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VCD oder VRD als Ersttherapie?

Betreff: VCD oder VRD als Ersttherapie? 28 Nov 2018 08:29Uhr
  • Kairel
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  • Beiträge: 17
  • Registriert seit:
    05. Okt 2018

Hallo,
Ich bin ja seit Oktober 2018 neu diagnostiziert und erhalte derzeit den dritten Chemo Zyklus mit VCD (Velcade, Cyklophosphamid, Dexamethason).
Im Januar soll eine Stammzellensammlung vorgenommen werden und im März dann HD Chemo mit autologer SZT.
Jetzt habe ich bei Gesprächen in meiner SHG von anderen Patienten erfahren, dass diese von Anfang an mit Revlimid statt Cyklophosphamid behandelt wurden.
Gibt es hier Vor- oder Nachteile? Irgendwo hab ich einmal gelesen, dass VCD auch in der Induktionstherapie nicht mehr aktuell und VRD besser ist.
Meine Ärztin meinte damals, wir Versuche es erstmal mit vcd, es gibt dann noch andere Möglichkeiten. Ich möchte aber eigentlich sofort mit der für mich besten Therapie beginnen.
LG, Kathi

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Antwort auf: VCD oder VRD als Ersttherapie? 28 Nov 2018 09:27Uhr
  • gex
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  • Beiträge: 397
  • Registriert seit:
    15. Jun 2016

Hallo Kathi,
VRD ist in den USA inzwischen Standard zur Induktion, weil es als vorteilhaft gegenüber VCD gilt. Nur bei Nierenfunktionsproblemen und sonstigen Revlimid Unverträglichkeiten wird dort noch VCD eingesetzt.
Und die USA haben die besten Überlebensraten beim Myelom, sind uns Europäern meist beim Einstz neuer Substanzen und Kombis 2-4 Jahre voraus.

Auch in EU / DACH gilt VRD als "zukünftiger Standard", ist aber blöderweise immer noch nicht offiziell in Erstlinie zugelassen. Darum machen alle mit VCD weiter, auch weil sie es am besten kennen (was auch immerhin ja gute Ergebnisse erzielt, v.a. in Kombi mit SZT).
In den neuesten Studien in Europa wird auch fast nur noch mit VRD oder KRD als Basis gearbeitet (z.B. HD6, HD7, DSMM XVII). VCD sieht man da nur noch selten.

Ich würde auch zuschauen, eher irgendwie an VRD oder gar KRD (Carfilzomib statt Bortezomib) ranzukommen.
Kann aber sein, dass deine Ärztin das wegen der fehlenden Erstlinienzulassung nur einsetzen darf, wenn VCD nicht so recht wirkt. (ich blicke da noch nicht recht durch, warum und wann der eine das bekommt und der andere nicht)
Alles Gute Gex

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Antwort auf: VCD oder VRD als Ersttherapie? 28 Nov 2018 11:58Uhr
  • Wie isses so?
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  • Beiträge: 5
  • Registriert seit:
    29. Aug 2018

Hallo Kathi,

Mein Papa hat seine Induktionstherapie auch nach dem VCD Schema angefangen weil es, wie Gex schon meinte, in Deutschland immer noch der Standard ist. Seine Ärztin hat dann schon vor dem Induktionsstart bei seiner Krankenkassen einen Antrag auf einen Wechsel auf VRD gestellt und dieser wurde dann auch bewilligt. Nach welchen Kriterien das da entschieden wurde weiß ich leider auch nicht. Er ist dann im dritten Zyklus von VCD auf VRD gewechselt.

Ich würde das einfach auch mal mit deiner Ärztin besprechen, da bei meinem Papa das letztenendes von der KK bewilligt werden musste. Revlimid ist leider einen ganzen Zacken teurer als Cyclophosphamid =/..

Liebe Grüße
Jessi


Der Unterschied zwischen einem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist derselbe Unterschied wie zwischen einem Blitz und einem Glühwürmchen

-Mark Twain-

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Antwort auf: VCD oder VRD als Ersttherapie? 29 Nov 2018 12:38Uhr
  • Kairel
  • Kairels Avatar
  • Beiträge: 17
  • Registriert seit:
    05. Okt 2018

Heute war ich wieder beim Arzt und habe das Thema angesprochen. Tatsächlich bewilligt die Krankenkasse das Revlimid erst, wenn die VCD Therapie nicht erfolgreich ist, obwohl, von einem gewissen Vorteil gesprochen wurde. Das ist wirklich unverständlich. Manche Kassen bewilligen, andere wieder nicht (anscheinend hier in Österreich).

Aber was Anderes: Meine Zytogenetik ist endlich da und der Arzt hat von "genetischen Veränderungen" (irgendwas mit 14) gesprochen und dass vermutlich eine Tandemtransplantation gemacht werden muss. Was bedeutet das für mich? Ist das "Hochrisiko" ? Was heißt das für die Therapie und die Prognose ?
Ich bin jetzt wirklich sehr sehr durcheinander ?

Danke! Kathi

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Antwort auf: VCD oder VRD als Ersttherapie? 29 Nov 2018 14:15Uhr
  • Logopädin
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  • Beiträge: 150
  • Registriert seit:
    06. Feb 2016

Hallo Kathi,
also "irgendwas" mit 14 ist nun wirklich zu ungenau, um darüber eine Aussage zu machen.
Aber - warum fragst du nicht den Arzt und bittest um den FISH-Befund ( also die Zytogenetik- Untersuchung ) ?
Auf die Herausgabe des Befundes hast du ein Recht und dann hast du schwarz auf weiß, welche genetischen Veränderungen vorliegen. Dieses screening ist im Übrigen nur eine recht grobe Einordnung und hat eher statistische Aussagekraft - und die bedeutet für den Einzelfall nicht unbedingt was.
Laut neuestem Myelomhandbuch des Myelomzentrums Heidelberg sind nur zwei genetische Konstellationen relevant, nämlich das Vorliegen von t4:14 und del 17p. Was das genau heißt, steht ebenfalls dort beschrieben. "Ungünstig" ( steht so im Handbuch )ist auch + 21q, also genau ein Zugewinn von mehr als zwei Kopien auf dem Abschnitt q des Gen 21 ( spricht sich zwei eins, nix einundzwanzig ). Das weiß ich, weil das meine "Hochrisikokonstellation" ist - aber mir geht es schon seit bald zweieinhalb Jahren nach Hochdosis gut - Komplettremission. Was will man mehr ? Also Kopf hoch.
Liebe Grüße
Nicole

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Antwort auf: VCD oder VRD als Ersttherapie? 04 Dez 2018 10:15Uhr
  • Kairel
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  • Beiträge: 17
  • Registriert seit:
    05. Okt 2018

Hallo,
ich habe nun schriftlich den FISH Befund vorliegen:
1q Zugewinn und 14q32 Rearrangement

Kann mir jemand sagen, was das für mich bedeutet?
Die Ärztin hat mir jedenfalls gesagt, dass in diesem Fall eine Tandem-Transplantation empfohlen wird.
Danke!
Kathi

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