [Velcade®], Lenalidomid [Revlimid®, jeder Zyklus dauert 42 Tage] und Dexamethason).
  • IB: Patienten im Arm IB erhalten den monoklonalen Antikörper Isatuximab zusätzlich zu den 3 Zyklen RVd.

Nach der Induktionstherapie werden die Patienten einer Intensivierungstherapie nach GMMG-Standard unterzogen (in der Regel Mobilisierungstherapie gefolgt von Stammzellgewinnung und autologer Stammzelltransplantation.
Vor der Erhaltungsbehandlung werden die Patienten per Zufallsverfahren Studienarm IIA oder IIB zugeordnet:

  • IIA: Patienten im Arm IIA erhalten drei Jahre lang eine Erhaltungstherapie mit Lenalidomid.
  • IIB: Patienten im Arm IIB erhalten zusätzlich Isatuximab

Die Studienteilnahme dauert für jeden Patienten voraussichtlich 45 bis 48 Monate (Induktions- und Intensivierungstherapie: 6 bis 9 Monate, 3 Monate Pause zwischen der Intensivierung und Beginn der Erhaltungsphase: 36 Monates).

 

GMMG HD7

Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Universitätsklinikums Heidelberg

Zusätzliche Information

Studienübersicht des Klinikum Chemnitz