Antibiotika bei Zahnbehandlung wurde erstellt von elisea
15 Jan. 2020 16:21
- elisea
0 Beiträge seit
15 August 2026
15 August 2026
Hallo liebe Forumer,
habe soeben den von ohlenen Artikel zum Thema Antibiotika bei Zahnbehandlung unter Bisphos gelesen.
Hat mich total verunsichert.
Die letzten Worte des Professors auf der Folie waren "kein Clindamizin"
Genau das hat mein Zahnarzt mir gestern verordnet. So eine Sch….
Bin ratlos und erreiche niemanden wegen Mittwochsruhe. Hat jemand Rat?
Wenn ja, welche Tagesdosis?
LG elisea
habe soeben den von ohlenen Artikel zum Thema Antibiotika bei Zahnbehandlung unter Bisphos gelesen.
Hat mich total verunsichert.
Die letzten Worte des Professors auf der Folie waren "kein Clindamizin"
Genau das hat mein Zahnarzt mir gestern verordnet. So eine Sch….
Bin ratlos und erreiche niemanden wegen Mittwochsruhe. Hat jemand Rat?
Wenn ja, welche Tagesdosis?
LG elisea
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Jo antwortete auf Antibiotika bei Zahnbehandlung
15 Jan. 2020 19:22 - 15 Jan. 2020 19:51
- Jo
0 Beiträge seit
15 August 2026
15 August 2026
Hallo Elisea,
mein Zahnarzt hat mir die Dinge noch einmal genau erklärt.
Der Kieferknochenstoffwechsel funktioniert anders als der Stoffwechsel unserer anderen Knochen. Das liegt daran, dass beide Knochenarten in der Embryonalentwicklung ihre eigenen Wege gehen. Im Kieferknochen gibt es bei unserer Erkrankung fast nie Osteolysen, weil die Osteoklasten hier hauptsächlich nur nach Entzündungen stimuliert werden. Das ist ja eigentlich ganz prima, dass die Osteoklasten hier unseren gesunden Knochen nicht angreifen, hat aber halt auch einen großen Nachteil: Die Osteoklasten sind im Kiefer die "Gesundheitspolizei " und phagozytieren (fressen) den durch die Entzündungen entstandenen zerstörten "Gewebsmüll" Osteoklasten werden ja leider auch im Kieferknochen durch Zometa ausgebremmst. Die Folge davon ist, dass neues Knochengewebe völlig unkontrolliert in die Gewebsreste einwuchert. Es bilden sich Nekrosen, deren Entzündung immer schwieriger zu behandeln ist. Deshalb müssen Entzündungen am Kiefer unbedingt vermieden werden. Allerdings sind Antibiotika das allerletzte Mittel der Wahl, sagt mein Zahnarzt.
Ganz wichtig ist für uns eine super gute Mundhygiene, d.h. zähneputzen nach jedem Essen, zunächst alle Zahnzwischenräume extra, dann mögluchst mit elektronischer Zahnbürste putzen. Wichtig ist auch 2 x im Jahr eine professionelle Zahnreinigung! Sollten zwischenzeitlich am Zahnfleisch oder Zahn Schmerzen oder kleine Schwellungen auftreten, dort sofort mit einer Zwischenraumzahnbürste mit aufgetragenem Chlorhexamed-Gel alle 3 Stunden einbringen. Bei Karies sofort zum Zahnarzt. Wenn man das alles beherzigt, kann man in der Regel auf Antibiotika verzichten. Ich hatte schon mehrfach Schmerzen hinter dem Zahnfleisch und habe das immer wieder in den Griff bekommen.
Wir hatten hier auch schon viel über Antibiotikaprophylaxe gesprochen. Sie ist Mist für unserer geschwächtes Immunsystem und unseren Darm. Ich würde daher nur Antibiotika nehmen, wenn gar nichts anderes geht und die Entzündungen fortschreitenden lg Jo
mein Zahnarzt hat mir die Dinge noch einmal genau erklärt.
Der Kieferknochenstoffwechsel funktioniert anders als der Stoffwechsel unserer anderen Knochen. Das liegt daran, dass beide Knochenarten in der Embryonalentwicklung ihre eigenen Wege gehen. Im Kieferknochen gibt es bei unserer Erkrankung fast nie Osteolysen, weil die Osteoklasten hier hauptsächlich nur nach Entzündungen stimuliert werden. Das ist ja eigentlich ganz prima, dass die Osteoklasten hier unseren gesunden Knochen nicht angreifen, hat aber halt auch einen großen Nachteil: Die Osteoklasten sind im Kiefer die "Gesundheitspolizei " und phagozytieren (fressen) den durch die Entzündungen entstandenen zerstörten "Gewebsmüll" Osteoklasten werden ja leider auch im Kieferknochen durch Zometa ausgebremmst. Die Folge davon ist, dass neues Knochengewebe völlig unkontrolliert in die Gewebsreste einwuchert. Es bilden sich Nekrosen, deren Entzündung immer schwieriger zu behandeln ist. Deshalb müssen Entzündungen am Kiefer unbedingt vermieden werden. Allerdings sind Antibiotika das allerletzte Mittel der Wahl, sagt mein Zahnarzt.
Ganz wichtig ist für uns eine super gute Mundhygiene, d.h. zähneputzen nach jedem Essen, zunächst alle Zahnzwischenräume extra, dann mögluchst mit elektronischer Zahnbürste putzen. Wichtig ist auch 2 x im Jahr eine professionelle Zahnreinigung! Sollten zwischenzeitlich am Zahnfleisch oder Zahn Schmerzen oder kleine Schwellungen auftreten, dort sofort mit einer Zwischenraumzahnbürste mit aufgetragenem Chlorhexamed-Gel alle 3 Stunden einbringen. Bei Karies sofort zum Zahnarzt. Wenn man das alles beherzigt, kann man in der Regel auf Antibiotika verzichten. Ich hatte schon mehrfach Schmerzen hinter dem Zahnfleisch und habe das immer wieder in den Griff bekommen.
Wir hatten hier auch schon viel über Antibiotikaprophylaxe gesprochen. Sie ist Mist für unserer geschwächtes Immunsystem und unseren Darm. Ich würde daher nur Antibiotika nehmen, wenn gar nichts anderes geht und die Entzündungen fortschreitenden lg Jo
Letzte Änderung: 15 Jan. 2020 19:51 von Jo.
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Jo antwortete auf Antibiotika bei Zahnbehandlung
15 Jan. 2020 20:14
- Jo
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15 August 2026
15 August 2026
Ach, noch ein Nachtrag. Wir brauchen natürlich nicht für jede Zahnbehandlung Antibiotika, sicher nicht für einfache Kariesbehandlung! !! Nur größere Eingriffe an der Wurzel, Zähne ziehen oder Behandlungen am Kieferknochen sind kritisch. Vor jeder Zahnbehandlung können wir allerdings - ohne Antibiotika - vorbeugen, wenn wir mindestens 5 Minuten mit Chlorhexamed flüssig intensiv um die Zähne spülen, um die Bakterienanzahl im Mundraum stark zu vermindern.
Antibiotika können auch lokal am Zahn vom Zahnarzt eingebracht werden dann belastet es wenigstens nicht unser Blut und unseren Darm.
Antibiotika können auch lokal am Zahn vom Zahnarzt eingebracht werden dann belastet es wenigstens nicht unser Blut und unseren Darm.
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christine antwortete auf Antibiotika bei Zahnbehandlung
15 Jan. 2020 21:17
- christine
0 Beiträge seit
15 August 2026
15 August 2026
Zum Thema: Ich habe am 3.2. einen Termin, der wahrscheinlich mit einer Wurzelfüllung ( heisst das so auf Deutsch?) enden wird. Einer meiner Weissheitszähne ist taub, anscheinend ist der Nerv tod. Röntgenbilder gibt es schon, da kann man noch nichts weiter sehen ausser wahrscheinlichen MM Veränderungen im Unterkiefer. Jedenfalls hat die Ärztin (im übrigens eine Spezialistin) nichts von vorbeugender Antibiotikabehandlung genannt - ich bin natürlich auf der Wacht.... mal sehen wie das ausgeht:oops: Wird in D Antibiotika auch bei Wurzelbehandlungen gegeben????
Liebe Grüsse
Christine
Liebe Grüsse
Christine
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Jo antwortete auf Antibiotika bei Zahnbehandlung
16 Jan. 2020 06:36 - 16 Jan. 2020 06:37
- Jo
0 Beiträge seit
15 August 2026
15 August 2026
Liebe Christine,
Ja, leider wird in Deutschland viel zu viel und viel zu oft Antibiotika zur Vorbeugung eingesetzt und dann wundern wir uns, wenn wir Antibiotika einmal akut wirklich brauchen und nichts mehr wirkt. Klar, man spielt hier mit der Angst des Patienten, denn keiner hat ein Interesse an einer sich ausbreitenden Entzündung im Kiefer. Daher ist es schon nötig, die Bakterienanzahl im Mundraum vor einer solchen Behandlung ordentlich zu reduzieren, damit der Zahnarzt die Keime nicht mit in den Kiefer hineinkontaminiert. Wie gesagt, er kann ja Antibiotika zur Not auch lokal an die Wurzel oder den zu behandelnden Zahn einbringen, dann haben wir das Zeug nicht im Blut und im Darm, eine orale Vorbeugung ist sicher nur bei sehr großen Eingriffen angesagt. Das sagt mein Zahnarzt zumindest, der auch Implantologe ist. LG Jo
Ja, leider wird in Deutschland viel zu viel und viel zu oft Antibiotika zur Vorbeugung eingesetzt und dann wundern wir uns, wenn wir Antibiotika einmal akut wirklich brauchen und nichts mehr wirkt. Klar, man spielt hier mit der Angst des Patienten, denn keiner hat ein Interesse an einer sich ausbreitenden Entzündung im Kiefer. Daher ist es schon nötig, die Bakterienanzahl im Mundraum vor einer solchen Behandlung ordentlich zu reduzieren, damit der Zahnarzt die Keime nicht mit in den Kiefer hineinkontaminiert. Wie gesagt, er kann ja Antibiotika zur Not auch lokal an die Wurzel oder den zu behandelnden Zahn einbringen, dann haben wir das Zeug nicht im Blut und im Darm, eine orale Vorbeugung ist sicher nur bei sehr großen Eingriffen angesagt. Das sagt mein Zahnarzt zumindest, der auch Implantologe ist. LG Jo
Letzte Änderung: 16 Jan. 2020 06:37 von Jo.
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Mimau antwortete auf Antibiotika bei Zahnbehandlung
16 Jan. 2020 15:18
- Mimau
-
194 Beiträge seit
15 Oktober 2017
15 Oktober 2017
Ist das nicht nur bei Zometa ect. Gabe relevant ?
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