Ulm

Universitätsklinikum Kliniken am Oberen Eselsberg, Klinik für Innere Medizin III

Robert-Koch-Str. 8, 89081 Ulm
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Studien

BI 836909

Offene Dosissteigerungsstudie der Phase 1 mit intravenös und subkutan verabreichtem BI 836909 bei Patienten mit rezidivierendem oder therapierefraktärem Multiplem Myelom. Die experimentelle Substanz BI 836909 wird in ansteigenden Dosierungen als Monotherapie bei Patienten mit rezidivierendem und/oder refraktärem multiplen Myelom geprüft, die zuvor bereits mit mindestens zwei Therapielinien behandelt wurden.

Organisatorische Daten:

 Prüfplancode: 1351.1
 ISRCTN:  
 EudraCT: 2014-004896-22
 Clinicaltrials.gov: NCT02514239
 DRKS:  
 Sponsor: Boehringer Ingelheim
 Studienphase: Phase 1 
 Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 30.06.2018

Ziel:

Die Studie untersucht die Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik (Einwirkung des Körpers auf die Substanz) und Pharmakodynamik (Einwirkung der Substanz auf den Körper) von BI 836909 nach intravenöser und subkutaner Gabe bei Patienten mit rezidivierendem und/oder refraktärem multiplen Myelom. Ziel ist es, die maximal verträgliche Dosis von BI 836909 zu ermitteln.

Hintergrund:

BI 836909 ist ein bispezifischer BiTE-Antikörper (von engl. Bi-specific T-cell engagers), der derzeit für die Behandlung des multiplen Myeloms erforscht wird. Die Substanz ist gegen das B-Zell-Reifungsantigen (BCMA, von engl. B cell maturation antigen) gerichtet, das auf der Oberfläche von Multiplen-Myelom-Zellen einheitlich exprimiert wird. Auf der Zelloberfläche in gesundem Gewebe erfolgt die Expression hingegen nur eingeschränkt. Dieses hochselektive Expressionsmuster macht BCMA zum Ziel. des neuen Therapieansatzes, bei dem körpereigene T-Zellen in die Entdeckung und Bekämpfung von malignen Zellen einbezogen werden sollen.
Quellen:
http://www.bloodjournal.org/content/126/23/2999?sso-checked=true
https://www.boehringer-ingelheim.com/press-release/Amgen-obtains-global-rights-from-Boehringer-Ingelheim-for-investigational-drug-for-multiple-myeloma

Indikation und Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Patienten mit dokumentierter Diagnose eines rezidivierenden und/oder refraktären multiplen Myeloms, bei denen die Erkrankung nach mindestens zwei vorangegangenen Therapielinien, einschließlich Proteasomeninhibitoren[v1]  und Immunmodulatoren, zum Zeitpunkt der Voruntersuchung (Screening) fortgeschritten ist
  • Erkrankung muss zum Zeitpunkt der Voruntersuchung anhand mindestens eines der folgenden Kriterien messbar sein:
    • M-Protein im Serum > 0,5 g/dl gemessen mittels Serumproteinelektrophorese
    • Ausscheidung von M-Protein im Urin > 200 mg/24 Stunden
    • Bestimmung freier Leichtketten (FLC) im Serum > 10 mg/dl, sofern Serum-FLC-Verhältnis auffällig ist
  • Krankheitsrezidiv oder –progression, wofür nach Beurteilung des Prüfarztes zum Zeitpunkt der Voruntersuchung eine Behandlung angezeigt ist
  • ECOG (Index zur Abstufung der Lebensqualität von Patienten mit Krebserkrankungen) von 0, 1 oder 2

Ausschlusskriterien:

  • Plasmazell-Leukämie
  • Rezidiv des multiplen Myeloms außerhalb des Knochenmarks
  • Bekannte Beteiligung des zentralen Nervensystems
  • Vorangegangene allogene Stammzelltransplantation oder Organtransplantation
  • Autologe Knochenmarkstransplantation, die weniger als 90 Tage vor Behandlungsbeginn zurückliegt

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.
 

Cobimetinib +/- Venetoclax +/- Atezolizumab (BO39813)

Cobimetinib als Einzelsubstanz und in Kombination mit Venetoclax, mit oder ohne Atezolizumab, bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom

Organisatorische Daten:  

Prüfplancode:  
ISRCTN:  
EudraCT: 2017-000830-68
Clinicaltrials.gov: NCT03312530
DRKS:  
Sponsor: Hoffman-La Roche
Studienphase: Phase 1b/2
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 10/2020

Ziel:

Diese offene, randomisierte, multizentrische, dreifacharm Phase Ib/II Studie wurde entworfen, um die Wirkung, Sicherheit, Tolerabilität und Pharmakokinetik von Cobimetinib als eine Einzelsubstanz (Arm A), Cobimetinib plus Venetoclax (Arm B) und Cobimetinib plus Venetoclax plus Atezolizumab (Arm C) bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem multiplen Myelom zu bewerten.

Hintergrund:

Cobimetinib ist ein Kinasehemmer aus der Gruppe der MEK-Inhibitoren, welcher jetzt schon in Kombination mit dem BRAF-Inhibitor Vemurafenib zur Behandlung eines fortgeschrittenen Melanoms mit der BRAF-V600-Mutation eingesetzt wird. Der BCL-2 Inhibitor Venetoclax ist ein oral einzunehmendes sogenanntes „kleines Molekül“, das in präklinischen Studien eine synergetische Wirkung mit Cobimetinib gezeigt hat. Atezolizumab ist ein anti-PD-L1(anti-programmed death-ligand 1) Antikörper, der in Kombination mit Cobimetinib beim Kolonkarzinom getestet worden ist und dort gute Verträglichkeit gezeigt hat. Jetzt soll diese Kombination auch beim multiplen Myelom untersucht werden.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien (3-5)

  • Drei bis fünf Vortherapien, einschließlich eines Proteasomeninhibitors und eines Immunmodulators
  • Erreichen eines Ansprechens (minimales Ansprechen oder besser) auf mindestens eine Vortherapie
  • Dokumentierte Krankheitsprogression (definiert durch die IMWG Kriterien) während oder nach der letzten Vortherapie oder Unverträglichkeit der letzten Vortherapie
  • ECOG Performance Status (Index zur Abstufung der Lebensqualität von Patienten mit Krebserkrankungen) von 2 oder weniger
  • Nebenwirkungen der letzten Therapien (einschließlich peripherer Neuropathie) müssen sich zurückgebildet oder auf Grad 1 stabil sein

Ausschlusskriterien (3-5)

  • Anti-Myelom Behandlung innerhalb der letzten 14 Tage oder 5 Halbwertszeiten der Behandlung vor dem Tag der Randomisierung
  • Autologe STZ innerhalb von 100 Tagen vor Randomisierung
  • Vorhergegangene allogene STZ oder andere Organtransplantation
  • Vorbehandlung mit MEK Inhibitoren, Bcl-2 Inhibitoren oder Immuncheckpoint Inhibitoren, einschl. anti CTLA-4, anti-PD-1 oder anti-PDL1
  • Behandlung mit systemischen Immunstimmulatoren innerhalb von 28 Tagen oder Immunsuppressoren innerhalb von 14 Tagen vor Randomisierung

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt

Pomalidomid, Ixazomib, Dexamethason +/- Cyclophosphamid - Intensivierung (DSMM XV)

Pomalidomid, Ixazomib und Dexamethason (PId) mit und ohne Intensivierung durch Cyclophosphamid (PICd) – Phase-II-Studie bei refraktärem oder rezidiviertem multiplen Myelom

Organisatorische Daten:

Prüfplancode: DSMM XV
ISRCTN:  
EudraCT: 2014-001757-16
Clinicaltrials.gov:  
DRKS:  
Sponsor: GWT-TUD GmbH
Studienphase: Phase 2
Status: Rekrutierung läuft, geplant bis 2020

Ziel:

Patienten mit Rückfall nach Vorbehandlung mit Lenalidomid (Revlimid) und Bortezomib (Velcade) erhalten eine hocheffiziente und nur als Tabletten einzunehmende Therapie, welche das neueste immunmodulatorisches Medikament (IMiD) Pomalidomid und den neuesten Proteasom-Inhibitor Ixazomib enthält. Es handelt sich also um eine Kombination von Pomalidomid, Ixazomib, niedrig dosiertem Dexamethason und bei suboptimalen Ansprechen zusätzlich Cyclophosphamid.

  • Primäres Ziel:
    Beurteilung der klinischen Aktivität von einmal täglich appliziertem Pomalidomid in Kombination mit oralem Ixazomib und Dexamethason (PId)
  • Sekundäres Ziel:
    Beurteilung der Sicherheit und Machbarkeit von PId sowie der Wirksamkeit, Sicherheit und Machbarkeit von PId intensiviert durch niedrig dosiertes Cyclophosphamid (PICd)

Hintergrund:

Pomalidomid (Imnovid) ist der neueste Vertreter der IMiDs (immunmodulatorische Medikamente), der von der europäischen Arzneimittelagentur (EMA) eine Zulassung in der Tumortherapie erhalten hat (Stand Nov. 2018). Die oral einzunehmende Substanz ist in der Europäischen Union und in den USA für eine Kombinationstherapie mit Dexamethason bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit einem rezidivierten / refraktären Multiplen Myelom zugelassen, die mindestens zwei vorausgegangene Therapien, darunter Lenalidomid und Bortezomib, erhalten haben und bei der letzten Therapie ein Fortschreiten der Erkrankung aufwiesen.

Ixazomib (Ninlaro) ist der erste orale Proteasom-Inhibitor, der seit Januar 2017 in Deutschland verfügbar ist.

Ein- und Ausschlusskriterien (Auswahl):

Einschlusskriterien:

  • Patienten mit rezidiviertem oder refraktären, histologisch bestätigtem Multiplen Myelom
  • Patienten mit mindestens zwei, aber nicht mehr als vier vorausgegangenen Antimyelom-Therapieregimen einschließlich solcher mit Lenalidomid und Bortezomib. Patienten müssen auf die zuletzt verabreichte Therapie eine Krankheitsprogression entwickelt haben.
  • Vortherapien müssen Lenalidomid und Bortezomib beinhaltet haben: Mindestens zwei aufeinanderfolgende Zyklen mit Lenalidomid und Bortezomib (alleine oder in Kombination) und adäquate vorherige Exposition mit Alkylanzien. Dieses entweder als Teil einer Stammzelltransplantation oder in Form von mindestens 6 aufeinanderfolgende Zyklen einer Alkylanzien-basierten Therapie.

Ausschlußkriterien

  • Gleichzeitige andere Chemo-oder Radiotherapie (außer lokale Bestrahlung der vorbestehenden Osteolysen)
  • Behandlung mit einem anderem Prüfpräparat während der letzten 60 Tage vor der ersten Einnahme von Pomalidomid und Ixazomib
  • Vorherige Pomalidomid-basierte Therapie
  • Vorherige Ixazomib-basierte Therapie
  • Bei Baseline periphere Neuropathie > Grad 1 bei klinischer Untersuchung (innerhalb von 14 Tagen vor Studieneinschluss)

Alle weiteren Kriterien besprechen Sie bitte mit Ihrem behandelnden Arzt.

Zusätzliche Information

Myelomstudien an der Uni Ulm

Weitere Studien: PI-PNP 01-10