AMMonline

     

Es geht dem Ende zu... wurde erstellt von Pat
18 Sep. 2013 21:16
  • Pat
  • 0 Beiträge seit
    16 August 2026
So schnell kann es gehen.
Meine Mutter ist nun seit 4 Wochen im Krankenhaus.
Seit 2 Wochen ist sie wegen Clostridien isoliert und hatte auch eine (leichte) Lungenentzündung. Die Beine werden nicht dünner - sie bekommt Infusionen, Entwässerung etc und hat seit einigen Tagen mit Atemnot bzw Panikattacken zu kämpfen, die ihren Zustand nicht besser machen.

Noch vor einigen Tagen meinte der Oberarzt man wird das alles in Ordnung bringen und daß leider aufgrund der Tatsache, daß REV null gebracht hat nur mehr experimentelle Behandlung möglich ist. Das war jedoch vor den nächtlichen Angstanfällen, die meiner Meinung aber primär vom Herzen kommen, weil sich das Herz im Liegen mehr plagen muss.

Es ist wirklich erbärmlich und jämmerlich und wir sprechen viel vom Sterben.

Heute wurde meiner Mutter eröffnet auf die Palliativstation zu wechseln. O-Ton: "Um mal zwei Wochen auszudampfen"
Meine Mutter hat natürlich gleich entgegnet, ob man sie nun zum Sterben schicke - lange Gesichter.

Das ist eine ziemlich große Scheiße und man kann es gar nicht fassen...



Jeanny150765 antwortete auf Es geht dem Ende zu...
18 Sep. 2013 21:33
  • Jeanny150765
  • 1161 Beiträge seit
    17 Juni 2010
Lieber Pat,


ich kann es garnicht glauben,das es Deiner Mutter so schlecht geht.
Es tut mir aufrichtig leid und ich weiß garnicht,wie ich Dir helfen kann.Mut zusprechen?Das haben wir schon so oft getan.
Es scheint irgentwie nichts anzuschlagen bei Deiner Mutter.Scheiße!!!!
Vielleicht ist ein kurzer Aufenthalt in der Pallitativstation garnicht so schlimm.Da geht man ja nicht "nur" zum Sterben hin.Vielleicht sammelt Sie nochmal Kräfte,es wird sich ja dort intensiver gekümmert.
Ich kann mir sehr gut vorstellen,wie es Dir geht.Gib die Hoffnung noch nicht auf.....und wenn es doch so sein sollte,bin ich mir sicher,das sich Deine Mutter keinen lieberen Menschen für diesen Weg wünschen kann als Ihren Sohn.Aber soweit wollen wir noch nicht denken.In Gedanken bei Euch

LG
Jeanny

leopoldi antwortete auf Es geht dem Ende zu...
18 Sep. 2013 22:04
  • leopoldi
  • 1197 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
Hallo Pat
das klingt alles nicht gut. Aber es kann sich noch wenden. Meinen Mann hat man damals wegen ner Lungenentzündund ins Koma gelegt. So spart der KoerperHaushalt Energie, die er in Genesung stecken kann. Clostridien hat er auch durch, Clont hat recht gut gewirkt. Und Palliativ war er auch. Um abzudampfen, wenn man so will. Liegt fast zwei Jahre zurueck. Gesund geht anders, das ist klar. Der vorzeitige Tod schwirrt einem auch in Gedanken. Aber noch ist nicht aller Tage Abend. Mein Mann sprach zwar auf die Medis an, aber nichts war von langer Dauer. Das seit nunmehr fuenf Jahren.
Gib die Hoffnung nicht auf, Deine Mutter braucht Deine Zuversicht.
Alles erdenklich Gute
Monika

~ Wenn Du meinst auf der Schattenseite zu sein, denk dran - die Erde dreht sich ~

Pat antwortete auf Es geht dem Ende zu...
18 Sep. 2013 22:07
  • Pat
  • 0 Beiträge seit
    16 August 2026
Das ist sehr lieb von dir...

Mir ist auch klar, daß man dort nicht nur zum Sterben hingeht, aber eben hauptsächlich schon. Der Zustand meiner Mutter hat sich innerhalb der letzten 8 Wochen stark verschlechtert, aber so ist das eben.

Vielleicht gibt es morgen mehr Infos, aber meine Mutter spürt auch, daß es dem Ende zugeht. Es ging ihr heute und gestern marginal besser als am Wochende, aber das bedeutet nichts.

Übers Wochenende ist sie teilweise nur im Bett gesessen, weil sie keine Luft bekommen hat und hat dann anscheinend bis zu 48h kaum oder gar nicht geschlafen.

Daraufhin gabs Antidepressiva und Sedativa - bringt nur bedingt was. Heute wollte man ihr auch ein Morphin geben, aber sie hat gar keine Schmerzen.

Meine schlimmste Befürchtung ist eingetreten, aber so ist das eben. Meine Mutter hatte tatsächlich ein sehr schönes Leben und hatte auch sehr viel Spaß - nur hätte ich es ihr vergönnt auch wie ihre Mutter 88 zu werden.

Sie kann noch mit Müh und Not ein wenig herumlaufen, WC, Waschen etc. Aber das wars dann auch schon.

Sie ist wohl zu schwach für weitere Maßnahmen, aber besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Das ist natürlich Blödsinn - Enden sind immer schlecht und scheiße.



Julanka antwortete auf Es geht dem Ende zu...
18 Sep. 2013 22:10
  • Julanka
  • 0 Beiträge seit
    16 August 2026
Lieber Pat,

ich konnte leider zu den meisten Deiner Beiträge nicht viel sagen, mir fehlt einfach das Wissen, welches hier viele "alte Hasen" haben.
Mir ist nur sehr oft aufgefallen dass die Ärzte Deiner Mutter irgendwie schon ein bisschen merkwürdig drauf sind.
Was verstehen die Herren denn unter "ausdampfen" ?

Ist Deine Mutter die Clostridien los? Welche Medikamente bekommt oder bekam sie dagegen?
Clostridien sind sehr hartnäckig und hochgradig ansteckend.
Hat sie diesen Keim aus dem Krankenhaus oder schon vorher gehabt?
Entschuldige bitte, aber das sind Fragen die explosionsartig in mir auftauchen.

Ich bin mir nicht so sicher dass Du davon ausgehen musst, dass es zu Ende geht. Ich denke wenn es so wäre, würden die Ärzte ( so wie sie wohl drauf sind ) es auch unmissverständlich sagen.

Hab Geduld mit Deiner Mutter und sei zuversichtlich, ich weiss es fällt Dir schwer. Ich wünsche Euch ganz viel Kraft, aber vor allen Dingen viel Zeit.....
Liebe Grüsse,
Sabine

Margret antwortete auf Es geht dem Ende zu...
18 Sep. 2013 22:13
  • Margret
  • 0 Beiträge seit
    16 August 2026
Lieber Pat,

ich will dir nicht erzählen, dass es vielleicht alles gar nicht so schlimm ist.... oder dass es wieder besser wird... - du weisst selbst, wie es steht. Du hast es schon länger geahnt.

Als mein Mann auf die Palliativstation kam,sagte der Oberarzt "Sie dürfen hier in aller Ruhe und bestens versorgt sterben - aber sie müssen nicht. Manche unserer Patienten stabilisieren sich wieder - nicht auf Dauer, aber eben als Zwischenschritt."

Tatsache ist aber, dass es eine Palliativbescheinigung (oder Hospiznotwendigkeit) durch die Ärzte nur gibt, wenn die verbleibende Lebensdauer absehbar ist. Du musst also davon ausgehen, dass eure gemeinsame Zeit befristet ist.

Ich weiss nicht, wo ihr in Behandlung seid, aber nach meiner inzwischen umfangreichen Erfahrung ist eine Palliativstation oder ein Hospiz das beste, was einem passieren kann - wenn es denn schon sein muss. Mein Vater starb dort, mein Mann 2010, ein hier im Forum gut bekannter Freund Andreas R. 2011 und aktuell liegt meine Mutter im Hospiz. Die Versorgung ist mit dem normalen Krankenhausbetrieb nicht vergleichbar, Ärzte und Pfleger zahlreicher und zusätzlich ausgebildet. Es gibt psychologische und therapeutische Betreuung nach Bedarf und eine gute Schmerztherapie ist uneingeschräkt möglich. Die pflegerische Versorgung (WC, Duschen etc.) ist in einem normalen Wohnumfeld so nicht darstellbar. Ich kann dir daher nur zuraten!

Ich kenne auch den Schmerz, die Angst, die Verzweiflung, die winzige Hoffnung, die durchwachten Nächte - was erzähle ich dir...?

Ich bin im Moment so viel wie möglich und ihr gesundheitlich zuträglich bei meiner Mutter. Wir reden viel, über alte Zeiten, die Familie, die Urlaube, die Kinderzeit, die Weihnachtsfeiern - und ich sage ihr immer wieder, dass sie die beste Mutter der Welt ist und ich ihr unendlich viel zu verdanken habe. Wir lachen zusammen und weinen auch mal. Aber diese Zeit ist so wichtig - ich werde sie nie mehr nachholen können. Und wenn das Schicksal schon beschlossen hat, dass ich bald wieder vor einem Sarg stehen muss, dann will ich wenigstens nicht denken müssen "ach, hätte ich doch nur..."

Es wird eine harte Zeit - aber auch eine, die man gemeinsam intensiv nutzen kann. Ich denke an dich, an euch!

Alle guten Wünsche und eine Umarmung,
Margret





Die Qualtät der Betreuung ist mit dem nomalen Krankenhausbetrieb nicht vergleichbar.

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