AMMonline

     

11 Jan. 2025 11:35
  • Callosum62
  • 251 Beiträge seit
    18 September 2023
Hallo, Bettina,

Ts, Ts, Ts, was sind denn das für subversive Ideen? Aber mal im Ernst: Sollten das nicht Deine Studienärzte wissen oder zumindest Auskunft darüber geben können. Da gibt es ja einige mehr von uns, die in "Lenalidomid-freien" Studien sind.

@miregal: Danke für die interessanten Informationen zu den CAR-T's der zweiten Generation. Ich fürchte nur, all die schönen und guten Ideen - ich denke da auch an die Würzburger mit ihrem neuen Zielprotein ROR2 (LION-2 Studie) oder dem Science-Fiction-mäßigen Prototypen eines T-Cell-Generators von Prof. Hudecek - kommen für den ein oder anderen MM-Erkrankten zu spät. Was bleibt also in späteren Behandlungslinien, was gerade schnell aus dem Regal genommen werden kann? Genau, Bispezifische Antikörper. Um sich eine spätere BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapie, vielleicht nächstes Jahr oder so, aber noch offen halten zu können, wäre dann ja m.E. hauptsächlich Talquetamab denkbar, das über das Oberflächenprotein GPRC5D läuft. Hat aber wohl mehr Nebenwirkungen als Teclistamab oder Elranatamab, aber was soll man machen?

@Margret: Keine Ahnung, ob es hier spezifische Anforderungen an den "Grad der Refraktärität" - wenn man das so nennen will - gibt. Ich glaube fast: Nein. In den mir zugänglichen Informationen zur CARTITUDE-4-Studie habe ich da jedenfalls keine genaueren Informationen bezüglich der untersuchten Patienten gefunden - aber das muss nichts heißen, ich habe leider nicht die gesamte Originalstudie vorliegen. Ich selbst habe 5 Jahre vor meinem Rezidiv 10 mg Lenalidomid 2 Wochen ON eine Woche Pause genommen, so war es auch in meinem Arztbrief dokumentiert, und damit habe ich eine Kostenzusage erhalten. Vielleicht gibt es da Erfahrungen von anderen Dosierungen hier im Forum.

Es bleibt m.E. in der nächsten Zeit schwierig mit Kostenzusagen für CAR-T, in den allgemeinen Nachrichten kann man verfolgen, dass die gesetzlichen Krankenkassen ein riesiges Defizit haben und schon über Beitragssätze von 20 % spekulieren. Man kann nur hoffen, dass es an der Abecma-Front zu einer Lösung kommt.

Folge Deinem Herzen, aber vergiss dabei nicht, Dein Hirn mitzunehmen.
(Alfred Adler)

12 Jan. 2025 11:54
  • wolverother
  • 7 Beiträge seit
    29 August 2022
Habe gelesen, dass die Uniklinik Köln die Herstellungserlaubnis für CAR-T-Zellen erhalten hat. Vielleicht hilft das.

Liebe Grüße
Georg

12 Jan. 2025 15:42
  • Sunny
  • 584 Beiträge seit
    07 Januar 2024
Ich weiß nicht ob das etwas hilft, denn soweit ich das verstanden habe werden dort Patienten damit behandelt, bei denen eine Erkrankung vorliegt, dessen Zellen CD19 tragen, die aber auf bisherige Therapien nicht angesprochen haben und für die keine passende zugelassene CAR-T-Therapie verfügbar ist.

Bei MM Patienten gibt es aber doch die passende, zugelassene Car-T-Therapie, darum kann ich mir nicht vorstellen, dass die Krankenkassen das dann bezahlen, nur weil sie in Köln hergestellt werden, wenn sie sich ansonsten wegen des Lenalidomids querstellen.

Oder verstehe ich da was falsch?

Genieße deine Zeit, denn du lebst jetzt und heute. Morgen kannst du gestern nicht nachholen und später kommt früher als du denkst.

12 Jan. 2025 17:00
  • Callosum62
  • 251 Beiträge seit
    18 September 2023
Hallo, Georg,

gute Idee, aber leider hilft uns das in der Standardbehandlung gar nicht. CAR-T-Zellen können nach meiner Kenntnis Erlangen, Heidelberg und Würzburg schon lange selber bauen und tun das auch. Leider kann man als Normal-Patient diese CAR-T-Zellen nicht bekommen. Denn das Ganze ist kein technisches oder medizinisches, sondern ein rechtliches Problem. Gesetzliche Krankenkassen dürfen nur Medikamente oder Behandlungen bezahlen, die eine Zulassung haben. Und die ist oft an den Hersteller gebunden, und so eine Zulassung ist ein teures und aufwendiges Verfahren, was sich eine Uni gegenwärtig noch nicht leisten kann. Aber eben die Pharmafirmen. Erlangen darf also die in seinem Reinraum hergestellten und sicherlich qualitativ guten CAR-T-Zellen gerne verwenden, allerdings nur im Rahmen von Studien. Ja, da fasst man sich an den Kopf, und denkt: Häh? Die können das vor Ort herstellen, aber ich kann das nicht bekommen? Ja, so ist es. Mein Carvykti kommt z.B. aus den USA, ab diesem Jahr gibt es das wohl auch aus Gent, denn der Hersteller Jansson hat nach meiner Kenntnis eben eine Zulassung dafür.

Schade, schade, schade...

Folge Deinem Herzen, aber vergiss dabei nicht, Dein Hirn mitzunehmen.
(Alfred Adler)

12 Jan. 2025 18:39 - 12 Jan. 2025 18:43
  • Mapoli
  • 1728 Beiträge seit
    18 Juni 2011
Genau, so ist es, wie Callosum schreibt. Für Studien wird in den Unikliniken bereits längere Zeit produziert und es ist sehr schön, dass dies nun auch in Köln so ist.

Für Cilta-Cel werden die CAR-T-Zellen seit Oktober bereits in Belgien hergestellt. Nur manchmal müssen sie noch in die USA geschickt werden.
Letzte Änderung: 12 Jan. 2025 18:43 von Mapoli.

12 Jan. 2025 20:42
  • wolverother
  • 7 Beiträge seit
    29 August 2022
@Sunny
Du hast natürlich Recht. Ich hatte heute morgen nur den Hinweis auf myelom.online gelesen, nicht aber den Artikel der Uni Köln direkt. Es ist so wie du geschrieben hast.

@Callosum62
Ich wusste nicht, dass in Erlangen, Heidelberg und Würzburg ebenfalls CAR-T-Zellen hergestellt werden. Danke für den Hinweis und die Erklärung, warum diese den Patienten nicht zu Gute kommen.

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