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Margret antwortete auf Curcumin und Bioverfügbarkeit
10 Nov. 2016 16:59 - 10 Nov. 2016 17:03
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Lieber Dirk-Michael,

wir sind uns weitgehend einig.

Ich denke aber, dass der Ersatz für fehlende Wahrheitsliebe (Wollen die Patienten/Angehörigen denn wirklich die Wahrheit wissen?) der Ärzte und die fehlende menschliche Zuwendung eines auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Systems nicht darin bestehen kann, Zusatzmittel jeder Art "nach eigenem Gefühl"zu sich zu nehmen. Und genau dieses "nach deinem Gefühl" war und ist für mich unverantwortlich.

Wir sollten die verschiedenen Ebenen zur Klärung trennen.

Dass unser Gesundheitssystem, Wissenschaft und Forschung Defizite haben - geschenkt. Man zeige mir ein Land, in dem das (auf Krankenkassenkosten und allgemein verfügbar) anders/besser ist. Es gibt Dinge, mit denen man einfach leben muss. Man kann aber auch glücklich sein, in einem Land zu leben, in dem die Medizin eine sehr hohen Standard hat und allen zur Verfügung steht. Ein Blick auf die Welt hilft dabei sehr.

Was das Annehmen des Menschen mit all seinen Ängsten und Sorgen betrifft, erinnere ich an den jetzt "Gedanken zum Leben und zum Abschied nehmen" genannten Bereich dieses Forums und an die erbitterten Kämpfe, diesen überhaupt zu installieren. Fühlten sich doch viele Foristen allein vom Gedanken an Sterben und Tod so abgeschreckt, dass sie diesen Bereich gar nicht erst sehen wollten. Kompromissweise wurde der Bereich dann abgetrennt, so dass man ihn nicht aufrufen muss, wenn man nicht mag. Lisa und Joseph können aus dieser Zeit sicher berichten, wie groß der Widerstand war ... Wenn schon die Betroffenen damit nicht umgehen können, wie sollen es dann Ärzte und Pflegekräfte können - zumal diese Themen in der Ausbildung/Studium nicht mal gestreift werden?

Beispiel: Wir erleben hier leider immer wieder, dass es Patienten schlechter geht und jeder still bei sich denkt "Oh Gott, das wird nicht gutgehen!". Lies dir die entsprechenden Threads mal durch - die Antworten darauf sind immer gleich: Es wird Hoffnung gemacht, wo es nichts mehr zu hoffen gibt, es wird zum Kampf aufgerufen, wo der Kampf schon verloren ist, es wird auf Wunder gehofft, die doch nach aller Erfahrung mehr als selten sind. Der Umgang mit dem bevorstehenden Abschied fällt fast allen Betroffenen/Angehörigen so schwer, dass sie ihn nicht mal in Worte fassen können. Was also erwarten wir von unbeteiligten Dritten? ...

Alle 3 Problemkreise, in deren Identifikation wir uns ja einig sind, werden aber durch Curcumin und/oder XY nicht geheilt oder gelindert. Schon gar nicht durch die Dosierung nach eigenem Gefühl, ohne Kenntnis der Ärzte und während laufender Therapien.

Jeder soll nach seiner Facon selig werden. Bei Internet-Empfehlungen für unbekannte Dritte rate ich aber zu größter Vorsicht.
Letzte Änderung: 10 Nov. 2016 17:03 von Margret.

Dirk-Michael antwortete auf Curcumin und Bioverfügbarkeit
10 Nov. 2016 16:33
  • Dirk-Michael
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    06 November 2016
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Margret schrieb:

Dirk-Michael schrieb:

gex schrieb: ...
Tja.... auf was kann man sich noch verlassen?


Auf Dein Gefühl IN Dir.


Das ist doch mal eine grandiose Dosierungsempfehlung. Vor allem, wenn es um Zusatzprodukte ohne wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis beim MM und die Einnahme ohne Wissen der behandelnden Ärzte, eventuell sogar während laufender Therapien, geht. Hauptsache das Gefühl stimmt.


Liebe Magret,

da hast Du mich (bewußt?) fehlinterpretiert (wollen). Das Auf-das-Gefühl-verlassen sagt nicht aus, irgendwas blind in sich reinzustopfen und zu hoffen, dass es schon ok sein wird. Viel mehr wollte ich dazu ein Abgrenzung verstanden wissen, alles einer Studie auf die Goldwaage zu legen. Curcumin regelt NF-KB runter, das haben zig andere Studien belegt - ob da nun eine wegfällt oder nicht.

Worauf sich meine Kritik viel mehr bezog: ich erlebe hier teilweise einen blinden, absoluten Glauben an die Wissenschaft. Da ich selbst sechs Jahre auf diesem Weg war, sage ich klar: das ist eine Illusion. Die Medizin will viel mehr darstellen als sie kann oder tatsächlich ist. Das in Hinblick auf ein tödliche Krankheit, Zuverlässigkeit erwünscht, ja geradezu gefordert ist, verstehe ich (ich war auch auf der Onkologie während der Ausbildung). Studien werden unter bestimmten Gesichtspunkten designed. In diesem Aufbau können (Denk-)Fehler sein. Andere Studien sind durch korrupte Ärzte und Lobbyisten einfach un-wahr und manipuliert. Das ist einfach so. Welche Aussagekraft hat eine Studie dann noch in diesem Kontext?

Ich lese hier (seit dem kurzen Zeitraum, in dem ich dabei bin) oft Fragen, was hat Therapie X gegenüber Y vor Vorteile? Nach welcher Therapie sanken bei dir die Leichtketten am meisten?

Von Schmerz, Verzweiflung, Trauer, echten Gefühlen lese ich hier im Verhältnis sehr, sehr wenig. Das aber genau ist das, was uns als Menschen ausmacht, unsere Gefühle.

Manchmal ist die echte Annahme eines Menschen viel mehr Wert als eine Therapie. Jeder will wieder gesund werden. Das verstehe ich, würde mir nicht anders gehen. Aber bei diesem ganzen Therapie-Kopfkino bleibt mir der Mensch zu sehr auf der Strecke. Vielleicht nehme ich das nur so wahr, weil das Kommunikationsmittel einfach ungeeignet ist und ich niemand von Euch persönlich kenne (obwohl ich mich darauf freuen würde).

Der Mensch ist nicht nur das Objekt medizinische Behandlung. Sorry, wenn ich das mal etwas deutlich mache, aber es ist mir schlichtweg wichtig.

Promoting Curcumin for a better world. www.curcumin-als-pharmakon.info

Margret antwortete auf Curcumin und Bioverfügbarkeit
10 Nov. 2016 16:03 - 10 Nov. 2016 16:04
  • Margret
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    11 September 2026
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Dirk-Michael schrieb:

gex schrieb: ...
Tja.... auf was kann man sich noch verlassen?


Auf Dein Gefühl IN Dir.


Das ist doch mal eine grandiose Dosierungsempfehlung. Vor allem, wenn es um Zusatzprodukte ohne wissenschaftlichen Wirksamkeitsnachweis beim MM und die Einnahme ohne Wissen der behandelnden Ärzte, eventuell sogar während laufender Therapien, geht. Hauptsache das Gefühl stimmt.
Letzte Änderung: 10 Nov. 2016 16:04 von Margret.

Dirk-Michael antwortete auf Curcumin und Bioverfügbarkeit
10 Nov. 2016 14:44
  • Dirk-Michael
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    06 November 2016
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gex schrieb: ...
Tja.... auf was kann man sich noch verlassen?


Auf Dein Gefühl IN Dir.

Promoting Curcumin for a better world. www.curcumin-als-pharmakon.info

gex antwortete auf Curcumin und Bioverfügbarkeit
10 Nov. 2016 13:54
  • gex
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    15 Juni 2016
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Hallo Lutzz,
danke Dir. Ist das die folgende Studie oder hast du einen anderen Link?
www.bloodjournal.org/content/110/11/1177?sso-checked=true

Was ich rauslese:
1. bis zu 12 g Curcumin täglich, teils ohne teils mit 10mg Piperin, wurden über 12 Wochen - 1 Jahr gut vertragen
2. bei den 5 Patienten, die ein Jahr mitmachten, war die Erkrankung "stabil" (immerhin nicht progredient?) - sie nahmen zwischen 4g und 8g pro Tag (leider steht da nicht ob mit oder ohne Piperin)

Beim Recherchieren stieß ich aber noch auf dies hier:
retractionwatch.com/2016/02/22/journal-r...under-investigation/
Leider scheint Prof. Aggarwal, der viel mit Curcumin am MD Anderson forschte, nicht vertrauenswürdig. Seit 2012 steht er unter Manipulationsverdacht, und nun wurden einige seiner Studien zurückgezogen, weitere sind unter Prüfung und er arbeitet seit Anfang des Jahres nicht mehr am MD Anderson.
Prof. Aggarwal ist/war eine zentrale Quelle für Curcumin-Studien - und nun ist seine Arbeit insgesamt als fragwürdig einzustufen.
Tja.... auf was kann man sich noch verlassen?

Diagnose Smoldering MM 01/14, IgG lambda, FISH t(11;14)
Erste Therapie ab 04/19: Isatuximab + VRd -> PR erreicht
09/20 HD/aSZT sehr gut vertragen und VGPR, danach keine Erhaltungstherapie
Anfang 2023 Rezidiv mit Rippenbrüchen und Osteolyse Schlüsselbein
seit 06/23 Pomalidomid +Dex, wieder PR

Lutzz antwortete auf Curcumin und Bioverfügbarkeit
10 Nov. 2016 09:15 - 10 Nov. 2016 09:19
  • Lutzz
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    11 September 2026
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zur ergänzung möchte ich nochmal darauf hinweisen, dass bezüglich multiples myelom und curcumin zumindest eine studie existiert, die vom anderson cancer center der universität texas an 27 mm-patienten durchgeführt wurde. dabei wurde festgestellt, dass curcumin alleine keinen objektiv meßbaren einfluß auf den krankheitsverlauf hat.
subjektiv ging es jedoch fast allen patienten besser, weshalb sie auch nach der studie zumeist weiterhin curcumin einnahmen.
das entscheidende in dem studienergebnis war jedoch der hinweis auf die vermutung, curcumin würde im rahmen einer therapie die wirkung von medikamenten unterstützen bzw. verstärken. worauf diese vermutung beruht, wurde jedoch nicht erwähnt. allerdings dürfte dies wahrscheinlich auf den beobachtungen von patienten beruhen, bei denen sich die mm-spezifischen parameter signifikant verbesserten, nachdem sie curcumin zusätzlich zu revlimid bzw. bortezomib einnahmen. wunderdinge sollte man hier aber auch nicht erwarten, zumal die wirkung von revlimid und sicher auch die von curcumin nicht bei jedem patienten gleichermaßen gegeben ist.
Letzte Änderung: 10 Nov. 2016 09:19 von Lutzz.