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Mapoli antwortete auf er hat anscheinend aufgegeben
03 März 2017 23:51
  • Mapoli
  • 1736 Beiträge seit
    18 Juni 2011
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Hallo Ano,

aus Deinem Schreiben ist sehr viel Sorge zu hören und das kann ich gut verstehen. Als Angehörige so hilflos daneben zu stehen ist sicher sehr schwer. Es wechseln sich Sorge und Wut ab. Das ist kaum zu ertragen.

Wer hat ihm denn das Tavor und Haldol verschrieben? Die Medikamente sind ja nicht ohne und sollten unter spezieller Beobachtung des Patienten gegeben werden. Damit sind der Hausarzt und auch der Hämatoonkologe sicher überfordert! Und es sollte dringend ein Facharzt zurate gezogen werden!

Wenn man sich sehr schlapp fühlt, gerät man schnell in eine Phase, in der man am liebsten im Bett bleiben möchte. Durch starke Nebenwirkungen meiner Therapie bin ich momentan auch sehr schlapp und würde am liebsten den ganzen Tag schlafen. Ich habe mich heute mehfach zwingen müssen, trotzdem kleine Schritte zu laufen. Dazu gehört eine Menge Selbstüberwindung. Sicher fehlt die Deinem Mann momentan. Da ist es nur schwer möglich selbst heraus zu kommen. Besonders wenn es schon vorher eine psychische Belastung gab.

Versuche ihn immer wieder zu motivieren aufzustehen und wenige Schritte draußen zu laufen. Vielleicht kannst Du einen Freund bitten, der ruhig mal etwa streng mit ihm redet und ihn einfach zum regelmäßigen Spaziergang abholt.
Wenn er die Hilfe eines Psychoonkologen ablehnt, ist es schwierig da etwas gegen zu machen. Je mehr Du ihn darauf ansprichst, um so mehr wird er abblocken.

Ich wünsche Dir viel Kraft und gute Nerven
LG
Ma

Chiara12 antwortete auf er hat anscheinend aufgegeben
03 März 2017 23:35
  • Chiara12
  • 161 Beiträge seit
    27 September 2013
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Hallo Ano,

mir fiel direkt Depression ein, als ich Deinen Beitrag gelesen habe. Hat Dein Mann in der Vergangenheit schon mal eine Depression gehabt?

So eine Hammer Diagnose wirft einen aus der Bahn. Und dann muß man auch noch so schwere Behandlungen über sich ergehen lassen. Man versteht die Welt nicht mehr. Es ist wie ein Tsunami, der völlig unerwartet über einen hereinbricht. Plötzlich verliert man die Kontrolle. Nicht nur über die Seele, sondern vor allem über den eigenen Körper. Das ist ein traumatisches Erlebnis.

Zeit zu verarbeiten hat man in der ersten Zeit gar nicht, weil man sich ja im Tsunami befindet. Es geht erst mal nur ums Überleben.

Die Verarbeitung beginnt erst dann, wenn Ruhe eingekehrt ist. Ja, eigentlich könnte Dein Mann sich freuen ein so gutes Ergebnis erzielt zu haben. Seine Seele ist aber noch lange nicht soweit.

Gib ihm Zeit. Vielleicht braucht er psychologische Unterstützung, aber zwingen kannst Du ihn nicht.

Vielleicht hilft ihm, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Den Vorschlag kannst Du ja mal machen. Gibt es in Deiner Nähe eine SHG für MM Patienten? Manchmal besucht ein schon lange mit der Krankheit lebender! Patient neu diagnostizierte MMler, um ihnen Mut zu machen.

Im übrigen solltest Du versuchen, Dein Leben normal weiterzuführen. Dann sieht er nämlich, daß es weitergeht. Laß Dich bitte nicht von seinen negativen Gedanken runterziehen. Vielleicht überlegst Du auch mal, wer oder was Dir helfen kann, um mit der Situation besser umgehen zu können.

Ich hoffe, ich habe Dir ein bisschen geholfen.

Chiara

Ich versuche stark zu sein und das Beste daraus zu machen.

er hat anscheinend aufgegeben wurde erstellt von Anomalia
03 März 2017 23:01
  • Anomalia
  • Autor
  • 0 Beiträge seit
    12 September 2026
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Hallo ihr Lieben,

ich weiß nicht mehr, was ich noch tun soll.
Mein Mann (50 Jahre, MM 3a Typ Lambda, ED 03/16) hat es nach Bestrahlung und 5 Zyklen Velcade seit August in Remission geschafft. Doch es geht ihm sehr schlecht und immer schlechter. Die Onkologin versteht die Welt nicht mehr und ich auch nicht.
Er isst nicht genug und schläft fast nur noch. Er lehnt alle Hilfen ab, die seine Lebensqualität verbessern könnten (Reha, Krankengymnastik, Psychoonkologie). Seine Hausärztin hat ihm gestern gesagt, dass er wahrscheinlich so müde ist, weil das Tavor und Haldol überdosiert ist, weil er ja so stark abgenommen hat. Er solle es nach Bedarf schrittweise reduzieren. Doch er will das nicht.
Zusätzlich soll er versuchen, zu jeder Mahlzeit einen Energiedrink zu nehmen, man brauche etwas Willensstärke dafür. Seine Reaktion darauf: er hat gestern und heute fast nichts gegessen. Psychoonkologie will er nicht, weil er "wirklich was hat und es sich nicht nur einbildet ". Ich glaube, er hat komplett aufgegeben und ich verstehe das nicht. Er ist doch in Remission. Die Werte fallen immer noch. Vielen von euch gegenüber ist das fast schon schamlos. Was würden manche für solche Werte geben! Er kann einfach mit dem Gedanken, Krebs zu haben, nicht leben. Obwohl ich ihm sage, dass meine Lebenszeit auch begrenzt ist.
Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Er will sich bezüglich seiner Beschwerden einfach nicht helfen lassen, will nur, dass es vorbei ist. Und das mit diesen tollen Werten. Ich glaube, er will sich jetzt zu Tode hungern und immer schwächer werden.

Hat irgendjemand einen erhellenden Gedanken für mich? Nebenbei finde ich es auch nicht schön, dass er mich so dabei zugucken lässt, aber das ist eine andere Geschichte.

Liebe Grüße
Ano