AMMonline

     

gex antwortete auf Antibiotika bei Zahnbehandlung
16 Jan. 2020 17:28
  • gex
  • 592 Beiträge seit
    15 Juni 2016
Antibiotikaprophylaxe ist nötig wenn das Immunsystem nicht recht funktioniert und wenn es bei der Zahnbehandlung voraussichtlich zu Blutungen kommt. Dann können nämlich Keime in die Blutbahn gelangen.
Nicht nur die Vermeidung von Kiefernekrosen ist wichtig. Besonders gefährlich sind Zahnstein-Bakterien: diese setzen sich gerne am Herzen nieder. Also vor allem auch bei Zahnreinigung/Zahnsteinentfernung (wo meist das Zahnfleisch verletzt wird und blutet) auf Antibiose achten.

Hallo Christine,
Zahnwurzelbehandlungen erzeugen keine blutende Wunde, durch die Bakterien in die Blutbahn eindringen können. Auch keine Offenlegung des Knochens. Insofern dürfte da Antibiotikaprophylaxe nicht nötig sein.

Hallo Elisea,
ich bekomme immer Amoxicillin oder das gute alte Penicillin, und nehme das am Vortag sowie am Tag der Behandlung.

Diagnose Smoldering MM 01/14, IgG lambda, FISH t(11;14)
Erste Therapie ab 04/19: Isatuximab + VRd -> PR erreicht
09/20 HD/aSZT sehr gut vertragen und VGPR, danach keine Erhaltungstherapie
Anfang 2023 Rezidiv mit Rippenbrüchen und Osteolyse Schlüsselbein
seit 06/23 Pomalidomid +Dex, wieder PR

Butzl antwortete auf Antibiotika bei Zahnbehandlung
16 Jan. 2020 18:36
  • Butzl
  • 425 Beiträge seit
    03 Januar 2015
Hallo Gex

Schön mal wieder von Dir zu lesen.

Ich hab am 22.1. eine Zahnbehandlung, d.h. ein Zahn soll gezogen werden, dabei muss das Zahnfleisch geschnitten und genäht werden.
Soll ich auf Antibiose bestehen? Ich smolder ja artig, allerdings mit Antikörpermangel IGA und IGM.....wenn ja, muss ich mich ja zeitig darum kümmern, der Zahnchirurg hat nichts erwähnt, obwohl er von meinem "Problem " weiss.

LG Moni

Monika (Butzl)
Smoldering Myelom. Bitte bitte für immer...

gex antwortete auf Antibiotika bei Zahnbehandlung
17 Jan. 2020 09:15
  • gex
  • 592 Beiträge seit
    15 Juni 2016
Hallo Moni,
naja, das ist halt so ein Grenzfall.
Erstmal gut, dass du jetzt im Smoldering Status deine Zahn-/Kieferprobleme beseitigen lässt, möglichst lange bevor du eventuell irgendwann Bisphosphonate bekommst (aber hoffentlich nie).
Ich hatte ja auch IgA/IgM Mangel im Smoldering und neigte immer stark dazu, dass sich Wunden entzünden. Bei mir wurde damals eine Wurzelspitzenresektion (Zahnfleischschnitt und Kieferknochen aufbohren) ohne Antibiose gemacht. Zwar folgte darauf nicht sofort eine eindeutige Entzündung, aber der Heilungsprozess lief schleppend und innerhalb eines Jahres musste die WSR dann doch wiederholt werden, weil sich wieder eine Entzündung im Knochen festgesetzt hatte. Ein Jahr darauf dann nochmal. Jedesmal ohne Antibiose.
Ich spekuliere rückblickend, dass sich eventuell doch Bakterien in der Wunde niedergelassen hatten und eine Antibiose die Chance erhöht hätte, diese wiederholten Eingriffe zu verhindern. (100% Sicherheit hat man ja eh nie.) Aus heutiger Sicht hätte ich wohl 2-3 Tage Antibiotikaeinnahme bevorzugt.
Jetzt ist das Ziehen eines Zahnes sicher nicht so ein starker Eingriff wie eine WSR. Als mir in meinen ganz frühen Smoldering-Zeiten ein Weisheitszahn ohne Antibiose gezogen wurde, lief das problemlos.
Letztendlich kommt es aber auf deine Einstellung zu Antibiotika an und ob du sie generell gut verträgst.
Liebe Grüße und endloses Smoldern, Gex

Diagnose Smoldering MM 01/14, IgG lambda, FISH t(11;14)
Erste Therapie ab 04/19: Isatuximab + VRd -> PR erreicht
09/20 HD/aSZT sehr gut vertragen und VGPR, danach keine Erhaltungstherapie
Anfang 2023 Rezidiv mit Rippenbrüchen und Osteolyse Schlüsselbein
seit 06/23 Pomalidomid +Dex, wieder PR

Jo antwortete auf Antibiotika bei Zahnbehandlung
18 Jan. 2020 21:22
  • Jo
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Hallo lieber Gex,
schön, dass wir auch von dir wieder mehr hören. Meine Ansicht dazu: Die Gabe von Antibiotika sollte wirklich sehr gut überlegt sein. Wie oft können wir das noch nehmen, ohne dass sich Resistenzen ausbilden? Es sollte eigentlich nie leichtfertig und nur in Ausnahmefällen gegeben werden, wenn es keine Alternative gibt. Die möglichen Konsequenzen ( antibiotikaassoziierte Colitis, Langzeitschäden im Darm) müssen mit in die Abwägung. Es läßt sich sogar über die Antibiotikaprophylaxe während der Hochdosischemo streiten. Wenn wir uns dann aber aus Angst vor Infektionen für eine Antibiotikaprophylaxe entschieden haben, dann aber bitte über eine Spritze und nicht oral über den Gastrointestinaltrakt, um die Folgen abzuschwächen, das ist meine Meinung, LG Jo

Karsten antwortete auf Antibiotika bei Zahnbehandlung
19 Jan. 2020 16:02
  • Karsten
  • 483 Beiträge seit
    22 April 2010
Meine Frau arbeitet seit ihrer Ausbildung beim Zahnarzt. Sie sagt, Antibiotika wird nur gegeben, wenn der Patient schon am Herz operiert wurde. Herzklappe, Herzschrittmacher, Herzmuskelentzündungen oder andere schlimme Erkankungen am Herzen hatten/haben. Dabei enfallen sogar Bypässe.
Antibiotiaabschirmung wird nur gemacht um das Herz zu schützen (Endokarditisprophylaxe) und nicht um das Immunsystem zu schützen.

Gruß

Karsten antwortete auf Antibiotika bei Zahnbehandlung
19 Jan. 2020 16:13
  • Karsten
  • 483 Beiträge seit
    22 April 2010
Ich muss noch ergänzen. Das trifft nur auf die Prophylaxebehandlungen zu. WSR oder Extraktion werden immer mit Antibiotika behndelt.
Am besten ist immer, dass zuvor mit deinem Onko zu besprechen. Es gibt Zahnärzte, die sind sich vielleicht unsicher und bekommen einen Schreck, wenn man mit ihm noch übers Myelom fachsimpelt und werden ggf. unsicher mit der Prophylaxe