AMMonline

     

02 Dez. 2019 12:35
  • Jo
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Es führt kein Weg dran vorbei, die Hochdosischemotherapie befindet sich in der Sackgasse und macht sich das Immunsystem zum Feind. Detailliert könnten Ärzte doch heute schon durch Sequenzierung der Erbsubstanz, die individuelle Schwachstelle ausmachen um dann mit Hilfe des Immunsystems maßgeschneiderte Medikamente einzusetzen. Die zielgerichteten Medikamente sind nicht nur nebenwirkungsärmer sondern viel effektiver!! Es beginnt gerade eine neue Zeit der Präzisiinsonkologie.

Franziska123 antwortete auf "Total Therapy" (Bart Barlogie) aus den USA
02 Dez. 2019 15:27
  • Franziska123
  • 535 Beiträge seit
    08 August 2018
Hallo Jo


genau so hatte ich das immer gemeint.Ich bin Gegner der ASZT.
Du hast es super erklärt.
Unser Rudi wäre ein toller Gesprächspartner für Dich gewesen.
Schade....



LG
Jeanny

felicity2001 antwortete auf "Total Therapy" (Bart Barlogie) aus den USA
02 Dez. 2019 15:38
  • felicity2001
  • 22 Beiträge seit
    07 Oktober 2015
Es ist eine sehr schwierige Entscheidung, sich für oder gegen eine ASZT zu entscheiden. Aber ich möchte hier hinzufügen, dass mein Mann dank Tandem--ASZT seit August 2016 (also nun seit 3 1/2 Jahren) ein wieder völlig normales Leben in hoher Lebensqualität führen kann. Er arbeitet auch mit 60 + nun Vollzeit selbständig in einem handwerklichen Beruf. Er hat sich gegen Konsolidierung oder Erhaltung entschieden, weil er genug von Medikamenten hatte und nimmt nun nur Blutdruck-Medikamente. Ich möchte die harte Therapie auf keinen Fall schön reden oder irgendjemanden verärgern, der eine andere Erfahrung gemacht hat. Nur ein Gegenbeispiel nennen und damit denen, die sich leider momentan akut damit auseinanderzusetzen haben, eine hoffnungsvolle Information geben. Vorausgegangen war RAD. Allen Menschen , die mit dem Myelom zu tun haben, von Herzen alles Gute.

02 Dez. 2019 16:26
  • Müller
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Eigentlich raten einem sämtliche Ärzte zur ASZT. Ich für meinen Teil habe mich entschieden, diese Geisterfahrt zu riskieren. Man weiß ja vorher nie, was hinten rauskommt. Und die Hoffnung stirbt zuletzt.

Mir sind aus meinen früherem Behandlsort, dem LKH Salzburg zwei Fälle bekannt, die keine ASZT bekommen haben. Ein Mann Mitte vierzig, schätze ich, hat sich aus Glaubensgründen dagegen entschieden und erlitt etwa 3 Monate nach Behandlungsbeginn einen tödlichen Herzinfakt. Aber ich meine, den hätte er bei seinem Lebenswandel wahrscheinlich auch ohne Myelom bekommen.
Eine weitere Mitpatientin etwa in meinem Alter, die hier im Forum auch von Zeit zu Zeit aktiv war, konnte wegen einer mir nicht bekannten weiteren Erkrankung nicht transplantiert werden. Nach etwa 1 3/4 Jahren Dauertherapie wandelte sich das Myelom in eine Leukämie um und sie verstarb ebenfalls kurze Zeit danach.

Das sind natürlich zwei Negativbeispiele, die man realistisch bewerten sollte. Ich vertraue auf den Rat der ärztlichen Korriphäen, die eine ASZT derzeit noch für die beste Behandlungsmethode erachten.

Wir haben seit heute morgen eine geschlossene Schneedecke. Weihnachten naht...allen eine schöne Adventszeit und haltet die Ohren steif.
Gruß Michi

02 Dez. 2019 17:35
  • Heike-Zi
  • 250 Beiträge seit
    17 Juli 2018
...leider ist mein Mann auch eher ein Beispiel sich gegen eine Stammzellentransplantation zu entscheiden.

Die Zeit bis zum Rezidiv war leider nach ASZT weniger als ein Jahr und dafür vorher das komplette Immunsystem zu zerstören steht natürlich in keinem Verhältnis.

Klar, am Anfang hat man natürlich die Hoffnung zu denen zu gehören, die eine lange Remission erreichen.

Ich hoffe so sehr, dass in Zukunft die Therapien besser auf den jeweiligen Patienten abgestimmt werden können.

Es muss doch auch interessieren (bzw. untersucht werden) warum manche Patienten viel schneller wieder einen Rückfall erleiden als andere, aber scheinbar interessiert das niemand.

02 Dez. 2019 22:38
  • Pacman17
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Wenn ich mich nicht sehr irre, kommt die Diskussion "ASZT oder nicht" regelmäßig hoch. Solange wir die tatsächlich zukunftsweisende Therapie des "Ersetzens kaputter Gene" noch nicht vervollkommnen können, gibt es leider nichts Besseres, Erfolgversprechenderes als die ASZT: Wenn ein Mensch mit Prostata- oder Brustkrebs behandelt werden muss, bleibt häufig nichts anderes übrig, als das kranke Organ zu entfernen. So ist es beim Myelom auch: Das Immunsystem ist "krank" - es produziert hauptsächlich nur noch monoklonale (= unwirksame) Antikörper. Also wird das gesammte System (durch Melphalan) entfernt. Da wir aber voher Stammzellen produziert/gesammelt haben und diese anschließend zurückbekommen, besteht die gute Chance, dass anschließend das Immunsystem (wenigstens eine Zeit lang) richtig arbeitet. Es ist nicht richtig, dass wir KEIN Immunsystem mehr hätten! Denn erstens bleibt das angeborene System erhalten und zweitens wird mit den Stammzellen das lernende System wieder aufgebaut. Außerdem: Nach meiner ASZT brach hier in meiner Umgebung eine Masern-Epidemie aus. Ich ließ mich von meiner Onkologin testen - der "Anti-Masern-Titer" war noch vorhanden! Ich blieb gesund. (In meinem Bekanntenkreis - 200 Myelom-Patienten - haben übrigens die Allerwenigsten mit Infektionen zu kämpfen.) Allerdings ist auch dieses bei jedem Patienten unterschiedlich, d.h. man muss herausfinden, gegen welche Krankheiten man noch immun ist und gegen welche nicht. Ich propagiere ganz eindeutig FÜR eine ASZT, solange es noch nichts Besseres gibt! (pacman17)

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