AMMonline

     

05 Mai 2016 23:56
  • Anomalia
  • 0 Beiträge seit
    16 August 2026
Hallo ihr Lieben,

ich habe mal wieder eine Frage (oder mehrere).

Mein Mann (49) soll sich (wenn er sich von der Bestrahlung ganz erholt hat) entscheiden, ob er eine normale Chemo machen will oder er sich eine HD mit SZT zutraut. Hintergrund ist, dass er seit vielen Jahren eine starke Angststörung hat und sich einen Krankenhausaufenthalt nicht so leicht vorstellen kann. Das kriegt man aber eventuell medikamentös noch besser unterstützt. Außerdem ist er starker Raucher und kann sich im Moment nicht vorstellen, nicht zu rauchen (es beruhigt ihn), oder kann man bei einer HD mit SZT auf den Balkon oder Ähnliches?

Kann man sagen, wie gut die Chancen bei einer normalen Chemotherapie sind, dass der Krebs zurückgedrängt wird? Oder ist die HD sehr viel erfolgversprechender?
Gibt es Nachteile, wenn man zuerst eine normale Chemo macht, z.B. dass die HD dann nicht mehr so gut wirkt?

Danke für euren Rat und liebe Grüße
Ano

06 Mai 2016 04:37 - 06 Mai 2016 04:57
  • Kelufi
  • 0 Beiträge seit
    16 August 2026
Guten Morgen Ano,
also ich kann es dir nur sagen wie es bei mir.
Erst normale Chemo 6 Zyklen und dann 2 HD's. Und jetzt Erhaltungschemo. Es wird nie aufhören, aber daran gewöhnt man sich.
Ich rauche selbst und solange wie ich fit war bei den HD's bin ich raus, an die Luft, spazieren und Rauchen. Und wenn's dir richtig Scheiße geht, dann magste auch nicht rauchen :-), das war bei mir in der 2. Woche der HD, aber ansonsten gings. Im Krankenhaus darfste auch auf keinen Balkon rauchen, wenn es einen geben sollte, ich durfte nicht mal die Fenster öffnen, wegen der Reinluftanlage.
Ich denke auch, daß es normal ist, mit einer normalen Chemo (Induktionstherapie) anzufangen, um die Tumorlast zu verringern, dann kommt die Mobilisationschemo zur Stammzellensammlung und dann die HD. Schau mal unter Basistherapie, da ist alles genau beschrieben, aber es hängt von Patient zu Patient ab.
Alles Gute Kerstin
Letzte Änderung: 06 Mai 2016 04:57 von Kelufi.

06 Mai 2016 13:31
  • christine
  • 0 Beiträge seit
    16 August 2026
Da zu gibt es tatsächlich einige Untersuchungen. Allerdings sind sehr viele neue Medikament dazugekommen und kommen ständig dazu so dass die Frage nicht mit einer 100% Sicherheit für zukünftige Jahre beantwortet werden kann.

Hier aber ein paar Gedanken dazu:

1. Wenn er eine konventionelle Chemo (u.U auch mit Revlimid / oder Melphalan) bekommen würde, würde eine spaẗere Stammzellensammlung schwer bis unmöglich sein. Nach dem heutigen Stand der Dinge gibt es eine längere Überlebenszeit nach einer ASCT.

2.Wenn er Stammzellen sammelt und dann eine Chemo machen würde, wie man das z.T. in den Staaten macht und in D sicher als Privatpatient auch tun kann. Z.B. Revlimid + Cortison muss er auch für ein paar Tage ohne Zigaretten in die Klinik :-( und da könnte er ja gleich eine ASCT machen.

3.Vielleicht verging ihm das Rauchen nach einem längeren Klinikaufenthalt. Er ist dann ja praktisch "da" und kann nicht anders, er geht dann auch nicht bei Euch die Wände hoch (das darfst du ja nicht so laut sagen sagen :silly: :silly: )

4. Ich würde deinem jungen rauchenden Mann also eine ASCT empfehlen. Das packt er sehr sicher und es ist gut kontrollierbar. Das ist derzeit der medizinische Stand der Dinge.

....wer weiss, in einigen Monaten ist er Nichtraucher ohne nachweisbare Krebszellen?

Das wünsche ich Euch- viel Glück!


(ich habe auch mal geraucht, kenne den Druck also sehr gut)

06 Mai 2016 18:10
  • Anomalia
  • 0 Beiträge seit
    16 August 2026
Liebe Kerstin, Liebe Chistine,

Danke für eure Gedanken zu dem Thema.

Es ist nicht nur das Rauchen, vor allem auch das Eingesperrtsein. Wir werden jetzt erst mal alles abwägen.
Er hat zumindest mal angefangen ein wenig zu essen. Wenn er sich nach der Bestrahlungserholung besser fühlt, sieht er alles vielleicht nochmal ganz anders.

Vielen Dank und liebe Grüße
Ano

06 Mai 2016 19:11
  • Margret
  • 0 Beiträge seit
    16 August 2026
Liebe Ano,

vom "eingesperrt sein" habt ihr / hat er vielleicht falsche Vorstellungen.

Mein Mann durfte jederzeit mit Mundschutz Zimmer und Station verlassen, natürlich immer gut die Hände desinfizieren und nie mit den "draussen-Schuhen" im Zimmer herumlaufen oder mit den "drinnen-Pantoffeln" draussen herumlaufen - eben normale Hygieneregeln. Ansonsten ist man nicht eingesperrt! Es ist wirklich nicht so schlimm, wie man es sich manchmal vorstellt.

Dein Mann ist noch so jung, er sollte jede Chance nutzen, die Krankheit so weit wie möglich zurückzudrängen! Mach ihm Mut!

Liebe Grüße
Margret

06 Mai 2016 22:11
  • joseph
  • 0 Beiträge seit
    16 August 2026
Man sollte sich nie einsperren lassen

Joseph

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