AMMonline

     

ketem antwortete auf Erhaltungstherapie
06 Dez. 2010 09:47
  • ketem
  • 105 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
Liebe Birgit,
es ist wohl schon richtig, dass der Nutzen einer Erhaltungstherapie nach wie vor nicht geklärt ist.
Ich habe selber eine Erhaltungstherapie im Rahmen einer Studie mit Velcade über 4 Zyklen, einmal wöchentlich mitgemacht. Das war 2008 von Juni bis Dezember. Bei der letzten Kontrolle vor einigen Wochen habe ich mal nachgefragt, ob es schon Ergebnisse gibt. Antwort, nein.
Es dreht sich immer um die Frage, ob man versuchen soll, durch die Erhaltungstherapie eine erreichte remission zu vertiefen, oder aber ob man Medikamente nicht zu früh verschießen soll.
Und dazu kommt dann noch die Unterschiedlichkeit, mit der jeder Patient auf eine Behandlung reagiert.
Ich weiß ja auch nicht, ob ich nun seit 2008 meine Werte innerhalb der Normgrößen gehalten habe:
1) wegen der Tandem Transplantation
2) wegen der Tandemtransplantation mit ERhaltungstherapie

klar sagt man sich dann, es war wohl wegen der Erhaltungstherapie.
Trotzdem neige ich eher (rein subjektiv) zu der Meinung, nicht zu viele Behandlungsmöglichkeiten zu verschießen und dem Körper lieber eine therapiefreie Zeit nach der Transplantation zu gönnen.
Allerdings weiß ich nicht, was ich nach einer 3. autologen befürworten würde, evtl. doch eine Erhaltung.
Du siehst also, die Unsicherheit ist vollkommen normal. Man muss dann halt eine Entscheidung treffen, mit der man dann lebt, ohne permanent sich Vorwürfe zu machen: Ach hätt' ich doch...

Um es ein wenig banal zu sagen: Wenn man sich endlich entschlossen hat, einen Computer zu kaufen, ist es fast normal, dass man am nächsten Tag von jemandem einen besseren, presiwerteren, leistungsfähigeren empfohlen bekommt. Darüber kann man sich ärgern, oder man kann sagen: ich hab mich halt so entschieden.

Ach ja, auch Ärzte sind da m.E. unsicher, selbst wenn sie es vielleicht nicht zugeben.

Gruß
Stefan

3x Initialchemo VAD
1x Stammzellensammlung
2x autologe Stammzellentransplantation nach Hochdosischemo
Velcade Erhaltungstherapie nach Hochdosis im Rahmen einer Studie. Seit Dez. 2008 Werte im Normbereich.
Seit Anfang 2012 neuerlicher langsamer Anstieg der Werte. Wird engmaschig kontrolliert
Website-Tagebuch: melcher-holzminden.de

Karsten antwortete auf Erhaltungstherapie
06 Dez. 2010 09:54
  • Karsten
  • 483 Beiträge seit
    22 April 2010
Hallo Birgit,

die Ärzte der KTE Leipzig haben eine Erhaltungstherapie in meinem Patientenbrief erwähnt für den Fall es wird keine CR erreicht.(Ergebnis ca. Mitte Februar)
Auf meine Nachfrage wenn es nötig wäre über welchen Zeitraum sich diese ziehen würde und ich gleichzeitig 12 Monate in den Raum warf,antwortete die Prof.es könne auch länger gehen.Es kommt zum ersten auf die Verträglichkeit an und natürlich auf die Wirksamkeit.
So wie ich es erfahren habe leitet Dr. Pönisch in L. eine Studie zum Thema Langzeitansprechen von Thaliodamit.
Sollte dieses Med. bei mir zum Einsatz kommen so werde ich mich umgehend mit ihm in Verbindung setzen.

Alles Gute
Karsten

Birgit antwortete auf Erhaltungstherapie
07 Dez. 2010 09:03
  • Birgit
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Hallo Karsten, hallo Stefan,

Euere Antworten von gestern haben mich erst mal wieder "runtergeholt" und mir auch das Selbstvertrauen gegeben, meine Entscheidung in Ruhe zu treffen und dann auch damit zufrieden zu sein. Es gibt einfach nicht den einen, richtigen Weg! Aber es geht auf vielen Wegen weiter.....

Jetzt werde ich erst einmal die Vorweihnachtszeit genießen, im Januar ein paar Tage nach Südtirol fahren (Skifahren darf ich leider nocht nicht.... sagt meine Arzt) und Winterspaziergänge machen.

Euch auch eine gute Zeit.

Lieben Gruß
Birgit

sergio antwortete auf Erhaltungstherapie
07 Dez. 2010 13:17
  • sergio
  • 479 Beiträge seit
    27 Oktober 2009
nein, es gibt nicht den idealen Weg, obwohl man nach der Diagnose und Gesamtzustand nach autologer schon Indizien haben sollte, die Erhaltung zu machen oder nicht, Durie meinte am Patiententag, bei zytogenet. Veraenderungen waere Erhaltung angebracht.

Bei mir wurde gegen die Erhaltung entschieden, was mich erfreute und ueber ein Jahr ohne Therapie einbrachte...aber jetzt scheint es wieder soweit zu sein, meine LK steigen an,... Blutwerte von 2 versch. labors zeigen leider gegensaetzliche Ergebnisse :o das gibt es auch...vielleicht schaffe ich es noch, die Feiertage zu geniessen ... und dann wahrscheinlich Velcade und dexa oder ein schaerferes cocktail...
anyway the show goes on


Sergio

rudi antwortete auf Erhaltungstherapie
08 Dez. 2010 18:06
  • rudi
  • 2203 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
Hat eigentlich schon mal jemand von Euch eine Erhaltungstherapie mit Revlimid (Lenalidomid) über 1 Jahr bzw. bis zum Rezidiv erhalten. Wenn ja wie waren die Nebenwirkungen.

Heilung ist ein individueller Prozess, der sehr stark an das persönliche Bewusstsein gebunden ist. Daher kann kein Mensch einen anderen Menschen heilen sondern immer nur auf dem Weg zu seiner persönlichen Heilung begleiten.

rudiversal.wordpress.com

Birgit antwortete auf Erhaltungstherapie
09 Dez. 2010 14:42
  • Birgit
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Hallo Sergio,
da ich keine zytogenetischen Veränderungen habe, wäre eine therapiefreie Zeit , d.h. ohne Erhaltungstherapie schon "erholsam". Dir wünsche ich von ganzem Herzen, dass du deine Sorgen über die Feiertage hinweg etwas wegschieben und Weihnachten genießen kannst.

Gruß
Birgit

Hallo Rudi,

ich habe zwar keine Erhaltungstherapie mit Revlimid gemacht, aber über 9 Monate Revlimid 25 mg tgl. + 20 mg Dexa am Wochenanfang (3 Wochen Revlimid / 1 Woche Pause) + Aspirin Protect "absolviert". Meine Nebenwirkungen beschränken sich auf Schlaflosigkeit nach der Dexa-Einnahme und Gewichtszunahme um 5 Kilo. Ich habe durchgehend gearbeitet (Teilzeit 20 Std./ W.), habe Sport getrieben (Skifahren, Bergwandern u.ä.).

Gruß
Birgit

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