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Mapoli antwortete auf Angst vor Strahlenbelastung
01 Aug. 2025 22:55 - 02 Aug. 2025 19:03
  • Mapoli
  • 1736 Beiträge seit
    18 Juni 2011
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Hallo Linchen,
erst mal zur Beruhigung: die Strahlenbelastung vom Low-Dose-CT ist nicht sehr hoch, auch wenn der Vergleich mit einem Langstreckenflug nicht stimmt. Aber die Sorgen die Du Dir jetzt machst, sind vermutlich schädlicher als die Strahlenbelastung. Man muss immer eine Nutzen-Risikobewertung machen und Dein Arzt will gerade weil Du noch so jung bist auf der sicheren Seite sein. Beim MM zeigen sich manchmal zunächst in den Knochen beginnende Veränderungen und erst später im Blut. Ob ein CT bei MGUS gemacht wird, oder nicht, hängt von der Risikobewertung ab, die Dein Arzt stellt. Du sprichst von "zusätzlichen Veränderungen in der Blutbildung". Vielleicht hat Dein Arzt das als zusätzlich Risiko bewertet.

Ich kann Dich aber sehr gut verstehen und Deine Sorgen auch nachvollziehen. Gerade mit kleinen Kindern möchte man sich keiner Gefahr aussetzen. Du möchtest für Deine Kinder da sein.
Das wirst Du auch!
Man sollte so wenig wie möglich CT Untersuchungen machen, aber so viel wie nötig und es ist gut, dass Du Dir in Deinem jungen Alter Gedanken darüber machst. Du sorgst gut für Dich. Wie Ibi so schön schreibt: für die Zukunft bist du jetzt bestens „gewappnet“.

Besonders im gebärfähigen Alter ist die Strahlenbelastung zu berücksichtigen. Aus dem Grund werden z.B. die Mammographien erst ab 50 durchgeführt. Eine Mammographie bds. hat mit den heute verwendeten Geräten eine Belastung von ca. 0,2-0,4 mSv. Ein Low-Dose-CT liegt mit ca. 3Gy darüber. Der immer wieder von den Ärzten gerne herangezogenen Vergleich mit den Langstreckenflügen hinkt da auch. Im Schnitt (je nach Flughöhe) rechnet man mit ca. 0,006 – 0,010 mSv/h (als Bsp. ein Flug von D nach Tokio 0,05-0,11mSv). Die Belastung durch Radon aus dem Boden liegt bei etwa 1,1 mSv pro Jahr. Wenn man allerdings in Gebieten mit hoher Radonbelastung wohnt und dann auch noch einen Keller hat, kann diese Zahl um ein vielfaches höher sein! Wer 20 Zigaretten am Tag raucht, hat eine Belastung von ca. 0,11 mSv. Ihr seht, Strahlung begegnet uns überall. Selbst dann, wenn wir unserer Hornhaut an den Füßen mit Bimsstein zu Leibe rücken, denn der strahlt auch.

Aber zurück zu Dir Linchen: Nun ist das CT gelaufen und Du kannst beruhigt sein. Es wurde alles untersucht und wenn die Ärzte Dir mitteilen, dass nichts im CT gefunden wurde, kannst Du Dich beruhigt zurücklehnen und freuen.

Besonders den Hinweis von Miregal solltet Du berücksichtigen: Es hilft und ändert nichts, sich ständig Sorgen zu machen und zu viel zu lesen!

Auch ich habe schon viele Ängste durchlebt, wie vermutlich fast alle hier und nach all den Jahren kann ich nur dazu raten, sich rechtzeitig psychoonkologische Hilfe zu holen, damit die Ängste nicht die Lebensqualität schmälern.

Ich wünsche Dir alles Gute und viel Freude mit Deinen Kindern. Möge das MGUS niemals zum MM werden.
LG
Ma
Letzte Änderung: 02 Aug. 2025 19:03 von Mapoli.

miregal antwortete auf Angst vor Strahlenbelastung
01 Aug. 2025 17:29
  • miregal
  • 1025 Beiträge seit
    17 Mai 2019
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Es hilft auch, nicht ständig über die Erkrankung zu lesen, die meisten Berichte sind veraltet und ändern kann man im MGUS/smouldering Status eh nix. Ich hab's seinerzeit trotzdem hin und wieder getan (hier im Forum gelesen) und dann war die Nacht mit Einschlafen gelaufen. Völlig übermüdet am nächsten Tag ins Büro geschleppt. Wenn deine Ängste nicht besser werden, würde ich dir den psychoonkologischen Dienst einer großen Klinik empfehlen.

Linchen antwortete auf Angst vor Strahlenbelastung
01 Aug. 2025 15:37
  • Linchen
  • Autor
  • 19 Beiträge seit
    06 Juli 2024
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Hallo Ibi,
vielen lieben Dank für deine Antwort! Das beruhigt mich gerade. Es sind immer wieder so nette Leute hier im Forum, die helfen. Ich fühle mich mit Mgus und den Sorgen die man hat immer ein bisschen alleine. Danke für eure Unterstützung.

Ibi antwortete auf Angst vor Strahlenbelastung
31 Juli 2025 10:25
  • Ibi
  • 202 Beiträge seit
    17 März 2025
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Hallo Linchen,
ich kann hier nur wiedergeben was uns mal gesagt wurde…
Die Low dose CT hat eine 4-5x niedrigere Strahlendosis als eine normale CT und läge damit unterhalb der Belastung von z.B. einer Mammographie, die in DE alle Frauen ab 50 alle 2 Jahre angeboten wird als Krebsfrüherkennung.
Ich denke die Vorteile überwiegen bei weitem die Nachteile.
Du hast jetzt nochmal zusätzlich die Wissenschaft bekommen, dass auch keine Knochenläsionen vorliegen. Das ist doch auch beruhigend, oder?
Es wird ja bei dir auch erstmal eine einmalige Geschichte sein, da du nicht an MM erkrankt bist, da hält sich die Strahlendosis dann auch wirklich in Grenzen. Und für die Zukunft bist du jetzt bestens „gewappnet“…

Ich wünsche die alles gute und dass dein MGUS ewig so bleibt.

Liebe Grüße
Ibi

Linchen antwortete auf Angst vor Strahlenbelastung
30 Juli 2025 19:05
  • Linchen
  • Autor
  • 19 Beiträge seit
    06 Juli 2024
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Danke Miregal!
Meine Werte wären nicht besorgniserregend und ein MM sei eigentlich ausgeschlossen. Ich habe es so verstanden, sie wollen ein Ct Bild quasi also Ausgangssituation, falls sich irgendetwas entwickeln würde. Hoffe wirklich, dass die Untersuchung sinnvoll war. Sie meinten es wäre nur eine Strahlenbelastung von einem Langstreckenflug. Habe natürlich viel nachgelesen und die Info gefunden 20-30 Flüge und die Belastung von 2,5 Jahren. Ich bin nach allen Untersuchungen und meinen 2 kleinen Kindern einfach so besorgt und ängstlich geworden.

miregal antwortete auf Angst vor Strahlenbelastung
30 Juli 2025 18:22
  • miregal
  • 1025 Beiträge seit
    17 Mai 2019
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Hallo Linchen,
jede Strahlenblastung kann Krebs hervorrufen. aber das passiert gehäuft erst bei kumuliert viel höherenn Dosen oder anderer Strahlenbelatung. (zB. Piloten oder Astronauten). Die Grenzwerte sind bewusst so gering gesetzt, so dass eine Kausalität der Strahlenbelastung zu anderen Krebsursachen statistisch nicht mehr unterscheidbar sind.
Und bei Dir geht es ja gerade darum, einen mögliche Krebsart früh zu erkennen, um dann rechtzeitig einzugreifen. Und das Interessante ist, dass Strahlung bestehenden Krebszellen mehr schadet wie gesunde, die das besser wegstecken, Deshalb ist eine therapeutische Bestrahlung auch ein Krebsbehandlungsmittel, natürlich fokussiert auf den Krebsherd. Und diese theraputische Strahlung ist gerne mal 10000 bis100000 mal so intensiv wie eine Röntgenuntersuchung oder CT. DIe empfindlichste bildgebende Diagnostik ist übrigens nicht MRT, sondern PET-CT. Da bekommt man vorher einen radioaktiven Zucker gespritzt, den die Krebszellen dankend "fressen" un so ihre Lokalisation im CT anzeigen. Die digitale "Photoplatte" erkennt dann dien/die Herde an der lokal fokussierten Strahlung des aufgenommenen Zuckers. So kann man auch kleinste Herde mit wenigen mm erkennen. aber natütlich ist ein PET-CT deutlich höhere Belastung wie ein ct . Du kannst natürlich als Selbstzahler ein MRT machen lassen, wird um die 1000€ kosten (pet-ct 3000€ aufwärts). Eine Privatkasse zahlt das normalerweise.
Wenn jetzt der Biopsiebefunf negativ, die Leichtketten im Serum aber positiv wären, dann liegt ein medizinischer Grund vor, nach extramedullären Herden zu suchen bzw nach fokalen Herden (Plamozyztom). Eine "Angst" vor einer Strahlenbelastung dürfte als Begründung nicht ausreichen, weil andere Gründe dagegen sprechen (Kosten-nutzen analyse)