Die Jahrestagung der European Society for Medical Oncology (ESMO) in Barcelona präsentierte zwei Untersuchungen zu CAR-T-Zellen, die auf neue Erkenntnisse zu deren Wirksamkeit und Toxizitäten hinweisen.
Erstens wurde eine Studie von Myriam Ben Khelil vorgestellt, die eine hämatologische Toxizität bei vielen Patienten beschreibt, die ab dem 2. Monat nach der CAR-T-Zell-Infusion auftritt. Diese Toxizität tritt unabhängig vom Antigen auf, gegen das der CAR gerichtet ist. Bei 43 % der retrospektiv untersuchten Patienten entwickelte sich eine solche Toxizität, wobei niedrige Hämoglobin- und Thrombozytenwerte als Risikofaktoren identifiziert wurden. Weiterhin zeigte sich, dass CAR-T-Zellen ins Knochenmark eindringen und durch die Freisetzung von Zytokinen das hämatopoetische Stammzellkompartiment beeinträchtigen. Dies führt zu einer gestörten Blutbildung, insbesondere einer Thrombozytopenie. Zudem wurde die Expansion von Zellen mit Mutationen, die auf eine Clonal Hematopoiesis of Indeterminate Potential (CHIP) hindeuten, beobachtet.
Zweitens untersuchten Lauro Marcos-Kovandzic und Kollegen den Einfluss des Darm-Mikrobioms auf das Ansprechen auf CAR-T-Zellen. Sie fanden heraus, dass Patienten mit einer höheren Prävalenz von Akkermansia-Bakterien im Darm nach 6 Monaten besser auf die Behandlung ansprachen. In einem Mausmodell verbesserte die Zugabe von Akkermansia-Bakterien den Anti-Tumor-Effekt von CAR-T-Zellen und führte zu einer verstärkten Infiltration der Organe und Tumoren mit diesen Zellen. Dieser Effekt scheint über den Aryl-Hydrocarbon-Rezeptor vermittelt zu werden, der durch Metabolite der Akkermansia-Bakterien aktiviert wird. Ob eine Supplementierung mit diesen Bakterien auch bei Patienten wirksam ist, bleibt in klinischen Studien zu klären.
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