AMMonline

     

15 Feb. 2010 18:18
  • Kolma
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Welche Kombination ist sinnvoller im Rezidiv?
Kombination Velcade +Doxorubicin+ Dexamethason oder Velcade+ Cyclophsphamid+Dexamthason???
Nach zwei Zyklen Velcade + Dexa zeigt sich keine Wirkung. IGA und Leichtketten sind sogar noch leicht gestiegen.
Wir müssen in den nächsten Tagen mit unserem Onkologen entscheiden, wie weiter - ob wir noch unverändert einen dritten Zyklus dranhängen oder ob wir die Therapie modifizieren.
Mein Mann (Patient ) und ich sehen uns schon länger passiv die Beiträge im Forum an. Jetzt haben wir uns angemeldet und würden gerne von Euren Erfahrungen profitieren. Wer hat Erfahrung mit den beiden Kombinationsmöglichkeiten???
Danke im Voraus für Rückmeldungen!!!

  • joseph
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Hi Kolma

Ich hatte die

VELCADE / CAELYX / SOLUMEDROL = VELCADE / DUXORUBICIN / KORTISON Therapie

Solumedrol wurde mir verabreicht an Stelle von Dexametason, da DEXA mir zu viele Nebenwirkungen beschehrte

Mein Behandlungs-Chema war vor 3,5 Jahren wie folgt

1ter Zyklus

Woche 1 (immer nur einmal pro Woche) : VELCADE / CAELYX / SOLUMEDROL
Woche 2 : VELCADE / SOLUMEDROL
Woche 3 : VELCADE / SOLUMEDROL / Bondronat
Woche 4 : VELCADE / SOLUMEDROL

2ter Zyklus

Woche 1 (immer nur einmal pro Woche) : VELCADE / CAELYX / SOLUMEDROL
Woche 2 : VELCADE / SOLUMEDROL
Woche 3 : VELCADE / SOLUMEDROL / Bondronat
Woche 4 : VELCADE / SOLUMEDROL

3ter Zyklus

Woche 1 (immer nur einmal pro Woche) : VELCADE / CAELYX / SOLUMEDROL
Woche 2 : VELCADE / SOLUMEDROL
Woche 3 : VELCADE / SOLUMEDROL / Bondronat
Woche 4 : VELCADE / SOLUMEDROL

4ter Zyklus

Woche 1 (immer nur einmal pro Woche) : VELCADE / CAELYX / SOLUMEDROL
Woche 2 : VELCADE / SOLUMEDROL
Woche 3 : VELCADE / SOLUMEDROL / Bondronat
Woche 4 : VELCADE / SOLUMEDROL

Nach der 6 ten Woche waren meine Werte schon im Normbereich, auch die Leichtketten, aber die Therapie wurde insgesamt 16 Wochen durchgezogen

Das Solumedrol war mit 125mg intravenös doch sehr hoch dosiert, aber veträglich, immer nur 1 mal pro Woche

Da ich nicht in Deutschland lebe und wir hier in Luxemburg unsere Therapiesysteme mit unserem Onkologen selber gestalten können, wars damals für mich sehr einfach eine Therapie zu starten, die weder in USA noch in der EU zugelassen war für MM, ich ging das Risiko damals ein, mit dem Erfolg, seit 3 Jahren in CR ohne Beschwerden

Dieses soll eine Möglichkeit der Therapie darstellen, aber keine zwingende Empfehlung, da jeder menschliche Körper anders reagiert, könnte eine solche Therapie genauso schädlich sein, wie jede Andere

Es ist nicht einfach eine Wahl zu treffen, da hab ich voll Verständnis

Liebe Grüsse und Daumendruck

Joseph


16 Feb. 2010 08:27
  • AndreasR
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Guten Morgen Kolma,

ob es erfolgversprechender ist, Velcade/Dexamethason jetzt Doxorubicin oder Cyclophosphmid hinzuzufügen, kann ich nicht beurteilen. Ich kann Dir nur von meinen Erfahrungen mit Velcade/Dexa/Doxorubicin berichten.

Von März bis August 2009 habe ich 7 Zyklen Velcade/Dex gemacht. Während in 2007 und 2008 schon zwei Zyklen ausreichten, um die Leichtkettenwerte wesentlich zu erniedrigen und ich mir dann jeweils eine mehrmonatige Therapiepause gönnen konnte, fielen die Werte diesmal zwar auch unter der Therapie, stiegen dann aber in den kurzen Pausen zwischen den Zyklen wieder auf den Ausgangswert an. Also ist das Schema ab Oktober 2009 um Adriamycin (=Adriablastin = Doxorubicin = Caelyx) erweitert worden.

Der vierte Zyklus nach diesem PAD-Schema (PAD= Proteasomenhemmer, Adriamycin, Dexamethason) endete am 28.01.2010. Leider hat im meinem Fall die Hinzunahme von Doxorubicin nichts gebracht, auch jetzt stiegen die Werte in den kurzen Pausen wieder auf den Ausgangswert. Während ich aber unter Velcade/Dex keine Nebenwirkungen hatte, fand ich die erweiterte Therapie schon anstgrengend.

Das Behandlungsschema sah bei mir so aus:

Tag 1-4: 9mg/m² Doxorubicin iv
Tag1, 4,8,11 : 2,6mg/m² Velcade
Tag 1-4, 8, 11: 20mg Dex iv

Dazu an den Behandlungstagen im Vorlauf Navoban gegen Übelkeit.

Nebenwirkungen bei mir:

Etwa von Tag 5 -8 war ich matt, saß viel auf dem Sofa rum und schon kleine Spaziergänge fand ich anstrengend.
Die Schleimhäute entzündeten sich, Höhepunkt um Tag 10
Blähbauch und Neigung zu Verstopfung
Keine Übelkeit, kein Haarausfall
Nur leichte Beeinflussung des Bluttbildes (Thrombos und Leukos weiterhin im Normalbereich, HB zeitweilig von 12,x runter auf 10,x.)


Ob die Kombi mit Cyclophosphamid die bessere Wahl gewesen wäre? Wer weiß?!

Subjektiv fühle ich mich jetzt wieder gut. Da ich in 2002 eine allo hatte, bekomme ich jetzt nochmal Spender-Lymphozyten. Der erste Schub wurde am 29.01. verabreicht, der zweite am 09.02. und der dritte folgt Freitag. Mal sehn, was es bringt.

Gruß aus Berlin,

Andreas

  • carina
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Hallo Andrea,
habe gerade deinen Beitrag gelesen. Deine allo war in 2002. Wann hattest du denn 1. Redzidiv?
Und wie funktioniert das mit den Spender-Lymphozyten?
Habe meine allo zwar erst in 7/09 hinter mich gebracht und bin noch nicht ganz in CR aber wohl auf einem guten Weg, da alles rückläufig ist, aber man weiss ja nie..............
LG Andrea.

  • carina
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
noch mal ich, meinte natürlich Hallo Andreas..........sorry :)

  • Caro
  • 692 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
Hallo Kolma,

mein Lebensgefährte hat nach Diagnose als Induktionstherapie vor HD mit SZT (autolog) im Rahmen einer Studie Velcade (Bortezomib), Cyclophosphamid + Dexa bekommen. Velcade + Cyclo 1x pro Zyklus, Dexa 40 mg 4 x pro Zyklus. Er hatte so gut wie keine Nebenwirkungen und schon nach dem 1. Zyklus sind die Parameter (Leichtketten Kappa, IGA, ß2 Mikroglobulin nur so gepurzelt, so dass er schon vor der autologen von den Blutwerten her in kompletter Remission war. Leider hat diese nicht so lange gehalten wie gehofft, aber woran das liegt weiß wohl keiner.

LG Caro