AMMonline

     

ABo antwortete auf Therapie/ Chemo
24 Okt. 2014 09:43
  • ABo
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    15 August 2026
Hallo,
vielen Dank für die Nachfrage nach meiner Mom!

es sieht nicht so gut aus.
Sie hat jetzt heute ihre letzte Bestrahlung, an der Lähmung hat sich leider nichts geändert, wir haben natürlich alle gehofft (und hoffen immer noch), die Ärzte können nichts sagen, denken aber es wird sich auch nichts mehr tun.
Ich kann jetzt gar nicht sagen wie es weitergeht, Chemo ist ja in Planung, aber ich denke mir irgendwo dass man dazu einigermassen fit sein muss?
Mittlerweile haben sich aber allerlei Dinge dazu addiert wie Blasenentzündung, Wasser in der Lunge, und Wasser im ganzen Körper. Sie hat ja massig Infusionen bekommen weil ihr irgendein Stoff gefehlt hat (Natrium?), man kann ihr wohl deshalb keine Entwässerungspillen geben weil sonst alles wieder rausschwemmt was vorher mühsam eininfusioniert wurde.
Sie bekommt natürlich jede MEnge Pillen, darunter auch für die Psyche, letzte Woche schien sie mir an zwei Tagen sehr aufgekratzt, jetzt ist Psyche wieder am Boden. (Nicht wegen dem Myelom, sondern wegen der Lähmung).
Sie hört halt aus allem raus dass sie bald wieder gehen kann (z.B. Arzt sagt sie wird sich bald besser fühlen, sie versteht: sie kann bald wieder laufen).
Wenn man zu ihr sagt sie muss essen und trinken, dann kommt nur zurück man hat ja gut reden, man wäre ja selber nicht gelähmt.
Sie hat dann Pepsinwein bekommen, aber irgendwie hilft der jetzt auch nicht mehr.

Ich muss jetzt bis heute abwarten wohin sie dann verlegt wird, leider besucht sie mein Vater nur am Wochenende weil er es nicht mehr schafft dort jeden Tag hinzufahren (was zu streit zwischen mir und ihm geführt hat), denn ich brauche 4.5 stunden, er eine stunde. so bekomme ich derzeit natürlich keine info, weil am Wochenende ist ja nie jemand da von den ärzten:(

ich muss jetzt abwarten was als nächstes kommt. ein psychoonkologe wurde ja auch gestellt, aber die Stimmung ist wie zu beginn wieder ganz am boden. ihr Telefon ist auch dauernd ausgestellt.
hab ihr gesagt sie soll dann wenigstens astronautenkost zu sich nehmen, macht sie wohl auch.
ich weiss nicht was schlimmer ist, Bestrahlung oder chemo, aber ich nehme mal an chemo (?), und wenn es jetzt schon so schlimm aussieht, weiss ich nicht was mit der chemo kommt.

ich weiss auch nicht mehr wie ich mich verhalten soll. nebenan liegt eine Dame die voll von Metastasen ist, auch schlechte Prognosen, die nimmt das aber alles an, macht und tut, lacht etc.
meine mutter versinkt da in irgendwas, was ich gar nicht beschreiben kann. es ist wohl eine Mischung aus schock, Selbstmitleid, ich weiss es nicht.
wir sind alle an dem punkt zu sagen: reiss dich zusammen, lass dich nicht hängen! (ich weiss das hört sich jetzt böse an), aber kommt ein jogurt, dann wird gemeckert dass das jogurt ist und dass das nicht gegessen wird, bei jeder pille wird 10 Minuten das gesicht verzogen, bringt man saft mit gibt es Trotzreaktionen wie bei einem kleine Kind das Gemüse essen muss anstatt schokolade.
ich weiss sie ist in einer absolut beschissenen lage, es kam ja alles auf einmal und plötzlich von heute auf morgen.
ich weiss nur nicht wie man sie auf den punkt bringt zu sagen: ok, das ist jetzt so, ich muss aber wenigstens essen und trinken um bei Kräften zu bleiben (sie macht sich ja nicht mal die mühe zu trinken).

ABo antwortete auf Therapie/ Chemo
25 Okt. 2014 15:52
  • ABo
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    15 August 2026
und leider ein weiteres update. gerade mit meinem vater gesprochen (just im moment als ich das andere post geschrieben hab).
meine mom wurde nochmal geröngt und hat diese knoten jetzt auch in der lunge und noch irgendwo (bin mir jetzt nicht sicher ob er bauchfell gesagt hat).
er meint es schaut nicht gut aus, trotz ihres schlechten zustands werden die aber wohl chemo machen, der arzt hat aber gemeint helfen wird es wohl nicht.

ich denke jetzt realistisch gesehen muss ich mich wohl damit auseinandersetzen dass sie bald sterben wird. das ganze scheint wohl auch schnell zu wachsen. verstehe das nicht wieso so eine situation so "explodieren" kann, ich mein vor zwei monaten ist meine mutter noch durch den wald gerannt und ist tanzen gegangen, jetzt sieht es so aus dass sie wohl bald nicht mehr da ist.

bin jetzt völlig fertig :cry:

Margret antwortete auf Therapie/ Chemo
25 Okt. 2014 21:52
  • Margret
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    15 August 2026
Liebe Anne,

bei solchen Berichten schwankt man zwischen dem fast schon reflexhaften "Mut machen" (man muss kämpfen) und dem Rat, in Frieden und aus Liebe loszulassen, wenn jemand nicht kämpfen kann oder wenn kämpfen nichts mehr nützt.

Es ist schwer bis unmöglich, aus der Ferne und ohne genaue Kenntnis das Richtige zu raten.

Falls(!) es so sein sollte, dass deine Mutter leider so schnell am Ende ihres Weges angekommen ist, sorge bitte dafür, dass sie nicht übertherapiert und noch unnötig gequält wird und dass sie mit einer guten Schmerztherapie versorgt den Weg gut begleitet zu Ende gehen kann. Sei für sie da, sei für deinen Vater da und achte trotzdem auch gut auf dich selbst (wie beinahe unmöglich dieser Seelenspagat ist, weiss ich nur zu gut...).

Die Hoffnung, dass sich doch noch etwas zum Guten wendet, darf man trotzdem haben. Die Hoffnung sollten wir nie aufgeben, aber eben auch realistisch bleiben.

Wie auch immer sich alles entwickdlt: Von Herzen alle guten Wünsche für dich und deine Eltern!
Margret


Jeanny150765 antwortete auf Therapie/ Chemo
26 Okt. 2014 00:26
  • Jeanny150765
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    17 Juni 2010
Liebe Anne,

Margret hat alles gesagt,was es zu Eurer momentanen Situation zu sagen/raten gibt.Es ist sehr hart für Dich und Deinen Vater damit klar zu kommen...Lass Dich krankschreiben und fahr zu Deinen Eltern...zu Deiner Mutter...die brauchen Dich jetzt ganz dringend...Ich wünsche Euch ganz viel Kraft und doch noch Hoffnung...Liebe Grüße

Jeanny

ABo antwortete auf Therapie/ Chemo
26 Okt. 2014 08:07
  • ABo
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    15 August 2026
danke für eure lieben worte!
ich fahre jetzt dienstag zu meinem vater, und mittwoch fahren wir gemeinsam in die klinik.
an das krankschreiben lassen hab ich noch gar nicht gedacht...ich bin irgendwie immer der typ der so ganz verbissen noch weitermacht, hab jetzt in letzter zeit auch noch überstunden gemacht um zeit zu bekommen. darf ich denn wegfahren wenn ich krankgeschrieben bin? wäre dann ja nicht daheim, sondern in HD. auf der anderen seite dient urlaub ja der erholung, und bei mir wirken jetzt nicht mal mehr die beruhigungspillen vom arzt.

ich hadere natürlich total. und ich verstehs nicht, wieso das so schnell geht. die in HD haben ja gesagt, so eine aggressive form haben selbst die nur ganz selten...aber dann googelt man wieder wieder herum und da steht nirgends dass es beim Myelom auch Krebs in der Lunge gibt etc. Wieso dann bei ihr.
der Zeitraum ist einfach so kurz....vor ein paar wochen hat man noch gehofft dass sie dann bald wieder gehen kann damit man die therapie anfängt, und ich hab dann noch so mit ein paar guten jahren gerechnet. dann fiel die hoffnung auf gehen schon mal weg, dann hat man eben auf rollstuhl gehofft und unterdrückung von dem mm, auch noch mit ein paar guten jahren, jetzt ist man an dem punkt wo man wirklich hofft dass sie Frieden findet.
Dazu dann natürlich der Wunsch, irgendwie die Zeit zurückzustellen, wir haben in den letzten Jahren so wenig Zeit zusammen verbracht, und die Gewissheit, dass das nicht mehr nachzuholen ist. das nagt natürlich, und zwar ziemlich tief.

übertherapieren: da hab ich auch schon dran gedacht. eigentlich war alles was jetzt gemacht wurde (die spritzen, die schläuche, katheder, operation, bestrahlung) doch alles für die katz und hat nur schmerz und leid gebracht. ich habe gestern noch ein bild von ihr angeschaut, im Juli aufgenommen. völlig fit, gute laune, und wenn man sich dieselbe frau jetzt im krankenhaus anschaut...
und wir sind nur 3 monate später.

es ist einfach so grausam und gewalttätig.
sorry für den langen text. ich komme mir einfach vor wie in einem albtraum, aus dem man irgendwie nicht aufwacht und man wünscht sich einfach dass alles so war wie vorher.
:cry:



joseph antwortete auf Therapie/ Chemo
26 Okt. 2014 09:14
  • joseph
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    15 August 2026
Liebe Anne

Krebs in der Lunge ==> kann es sein, dass bei deiner Mutter der Ausgangherd übersehen wurde?

Bei mir wurden 5 Wochen nach einem Ausgangsherd gesucht, da mein Onkologe von einer Krebsform ausging, der in die Knochen überging, was nicht der Fall war

Ich kann euch nur die Daumen drücken

Liebe Grüsse

Joseph