AMMonline

     

DiSchu antwortete auf Hochdosischemotherapie steht an
24 März 2021 21:20
  • DiSchu
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Hallo an alle Kämpfer,
aufmerksam lese ich Eure hilfreichen Tipps im Umgang während der HD, welche bei mir noch ein wenig Zeit hat (1. Zyklus heute 3. Dosis).
Aber man kann sich ja nicht früh genug informieren. ;-)

Nun habe ich auch mal eine Frage zum Thema Ablauf HD:
Momentan schlucke ich täglich Tabletten (Virus-Schutz, Antibiotika 1x/ Woche, Dexamethason nach Plan, Thalidamid, Zometa (vorerst abgelehnt, Gespr. mit ZA) plus 1x/Woche die Chemo (Dara+ Demtinden+Dexa+Paracetamol - Bortomib gab es am 20.03. das letzte Mal).

Wie läuft das in der HD, was sagt mir HD. Sicherlich wie das Wort schon sagt, gleiche Medis in viel höherer Dosis? Geplant sind 3-4 Wochen HD nach der ca. 2- wöchigen Stammzellengeschichte.
Bekommt man diese HD dann täglich verabreicht? In welcher Form ist man unter Kontrolle (Herz, Blutdruck, Atmung)?

Liebe Grüße
Diana

Logopädin antwortete auf Hochdosischemotherapie steht an
24 März 2021 22:33
  • Logopädin
  • 422 Beiträge seit
    06 Februar 2016
Hallo Diana,
nein- eine Hochdosis ist etwas vollkommen Anderes.
Bitte informiere dich doch oben in dem Reiter "Grundlagen"
und lies dir eine Patientenbroschüre / das Patientenhandbuch durch.
Da steht alles drin.
Oder frage Mitpatient*innen (Selbsthilfegruppe?).
Ganz grob - deine bisherige Chemo wird beendet,
Stammzellen mit verschiedenen Medikamenten dazu gebracht, sich zu vermehren
und diese Stammzellen werden dann in einem speziellen Verfahren "geerntet".
Möglichst mehrere Beutel.
Etwa drei Wochen später wird dein Knochenmark (stationär) zerstört mit Melphalan
( einem Senfgasderivat...Gibt es seit 1.Weltkrieg ), was mehr oder weniger gravierende
Nebenwirkungen hat. Die Stammzellen werden zurückgegeben ( 1 Beutel als Infusion ),
wachsen an und schon geht es dir wieder besser.
Die durch die vorausgegangene Chemo möglichst krebsfreien Stammzellen sorgen nachfolgend
für eine möglichst lange Remission - im besten Fall.
Liebe Grüße
Nicole

Logopädin antwortete auf Hochdosischemotherapie steht an
24 März 2021 22:37
  • Logopädin
  • 422 Beiträge seit
    06 Februar 2016
Noch ein Nachtrag,
das Melphalan wird genau auf dein Körpergewicht abgestimmt
und du bekommst es nur ein einziges Mal.
Doppelt wäre vermutlich auch tödlich...
3 Wochen dauert der Krankenhausaufenthalt so pi mal Daumen.
Du wirst überwacht von geschultem Pflegepersonal und
erhältst alle Medis, die nötig sind.
Nicole

DiSchu antwortete auf Hochdosischemotherapie steht an
27 März 2021 14:57
  • DiSchu
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Hallo Nicole,

vielen Dank für den Tip und deine doch schon ausführliche Erklärung. Ich habe mir sowohl die Broschüre als auch die mit dem Thema Stammzellentransplantation geladen und gelesen. Nun bin ich schlauer und weiß zumindest etwa was da kommt.

Liebe Grüße
Diana

miregal antwortete auf Hochdosischemotherapie steht an
03 Apr. 2021 07:46
  • miregal
  • 1025 Beiträge seit
    17 Mai 2019
Die Melphalan Infusion und die Stammzellrückgabe sind eher unspektakulär, und man ist geneigt zu sagen "das war alles?". Die kritische Phase beginnt einige Tage nach der Stammzellrückgabe, wo sich meist Infektionen einstellen, die dann mit Medikamenten (AB) behandelt werden. Bis zum Anwachsen der Stammzellen fühlt man sich dann sehr kränklich, die Nebenwirkungen der AB sind auch nicht zu verachten (Durchfall, Übelkeit, kein Apettit ...). In der 3. Woche in der Klinik geht es dann endlich bergauf ...

Mapoli antwortete auf Hochdosischemotherapie steht an
03 Apr. 2021 12:16
  • Mapoli
  • 1728 Beiträge seit
    18 Juni 2011
Hallo Diana,

es ist gut, dass Du Dich früh genug informierst. Lass Dich dadurch aber nicht verunsichern. Die Hochdosis ist zwar keine Spaziergang, aber gut zu schaffen. In manchen Kliniken wird sie fast ambulant durchgeführt, wenn man es möchte (zum Bsp. in Heidelberg). Das bedeutet, das man an den Tagen der Infusion (in der Regel zwei Tage hintereinander) stationär aufgenommen wird, danach dann täglich zur Blutabnahme und zur Kontrolle der Vitalfunktionen (Blutdruck etc.) ambulant in die Abteilung kommt. Nur wenn man Beschwerden hat, oder eine Vorerkrankung, wird z.B ein EKG gemacht. Stationär läuft das ähnlich ab. Bei mir war es so, dass zweimal am Tag Blutdruck und die Sauerstoffsättigung, sowie Fieber gemessen wurde und regelmäßig die Blutwerte überprüft wurden. Das war es. EKG mit Dopplersono vom Herzen wird einige Tage vor der Behandlung gemacht, ebenso Ultraschall vom Bauch usw. Man wird also gut untersucht. Ansonsten liegt man nur so da herum und könnte sich fast langweilen, sollte sich aber viel bewegen, so viel wir möglich spazieren gehen. Manch Kliniken bieten dazu ein Fahrradergometer auf den Zimmern. Ich hatte mein Tischfahrrad ("Pedaltrainer") dabei. In manchen Kliniken wird prophylaktisch Antibiotika täglich als Infusion gegeben. Ich habe es beide Male nicht bekommen! Eine Zeit lang wird "gewässert" mit Infusionen, generell sollte man viel trinken. Gegen Übelkeit bekommt man Medikamente, je nach Stärke der Übelkeit auch als Infusion. Durch die Berichte der Patienten hier sieht man sehr deutlich, dass es in den Kliniken unterschiedlich gehandhabt wird. Bei mir war es so, dass ich durch die Übelkeit sehr wenig zum mir nehmen konnte. Bei meiner zweiten Hochdosis habe ich deswegen einige Tage eine Ernährung als Infusion bekommen. Das hat mir sehr geholfen und ich war nicht so kraftlos, wie nach der ersten Hochdosis. Sehr gut hat es mir getan, die ganze Zeit in Bewegung zu sein, ich bin sehr viel spaziert. Die Klinik hatte zum Glück eine tolle, sehr große Terrasse, sogar mit Obstbäumen und Weintrauben bewachsen :-). In Coronazeiten wird man vermutlich nicht so viele Freiheiten haben, aber bis zu Deiner Hochdosis ist ja noch etwas Zeit. In welche Klinik wirst Du gehen? Hast Du Dich schon entschieden?

Alles Gute
Ma