AMMonline

     

warum riskant?? wurde erstellt von jürgenk
20 Juli 2013 14:22
  • jürgenk
  • 459 Beiträge seit
    25 August 2011
Liebe Mitstreiter

Fast alle von uns haben mindestens eine SZT hinter sich. Bei mir sind es drei.
Meine letzte liegt zehn Jahre zurück. Die Zeit ist schnelllebig. Man kann die Verfahren vermutlich kaum noch miteinander vergleichen.
Eine Frage drängt sich bei mir aber schon länger auf.
Warum konnte Joseph seine Sammlung und Transplantation einfach so machen? Ihr wisst es doch, bei unserem komischen Kauz war es ambulant. Bei der Maus wird es auch so gemacht. Das Taxi kann warten bis sie wieder raus kommt. Gut, bei ihr ist es wohl ein Versuch an der Maus, das macht man immer nebenbei.
Im Ernst Diddlmaus und auch Joseph.
Bei euch ist es das Verfahren im Ausland. Das klappt aber gut. An alle, die nun auf die Hygiene und die Risiken bei eben dem Mangel daran verweisen wollen. Den Keim im eigenen Heim müssen wir weniger fürchten. Mindestens nicht so sehr, wie die Vielzahl an verschiedenen Winzlingen im Krankenhaus.
Selbst während und nach der Allo wird ein Aufwand an Hygiene betrieben, der mir nicht angemessen erscheint. Hier konnte ich allerdings schon während der Allo in der Klinik mit Erlaubnis der Ärzte Essen von zu Hause bringen lassen und durfte Obst und Dosenwurst mit Vollkornbrot im Zimmer lagern.
Der Professor gestand mir zu, dass man sich mit dem Gedanken trüge, ob es nicht besser sei, einen Transplantierten frühzeitig mit den Keimen seiner Lebenswirklichkeit zu konfrontieren.
Warum setzt man uns hier diesen erheblichen Risiken in oft überfüllten Zimmern aus?
Gibt es Statistiken, die die Vorgehensweise in Luxemburg und der Schweiz schlechter stellen?
Schönes Wochenende
Jürgen

rudi antwortete auf warum riskant??
20 Juli 2013 17:43
  • rudi
  • 2203 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
Hallo Jürgen,
das stimmt natürlich und viele könnten wahrscheinlich die Transplantation ambulant machen, aber dem stehen mehrere Gründe bzw. Interessen gegenüber.
1. Nur wer sein Transplantationszentrum genügend nahe am Wohnort hat (sagen wir mal max. 30-45 Min. Autofahrt) kann das wagen und quasi jeden Tag pendeln, wenn er jederzeit einen Fahrer hat ?

2. Die Transplantationszentren verdienen natürlich am meisten, wenn der Patient immer in der Klinik ist.

3. Die Kassen würden diese ganzen Fahrtkosten einer ambulanten SZT nicht ohne weiteres übernehmen. Denn die Einsparung durch weniger Klinik Übernachtungen will niemand sehen.

4. Nicht jeder Patient mitsamt Angehörigen ist so gut aufgeklärt und informiert, das ein haupsächlicher Aufenthalt zu Hause in Aplasie ohne Risiko verlaufen würde.

Ich persönlich habe mich in der Klinik besser aufgehoben gefühlt, als jeden Tag und auch noch im Winter bei Eis und Schnee immer hin und her zu fahren. Ausserdem war ja Würzburg 230km von meinem deutschen "Basislager" entfernt.

Aber eventuell ändern sich eines Tages die Prozeduren und die Ärtze vom Zentrum kommen zu den Patienten nach Hause für die "ex-ambulante SZT" :D

LG
Rudi

Heilung ist ein individueller Prozess, der sehr stark an das persönliche Bewusstsein gebunden ist. Daher kann kein Mensch einen anderen Menschen heilen sondern immer nur auf dem Weg zu seiner persönlichen Heilung begleiten.

rudiversal.wordpress.com

abifiz antwortete auf warum riskant??
20 Juli 2013 20:26
  • abifiz
  • 0 Beiträge seit
    16 August 2026
Hi Jürgen.


Vom Hygienischen her ist jeder halbwegs geordneter Haushalt, bei welchem der Patient Unterstützung erfährt (keine eigene Beschäftigung mit Müll und Mülleimern -- vor allem nicht mit den Kompost-Mülleimern -- keine von einem selber erfolgenden Haus-Reinigungen, kein Insektenbefall selber zu bekämpfen, keine Gefahr offener -- auch kleinster -- Wunden), aus naheliegenden Gründen jeder Klinik überlegen. Vom Psychischem her wiederum auch, dort wo zuhause eine auffangende Umgebung ist (Familie z.B.), und es dem Patienten gut genug geht.

Es ist eher eine Frage der Umsetzung, der eingefahrenen Regelkreise, der Autonomie des Patienten, seines gesamten Gesundheitszustandes. In meinem Fall hätte es mehrere Gründe gegeben, die ein ambulantes Procedere verboten hätten, falls man 's überhaupt erwogen hätte. (Hat man natürlich nicht.) Mit Sicherheit werden dabei unter dem Strich die ambulanten Verfahren in Zukunft an Häufigkeit nach und nach sehr zunehmen.


abifiz

Caro antwortete auf warum riskant??
21 Juli 2013 12:36
  • Caro
  • 692 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
Hallo,

ich weiß aus dem amerikanischen Myeloma Beacon Forum, dass in den US zumindest die autologen SZT's meist ambulant gemacht werden. Weil dort die Fahrtstrecken oft sehr lang sind, haben viele Klinikgelände Bungalows, wo sich die Familie samt Patient in der kritischen Phase aufhalten kann.
Da dies eine verbesserte Lebensqualität für den Patienten und geringere Kosten verursacht, könnte ich mir vorstellen, dass dies auch bei uns hier Schule machen könnte. Je nach Entfernung zwischen Wohnort und Klinik.
Es kann ja zur Abwechslung auch mal was Gutes aus Amerika kommen......

Herzliche Grüße in die Runde

Caro

joseph antwortete auf warum riskant??
21 Juli 2013 13:40
  • joseph
  • 0 Beiträge seit
    16 August 2026
Hallo Jürgen & alle Anderen

Es gibt mehrere Patienten in Deutschland die ambulant die Autologe durchgezogen haben, also machbar

Das absolut Wichtige dabei ist die körperliche und mentale Verfassung des Patienten

Ich nehm mal mein Beispiel :

16ter Juni 2007 HD ambulant
17ter Juni 2007 Stammis zurück
dreimal, jeweils jeden 3ten Tag zur Serumauswertung
danach auf drei aufeinander folgenden Tagen zur Serumauswertung plus 2 mal Plättchen bekommen (Tag 11/12/13) .............. danach jeden 2ten Tag ............. am 13ten Juli bin ich 1.060km in Richtung Médoc gefahren mit Anhänger in einem durch.

Das geht nur bei intakter Verfassung

Wie Rudi angedeutet hat, bei Ihm versteh ich es vollkommen, da mit Hund und Katze im Haus, wäre ich dieses Risiko auch nicht eingegangen

Bei mir gabs ein striktes Besuchsverbot von den Enkelkinder, von der Frau unseres Ältesten (Erzieherin) usw.

Leichte Gartenarbeiten hab ich gemacht mit Handschuhen

===================

Ich bin Beführworter der Ambulanten Autologen

Liebe Grüsse

Joseph

Turok antwortete auf warum riskant??
21 Juli 2013 17:05
  • Turok
  • 200 Beiträge seit
    12 April 2013
Hallöchen an alle

Naja so ganz ohne Immunsystem gleich wieder allem ausgesetzt zu sein, weiß nicht so recht ob dies Sinnvoll ist. Auch wenn man sich persönlich ganz wohl fühlt und fit ist. Im KH hatt man bei mir doch sehr darauf geachtet das ich mich an die Vorgaben halte und was ich esse.
Gut im KH sind Keime die wir zu Hause nicht haben und woher sollten die Ärzte wissen wie es zu Hause bei einem aussieht. Das man in dieser Zeit auch zu Hause sein könnte war mir bis jetzt auch nicht bekannt und ob sich alle dann auch an die Regeln halten möchte ich auch mal in Frage stellen. All´s Patient wäre es bestimmt angenehmer in dieser Zeit bei seiner Familie zu sein. Aber was noch nicht ist, könnte ja doch irgend wann mal Zukunft sein. Wo ich ja keine KH mag und lieber von außen sehe wäre dies doch sehr angenehm. Da sich alles so schnell ändert in der Medi, vielleicht kann man bei der nächsten schon zu Hause bleiben.

Schön Sonntag noch und Liebe Grüße aus Berlin Dirk

....in den Pausen passiert das Wesentliche....

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