AMMonline

     

TanjaB. antwortete auf Schockreaktion auf Blutkonserve
17 Juni 2010 20:38
  • TanjaB.
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Lieber Sascha,

vielen, vielen Dank für Deinen Beitrag.

Ich weiß, dass es vielfältige Verläufe gibt. Aber man klammert sich halt mehr an die positiven Berichte.

Es hat mir sehr gut getan, Deine Worte zu lesen und ich habe sofort meine Mutter angerufen.

Ich hoffe, Deinem Vater geht es jetzt gut.

Herzliche Grüße, besonders an Deinen Vater.

Tanja

gast antwortete auf Schockreaktion auf Blutkonserve
17 Juni 2010 23:14
  • gast
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Danke :)

Papa is fast wieder der alte. Manche Sachen strengen ihn noch etwas an aber sonst sind wir sehr sehr zufrieden.

Ich drück euch die Daumen das sich die Lage wieder verbessert. Es gibt keinen Grund die "Flinte" jetzt schon "ins Korn zuwerfen". Mein Papa ist nicht das einzigste Beispiel wo die Nieren nach längerem Zeitraum wieder ihre Funktion aufgenommen haben.

Die Oberärztin auf der ITS meines Vaters hat immer nur gesagt: "Ich hab schon Pferde vor der Aptotheke kotzen sehen!"

Immer positiv denken, so schwer es auch fällt.


Sascha

carina antwortete auf Schockreaktion auf Blutkonserve
24 Juni 2010 11:16
  • carina
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Hallo Tanja,
habe erst heute deinen Beitrag gelesen. Und ich kann dir auch Mut machen. Denn mein MM wurde aufgrund des akuten Nierenversagens festgestellt. Ich hatte einen Krea von 8,7 und stand kurz vorm Nierenkoma. Ich mußte 6 Wochen an die Dialyse. Danach hat man einfach einen Testlauf gemacht und: meine Nierchen sind wieder angesprungen!!!! Heute kann ich ganz komfortabel mit einem Krea von 1,2 leben. Also nur Mut.
LG Andrea.

TanjaB. antwortete auf Schockreaktion auf Blutkonserve
25 Juni 2010 07:49
  • TanjaB.
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Liebe Andrea,

vielen Dank für Deinen Beitrag. Ich wünsche Dir, dass es Dir noch gaaaaanz lange Zeit so gut geht.

Überhaupt bin ich wirklich froh, dass es dieses Forum gibt, mit so vielen Menschen, die man fragen kann und die immer wieder ihre Zeit damit verbringen, anderen Betroffenen Mut zu machen. DANKE!

Zu den Nieren habe ich noch einige Fragen. Mein Vater kann schon wieder selbständig Pipi machen. (Entschuldigt den Ausdruck.....) Er soll jetzt immer Urin sammeln und darf dann diese Menge plus 1 Liter täglich trinken. Er ist aber trotzdem alle 2 Tage an der Dialyse. Ist es nicht so, dass, wenn der Körper Urin produziert, die Nieren bereits wieder etwas arbeiten? Mein Vater meint aber, dass die Nieren noch gar nicht arbeiten laut Aussage der Ärzte. (Ich weiß allerdings nicht, wann er zuletzt konkret gefragt hat, ich glaube, er fragt eigentlich nie wirklich etwas.....) Ich hoffe, dass wir nachher mal einen Arzt auf der Station zu fassen bekommen.

Außerdem, und das ist fast noch wichtiger, ist meinem Vater permanent übel. Daher hat er seit einer Woche eigentlich nichts mehr gegessen. Die Ärzte bekommen die Übelkeit trotz verschiedener Medikamente nicht in den Griff. Das Problem ist, dass mein Vater bereits vor dem Nierenversagen unglaublich unterernährt war und nun nur noch Haut und Knochen ist und die Ärzte ihn nicht künstlich ernähren können, weil das zu viel Flüssigkeit für den Körper bedeuten würde. (?!?!?)
Liegt das an der Dialyse? Kennt jemand ein Mittel, welches relativ sicher diese Übelkeit unterdrücken würde? Mein Vater wird immer schwächer. Wir können doch nicht zusehen, wie er langsam verhungert.

Über Tipps wäre ich nochmal sehr dankbar.

Liebe Grüße an alle und alles, alles Gute.

Tanja



Margret antwortete auf Schockreaktion auf Blutkonserve
25 Juni 2010 09:09
  • Margret
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Liebe Tanja,

du kennt ja meine grundsätzliche Überzeugung, dass MM-Nieren nicht wieder 'anspringen'. Es mag in Einzelfällen - z.B., wenn sehr, sehr früh mit dem Gambro-Filter dialysiert wurde - Ausnahmen geben, aber im Regelfall ist das Nierenversagen endgültig.

Dass dein Vater noch Urinausscheidungen hat, zeigt nicht, dass die Nieren noch oder wieder arbeiten! Die meisten Patienten haben noch Ausscheidungen, mein Mann hat um etwa 1,5 l pro Tag.

Mal ganz laienhaft: Die Nierenkanälchen werden durch die langen Eiweissketten des MM verstopft, so dass die Nieren ihren "Filterauftrag" nicht mehr erfüllen können. Die "Schadstoffe" geraten so ins Blut und damit in alle Zellen des Körpers. Das würde den Körper auf Dauer vergiften und töten. Also übernimmt die Dialyse die Filterfunktion und wäscht die Schadstoffe aus dem Blut heraus. Trotzdem können die Nieren aber noch Wasser durchlassen. Wasser ist "feiner" als die Schadstoffe und passt trotz Verstopfungen noch durch die Niere. (Alle Chemiker und Mediziner schnunzeln jetzt wahrscheinlich... das kann uns aber egal sein.)

Das mit der angeblich "nicht möglichen künstlichen Ernähung wegen der Dialyse" ist - Entschuldigung - ausgemachter Quatsch! Künstliche Nahrung enthält natürlich mehr Flüssigkeit, als die normale Kost. Also muss man den Getränke-Anteil pro Tag nur entsprechend reduzieren, oder aber - so lange der Mensch das toleriert - die Flüssigkeitsmenge, die in der Dialyse entzogen wird, entsprechend erhöhen. Wenn ich sowas höre, könnte ich ....:bang: *sorry*

Langanhaltende Übelkeit + Nahrungsverweigerung, die auch mit Medikamenten nicht verschwindet, verbunden mit ohnehin schon zu geringem Gewicht ist gefährlich! Hier muss dringend etwas geschehen. Lass dich nicht abspeisen! Dein Vater muss zu Kräften kommen, das ist ganz wichtig! Hast du es schon mal mit Sahnejoghurt versucht? Wenn auch diese kleinen Tricks nicht helfen, muss künstlich ernährt werden.

Euch alles Liebe und gute Wünsche,
Margret


Kuddel57 antwortete auf Schockreaktion auf Blutkonserve
25 Juni 2010 10:59
  • Kuddel57
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Hallo Tanja,

beim Lesen der Antworten zu Deinem Vater nicke ich bestätigend vor mich hin. Zu ergänzen habe ich auch kaum.
Die Aussage von Margret bezüglich der ausgefallenen Nieren mag zutreffend sein.
Meine Nieren fielen 2001 aus. Davon erfuhr ich Tage später aus dem Koma erwachend auf der Intensivstation im Krankenhaus. Nicht einmal die Abholung durch den Rettungswagen beim Nierenversagen bekam ich mit.
Aber meine Nieren arbeiten wieder und halten meinen Kreatininwert im Normbereich. Das mag an meiner Grunderkrankung – IgG Kappa Leichtketten Bence-Jones Plasmozytom. – liegen. Vielleicht bin ich auch eine seltene Ausnahme. Einerlei.
Jedenfalls ist für uns Patienten die Überzeugung, dass winzigste Chancen bei uns greifen hilfreich für Besserung, so beschloss ich, stets das bestmögliche Ergebnis zu erwarten. Nur selten wurde ich enttäuscht.
Mit unserer Einstellung aktivieren oder blockieren wir unsere Selbstheilungskräfte.
Ohne diese hat die beste Medizin es schwer.
Und sterbe ich morgen, werde ich mich nicht über meine Zuversicht von heute ärgern.
Schlechte Prognosen sind ein Tabu für Deinen Vater! Kommt jedes angekündigte Unwetter?
Deshalb Tanja, bring ihn zur Nahrungsaufnahme! Nur dann hat er genug Substanz für Mut und Zuversicht.

Liebe Grüße

Jürgen