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05 Sep. 2013 01:10
  • rudi
  • Autor
  • 2203 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
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Am Mittwoch (Gestern) wude Angelica von der Intensivstation auf die Gastro-Entrologie verlegt. Unsere Befürchtung, daß dann immer einer von den Angehörigen Tag und Nacht rund um die Uhr bei Angelica im Zimmer anwesend sein muss hat sich gleich heute bestätigt.

Um 12:30 wurde ich vom Oberarzt angerufen, daß Angelica immer wieder aufstehen will und das Bett verlassen will obwohl sie das nicht darf. Sie würde auch stark fantasieren und Personen sehen, die gar nicht da sind.

Meine Tochter Daniela arbeitet im Moment und jetzt muss ich mit meinem 20 jährigen Sohn den 24 Stunden Dienst im Krankenhaus abwechselnd übernehmen. Da ich auch noch 2-3 mal in der Woche meine 1,5 Jahre junge Enkeltochter um 16:30 Uhr in der KiTa abholen muss, habe ich Gestern meinen Sohn um 14:30 ins 25km entfernte Krankenhaus in Negrar zu Angelica gefahren und bin noch selbst auch bis 16:00 dort geblieben. Dann musste ich Bianca in Bussolengo in der KiTa abholen. Mein Sohn bleibt über Nacht bei seiner Mutter im Zimmer und muss auf einem großen Kunstledersessel, den man flach machen kann mit Fußteil so gut es geht schlafen. Sofern es überhaupt möglich sein wird ab und zu mal ein Auge zuzudrücken.

Ich löse meinen Sohn dann um 10:00 ab und nehme sein Elektrofahrrad im Auto mit zur Klinik. Er fährt dann die 25km mit dem Fahrrad nach Hause. Am nächsten Morgen kommt er wieder die 25km mit dem Fahrrad in die Klinik und ich kann dann nach Hause fahren.
Das wird jetzt ein “hartes Programm” und ist sicherlich 2 oder 3 Wochen zu ertragen. Sollte es länger dauern, dann müssen wir uns was anderes einfallen lassen. Dann müssen wir Angelica nach Hause holen mit allen Konsequenzen, wenn das überhaupt dann geht. Oder wir müssen hier in Italien in der näheren Umgebung ein Heim finden wo sie hin kann in ihrem Zustand. Was das aber finanziell bedeutet und ob wir das überhaupt dann bezahlen können ist noch nicht abgeklärt.

Jetzt ist der “worst case” für uns als Angehörige eingetreten und das stellt unser aller Leben auf den Kopf.

Nun heißt es für mich “Abschied nehmen” von meinem Dauerurlaubsleben hier am Gardasee. Jetzt muss ich mit meinem multiplen Myelom in meiner zur Zeit stabilen und für mich krankenhausfreien Zeit jeden 2. Tag 24 Stunden im Krankenhaus verbringen. Es fällt im ersten Moment schwer dies zu akzeptieren, aber es muss jetzt sein und da müssen wir jetzt durch.

Mit meinem Sohn habe ich gestern Abend noch SMS ausgetauscht und wir haben uns geschrieben:

“Wir schaffen das” !

Heilung ist ein individueller Prozess, der sehr stark an das persönliche Bewusstsein gebunden ist. Daher kann kein Mensch einen anderen Menschen heilen sondern immer nur auf dem Weg zu seiner persönlichen Heilung begleiten.

rudiversal.wordpress.com

21 Aug. 2013 21:58
  • Julanka
  • 0 Beiträge seit
    11 September 2026
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...oh Rudi, das ist so schön! Es muss ein wunderbares Gefühl für euch gewesen sein.... Ich werde auch weiterhin an euch denken und auf Besserung hoffen, ich wünsche es euch so sehr!

Haltet durch, alles wird gut!

Ganz liebe Grüsse,
Sabine

Jeanny150765 antwortete auf Gedanken über Leben und Tod diese Tage !
21 Aug. 2013 18:55
  • Jeanny150765
  • 1161 Beiträge seit
    17 Juni 2010
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Lieber Rudi,


ich sag nicht viel....aber ich drücke Dich ganz dolle.
Pass mal auf...vielleicht wird es jeden Tag ein wenig besser.
Das wünsche ich Dir(Euch).

LG
Jeanny

21 Aug. 2013 16:56
  • Diddlmaus
  • 1300 Beiträge seit
    21 Oktober 2012
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Lieber Rudi!!

Das ist wirklich schön zu wissen, dass Deine Worte, die Du ihr ins Ohr geflüstert hast, ihr geholfen haben und ihr Kraft gegeben haben....Liebe ist eben doch eine starke Energiequelle!

Ich bin froh für Dich, dass wenigstens eine Last von Deinen Schultern genommen wurde und Du und Ihr die Möglichkeit hattet miteinander zu reden!

Ich bin in Gedanken oft bei Euch und hoffe das Allerbeste!!!

Herzlichst,

Diddlmaus

"Sometimes gifts come in strange packages"

"Wenn das Leben Dir Zitronen gibt - mach Limonade draus."

"Das Leben geht weiter - auch wenn es humpelt!"

21 Aug. 2013 16:51
  • rudi
  • Autor
  • 2203 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
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Als Angelica vor 5 Wochen in Verona zur Kopf-Operation kam, da sprachen wir sie kurz vorher nochmal an, daß wir hier sind und ihr beistehen. Sie hatte schon eine Sauerstoffmaske auf und ihre damals zuletzt gesprochenen Worte konnten wir nicht mehr verstehen.

Als Angelica im Coma war dachte ich oft daran, daß wir eventuell ihre letzten Worte zu uns nicht mehr verstanden haben und das wäre belastend gewesen.
Ich wünschte mir, daß sie wenigstens nochmal für einige Worte, die wir uns noch zu sagen hätten nochmal aufwacht und auch sprechen kann.

Und dieser Wunsch ist wenigstens in Erfüllung gegangen. Heute war ich mit meinem Sohn bei Angelica. Sie hat jetzt die Augen immer geöffnet gehabt und uns auch gesehen und sie kann deutlich hörbar sprechen.
Sie redet zwar viel "Fantasie-Zeugs", das sie wohl geträumt hat und nicht mehr richtig mit der Realität verknüpfen kann, aber sie redet auch realistisches und versteht unsere Worte auch voll.

Ich hatte ihr vor ca. 2 Wochen, als sie noch die Augen immer zu hatte ins Ohr gesagt, hörst du mich - alles wird gut - alles wird gut !!!

Heute sagte sie zu mir, meine Worte neulich "Hörst du mich - alles wird gut", wären für sie der "Strohhalm" gewesen, an dem sie sich festgehalten hat und der ihr auch Zuversicht gegeben hätte.

Das war so schön zu hören und hat mich zu tränen gerührt.

Wir haben jetzt auf alle Fälle noch miteinander reden können und uns alles "notwenige" nochmal sagen können und das ist wie auch immer es jetzt weitergeht beruhigend und zufriedenstellend für uns alle.

Das Motto von Jeanny "Alles wird gut" hat doch seinen tieferen Sinn, der mich heute sehr berührt hat.

LG
Rudi

Heilung ist ein individueller Prozess, der sehr stark an das persönliche Bewusstsein gebunden ist. Daher kann kein Mensch einen anderen Menschen heilen sondern immer nur auf dem Weg zu seiner persönlichen Heilung begleiten.

rudiversal.wordpress.com

17 Aug. 2013 21:06
  • elvi
  • 0 Beiträge seit
    11 September 2026
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Lieber Rudi!Ganz Festes Daumendrücken von mir für Dich und
Deine Kinder.Wie ich vor einiger Zeit schrieb,habe ich ähnliches
durch mit meinem Sohn.Er ist diesbezüglich wieder voll genesen.
Ein Beispiel für Hoffnung für Euch.Seither kämpft er gegen das Verlangen
nach Wein etc.Elvi.