AMMonline

     

  • Kai
  • 165 Beiträge seit
    02 Februar 2011
Tief durchatmen :)

Die Verlegung von Heike in die neue Klinik hat gut geplappt. Dort angekommen wurde sie natülich erst einmal gründlich untersucht.
Die betreuende Schwester meinte: " Oh je, bei der schlechten Beatmungssituation und der geringen motorischen Leistung, werde ich wohl mit Ihrer Süßen noch lange Freude hier auf der Intensivstation haben."
Bereits am zweiten Tag mußte die Schwester ihre Einstellung zu Heike revidieren:" So etwas habe ich ja noch nie gesehen. Ihre Süße hat heute 10 Stunden ohne Maschinenunterstützung eigenständig geatmet. Sie wollen uns wohl doch eher verlassen als gedacht."

Ja, das ist meine Heike. Bei den Übungen des Therapeuten staunte ich nicht schlecht, zu was er Heike bewegen konnte.
Die 10-stündige Eigenatmung war sensationell. Es hat Heike mächtig Kraft gekostet. Ich habe versucht so gut es ging zu helfen: Ablenken, Gesicht erfrischen, Mund befeuchten, verschwitze Bezüge wechseln, Füße & Hände crémen und massieren und immer wieder erzählen. Abend war sie wohl platt wie ne Flunder.

Die neue Klinik ist zunächst für uns sehr gewöhnungsbedürftig. Heike wird hier von Anfang an gefordert. Aber genau das wird der richtige Weg sein.
Während ich in der alten Klinik fast permanent bei Heike war, sind in der neuen Klinik die Besuchszeiten für Intensivpatienten sehr eingeschränkt. Offiziell ist die Besuchszeit von 16 - 18 Uhr. Ich habe es aber geschafft die Zeiten schon mal leicht zu dehen. Heute habe ich die Erlaubnis von 14 - 21 Uhr
Geht doch :lol:
Die ganz große Angst ist gewichen. Bereits in den ersten Tagen ist zu erkennen, dass diese Fachklinik auf dem Gebiet der Beatmung und der Neurologie ganz anderes arbeitet, als eine "normale" Intensivstation. Heike wird bei Heike das Tracheostoma gewechselt. Nach Aussage der resoluten Schwester hat sie noch nie eine so großes Teil, in der Größe eines "Gartenschlauches" (Zitat), gesehen. Mit dem Neuen, wesentlich kleineren Tracheostoma besteht die Aussicht, dass Heike wieder sprechen kann. Das wäre eine riesige Erleichterung. Ich werde berichten.

Schönes Wochenende alleseits :wink:

  • Caro
  • 692 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
Ach Kai,
das klingt doch schon ganz anders als vor einigen Tagen. Das freut mich riesig für euch, vor allem auch, dass ihr so kompetente Betreuung bekommen habt. Deine Heike ist wohl wirklich eine richtige Kämpfernatur.:D

Ein schönes Wochenende und herzliche Grüße

Caro

11 März 2011 21:25
  • leopoldi
  • 1197 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
Hallo Kai,

schön immer mehr positive Nachrichten zu lesen. Ich verfolge Deine Beiträge über die Genesung mit Interesse und drück Euch weiterhin ganz ganz fest die Daumen.

LGe
Monika

~ Wenn Du meinst auf der Schattenseite zu sein, denk dran - die Erde dreht sich ~

11 März 2011 21:38
  • Jeanny150765
  • 1161 Beiträge seit
    17 Juni 2010
Lieber Kai,

wunderbar.......
Alles wird gut

LG
Jeanny

  • joseph
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Hallo Kai Uwe

Genau diese kleinen Schritte sind riesige Fortschritte in eine gute Richtung .............. weiter so, Ihr macht das

Joseph

  • Kai
  • 165 Beiträge seit
    02 Februar 2011
Und wie zu erwarten: Der nächste große Problem lies nicht lange auf sich warten.

Zunächst hatte Heike ist geschaftt, die Intensivstation der neuen Klinik wirklich schnell zu verlassen. Seit meinem letzten Bericht atmetet sie vollständig eigenständig. Die Sauerstoffsättigung im Blut ist wirklich sehr gut. Sie ist permanent massiv verschleimt und und muss regelmäßig abgesaugt werden. Das ist extrem unangenehm. Aber wir sind froh, dass die Atmung stabil ist.

Leider funktioniert das Sprechen überhaupt noch nicht. Das neue Tracheotoma ist zwar eine Nummer kleiner, aber nach wie vor zu groß, um mit einem Sprachaufsatz zu arbeiten. Ebenso funktioniert das Einsetzen einer gefensterten Kanüle nicht. Somit ist e s oftmals extrem schwierig herrauszubekommen, was Heike sagen will. Versuche mit einer Buchstabentafel zu arbeiten schlugen ebenfalls fehl.

Gut gefällen uns in der neuen Klinik die ReHa-Massnahmen. Physiotherapeuten und Logophaden arbeiten sehr gut mit Heike.

Nachts hat Heike aber nach wie vor zu schlafen. Die "Wellen" mit den Puls- und Blutdruckanstiegen treten nicht mehr auf. Die Ruhepuls lag aber dennoch stetig bei 140 b/min. Sie erhält jetzt Medikamente zu Reduzieren des Puls. Der Ruhepuls liegt jetzt bei 115 b/min. Zusätzlich hat sie erhöhte Temperatur um 38°. Die Entzündungsparameter sind gestiegen. Jetzt das Disaster: Der Gesamteiweißgehalt steigt ebenfalls wieder an. Am 09.03. betrug der Wert 94 g/l. DDer letzte bekannte Wert ist vom 13.03. Da betrug der Wert 109 g/l. Ich mache mir erneut große Sorgen. Der in der neuen Klinik behandelden Arzt hat hinsichtlich des Plasmozytoms keine Ahnung. Er hat mit dem Onkologen der "alten" Klinik Kontakt genommen. Er tendiert nach einer Rückverlegung in die Onkologie zur weiteren Behandlung. Er versuch dringend mit dem Onkologen Kontakt auf zu nehmen. Ich hoffe auf einen Rückruf, ansonsten fahre ich zu ihm hin.

Heike ist so dermaßen schwach, dass eine weitere Chemo für mich kaum vorzustellen ist. Ich hatte insgeheim gehofft, dass wir Heike in der neuen Klinik ein wenig aufbauen können. Doch jetzt sieht es wieder mal alles sehr schlimm aus. Leider wie schon so oft.

LG
Kai-Uwe