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Henrika antwortete auf Aussichten ohne Hochdosischemo
02 Nov. 2016 23:30 - 02 Nov. 2016 23:41
  • Henrika
  • 64 Beiträge seit
    19 Juli 2015

Anomalia schrieb:
Moment will er einfach nur nicht mehr aufwachen.


Ist es möglich, dass er sich gerade in einer depressiven Episode befindet? Habt Ihr bzw. hat seine Onkologin die psychische Verfaßtheit auf dem Schirm bzw. arbeitet die Praxis mit einer Psychoonkologin zusammen?

--- Die meisten Menschen haben Angst vor Psychologen, weil sie glauben, die könnten alles sehen und beurteilen und würden den Klienten auf den ersten Blick durchschauen inclusive der Kindheitstraumata - wären also gottähnliche, hochmanipulative Geschöpfe, denen der Klient hilflos ausgeliefert ist. Dem ist nicht so. Psychologen helfen auf wertschätzende und freundliche Art dabei, einen Umgang mit Krisen, schwierigen Situationen zu finden bzw. psychische Heilungsprozesses zu initiieren und zu begleiten. Sie arbeiten dabei entlang der Bedürfnisse des/ der Betroffenen. Manchmal hilft es ja auch, sich zu entlasten und das, was einem unsortiert durch den Kopf geht, einem (neutralen) Dritten zu erzählen, der weder in Panik oder Hilflosigkeit verfällt noch gutgemeinte Ratschläge gibt und den der Erkrankte auch nicht schützen muss. Ein Versuch ist es wert, wenn er das möchte, und eine realistische, freundlich - achtsam - optimistische Grundhaltung wirkt sehr heilungsunterstützend in der Therapie (und sonst auch). Wenn er eine psychoonkologische Begleitung ablehnt, ist es natürlich ebenso okay.
Letzte Änderung: 02 Nov. 2016 23:41 von Henrika.

Anomalia antwortete auf Aussichten ohne Hochdosischemo
03 Nov. 2016 02:06
  • Anomalia
  • 0 Beiträge seit
    16 August 2026
Liebe Henrika,

da er seit über 30 Jahren unbehandelt mit Panik kämpft (wollte er nicht),
und diese durch die Diagnose verstärkt aufgetreten ist, bekommt er seit der ED viele Mittel.
Tavor 1mg-1mg-1mg
Cipralex morgens 20mg
Halperidol 0,5-0,5-0,5

Die Panik hat er so einigermaßen im Griff. Eine Therapie/Betreuung will er nicht machen, er "weiß ja woher es kommt".

Trotzdem danke für den Hinweis.

Liebe Grüße
Ano

Mira antwortete auf Aussichten ohne Hochdosischemo
03 Nov. 2016 10:04
  • Mira
  • 419 Beiträge seit
    03 Februar 2014
Hallo Ano,
und alle diese Mittelchen haben auch schwere Nebenwirkungen. Zusätzlich kann Angst für Nebenwirkungen genau diese hervorrufen. Das will dein Mann wohl auch nicht hören, solange er aber auf die Onkologin hört und diese vertraut ist es das bei dieser Lage schon sehr viel.
Wenn er seine Ängste nicht behandeln lässt (mittels Psychotherapie nicht nur mittels Pillen schlucken) wird sich nichts ändern. Er hat die Panik eben nicht im Griff, deswegen braucht er ja die Pillen, ohne wäre er total verloren.
Da ist gute Rat teuer und ich glaube auch das hast du ihm alles schon tausend Mal gesagt. Bleibt nur: steter Tropfen höhlt den Stein...
Und hier findest du immer ein offenes Ohr.
LG
Mira

Anomalia antwortete auf Aussichten ohne Hochdosischemo
03 Nov. 2016 10:54
  • Anomalia
  • 0 Beiträge seit
    16 August 2026
Liebe Mira,

du hast den Nagel 100%ig auf den Kopf getroffen.
Und ja, ich rede seit 15 Jahren auf ihn ein wegen der Psyche.

Aber es ist wie es ist. Es ist sein Weg und ich kann nur für ihn da sein und ihm Optionen aufzeigen.

Die Onkologin meinte auch, dass man ab 3 Medikamenten die Wechselwirkungen nicht mehr im Griff hat. Dazu noch die Nebenwirkungen.

Ihr habt mir sehr geholfen, mir das alles wieder bewusst zu machen.
Leider ist ja meine geliebte Mutter am 22.09. an den Folgen von MDS gestorben. Sie hat mir immer geholfen, meine Gedanken wieder gerade zu rücken. Sie war eine große Stütze für mich.
Dafür müsst ihr jetzt herhalten. ;)

Ganz lieben Dank
Ano

Anna M. antwortete auf Aussichten ohne Hochdosischemo
10 Nov. 2016 12:31
  • Anna M.
  • 134 Beiträge seit
    08 September 2016
Hallo Alo,
ich kann Dich sehr gut verstehen. Ich schreibe heute hier zum ersten Mal, bin aber schon länger angemeldet und lese mit. Viele hier haben die selben Fragen gestellt, die auch mich bewegen und viele Forumsteilnehmer haben diese Fragen beantwortet, so dass ich eigentlich nur immer mitlesen musste. Ich habe bereits eine lange Krebsgeschichte hinter mir. Bereits mit 24 Jahren hatte ich erstmals Brustkrebs. Damals entschied ich mich wegen dem Kinderwunsch gegen eine weitere Behandlung. Mit knapp 40 erwischte es mich dann erneut. Diesmal OP, Chemo, Bestahlung. Wegen der über drei Jahre andauernden Behandlung mit Chemo habe ich seither eine stark ausgeprägte PNP. 2005 wurde ich wieder ins Arbeitsleben eingegliedert, ging Ende 2006 für meinen Arbeitgeber ins Ausland. Die Wärme und das Klima haben mir sehr gut getan. Seit gut drei Jahren bin ich wieder zuhause. Jetzt soll bei mir ein MM ein Sekundär-Krebs sein. Wobei man sich wegen einer ausgeprägten monoklonalen B-Lymphozytose gar nicht so ganz sicher ist. Doch drei verschiedenen Zentren haben die selbe Diagnose gestellt: MM IGG Kappa IIIA als Zusatz steht in der Diagnose: "Kleine morphologisch reif wirkender Lymphozyten im Blut, CLL nicht nachweisbar." Die KM wies >15 % Plasmazellen, aus, die FISH bestätigte die Diagnose MM und brachte die Erkenntsnis, dass für mich eine Stammzelltransplantation des eigenen KM nicht in Frage kommt. Deshalb ist für mich die Frage, wie lange und wie man ohne einer SZT einigermaßen gut weiterleben kann, auch eine entscheidende Frage, die mir jedoch niemand beantworten kann. Mein Allgemeinzustand ist sehr schlecht, ich hab in 10 Wochen über zehn Kilo abgenommen und es geht weiter bergab mit dem Gewicht. Deshalb drängt mein Onkologe auf rasche Behandlung.Ich bin jedoch ein gebranntes Kind und scheue die Chemo. Ich weiß was auf mich zukommt. Die letzten Wochen habe ich intensiv dazu genutzt mich einigermaßen von einem Infektionsmarathon zu erholen. Mein Mann kümmert sich bei mir um meine Phyche und hellt meinen trüben Gedanken immer wieder auf. Am Dienstag steht die nächste Kontrolle an, da will mein Onkologe auch die weitere Therapie besprechen. Die Entscheidung "so oder so", wird jedenfalls schwer werden.
Ich wünsche Dir und besonders Deinen Mann, dass es bald wieder aufwärts geht.

Glaube an Wunder, Liebe und Glück! Schau nach vorn und nicht zurück!

Das Wunder blieb aus....verstorben am 05.01.2019

Anomalia antwortete auf Aussichten ohne Hochdosischemo
10 Nov. 2016 17:53
  • Anomalia
  • 0 Beiträge seit
    16 August 2026
Liebe Anna,

es tut mir leid, dass es dir so schlecht geht. Ich drücke dir die Daumen, dass du einen gangbaren Weg für dich findest.

Und danke für deine Nachricht.

Liebe Grüße
Ano