Sunny antwortete auf Ich fange einfach an
06 Juni 2024 10:05 - 06 Juni 2024 10:13
- Sunny
-
584 Beiträge seit
07 Januar 2024
07 Januar 2024
Liebe Anke,
es stimmt, die Diagnose stellt das ganze Leben auf den Kopf und verändert unheimlich viel. Pläne, die man gestern noch hatte, rücken in weite Ferne oder sind ab da unmöglich. Man fällt in eine Art nebliges Grau und alles rundherum wird erst mal unwichtig. Aber mit der Zeit vergeht das und man richtet, wie du sagtest sein Leben neu aus. Das Leben an sich bekommt eine andere Qualität und man genießt den Augenblick und das Jetzt.
Ich empfinde es nicht so, dass es nicht mehr angesagt ist sich zu seinen Gefühlen zu bekennen, sondern habe eher die Erfahrung gemacht, dass sich andere Menschen öffnen und das ebenfalls tun, wenn man ehrlich mit dem umgeht wie man sich fühlt. Und diejenigen, die davon nichts hören wollen und sich als die Tollsten und Besten ansehen, kannst du getrost in die Tonne kloppen, denn das sind keine Freunde.
Dass das Umfeld erst mal mit Schock reagiert und nicht damit umgehen kann, ist menschlich. Man muss ihnen zugestehen, dass sie einfach nicht wissen, was sie sagen sollen und sich daher entweder zurückziehen oder sich mit allgemeingültigen Sprüchen behelfen. Meist ist das nur Unsicherheit und die kann man ihnen nehmen, in denen man auf sie zugeht (die,die einem wichtig sind) und offen mit ihnen redet. Es kann auch gut sein, wenn man jemanden um Hilfe bei irgendetwas bittet, denn dann hat derjenige etwas zu tun und ist der Situation nicht hilflos ausgeliefert.
Dann gibt es natürlich noch die anderen, die sind lediglich Wegbegleiter sind wenn es lustig und alles paletti ist. Die wollen von Krankheit und allem was damit zu tun hat, nichts wissen und auch das sind keine 'Freunde' und die kannst du ebenfalls getrost in die Tonne kloppen.
Bei uns war das überhaupt nicht der Fall, unsere Freunde haben sofort Hilfe angeboten und auch geleistet, zum Beispiel beim Holz stapeln oder Fahrdienste übernommen oder sind einfach nur da, wenn man verzweifelt ist und reden möchte, auch mitten in der Nacht, wenn diejenige dann noch wach ist. So jemanden wünsche ich jedem, der in einer Lage ist wie wir.
Ich finde es prima, dass dein Mann so positiv ist, ich weiß nicht ob das ein Männerding ist, denn die sind oft einfach viel pragmatischer als Frauen. Mein Mann ist da genauso und er sagt manchmal zu mir, dass er denkt, dass ich seelisch mehr leide als er.
Nun drücke ich ganz fest die Daumen, dass die Blutwerte heute gut sind und ihr wieder etwas beruhigter seid.
Liebe Grüße, Sunny
es stimmt, die Diagnose stellt das ganze Leben auf den Kopf und verändert unheimlich viel. Pläne, die man gestern noch hatte, rücken in weite Ferne oder sind ab da unmöglich. Man fällt in eine Art nebliges Grau und alles rundherum wird erst mal unwichtig. Aber mit der Zeit vergeht das und man richtet, wie du sagtest sein Leben neu aus. Das Leben an sich bekommt eine andere Qualität und man genießt den Augenblick und das Jetzt.
Ich empfinde es nicht so, dass es nicht mehr angesagt ist sich zu seinen Gefühlen zu bekennen, sondern habe eher die Erfahrung gemacht, dass sich andere Menschen öffnen und das ebenfalls tun, wenn man ehrlich mit dem umgeht wie man sich fühlt. Und diejenigen, die davon nichts hören wollen und sich als die Tollsten und Besten ansehen, kannst du getrost in die Tonne kloppen, denn das sind keine Freunde.
Dass das Umfeld erst mal mit Schock reagiert und nicht damit umgehen kann, ist menschlich. Man muss ihnen zugestehen, dass sie einfach nicht wissen, was sie sagen sollen und sich daher entweder zurückziehen oder sich mit allgemeingültigen Sprüchen behelfen. Meist ist das nur Unsicherheit und die kann man ihnen nehmen, in denen man auf sie zugeht (die,die einem wichtig sind) und offen mit ihnen redet. Es kann auch gut sein, wenn man jemanden um Hilfe bei irgendetwas bittet, denn dann hat derjenige etwas zu tun und ist der Situation nicht hilflos ausgeliefert.
Dann gibt es natürlich noch die anderen, die sind lediglich Wegbegleiter sind wenn es lustig und alles paletti ist. Die wollen von Krankheit und allem was damit zu tun hat, nichts wissen und auch das sind keine 'Freunde' und die kannst du ebenfalls getrost in die Tonne kloppen.
Bei uns war das überhaupt nicht der Fall, unsere Freunde haben sofort Hilfe angeboten und auch geleistet, zum Beispiel beim Holz stapeln oder Fahrdienste übernommen oder sind einfach nur da, wenn man verzweifelt ist und reden möchte, auch mitten in der Nacht, wenn diejenige dann noch wach ist. So jemanden wünsche ich jedem, der in einer Lage ist wie wir.
Ich finde es prima, dass dein Mann so positiv ist, ich weiß nicht ob das ein Männerding ist, denn die sind oft einfach viel pragmatischer als Frauen. Mein Mann ist da genauso und er sagt manchmal zu mir, dass er denkt, dass ich seelisch mehr leide als er.
Nun drücke ich ganz fest die Daumen, dass die Blutwerte heute gut sind und ihr wieder etwas beruhigter seid.
Liebe Grüße, Sunny
Genieße deine Zeit, denn du lebst jetzt und heute. Morgen kannst du gestern nicht nachholen und später kommt früher als du denkst.
Letzte Änderung: 06 Juni 2024 10:13 von Sunny. Begründung: Fehlte was
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Sevil_Ffm antwortete auf Ich fange einfach an
07 Juni 2024 13:37 - 07 Juni 2024 13:40
- Sevil_Ffm
180 Beiträge seit
17 Juli 2023
17 Juli 2023
Liebe Anke,
es ist toll, dass ihr in Bamberg einen guten Arzt habt. Man muss sich gut aufgehoben fühlen. Am Anfang wollte ich nach Heidelberg, aber das hat nicht geklappt. Jetzt bin ich froh, dass es nicht geklappt hat. In Frankfurt bin ich gut aufgehoben. Aber irgendwann, wenn die Krankheit weiter fortschreitet und ich an Studien teilnehmen muss, werde ich wohl nach Würzburg oder Heidelberg gehen.
Du hast Recht, mit MM ist das Leben ganz anders. Psychoonkologen unterstützen bei der Umstellung auf das neue Leben. Das hat mir bei der Diagnose und nach dem Rückfall sehr geholfen.
"In unserem Freundeskreis kann kaum jemand mit der Diagnose umgehen. Es heißt immer ihr müsst stark sein und ihr werdet es schaffen. Und wenn es dann heißt es ist nicht heilbar, dann sind von 10 Freunden 9 weg."
Das kenne ich leider. Einige Patienten haben das Problem, das habe ich oft gehört. Auch Leute, deren Partner sie nach der Diagnose verlassen. Konzentriert euch jetzt auf die Genesung und die Heilung. Ihr werdet neue Freunde finden. Vielleicht in Selbsthilfegruppen oder in Krebssportgruppen oder in Reisegruppen.
Liebe Grüße,
Sevil
es ist toll, dass ihr in Bamberg einen guten Arzt habt. Man muss sich gut aufgehoben fühlen. Am Anfang wollte ich nach Heidelberg, aber das hat nicht geklappt. Jetzt bin ich froh, dass es nicht geklappt hat. In Frankfurt bin ich gut aufgehoben. Aber irgendwann, wenn die Krankheit weiter fortschreitet und ich an Studien teilnehmen muss, werde ich wohl nach Würzburg oder Heidelberg gehen.
Du hast Recht, mit MM ist das Leben ganz anders. Psychoonkologen unterstützen bei der Umstellung auf das neue Leben. Das hat mir bei der Diagnose und nach dem Rückfall sehr geholfen.
"In unserem Freundeskreis kann kaum jemand mit der Diagnose umgehen. Es heißt immer ihr müsst stark sein und ihr werdet es schaffen. Und wenn es dann heißt es ist nicht heilbar, dann sind von 10 Freunden 9 weg."
Das kenne ich leider. Einige Patienten haben das Problem, das habe ich oft gehört. Auch Leute, deren Partner sie nach der Diagnose verlassen. Konzentriert euch jetzt auf die Genesung und die Heilung. Ihr werdet neue Freunde finden. Vielleicht in Selbsthilfegruppen oder in Krebssportgruppen oder in Reisegruppen.
Liebe Grüße,
Sevil
Letzte Änderung: 07 Juni 2024 13:40 von Sevil_Ffm.
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Nessaja antwortete auf Ich fange einfach an
07 Juni 2024 13:52
- Nessaja
71 Beiträge seit
08 Mai 2021
08 Mai 2021
Leider ist das so, und kein neues Phänomen. Schon als meine Eltern ihre Krebsdiagnose bekommen hatten (Vater Magen, Mutter Brust) war es so.
Und es gibt den (alten) Spruch: "Freunde in der Not gehen tausend auf ein Lot".
Aber die sind dann dafür echt!
Und es gibt den (alten) Spruch: "Freunde in der Not gehen tausend auf ein Lot".
Aber die sind dann dafür echt!
Tumor ist, wenn man trotzdem lacht
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Johannes1956 antwortete auf Ich fange einfach an
07 Juni 2024 14:41
- Johannes1956
-
205 Beiträge seit
29 April 2023
29 April 2023
Ich habe im Freundes - und Familienkreis viel Positives erlebt, ich habe auch von Anfang an sehr offen über meine Erkrankung gesprochen.
Jeder zweite Mensch in Deutschland erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs.
bzkf.de/erfolgreiche-wege-um-das-krebsri...600.000%20bis%202030 .
Und erstaunlich viele erzählten mir von ihrer Krebserkrankung, was ich vorher nicht wusste. Auch wenn MM nicht heilbar ist, die meisten Menschen mit Krebs haben Angst vor einem Rückfall. Wir wissen, wenn MM wieder kommt, gibt es weitere Behandlungsoptionen.
Krebs hat immer noch etwas Tabuisierendes. Über andere chronische Erkrankungen wird viel offener gesprochen , obwohl die Prognosen teils viel schlechter sind, wie etwa bei Herzschwäche.
Natürlich gibt es Menschen, die mit der Erkrankung von mir schlechter umgehen können, aber ich habe unter sehr vielen nur einen Kontakt verloren. Alle anderen waren wertvolle Unterstützung für mich. In verschiedensten Belangen.
Ich musste nur lernen, dass längerfristige Planungen nicht so sinnvoll sind und freue mich auf Ereignisse, die morgen oder nächste Woche stattfinden.
Alles Gute
Johannes
Jeder zweite Mensch in Deutschland erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs.
bzkf.de/erfolgreiche-wege-um-das-krebsri...600.000%20bis%202030 .
Und erstaunlich viele erzählten mir von ihrer Krebserkrankung, was ich vorher nicht wusste. Auch wenn MM nicht heilbar ist, die meisten Menschen mit Krebs haben Angst vor einem Rückfall. Wir wissen, wenn MM wieder kommt, gibt es weitere Behandlungsoptionen.
Krebs hat immer noch etwas Tabuisierendes. Über andere chronische Erkrankungen wird viel offener gesprochen , obwohl die Prognosen teils viel schlechter sind, wie etwa bei Herzschwäche.
Natürlich gibt es Menschen, die mit der Erkrankung von mir schlechter umgehen können, aber ich habe unter sehr vielen nur einen Kontakt verloren. Alle anderen waren wertvolle Unterstützung für mich. In verschiedensten Belangen.
Ich musste nur lernen, dass längerfristige Planungen nicht so sinnvoll sind und freue mich auf Ereignisse, die morgen oder nächste Woche stattfinden.
Alles Gute
Johannes
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Anke 1960 antwortete auf Ich fange einfach an
07 Juni 2024 15:45
- Anke 1960
95 Beiträge seit
09 Mai 2024
09 Mai 2024
Hallo ihr lieben
Vielen Dank für eure lieben und ehrlichen Antworten.
Nachdem ich mir etwas Sorgen gemacht habe weil seine Blutwerte in meinem Augen nicht so gut waren hatte mein Mann heute ein sehr gutes Gespräch mit seinen behandelten Arzt in Bamberg. Er erklärte ihm alles genau und konnte uns die Angst nehmen. Wir sind froh uns für Bamberg entschieden zu haben.
Natürlich haben wir auch Freunde aber viele sind es eben nicht mehr.Aber die jetzt noch da sind sind wahre Freunde.
Mein Mann seine Schwester ist uns eine große Hilfe sie ist immer für uns da.
Wir sprechen auch offen über seine Krankheit aber ich denke das es die meisten überfordert. Nun ich werde versuchen mehr Verständnis zu haben. Seit alle lieb gegrüßt
Vielen Dank für eure lieben und ehrlichen Antworten.
Nachdem ich mir etwas Sorgen gemacht habe weil seine Blutwerte in meinem Augen nicht so gut waren hatte mein Mann heute ein sehr gutes Gespräch mit seinen behandelten Arzt in Bamberg. Er erklärte ihm alles genau und konnte uns die Angst nehmen. Wir sind froh uns für Bamberg entschieden zu haben.
Natürlich haben wir auch Freunde aber viele sind es eben nicht mehr.Aber die jetzt noch da sind sind wahre Freunde.
Mein Mann seine Schwester ist uns eine große Hilfe sie ist immer für uns da.
Wir sprechen auch offen über seine Krankheit aber ich denke das es die meisten überfordert. Nun ich werde versuchen mehr Verständnis zu haben. Seit alle lieb gegrüßt
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Anke 1960 antwortete auf Ich fange einfach an
16 Juni 2024 15:45
- Anke 1960
95 Beiträge seit
09 Mai 2024
09 Mai 2024
So morgen ist es also soweit.
Mein Mann muss dann ins Krankenhaus zur Hochdosis Chemo. Haben versucht uns in der letzten Zeit abzulenken und nicht so viel darüber nachzudenken.
Koffer ist gepackt dank euren vielen Beiträgen mit vielen nützlichen Sachen. Weiße Zahnpasta weiche Zahnbürsten podusche und Feuchttücher sind mit eingepackt. Habe ihn auch eine mutmachbox zurecht gemacht mit lieben Karten und Fotos sowie Kleinigkeiten zum aufmuntern.
Nun sind wir doch schon sehr nervös und hoffen natürlich das alles gut geht.
Liebe Grüße und allen alles gute Anke
Mein Mann muss dann ins Krankenhaus zur Hochdosis Chemo. Haben versucht uns in der letzten Zeit abzulenken und nicht so viel darüber nachzudenken.
Koffer ist gepackt dank euren vielen Beiträgen mit vielen nützlichen Sachen. Weiße Zahnpasta weiche Zahnbürsten podusche und Feuchttücher sind mit eingepackt. Habe ihn auch eine mutmachbox zurecht gemacht mit lieben Karten und Fotos sowie Kleinigkeiten zum aufmuntern.
Nun sind wir doch schon sehr nervös und hoffen natürlich das alles gut geht.
Liebe Grüße und allen alles gute Anke
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