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14 Aug. 2018 13:02
  • Mapoli
  • 1736 Beiträge seit
    18 Juni 2011
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Hallo Jo,

das würde ich pauschal nicht so sagen! Die Aussage Deiner Onkologin ist hier sicher nur aus dem Zusammenhang heraus gerissen worden. Natürlich sind für die Kassen auch immer die Kosten wichtig, aber sie wollen auch nicht den anderen Ländern nachstehen und in der Myelomforschung sind wir nach wie vor recht weit vorne. Zudem gibt es kaum Länder, die so viel zahlen und genehmigen, wie hier in Deutschland; da braucht man nur mal bei den Nachbarländern rein schauen.
Um in der Erstlinientherapie zugelassen zu werden, müssen die Medikamente zuerst an Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung eine ganze Weile getestet werden. Das macht auch Sinn!

LG
Ma

14 Aug. 2018 09:24
  • Jo
  • Autor
  • 0 Beiträge seit
    11 September 2026
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Hallo Katharina,
Ja, dass Lenalidomid nicht in der Erstlinientherapie zugelassen ist, hat ja gerade die o.a. wirtschaftlichen Gründe und würde wahrscheinlich zu einer Kostenexplosion führen ( so meine Onkologin) Jetzt zahle ich auch nur 10 Eur für mein Revlimid, weil Cyclophospamid bei mir nicht funktioniert hat, so ist das leider
LG Jo

14 Aug. 2018 09:01
  • hase25
  • 423 Beiträge seit
    15 Februar 2017
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Hallo Jo,
soweit ich informiert bin, ist das Lenalidomid (Revlimid) noch nicht in der Ersttherapie zugelassen, sondern erst in der Erhaltungstherapie. Du bekommst es nur bei Studienteilnahme. Da hast man vorerst keine Kosten für das Lenalidomid. Für die sechs Induktions-Chemos erhält man die Probeplister im Therapiezentrum ausgehändigt.
Erst in der Konsolidierungs- und Erhaltungstherapie bekommt man das Medikament per Rezept. Kosten für 21 Tagbletten mit 10 mg Wirkstoff liegen bei 6900 €. Da ich Kassenpatient bin, zahle ich hier nur 10 € Rezeptgebühr.

Gruß Katharina

Ein Tag ohne ein Lächeln ist ein verlorener Tag!

14 Aug. 2018 07:08 - 14 Aug. 2018 07:19
  • Jo
  • Autor
  • 0 Beiträge seit
    11 September 2026
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Leider ist in diesem Zusammenhang unser Cyclophosphamid in die Kritik geraten. In der Induktiontherapie wird es nur wirtschaftlichen Gründen eingesetzt! Man könnte theoretisch auch zu Beginn gleich mit Immunmodulatoren arbeiten, die uns vor der HD noch stark machen.
100 ml Cyclophospamid ist im Chemikalienhandel für unter 20 Eur zu bekommen , Lenalidomid aus der Apotheke für 8000,00 Eur zu bekommen. Das ist leider der einzige Grund, dass wir zunächst alle Cyclophosphamid zur Induktion bekommen! Die Nebenwirkungen sind allerdings in der Regel heftig Der Kollateralschden wird als gering angesehen, die möglichen Langzeitwirkungen werden kleingeredet. Allerdings sprengt die Empfehlung gleich Immunmodulatoren zu verwenden, die Kosten in unserem Gesundheitssystem, weil Cyclophosphamid auch unsere Myelomzellen sehr gut zerstört und billig ist, leider!! Wenn man das nicht will, so meine Onkologin, muß man das heute noch selbst bezahlen, leider!! Bei 4 Zyklen sind das 32000,00 Eur, wer kann das schon, schief...
Letzte Änderung: 14 Aug. 2018 07:19 von Jo. Begründung: Ergänzung

25 Juni 2018 19:35 - 25 Juni 2018 19:37
  • CLE084
  • 0 Beiträge seit
    11 September 2026
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Natürlich kann man diesen Diskurs stets mit dem K.O. Kriterium abwürgen: "Uns geht's doch noch prima, schaut euch doch nur mal die anderen Länder an!" Nur das ist hier nicht das Thema. Wir leben in Deutschland (zumindest die meissten hier im Forum), zahlen hier unsere Steuern, sind hier erkrankt und werden hier behandelt. Mich interessiert nicht wie die Situation in USA, England, Litauen oder Bangladesch ist - diese Information ist für mich schlichtweg irrelevant.

Daher ist für mich die Frage ob meine Therapie nach medizinischen oder vielleicht doch eher wirtschaftlichen Gesichtspunkten ausgerichtet ist, sehr wohl wichtig. Ob ich daran akut etwas zu verändern vermag ist eine ganz andere Sache, aber die Diskussion darüber ist entscheidend, denn so behalte ich zumindest auch im Hinblick auf die möglicherweise erhöhte Gefahr stärkerer Nebenwirkungen bestimmter billigerer Präparate die Entscheidungshoheit.

Und wie könnte ich je einem Arzt mein Leben(!) anvertrauen, wenn dieser mir nicht umfänglich und für mich verständlich seine Beweggründe für oder gegen dieses oder jenes Präparat darlegt?

Für mich sind diese Angaben mindestens ebenso essentiell, wie die Therapie selbst.
Letzte Änderung: 25 Juni 2018 19:37 von CLE084.

25 Juni 2018 17:51
  • UndineD.
  • 0 Beiträge seit
    11 September 2026
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Weitgehend bin ich der gleichen Meinung wie Emi.
Wenn man sich etwas genauer informiert wie "solche Krankheiten/ Therapien" in anderen Ländern gehandhabt werden (auch in westlichen Nachbarländern), dann bleibt mir jegliche Kritik an unserem Gesundheitssystem im Halse stecken. Da mag es schon stimmen, dass 95% der Weltbevölkerung uns darum beneiden.:)
Dennoch ist ein "in Frage stellen" o. kritisches Hinterfragen der gängigen Methoden der Ärzte/ Kliniken doch legitim, aus meiner Sicht u. Erfahrung unbedingt erforderlich. Mir erklärte mal ein ARZT das sogenannte WANZ- Prinzip (wirtschaftlich, ausreichend, notwendig, zweckmäßig):"Und ausreichend heißt für einen Internisten, der Patient atmet noch. Makaber, aber wahrscheinlich näher an der Wahrheit als viele eingestehen würden.
Schön, wenn jemand seinen Ärzten voll vertrauen kann und dessen klare Ansagen befolgt.
Ich zähle mich zu der anderen Gruppe, die alle Infos sucht u. sammelt, alles hinterfragt u. selbst entscheidet. Die Götter in weiß der alten Sorte kommen damit oft gar nicht klar. Aber es gibt auch Ärzte, die es durchaus zu schätzen wissen wenn man sehr gut informiert ist u. eine eigene Meinung vertritt. Da ist Vieles möglich was offiziell gar nicht geht!
Hier noch mal ein persönlicher Buchtipp: Die letzte Flucht, von Wolfgang Schorlau. In seinem neuen Roman wendet sich Wolfgang Schorlau einem Thema zu, das für jeden lebenswichtig ist: dem Gesundheitswesen. In gleichem Maß, wie Georg Dengler Schritt für Schritt ein unfassbares Verbrechen aufdeckt, enthüllt der Autor, wie real die Bedrohung durch die übermächtige Pharmaindustrie bereits geworden ist. Ist leicht zu lesen, allerdings nicht für Leute die sich nicht aufregen wollen.
L.G. Undine