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17 Juni 2018 15:35
  • UndineD.
  • Autor
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    11 September 2026
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Vielleicht können diese Informationen Andere vor ähnlichem Verlauf bewahren:
Mit plötzlich aufgetretenen starken Rückenschmerzen (August 2017) wollte ich diesmal alles richtig machen u. bestand sofort auf einer CT. Ich habe immer gesagt: es fühlt sich an, wie damals der Wirbelbruch. Aber die CT war negativ: „Da ist nix.“ Mir half es nicht sehr, denn ich konnte mit den weiterhin schlagartig auftretenden Schmerzen nicht gehen, habe oft geschrien vor Schmerz. Und ich bin keine Heulsuse. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass sämtliche Ärzte die Stärke meiner Schmerzen u. die Notwendigkeit die Ursache zu ergründen nicht verstanden.
Fehldiagnosen waren zunächst „Muskelverspannungen, Überlastung“, für die Onkologin waren es „eben Myelom- bedingte Schmerzen. Zwischendurch die Verdachtsdiagnose: „Knochenhautentzündung“ Dann KH Aufenthalt der nichts brachte, aber ein Knochenszintigramm- auch ohne neuen Befund, keine Auffälligkeit im Schmerzbereich. Allerdings verschlechterte meine Gesamtsituation sich nach dem KH- Aufenthalt rapide. Dort war zwar nichts passiert, außer, dass diverse Orthopäden meinten, auf den Wirbeln herumklopfen zu müssen um einen Bruch festzustellen. Das hat mir wahrscheinlich den Rest gegeben!
Bis dahin waren alle einig, dass ein MRT nicht in Frage kommt, wegen des Metallgestells im Rücken, mit etwas dubioser Materialangabe. „Das fliegt Ihnen um die Ohren“ „Das könnte sich lockern“ usw.
Erst in einem Wirbelsäulenzentrum war ein Neurochirurg der meine Situation (bis dahin über 3 Monate) sehr ernst nahm. Er stellte auch leichte neurologische Störungen fest u. orderte eine MRT- Untersuchung bei einem Radiologen der keine Bedenken hatte. Leider musste ich trotz der Dringlichkeit 5 Wochen auf diesen Termin warten. In diesen Wochen verschlechterte sich mein Zustand erschreckend immer schneller. Die Schmerzen waren nicht zum Aushalten, hinzu kamen schubweise neue Schmerzen im Brust- Rückenbereich wie starke Stromschläge. Immer mehr Gehstörungen, zeitweise kaum Gefühl in den Beinen. Wohlgemerkt: Auch das habe ich meinen Ärzten versucht zu vermitteln- mit der Diagnose: „Magnesiummangel“ u. „neuropathische Schmerzen auf Grund MM“. Ich wusste, das kann nicht alles sein, ich wartete nur noch auf den MRT- Termin, war auch kaum noch handlungsfähig. Hatte noch einige häusliche Unfälle weil plötzlich die Beine wegknickten.
Bei der MRT- Untersuchung ließ ich mir Beruhigungsmittel spritzen- dadurch entging mir, dass auch Kontrastmittel gegeben wurde. Der Radiologe sah mich sehr mitleidig an u. riet sofort in die Uniklinik zu fahren. Ansonsten saß ich noch sehr benommen da u. verstand nicht viel. Hörte nur von „Tumor außerhalb der Wirbelsäule…“
In der Uniklinik, Abt. Neurochirurgie, nach 6 Std. Wartezeit bellte mich der diensthabende Arzt an: „Sie werden morgen notoperiert, sonst sind Sie querschnittgelähmt!“
Meine erste Wirbelsäulen- Stabilisierung vor 2 Jahren im hiesigen Krankenhaus ist wohl (nach Aussage ALLER jetzigen Ärzte in der Uniklinik) so unsachgemäß, unzureichend grottenschlecht gemacht worden, dass es erstaunlicherweise überhaupt 2 Jahre gehalten hat. Der „stabilisierte“ 7. Brust- Wirbel war völlig zusammengebrochen, hing nun mit Zement- und Metallfragmenten im Rückenmark, Folge dadurch zuletzt immer mehr neurolog. Ausfallerscheinungen, nun bereits fortgeschrittener Teil- Querschnitt. Leider war das erst im MRT sichtbar. Ich hatte keine Ahnung, dass meine Symptome auf beginnenden Querschnitt hindeuten- alle behandelnden Ärzte wohl auch nicht!
Eine sofortige OP war alternativlos- drei Tage vor Weihnachten. Der nächste Schock war die Belehrung, dass Rückenmark sich NICHT regeneriert, d. h. man könne den fortgeschrittenen Teil-Querschnitt nur aufhalten, nicht rückgängig machen. Ob ich je wieder gehen könne sei fraglich.
Der 7. Brustwirbel ist etwa Höhe “BH-Verschluss“ sage ich immer. Von da an abwärts spürte ich kaum noch etwas.
Die stundenlange OP habe ich gut durchgestanden. Allerdings durch das Ausgraben des festgewachsenen „alten“ Gestells sehr viel Blut verloren. Bluttransfusionen waren erforderlich. Mein bis dahin stets guter HB- Wert lässt seitdem zu wünschen übrig. Weihnachten lag ich brustabwärts bewegungsunfähig in der Klinik. Ich konnte 2 Zehen bewegen. Meine Familie, gab später zu, dass sie dachten: Das wird nie wieder.
Meine Schmerzen, die ich monatelang hatte, sind unbeschreiblich. Meine Gefühle, den Querschntt betreffend, auch. Ich erinnere mich aber ganz genau, dass ich bei den sehr negativen Ausführungen der Ärzte keineswegs in Panik oder Hoffnungslosigkeit verfiel, sondern trotzig dachte: „Nun, das werden wir ja sehen, ich konnte bisher gehen, also werde ich auch weiterhin gehen.“
Zum Erstaunen des gesamten Pflegepersonals u. der Ärzte habe ich geschafft (mit Hilfe) wieder zu gehen.
Sicher habe ich mal wieder viel Glück im Unglück gehabt. Aber es erforderte auch sehr viel Ausdauer, Schmerzen u. vor allem meinen eisernen Willen, dass ich wieder gehen kann. Z. Z. noch mit Rollator bzw. Rollstuhl, aber ich hoffe, dass wird besser.
Zusammengefasst: Ich war in dieser Sache beim Hausarzt, Orthopäden, Radiologen, Onkologen, Neurochirurgen, sogar im Krankenhaus. Ich habe alle Untersuchungen gemacht. Ich habe stets präzise meine Beschwerden geschildert. Wie oft ich gehört habe: „Da ist nix“ weiß ich nicht mehr. Niemand hat den Ernst meiner Lage erkannt, bis auf den Neurochirurgen zuletzt, aber auch der beließ es bei dem MRT-Termin nach 5 Wochen.
Und ich selbst war unwissend was Symptome für beginnenden Querschnitt betrifft. Mich hat niemand gewarnt.
Ich habe aber keine Kraft u. Energie übrig um Irgendjemanden Vorwürfe zu machen.
L.G. Undine