- Beiträge: 230
- Emi
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17 Dezember 2015
Dann: Wir leben trotz allem noch im Schlaraffenland (in Dtl.). Staatliche Einrichtungen? schaut nach England als abschreckendes Beispiel. Ärger mit Krankenkassen, getzlich/privat,... : schaut nach Amerika und vielen anderen europäischen Ländern. In Estland z.B. ist Revlimid als Erhaltung nicht zu bekommen. In Amerika verlieren durch die Therapie des Patienten viele Familien (!) ihre Existenz. Da gilt: bleib ohne Behandlung (und leide/stirb) oder mach Schulden auch wenn vieles durch Stiftungen etc. abgefangen wird.
Dass man Therapien auch unter Effizienzaspekten angeht finde ich erstmal nicht falsch. Ich würde mich nämlich freuen wenn unser meiner Meinung nach im Vergleich sehr gut dastehendes System noch so lange wie möglich funktioniert. Eine kritische Beobachtung des Patienten und schnelle Reaktion bei Unverträglichkeiten, NichtWirkung etc. ist dabei natürlich wichtig.
Klar ist aber auch:Chronisch krank sein, krank ein allgemein, ist immer sch... auch bei uns
Mitdenken bzw. den Patienten bei Informationsbeschaffung etc. mithelfen, ist immer wichtig (selbst bei einer BlinddarmOP). Entscheidungsfindung ist immer schwierig (selbst bei der Frage Impfen ja oder nein).
Manch einer braucht einen Arzt, der Verständnis für Nachfragen/eigene Meinungen hat. Für manche einen ist aber ein Arzt, der klare Ansagen macht, besser. Vertrauen in den Arzt sollten alle haben sonst geht's nicht. Die Ärzte wissen ja auch in welchem Dilemma sie sich bewegen müssen.
LG
Emi
We don't know how strong we are until being strong is the only choice we have.
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- CLE084
11 September 2026
Mimau schrieb: Schön das es noch andere gibt !
Ich bin froh das an der Uni Klinik zumindest kein Investor ect. partizipiert oder wirtschaftlichen Druck ausübt. Merkt man auch. Ich bin ganz zufrieden mit meiner Behandlung dort !
Ja eine Uni-Klinik untersteht der Landesregierung zumindest in letzter Instanz, aber... Auch Universitäts Kliniken kämpfen mit miserablen Personalschlüsseln, Stellenabbau und immer schlechter werdender (Patienten)Versorgung: Streik an der Uni Homburg
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- Jo
- Autor
11 September 2026
und gute ärztliche Betreuung darf nicht länger von wirtschaftlichen Interessen beukottiert werden. Hier ist unser Staat gefordert, speziell Krankenhäuser zu fördern, die sich nicht primär nach dem Kosten-Leistungsprnzip orientieren. Leider ist dieser zu kritisierende Istzustand für uns Foristen sehr deprimierend. Was kann aber jeder einzelne von uns tun, um eine optimalere Behandlung zu erhalten. Wir müssen wissen, was Behandlungsoptionen kosten. Wir sollten die Ärzte danach fragen und sensibel werden, wenn hier immer auf Kosten unserer Gesundheit die preiswerteste Variante gewählt wird. Vor allem ist zu kritisieren, dass die kostenaufwendige individuelle Diagnostik noch nicht Standard ist (Gensequenzanalyse, Analyse der individuellen Oberflächenantigene unserer Myelomzellen). Dies wird auch intern von dem Ärzteteam um Prof Hermann Einsele für die Zukunft eingefordert. Das wurde mir in persönlichen Gesprächen mitgeteilt. Nur wenn man das individuelle Myelom kennt, können speziell darauf abgestimmte Therapien greifen!!! Dann würde man so manche - völlig unnötigen - Rückschläge vermeiden. So wurde ich selbst sehr hellhörig, als ich erfahren habe, dass eine Induktionstherapie in erster Linie nie mit Revlimid begonnen wird, weil Cyclophosphamid viel billiger ist. So kostet die Chemikalien vor Infusiomslösung Cyclophosphamid etwa 8,95 Eur, Revlimid aber 8000,00 Eur die Packung. Wirkungen auf unser Myelom sind in der Regel ähnlich aber Revlimid ist auf jeden Fall nebenwirkungsärmer, vor allem aber sind die möglicherweise auftretenden Kollateralschäden an unseren gesunden Zellen beim Cyclophosphamid viel gravierender. Wenn wir ein wenig sensibler für diesen Aspekt werden, können wir im Namen unserer eigenen Gesundheit etwas ausrichten.
Liebe Grüße euer Jo
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- Mimau
-
15 Oktober 2017
- Beiträge: 194
CLE084 schrieb: Also dass Therapien auch bzw. vielleicht sogar maßgeblich nach wirtschaftlichen Überlegungen angelegt werden ist doch ein alter Hut. Wieso gibt es denn sonst die 2 Klassen Medizin von Privat und Kasse? Und spätestens seit den Krankenhausgesellschaften, die ihre Krankenhäuser nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten führen, wird es jedem klar sein, dass (Achtung Wortspiel) mit Krankheit mächtig Kasse zu machen ist.
Die voranschreitende Privatisierung sozialer Infrastrukturen ist jedoch hausgemacht: Schließlich wählen seit mehr als 20 Jahren die Deutschen immer und immer wieder dieselbe Mischpoke! Ob nun Kohl, Schröder oder Merkel völlig egal, denn die sind immer und zu allererst mit den Interessenvertretern der Banken und Konzerne verheiratet. Ich sag's mal salopp so: Mit diesem Volk ist wahrlich kein Staat zu machen!
Der Leidensdruck muss erst noch viel größer werden, bevor sich da was ändert. Als zu Beginn der Industriealisierung die Menschen zusammengepfercht mit 10, 15, 20 Personen sich einen einzigen(!) Wohnraum teilen mussten, Kinderarbeit in der Schwer- und Montanindustrie Alltag war, Thyphus und Cholera in den Armenhäusern der europäischen Städte grassierte, da war die Geburtsstunde der großen Reformen, wie 6-Tage Woche, 10-12 Stunden Arbeitszeit, Bismarks Entscheidung zur gesetzlichen Krankenversicherung, die Entstehung der ersten Rentenkassen, etc, etc.
Sieht so aus, als müssten wir erst wieder ganz unten ankommen um wertzuschätzen, was wir auf dem Altar des Mammons opfern! Meine Meinung...
Schön das es noch andere gibt !
Ich bin froh das an der Uni Klinik zumindest kein Investor ect. partizipiert oder wirtschaftlichen Druck ausübt. Merkt man auch. Ich bin ganz zufrieden mit meiner Behandlung dort !
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- CLE084
11 September 2026
Die voranschreitende Privatisierung sozialer Infrastrukturen ist jedoch hausgemacht: Schließlich wählen seit mehr als 20 Jahren die Deutschen immer und immer wieder dieselbe Mischpoke! Ob nun Kohl, Schröder oder Merkel völlig egal, denn die sind immer und zu allererst mit den Interessenvertretern der Banken und Konzerne verheiratet. Ich sag's mal salopp so: Mit diesem Volk ist wahrlich kein Staat zu machen!
Der Leidensdruck muss erst noch viel größer werden, bevor sich da was ändert. Als zu Beginn der Industriealisierung die Menschen zusammengepfercht mit 10, 15, 20 Personen sich einen einzigen(!) Wohnraum teilen mussten, Kinderarbeit in der Schwer- und Montanindustrie Alltag war, Thyphus und Cholera in den Armenhäusern der europäischen Städte grassierte, da war die Geburtsstunde der großen Reformen, wie 6-Tage Woche, 10-12 Stunden Arbeitszeit, Bismarks Entscheidung zur gesetzlichen Krankenversicherung, die Entstehung der ersten Rentenkassen, etc, etc.
Sieht so aus, als müssten wir erst wieder ganz unten ankommen um wertzuschätzen, was wir auf dem Altar des Mammons opfern! Meine Meinung...
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- Mucki1
11 September 2026
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