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01 Feb. 2019 18:38 - 01 Feb. 2019 19:23
  • Jo
  • Autor
  • 0 Beiträge seit
    11 September 2026
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Liebe Foristen,
Wie wir alle wissen, gibt uns der M-Gradient ( Wert der klonalen Proteine in % zur gesamten Proteinmenge) und der daraus errechnete Wert in g/l für die klonalen Proteine) neben der Leichtkettenratio diagnostisch den wichtigsten Wert zum Erkennen des Schwergrades unserer Erkrankung und dessen Verlaufs. Der M-Gradient wird durch die Serumelektrophorese ermittelt und stellt sich bei hohen Werten als eine sehr starke fast punktuelle Bande dar (die klonalen Proteine sind halt alle gleich und wandern deshalb in der Elektrophorese alle gleich weit). An dieser Stelle befinden sich aber auch noch gesunde polyklonale Proteine, die aber bei der Vielzahl der monoklonalen Proteine kaum ins Gewicht fallen, wenn die Krankheit stark ausgebrochen ist. Die bei der Elektrophorese angefärbten Proteine werden fototechnisch gescannt (Densitometrie) und die sich daraus ergebenden Werte können zur quantitativen Berechnung als Graph aufgetragen werden. Bei hohem Krankheitsgrad sind die klonalen Proteine durch den hohen Zacken also sehr einfach zu interpretieren, weil die gesunden polyklobale Proteine hier vernachlässigt werden können und meist ein wenig entfernt vom Maximum liegen. Der Wert unserer klonalen Proteine errechnet sich (Integration) aus der Fläche des Peaks. Nach Induktiontherapien sinken aber die Werte unseres M-Gradienten und der Wert unserer gesunden polyklonalen Proteine wird prozentual in der errechneten Fläche immer größer. Dieser Umstand führt in den vielen Laboren dazu, dass sie versuchen diesen Wert der polyklonalen Proteine abzuziehen. Wie machen sie das? Da die Kurve in partieller Remission weniger stark ansteigt, wird erst ab dem stärksten Anstieg gemessen und ermittelt. Da aber nicht standardisiert ist, ab welchem Anstiegsgrad die Messung beginnt, hat hier jedes Labor einen anderen Wert, teilweise wird - wie bei mir - nur noch die Spitze integriert und der flache Kurvenverlauf nur dem gesunden polyklobale Protein zugeschrieben. Eine realistischete Erfassung des stärkeren Anstiegs hat nun nach Salweder Nachfrage zu einer ganz anderen Interpretation geführt: no change. Diese Fehlinterpretationen kann also zu falschen Therapieentscheidungen führen. Salweder mahnt daher an, immer den ganzen Abschnitt standardisiert durch die Laufzeiten der Proteine während der Elektrophorese zu berechnen, um solche Fehlinterpretationen zu vermeiden, auch wenn die Werte dadurch höher ausfallen, als sie eigentlich sind
Letzte Änderung: 01 Feb. 2019 19:23 von klaus99. Begründung: Auf Antrag des Themenautors