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DSMM XVII Studie wurde erstellt von Eniseg
21 Okt. 2019 18:07
  • Eniseg
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Hallo und Guten Abend, mein Mann wurde im April in die Studie DSMM XVII aufgenommen. Die Diagnose erfolgte im Februar. Es ging alles sehr schnell, weil der Hausarzt aufgrund des niedrigen Hb-wertes gleich den (leider) richtigen Verdacht hatte. Im Moment hat er 2 x 3 Zyklen KRd hinter sich; Stammzellübertragung soll im November sein. Das Blutbild zeigt aktuell sehr gute Werte, die Ärzte sind sehr zufrieden. Meine Frage: warum muss denn überhaupt noch die Hd-Chemo gemacht werden? Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen. Danke.

klein Grisu antwortete auf DSMM XVII Studie
21 Okt. 2019 18:46 - 21 Okt. 2019 18:46
  • klein Grisu
  • 435 Beiträge seit
    23 Dezember 2016
Hallo Eniseg

Willkommen hier im Forum.

Es freut mich zu hören dass die Therapie bei Deinem Mann gut anschlägt.

zu Deiner Frage:
Studien haben gezeigt, dass durch die Hochdosis-Chemo mit anschließender Stammzellentransplantation bessere Ergebnisse erzielt werden, als mit einer reinen Medikamententherapie. Die Patienten bleiben durchschnittlich länger krankheitsfrei und haben ein längeres Gesamtüberleben.
Die Hd+SZT ist in Europa der Gold-Standard (bestmögliche Therapie) für geeignete Patienten.
Nichtdestotrotz ist die HD+SZT ist auch ein wenig umstritten. Durch die Hochdosis wird auch viel gutes Porzellan zerschlagen und nicht bei allen Patienten ist sie letztendlich erfolgreich. In Amerika gibt es z.B. mittlerweile Ärzte, die nicht mehr zwingend eine SZT in der Erstlinie befürworten, sondern diese vom Krankheitsverlauf abhängig machen.

Sonnige Grüße

Markus
Letzte Änderung: 21 Okt. 2019 18:46 von klein Grisu.

klein Grisu antwortete auf DSMM XVII Studie
21 Okt. 2019 18:54
  • klein Grisu
  • 435 Beiträge seit
    23 Dezember 2016
kleiner Nachtrag:
anhand der Serumswerte lässt sich die Remissionstiefe der Behandlung nicht entgültig bestimmen. Sie sind kein Garant für oder gegen eine Therapiefortführung.

Sonnige Grüße

Markus

Jo antwortete auf DSMM XVII Studie
21 Okt. 2019 19:47
  • Jo
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Guten Abend Einiseg,
wie Markus schon ausführte, gehört zwar die HD zum sog." Goldstandard", weil sie bei einem Großteil der Patienten zu längerer Remission führen kann, wenn sie denn überhaupt erfolgreich ist. Bei mir hat sie gar nicht angeschlagen.
Bei mir war die Chemo-Indikationstherpie mit Cyclophosphamid schon nicht wirksam. Ein Indiz, dass dann auch die HD erfolglos bleibt. Die anschließende Therapie mit KRD war aber dann der Durchbruch. Was ich heute weiß, dass ich diese Therapie hätte länger fortführen sollen ( siehe auch Fortestudie). Man hat diese Therapie leider viel zu früh zugunsten der HD- Chemo abgebrochen. Ich hatte das damals schon gelesen, dass die Onkologen diese Indikationstherpie viel zu früh zugunsten der HD abbrechen. Damals konnte ich mich nicht durchsetzen ohne das Krankenhaus zu verlassen. Heute weiß ich es besser und würde dafür zur Not auch die Klinik wechseln.
Meine Empfehlung ist daher, solange die KRd-therapie funktioniert, da weitermachen und noch mit der Chemo warten.
Wie lange die HD grundsätzlich noch zeitgemäß sein wird, läßt sich schwer abschätzen. Sie hat sicher keine Zukunft! Es werden natürlich damit auch gesunde Zellen zerstört und im Stoffwechsel durcheinandergebracht. Wir hoffen aber alle auf bessere Therapien, die nicht nur zerstören, sondern mit unserem Immunsystem zusammenarbeiten. Da gibt es ja Anlass zu großer Hoffnung. LG Jo

Logopädin antwortete auf DSMM XVII Studie
21 Okt. 2019 23:46
  • Logopädin
  • 422 Beiträge seit
    06 Februar 2016
Hallo Einsieg,
wenn dein Mann in einer Studie behandelt wird, dann muss er dem Studienprotokoll folgen.
Das hat er mit Aufnahme als Studienpatient unterschrieben.
Also, Jos Vorschlag, mit der HD noch zu warten, funktioniert nicht.
Die Studienprotokolle sind da leider hoch bürokratisch.
Wie Markus schon beschrieben hat, ist die HD und die nachfolgende Stammzellentransplantation immer noch der Goldstandard. Und wenn die Werte deines Mannes anzeigen, dass der Krebs erfolgreich zurückgedrängt wurde, dann macht diese Behandlung auch Sinn - denn dann hat dein Mann Aussicht auf gute Jahre ohne Chemo. Wenn die in der Induktionschemo angewendeten Medikamente nicht den gewünschten Erfolg bringen, dann ist evtl. ein Ausstieg aus der Studie sinnvoll und ein Wechsel des Behandlungsschemas angesagt. Aber dazu würden dir die behandelnden Ärzte dann vermutlich auch raten.Aber nach deiner Beschreibung scheint die Behandlung gut anzuschlagen. Und - äh, - nach meiner Kenntnis lässt sich die Remissionstiefe selbstverständlich durch Blut-und evtl Urinwerte bestimmen. Ich wüsste nicht, wodurch sonst. Im Verlauf der Studien werden zusätzlich - bei mir war das z.B. nach der Induktion - Knochenmarkspunktionen durchgeführt, die die Remissionstiefe ganz genau zeigen. Ich wollte durch die HD eigentlich nicht durch, aber es hat sich gelohnt.
Liebe Grüße
Nicole

Eniseg antwortete auf DSMM XVII Studie
22 Okt. 2019 17:30
  • Eniseg
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Danke für Eure Antworten und das Willkommen.

@ Nicole: Eine erneute Knochenmarkpunktion wurde vorige Woche gemacht, ebenso CT, EKG und Herzultraschall. Von den bisherigen Behandlungen hat er sich sehr gut erholt. Vielleicht ist das die beste Voraussetzung um die anstehende HD zu verkraften? Wie hast du es überstanden?

@Jo: Mein Mann ist sehr froh, an der Studie teilnehmen zu können und würde sie daher auch nicht verlassen.

Ich habe alle hier veröffentlichten Erfahrungsberichte gelesen. Gibt es noch etwas Neues, was einem hilft, gut durch die HD zu kommen? Viele Grüße