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Neuigkeiten zum Multiplen Myelom

 

Bei multiplem Myelom: Nach Vierfachtherapie und Stammzelltransplantation noch Erhaltungstherapie

Eine zusätzliche Erhaltungstherapie mit einem bestimmten Antikörper kann die Krankheit noch länger aufhalten. Wenn Personen, bei denen ein multiples Myelom diagnostiziert wurde, zuerst mit einer Vierfachtherapie behandelt werden, können sie ihre Überlebensaussichten deutlich verbessern. Das hatten die ersten Ergebnisse der CASSIOPEIA-Studie gezeigt. Nun wurden weitere Erkenntnisse aus der Studie in der Fachzeitschrift Lancet Oncology veröffentlicht. Demnach lohnt sich nach der Stammzelltransplantation noch eine Erhaltungstherapie mit einem bestimmten Antikörper.

Die Studie untersuchte die Wirksamkeit eines Anti-CD38-Antikörpers bei der Behandlung von neu diagnostiziertem multiplem Myelom. In der Phase III-Studie wurde in zwei Teilen gezeigt, dass der Einsatz des Antikörpers sowohl in der Einleitungs- und Konsolidierungstherapie als auch in der Erhaltungstherapie nach der Stammzelltransplantation zu einem Überlebensvorteil führt.

Im ersten Teil der Studie erhielten Patienten im Alter von 18 bis 65 Jahren eine Vierfachtherapie, die den Anti-CD38-Antikörper beinhaltete, was zu einem verbesserten Überleben führte. Im zweiten Teil wurden diejenigen, die gut auf die Konsolidierungstherapie ansprachen, zufällig entweder einer Erhaltungstherapie mit dem Antikörper oder einer Beobachtungsstrategie zugeteilt. Nach mehr als sechs Jahren Beobachtungszeit zeigte sich, dass die Erhaltungstherapie das Fortschreiten der Krankheit signifikant länger aufhalten konnte, was zu einem besseren krankheitsfreien Überleben führte.

Die Ergebnisse bestätigen die Empfehlung, den Anti-CD38-Antikörper bei neu diagnostiziertem multiplem Myelom sowohl in der initialen Behandlung als auch in der Erhaltungstherapie einzusetzen.

Link zum Artikel Quelle: Onko Internetportal

„Rote-Hand-Brief“ (wichtige Mitteilung über Arzneimittel) zu CAR-T-Zellen

Die CAR-T-Zell Therapie bringt nach wie vor einen großen Hoffnungsschimmer und unter bestimmten Voraussetzungen ist sie eine gute Therapie für uns Patienten mit Multiplem Myelom.

Wir möchten keinerlei Angst machen, jede Behandlung hat ihre Nebenwirkungen.

Allerdings möchten wir auch umfassend informieren und darauf hinweisen, dass Patienten nach CAR-T-Zell Therapie sich regelmäßig auf sekundäre Malignome überwachen lassen sollten.

letzte Woche wurde dazu ein „Rote Hand Brief“ veröffentlicht.

(Anmerkung der Redaktion:

Der Rote-Hand-Brief (RHB) ist ein Informationsschreibens, mit dem Pharmaunternehmen über neu erkannte Arzneimittelrisiken informieren oder sonstige wichtige Informationen mitteilen. Zur freiwilligen Selbstkontrolle (FSA), initiiert durch den Bundesverband der Pharmaindustrie (BPI). RHB werden in Absprache mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und/oder dem Paul-Ehrlich-Institut verbreitet. Quelle: Wikipedia)

PDF der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft:
pdf-655Rote Hand Brief CAR-T-Zellen

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Risiken- und Prognoseabschätzung mit Hilfe des RMC - Indexes

Risiken und Prognose lassen sich mit Hilfe des "Revised Myeloma Comorbidity Index" gut abschätzen.
Die Universität Freiburg hat die Daten von 1.080 neu diagnostizierten MM-Patienten verglichen.

Bei einem Vergleich mehrerer, international verwendeter Scores zur Einschätzung der Prognose und des Risikos von Patienten mit Multiplem Myelom hatte der R-MCI (revised Myeloma Comorbidity Index) die geringsten Abweichungen zwischen retrospektiver (zurückblickender / Begleiterkrankungen erfassender) und prospektiver (vorausschauender / hypothetischer) Zuordnung in die Risikogruppen, wie Dr. rer. nat. Nicola Siegmund-Schultze im Ärzteblatt im Juni berichtet.

(Scores = Programme zur Berechnung eines Risikos)

• Begleiterkrankungen haben prognostische Relevanz und könne eine Vorhersagevariable für Therapieverträglichkeit und Überleben sein.
• Die Anwendung solcher Scores kann ein Schritt hin zu mehr evidenzbasierter Risikoabschätzung bei Myelompatienten sein.

Beim R-MCI werden Faktoren, wie

Lungen-,
Nierenfunktion,
Karnofsky Performance Status („Karnofski Index“ bei Krebserkrankungen),
körperliche Gebrechlichkeit,
Alter und
Zytogenetik

einbezogen.

(Karnofsky-Index = eine Skala, mit der symptombezogene Einschränkung der Aktivität, Selbstversorgung und Selbstbestimmung bei Patienten bewertet werden)

Im Vergleich lagen die 4 international verwendete Komorbiditäsindexe und ein weiterer Risikoprofilscore:

R-MCI (Revised Myeloma Comorbidity Index)
IMWG (International Myeloma Working Group Frailty Index)
CCI (Charlson Comorbity Index)
Mayo Risk Score

und der

MRP-Score (Myeloma Research Alliance Risk Profile Score)

Genaueres zu den Ergebnissen wurde ebenfalls am 1. April 2024 in PubMed in englischer Sprache veröffentlicht.

Bericht aus dem Ärzteblatt
pdf-651Risiken und Prognose_Revised Myeloma Comorbidity Index Ärzteblatt Juni 2024

Infektionen sind häufigste schwere Komplikation bei CAR-T-Zell-Therapien

Forscher der Uniklinik München (LMU Klinikum Med.Klinik III) haben die Ursachen der Sterblichkeit nach der CAR-T-Therapie analysiert
Es zeigte sich, dass der häufigste Grund für diese Sterblichkeit nicht, wie gedacht, CAR-T-spezifische Nebenwirkungen wie der Zytokinsturm oder schwere neurologische Symptome, sondern schwere Infektionen sind.

• 11 Prozent der dokumentierten Todesfälle gehen zurück auf die typischen CAR-T-Nebenwirkungen wie Zytokinsturm oder schwere neurologische Symptome
• Über 50 Prozent gehen zurück auf Infektionen.

Die Studie wurde kürzlich im renommierten Fachjournal „Nature Medicine“ veröffentlicht.

In letzter Zeit wurde viel darüber diskutiert, dass mit CAR-T-Zellen behandelte Patienten nach der Therapie an einem anderen Krebs sterben könnten. Hierzu gibt es viel unterschiedliche Meinungen in der Fachwelt.

Dr. Santos, Dr. Tobias Tix und Dr. Kai Rejeski vermuten,
• dass von diese Sekundärtumore weniger die Gefahr ausgeht und sie nicht direkt durch die CAR-T-Zell Therapie ausgelöst werden.
• Ursachen für die Zweittumore könnten eher das Alter und die vielen Vortherapien sein.

Das Team um Dr. Rejeski hat in einer Metaanalyse 46 Studien ausgewertet. Hier waren über 7.600 Patienten mit verschiedenen Leukämien und Lymphomen eingeschlossen. Wie viele Myelompatienten an diesen Studien teilgenommen haben, geht aus dem Bericht nicht hervor.

• „Die CAR-T-Produkte unterschiedlicher Hersteller sind mit einer unterschiedlich hohen Sterblichkeit assoziiert“, sagt Dr. Rejeski. Um dies genauer zu einzuordnen, seien aber weitere Studien erforderlich.

Fazit von Dr. Kai Rejeski :
• „Der Nutzen der CAR-T-Therapie überwiegt die Risiken bei Weitem. Dennoch müssen wir uns intensiv mit ihnen beschäftigen, um die Ergebnisse für unsere Patienten kontinuierlich zu verbessern.“
• „Unser Augenmerk muss in Zukunft vor allem darauf liegen, Infektionen von vornherein so gut wie möglich vorzubeugen, sie frühzeitig zu erkennen und Infektionen auch in Studien präziser zu beschreiben. Da geht es definitiv um die Schaffung eines Problembewusstseins.“

Pressemitteilung der LMU

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40. Patiententag der PMM-Selbsthilfe NRW

Am 20. April durften wir mit einem Stand in Schwelm an dem 40. Patiententag der PMM-Selbsthilfe NRW teilnehmen. Die PMM-NRW, deren lokalen Selbsthilfegruppen ihr auf unserer Homepage unter "Selbsthilfegruppen" findet, hatten eine hervorragenden Tag mit einem tollen Programm organisiert. Herzlichen Dank für Euer zahlreiches Interesse an der AMM-Online und vor allem für die vielen schönen Gespräche, die wir mit Euch in Schwelm führen durften. Wir bedanken uns ebenfalls sehr für die wunderbare Organisation des Patiententages bei dem Team der PMM-NRW. Die Vorträge waren mal wieder hervorragend und sehr informativ. Nach einer wunderbaren Einführung durch den Vorsitzenden Hans Josef van Lier gab Prof.Dr.med. Roland Fenck (Oberarzt der Klinik für Hämatologie, Onkologie und klinischer Immunologie am Universitätsklinikum Düsseldorf) einen sehr anschaulichen Vortrag zum Thema "Einführung in das Multiple Myelom, Erstlinientherapie einschl. Erhaltungstherapie". Anschließend wurde von Priv.-Doz. Dr. med. Sebastian Alexander Potthoff (Ärztlicher Leiter im MVZ Nephrocare Mettmann) das für uns Myelompatienten so wichtige Thema "Niere und Multiples Myelom" behandelt. Er konnte mit seinem tollen Vortrag zeigen, wie wichtig es ist, die Nieren im Auge zu behalten. Prof. Dr. med. Cyrus Khandanpour (stellvertr. Direktor der Klinik für Hämatologie und Onkologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck) brachte uns zum Abschluss sehr anschaulich das Thema "Neue Therapien – bispezifische Antikörper und CAR-T-Zellen – beim Rezidiv" in einem sehr intressanten Vortrag nahe. An den unzähligen Fragen und der regen Diskussion anschließend wurde deutlich, wie wichtig dieser neue Bereich ist und wie viele Fragen die neuen Therapien noch aufwerfen. Es war eine gelungene Veranstaltung und wir könne Euch nur abermals dazu ermutigen, an solchen Infotagen teilzunehmen. Die Möglichkeit zum Austausch unter Patienten ist so wertvoll. Sehen wir uns demnächst vielleicht beim Patiententag in Bielefeld, bei der DLH-Patiententag in Hamburg oder beim Myelomforum in Würzburg?

Forschungserfolg durch erste umfassende Untersuchung des Genoms und Proteoms

Das Multiple Myelom gilt bis heute als unheilbar. Trotz anfänglich erfolgreicher Therapien kehrt der Krebs meist zurück. Um effektiver und gezielter eingreifen zu können, haben Forscher der Charité – Universitätsmedizin Berlin, des Berlin Institute of Health in der Charité (BIH) und des Max Delbrück Centers zusammen mit weiteren Partnern die Erkrankung umfassend molekular untersucht. Ihre Ergebnisse wurden im Fachmagazin Nature Cancer veröffentlicht und zeigen, wie sich besonders aggressive Tumorvarianten frühzeitig erkennen lassen. Das Multiple Myelom entsteht durch die Entartung von Plasmazellen, die normalerweise Antikörper produzieren. Diese entarteten Zellen vermehren sich ungehemmt und bilden funktionslose Antikörper, was zu multiplen Tumorherden im Knochenmark führt. Folgen sind Immunschwäche, Nierenversagen und Knochenbrüche.

Die Krankheit verläuft individuell unterschiedlich, was die Behandlung erschwert. In ihrer Studie analysierten die Forscher genetische und molekulare Veränderungen bei über hundert Patienten. Dies ist die erste umfangreiche proteogenomische Studie für das Multiple Myelom, bei der die Auswirkungen genetischer Veränderungen auf das Proteinprofil der Tumorzellen untersucht wurden. Mithilfe neuester massenspektrometrischer Methoden erstellten sie Proteinprofile der entarteten Plasmazellen und verglichen diese mit gesunden Zellen. Sie stellten fest, dass genetische und Signalweg-Veränderungen zur unkontrollierten Aktivierung der Krebszellen führen, wobei regulatorische Prozesse auf Proteinebene den stärksten Einfluss haben. Die Forscher identifizierten eine Proteinkonstellation, die auf einen aggressiven Krankheitsverlauf hinweist.

Diese Erkenntnisse ermöglichen eine bessere Einteilung der Patienten in Untergruppen und eine personalisierte Therapie. Zukünftige Forschungen sollen die identifizierten Zielstrukturen weiter untersuchen, um neue therapeutische Ansätze zu entwickeln. Die Studie wurde von mehreren deutschen Forschungseinrichtungen und Förderprogrammen unterstützt. Ein interaktives, frei verfügbares Online-Tool wurde entwickelt, um Krebsforschern den Zugang zu den Ergebnissen zu erleichtern und die Entwicklung neuer Therapien und Tests zu unterstützen. So könnten Patienten mit besonders aggressivem Multiplem Myelom von Beginn an intensiver behandelt werden.

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Krebs nach der Krebstherapie mit CAR-T-Zellen

Derzeit sind sechs Arzneimittel für neuartige Therapien (ATMP) zur CAR-T-Zelltherapie in Europa zugelassen. Alle diese Produkte, mit den Vertretern Abecma®, Breyanzi®, Carvykti®, Kymriah®, Tecartus® und Yedar®, werden zur Therapie hämatologischer Neoplasien eingesetzt. Kürzlich berichten Dr. Nicole Verdun und Dr. Peter Marks vom Center for Biologics Evaluation and Research der Food and Drug Administration (FDA) der USA im renommierten Wissenschaftsjournals »New England Journal of Medicine« (NEJM) , dass in Anbetracht des relativ neuen Einsatzes dieser Therapien die FDA den Entwurf einer Richtlinie veröffentlicht hat, in der empfohlen wird, Patienten, die CAR-T-Zellen erhalten, die mit integrierenden Vektoren hergestellt wurden, über einen längeren Zeitraum auf unerwünschte Ereignisse, einschließlich der Entwicklung eines Tumors, zu überwachen.

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Neue bispezifische Antikörper bei Multiplen Myelom

Fortschritt der Studien zu neuen Bispezifischen Antikörper / Merkmale und neueste Daten
Hier eine übersetzte Zusammenfassung eines Vortrags von Prof. Einsele (Universitätsklinik Würzburg), den er auf dem 5th Immune Effector Cell Workshop 2024 der International Myeloma Society (IMS) über neuartige bispezifische Antikörper (bsAB) beim Multiplen Myelom (MM) gehalten hat und wie die einzigartigen Eigenschaften (Abbildung 1) dieser Medikamente dazu beitragen können, die mit der bsAb-Behandlung verbundenen Herausforderungen zu bewältigen.
 
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Abb. 1 bisezifische AK,  Strukturen von Linvoseltamab, ABBV-383, Alnuctamab und Cevostamab*
 
Linvoseltamab
Linvoseltamab ist ein bispezifischer Antikörper, der auf das B-Zell-Reifungsantigen (BCMA) und CD3 auf den T-Zellen des Patienten abzielt.
Dieses Medikament verfügt außerdem über eine Anti-Albumin-Domäne in der kristallisierbaren Fragmentregion (Fc-Region), was eine geringere Dosierungshäufigkeit ermöglicht.
Die Dosierung wurde im Rahmen der klinischen Phase I/II-Studie LINKER-MM1 (NCT03761108) auf eine Einmalgabe alle vier Wochen (Q4W) reduziert.
Zu den wichtigsten Daten aus dem Q4W-Dosierungsschema in LINKER-MM1 gehören:
• Eine Gesamtansprechrate von 69,2 %.
• Ein medianes progressionsfreies Überleben (PFS) wurde nicht erreicht.
• Die Infektionsrate von 69,2 % und 36,2 % lag bei Grad 3/4.
Eine Zulassung in Deutschland wird Anfang 2025 erwartet.
 
ABBV-3831
ABBV-383 ist ein BCMA-gerichteter bispezifischer Antikörper, der über zwei BCMA-Bindungsdomänen und ein silenced-FC-Grundgerüst verfügt, das die Halbwertszeit des Medikaments verlängert und eine geringere Dosierung ermöglicht.
Die Dosierungshäufigkeit von einmal alle drei Wochen (Q3W) oder Q4W wurde auf ihre Auswirkungen auf die Zytokinfreisetzungsraten (CRS) untersucht, wobei ein Q4W-Schema mit 60 mg die niedrigste CRS-Rate von 43 % ergab.
In dieser Kohorte wurde kein Auftreten von CRS des Grades 3 gemeldet.
Die niedrigsten Raten von Infektionen des Grades 3/4 wurden in der Q4W-Kohorte mit 10 % verzeichnet, verglichen mit 34 % in der 60 mg Q3W-Kohorte.
In der Q4W-Kohorte wurde die höchste Gesamtansprechrate (65 % gegenüber 60 % in der Q3W-Kohorte) sowie ein medianes progressionsfreies Überleben (nicht erreicht gegenüber 13,7 Monaten) beobachtet.
 
Alnuctamab
Alnuctamab besitzt eine bivalente Bindung an BCMA mit einer niedrigen CD3-Bindungsdomäne und einer modifizierten Fc-Region, die sowohl eine geringere Dosierung als auch eine geringere Zytokinfreisetzung ermöglicht.
Ein Q4W-Dosierungsschema mit der Zieldosis von 30 mg führte zu:
• einer Gesamtansprechrate von 67 %.
• einem  medianen, progresssionsfreien Überleben von 11,4 Monaten, verglichen mit 10,1 Monaten bei allen Zieldosierungen.
• einer 12-Monats-progressionsfreien Überlebensrate von 45 %, gegenüber 44 % bei allen Zieldosen.
Leider hat BMS entschieden, den bispezifischen Antikörper nicht weiter zu entwickeln.
 
Cevostamab
Cevostamab richtet sich gegen das Fc-Rezeptor-Homolog 5 (FcRH5), das auf Myelomzellen mit nahezu 100 %iger Prävalenz exprimiert wird. FcRH5 wird auch in allen Stadien der B-Zell-Reifung stark exprimiert und befindet sich in der Nähe des chromosomalen Bruchpunkts.
Klinisch wurde Cevostamab in der stark vorbehandelten Population mit im Median sechs vorangegangenen Therapielinien untersucht.
Die Gesamtansprechrate in der Dosisstufe 132-198 mg betrug 56,7 % gegenüber 36,1 % in der Dosisstufe 20-90 mg.
Keiner der Patienten, bei denen ein komplettes Ansprechen erreicht wurde, erlitt zum Zeitpunkt der Datenübermittlung einen Rückfall.
 
Wichtigste Erkenntnisse
Für die Behandlung des MM werden zunehmend neue bispezifische Antikörper entwickelt, die eine niedrige Affinität zu CD3 und eine hohe Affinität zum Zielantigen aufweisen, was zu einem potenziell geringeren Zytokinfreisetzungssyndrom führt.
Die Hinzufügung von Anti-Albumin-Domänen zur FC-Bindungsregion trägt ebenfalls dazu bei, das Zytokinfreisetzungssydrom und Infusionstoxizitäten zu verringern.
Diese neuartigen bispezifische Antikörper, aber auch die bereits zugelassenen bispezifischen Antikörper (Teclistamab, Alrantamab und Talquetamab) werden zunehmend mit reduzierten Dosierungsschemata eingesetzt, was dem Patienten in Form von längeren behandlungsfreien Intervallen zwischen den Injektionen, geringerer Toxizität und weniger Infektionen zugutekommt.
Reduzierte Dosierungsschemata können auch zu einer geringeren Erschöpfung der T-Zellen und folglich zu höheren Wirksamkeitsraten und einem verlängerten progressionsfreien Überleben führen (was derzeit in Studien mit allen bispezifischen Antikörpern geprüft wird).
 
(Anmerkung der Redaktion: Übersetzt von Fr. Dr. Schock, mit freundlicher Genehmigung und Ergänzung von Prof. Dr. Einsele)
 

Diese Zusammenfassung als PDF: {jd_file file==643}

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Projekt "Frag den Arzt" - Videoclips sind online

Die ersten 6 Videoclips zu unserem  Projekt - "Frag den Arzt" sind online und jetzt auch hier  über unsere Seite direkt zugreifbar.

Sie finden die Fragen und zugehörigen Videoclips im Bereich Grundlagen => Mediathek => Kurzclips - Frag den Arzt

oder auf unserem Youtube Kanal

In den kommenden Wochen werden wir weitere dieser Clips veröffentlichen, zunächst auf Youtube und mit ein paar Tagen verzug dann auch hier auf unserer Webseite.

Bedanken möchte wir uns bei Prof. Scheid der uns als Myelom-Experte Rede und Antwort gestanden hat und der Tagungsschmiede die uns bei der Videoerstellung unterstützt hat.

Viel Spass beim Anschauen.

Ihre AMM-Online

Multiples Myelom: Mit KI lebensgefährliche Nebenwirkungen bei Immuntherapie vermeiden

  • Multiples Myelom ist eine aggressive Blutkrebsart, die das Knochenmark betrifft.
  • Immuntherapien verbessern Überlebenschancen, können jedoch lebensgefährliche Nebenwirkungen haben.
  • Projekt "TissueNet" entwickelt KI-Tool zur Risikoeinschätzung bei Immuntherapien.
  • Ziel: Verstehen, warum manche Patienten Immuntherapien gut vertragen und andere nicht.
  • KI analysiert genetische Veränderungen in Knochenmarkzellen vor und nach der Behandlung.
  • Riesige Datensätze aus Gewebeproben werden verwendet, um zelluläre Veränderungen zu rekonstruieren.
  • KI soll präzise vorhersagen, ob ein Patient zu einer Risikogruppe für Nebenwirkungen gehört.
  • Hoffnung: Neue Angriffspunkte für Medikamente finden, um Therapie-Schäden frühzeitig zu verhindern.
  • Methoden sind weit fortgeschritten, aber klinische Anwendung braucht noch Zeit.
  • Ziel: Verbesserung der Lebenserwartung und Lebensqualität von Myelom-Patienten.

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Therapeutische Antikörper im eigenen Körper produzieren

  • Biontech entwickelt therapeutische Antikörper durch mRNA-kodierte Baupläne.
  • Ansatz: RiboMab, für die Krebsbekämpfung.
  • Erster Kandidat: BNT142, kodiert für bispezifischen Antikörper RiboMab02.1.
  • Ziel: Tumormarker Claudin 6 (CLDN6) und T-Zellen binden.
  • Verabreichung: Intravenös, Lipid-Nanopartikel.
  • Funktion: T-Zellen aktivieren und Tumorzellen bekämpfen.
  • Präklinische Studien: Gute Verträglichkeit und Wirksamkeit bei Mäusen und Makaken.
  • Ergebnisse: Längere Verfügbarkeit des Antikörpers im Körper, effektive Tumorbekämpfung.
  • Klinische Phase-I/II-Studie gestartet (NCT05262530).
  • Zielgruppe: Patienten mit fortgeschrittenen CLDN6-positiven soliden Tumoren.
  • Weitere Biontech-Therapie: BNT211, eine CAR-T-Zelltherapie gegen CLDN6.
  • Biontech hat ca. 20 Krebstherapeutika in der klinischen Entwicklung.

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Reisen mit der Erkrankung

 Urlaub und Abstand sind manchmal wichtig und tun sehr gut.
 
Aber hier gibt es je nach Erkrankung und Therapiestand manches zu beachten.
Bitte vor der Planung der Reise mit dem behandelnden Hämatologen sprechen. 
• Ist das Ziel geeignet und ratsam? 
• Sind Impfungen notwendig?
• Was ist im Urlaub zu beachten?
• Wo ist das nächste Krankenhaus / Arzt mit entsprechender Erfahrung erreichbar?
• Bei langen Flugreisen oder langen Autofahrten abklären, ob eine erhöhte Thrombosegefahr besteht und was beachtet werden muss.
 
Folgendes gilt vor allem dann, wenn man ins Ausland verreisen möchte:
• Für Schmerzmedikamente oder Opioide, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen, benötigt man für diese eine ärztlich unterzeichnete und zudem durch die oberste Landesgesundheitsbehörde beglaubigte Bescheinigung des Bundesamts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). 
• Dies gilt auch für den Schengenraum.
• Die Bescheinigung gilt für maximal 30 Tage und jeweils nur für ein Medikament.
 
Auf der Website des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte findet man als Download: 
- ein Formular für den Schengenraum 
- ein Muster für eine mehrsprachige Bescheinigung von Betäubungsmitteln für Reisen ins übrige Ausland 
- sowie eine Übersicht der zuständigen Landesbehörden für Beglaubigungen der Bescheinigungen zur Mitnahme von Betäubungsmitteln. 
 
Für alle Medikamente gilt:
• Ärztliche Bescheinigung, möglichst in englischer Sprache, die Angaben zu Einzel- und Tagesdosierungen, Wirkstoffbezeichnung und Dauer der Reise enthält.
 
Bitte beachten: es gibt Länder mit besonderen Bestimmungen (z.B Singapur und Vereinigte Arabische Emirate)
 
Unter folgendem Link gibt es gute Infos zu den Medikamenten auf Reisen: ADAC
 
Generell gilt:
• Einen aktuellen Arztbericht und die aktuellen Laborwerde mitführen.
• Vielleicht auch zusätzlich eine Übersetzung mitnehmen: Infokarte für Auslandsreisen zum Multiples Myelom
• Daran denken, dass die Medikamente nicht kälte- und hitzebeständig sind und auch nicht durch die Röntgenkontrolle am Flugzeug laufen sollten (eventuell Informationen in der Apotheke einholen).
• Mit der Reiserücktrittsversicherungen und Auslandskrankenversicherung sprechen, oft sind wir mit der Erkrankung leider ausgeschlossen.
• Durch Medikamenteneinnahme, vor allem durch Cortison, ist die Haut besonders Sonnenempfindlich. An einen guten Sonnenschutz denken und direkte Sonne meiden!
 
Wer hat noch weiter Tipps und Erfahrungen? Gerne könnt Ihr dieses im Forum mitteilen!
 
Wir wünschen allen eine schöne und erholsame Reise! 

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