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leopoldi antwortete auf Myelom-Plasmazellen Verdopplungszeit
23 März 2010 12:49
  • leopoldi
  • 1197 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
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Hallo,

ist doch interessant, was man den Befunden auch nach Monaten immer noch Neues entnehmen kann. Eine prozentuelle Angabe über die Proliferationsaktivität kann ich auf die Schnelle nicht finden.
Dafür bin ich über den Karnofsky Index gestolpert. Wurde bei Diagose mit 0 % angegeben. Da sind wir ja direkt noch mit 'nem blauen Auge davongekommen! (... war sicherlich ein Tippfehler ...)

LGe, Leopoldi

~ Wenn Du meinst auf der Schattenseite zu sein, denk dran - die Erde dreht sich ~

Margret antwortete auf Myelom-Plasmazellen Verdopplungszeit
23 März 2010 09:20
  • Margret
  • 0 Beiträge seit
    11 September 2026
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Hmmmm... das ist ja spannend. Aber auch verwirrend, denn:

Die meisten Patienten werden von der Diagnose MM völlig überrascht. Oft wird erst im Stadium III diagnostiziert. Zumeist handelt es sich dann um einen fast zufälligen Befund, nach massiven Knochenschmerzen und manchmal einer vorangegangenen Odysse durch die (orthopädischen) Arztpraxen, wobei im Blutbild keine negativen Veränderungen vorlagen. Mein Mann hatte zuletzt im Mai 2006 ein großes Blutbild - ohne Befund. Im November 2006 wurde er mit MM Stadium III diagnostiziert.

Das passt nicht recht zu den oben geschilderten, langen Vorlaufzeiten.

Die Vermehrung von (bösartigen) Zellen wird meines Wissens als "Proliferationsaktivität" gemessen; es gibt international verbindliche Mess-Standards zur Entwicklung und Vermehrung aller Zellarten im Knochenmark. Die "bösen" Zellen weichen davon ab, weil sie sich unkontrolliert vermehren. Hierzu fand ich bei Wikipedia:

(Zitat) ....so können Mutationen in Genen von Signalproteinen bewirken, dass die Zellproliferation unkontrolliert abläuft. Diese Onkogene bewirken, dass die Proliferation auch ohne Botenstoffe in Gang kommt, wodurch sich die Zelle selbstständig und unkontrolliert teilt. Die fatale Mutation wird dabei auf die Tochterzellen übertragen, die sich dann ebenfalls unkontrolliert weiterteilen können, was letztlich zur Entstehung entarteten Gewebes (Krebs) führen kann. (Zitatende)

Das spricht gegen eine kontrollierte und insofern auch berechenbare Zellvermehrung. An diesem Punkt wären weitere Erläuterungen von Experten nützlich.

Ich habe nochmals nachgesehen: Die Proliferationsaktivität betrug bei Diagnose bei meinem Mann 8%. Wobei mir unklar ist, was das konkret bedeutet - 8% von was und in welchem Zeitraum?

Vielleicht finden wir hier im Forum einen Experten, der uns das alles gründlich und laienkompatibel erhellen kann...

Myelom-Plasmazellen Verdopplungszeit wurde erstellt von rudi
22 März 2010 20:42
  • rudi
  • Autor
  • 2203 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
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Hallo,

B-Lymphozyten produzieren Plasmazellen und daraus entstehen bei Entartung dann die Plasmozytom oder Myelomzellen.

- typisch ist eine sehr langsame Tumorverdopplungszeit (4-6 Monate) nach klinischer Manifestation im Vergleich mit der Generationszeit von Plasmazellen (< 72 Stunden)
- klinisch diagnostizierbar erst ab einer Größe von 10hoch10 bis 5 x 10hoch11 Zellen, dann sind jedoch schon mehr als zwei Drittel der gesamten Wachstumszeit verstrichen.

Was heißt denn: "Dann sind schon mehr als zwei Drittel der gesamten Wachstumszeit verstrichen"?? Also, wenn man es klinisch überhaupt erkennen kann, sind 2/3 der gesamten Wachstumszeit bereits verstrichen?? Oder wie soll man das verstehen??

Wenn man mal mit einer Verdopplungszeit einer einzigen (ersten) entarteten Myelomzelle von 6 Monaten rechnet ergibt sich folgendes:
(vorausgesetzt keine Krebszellen sterben zwischenzeitlich ab)
nach 6 Monate = 2 Myelomzellen
12 Monate = 4 Zellen
18 Monate = 8 Zellen
2 Jahre = 16 Zellen
u.s.w.
nach 10 Jahren = 1 Million Myelomzellen (10 hoch 6)
nach 15 Jahren = 1 Milliarde Myelomzellen (10 hoch 9)
nach 20 Jahren = 1 Billion Myelomzellen (10 hoch 12)

also nach erst ca. 15 bis 20 Jahren ist Plasmozytom/Multiples Myelom klinisch diagnostizierbar????

Könnte sein wenn man die MGUS Verläufe anschaut.




Heilung ist ein individueller Prozess, der sehr stark an das persönliche Bewusstsein gebunden ist. Daher kann kein Mensch einen anderen Menschen heilen sondern immer nur auf dem Weg zu seiner persönlichen Heilung begleiten.

rudiversal.wordpress.com