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rudi antwortete auf Frage zur Humangenetik
31 März 2015 23:22
  • rudi
  • 2203 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
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Hallo Carina,
bei den genetischen Veränderungen und dem Alter von 39 Jahren wäre dein Mann nach den Myelomexperten ein typischer Fall, bei dem man überlegen sollte gleich auf eine allogene Transplantation hinzusteuern.
Aber ich will mich hier nicht aus dem Fenster lehnen und überlasse das den Onkologen von deinem Mann.

@Joseph
naja, ob die Myelomzellen sich nach der Fibonacci Regel wie die Kaninchen in einem abgeschlossenem Raum vermehren und dann noch unter der Annahme, das die Kaninchen alle unsterblich sind ist schon weit hergeholt.

Wir wissen ja nicht, ob im Verlauf der Vermehrung des MM alle Myelomzellen unsterblich sind ohne Therapie, oder ob unser Immunsystem eine undefinierte Anzahl der sich teilenden Myelomzellen tatsächlich auch vernichten kann.

Je nach Differenzierungsgrad der Myelomzellen bei der Entstehung und im späteren jahrelangen Verlauf teilen sich die Myelomzellen recht langsam oder ganz schnell. Und dazwischen gibt es unzählige Teilungsgeschwindigkeiten in den einzelen Phasen des MM und auch nach Abschluss von gravierenden Therapien.

Das MM und dessen Teilungsgeschwindigkeit lässt sich nicht mit mathematischen Reihen bestimmen, sondern entspricht oft eher der Chaostherorie.

Die Chaosforschung oder Chaostheorie bezeichnet ein nicht klar umgrenztes Teilgebiet der Nichtlinearen Dynamik bzw. der Dynamischen Systeme, welches der Mathematischen Physik oder angewandten Mathematik zugeordnet ist. Im Wesentlichen beschäftigt sie sich mit Ordnungen in speziellen dynamischen Systemen, deren zeitliche Entwicklung unvorhersagbar erscheint, obwohl die zugrundeliegenden Gleichungen deterministisch sind. Dieses Verhalten wird als deterministisches Chaos bezeichnet und entsteht, wenn Systeme empfindlich von den Anfangsbedingungen abhängen. Vermeintlich identische Wiederholungen eines Experimentes führen zu höchst unterschiedlichen Messergebnissen. Die Chaostheorie besagt nicht, dass identische Anfangsbedingungen (praktisch allerdings unmöglich, schon aufgrund der Unschärferelation) zu verschiedenen Ergebnissen führen würden.

In der Medizin sind die Entstehung tödlicher Embolien bei Arterienverkalkung, der Ausfall bestimmter Hirnfunktionen beim Schlaganfall oder die Entstehung bösartiger Tumoren nach Mutationen von Suppressor-Genen typische Beispiele für chaotisches Verhalten.

Und wie war das nochmal:
"Nur das Genie beherrscht das Chaos"
Und auf dieses oder diese Genies warten wir noch um die Heilung oder wenigstens dauerhafte Beherrschung des MM zu erreichen.

LG
Rudi


Heilung ist ein individueller Prozess, der sehr stark an das persönliche Bewusstsein gebunden ist. Daher kann kein Mensch einen anderen Menschen heilen sondern immer nur auf dem Weg zu seiner persönlichen Heilung begleiten.

rudiversal.wordpress.com

joseph antwortete auf Frage zur Humangenetik
31 März 2015 12:00
  • joseph
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    11 September 2026
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Hi Carina

Man muss eigentlich davon ausgehen, dass diese Gendefekte irgendwie im Körper vorhanden sind.

Da wir eine permante Zellerneuerung haben, jedes Organ wird erneuert innerhalb XX-Tagen/Wochen/Monaten, sogar Knochen erneuern sich mehrfach im Lebenszeitraum und bei einer Erneuerung von 1:1 besteht kein Problem.

Irgendwann, wenn der Körper/Immunsystem ermüdet, kommt halt ein Gen auf die schiefe Bahn und dann kommt es zur Multiplikatien der abgearteten Zelle, ich wende ums bildlich darzustellen mal die Fibonacci-Regel an ==>
1-1-2-3-5-8-13-21-34-55-89-144-233-377-610-987-1.597-2.584-4.181-6.765-10.946 usw.

auf 21 Zellteilungen, in diesem Beispiel vermehrt sich dieses falsche Gen um fast das 11.000 fache !!!!!! und dieses könnte bei Milliarden Teilungen pro Tag zu einer Explosion im Körper führen.

Der 50te Teiler ergibt ==> 12.586.269.025 !!!!!

Gut, dass unser Immunsystem das Missverhältnis erkennt und reagiert , nur irgendwann schlüpfen immer mehr durch und das MM oder ein anderer Krebs ist geboren ==> dann müssen Bestrahlungen, Velcade oder zbs. Revlimide dem Immunsystem helfen ......... was eine zeitlang funktionniert, bis ..............

Es ist davon auszugehen, dass diese Defekte vererbt werden, was aber nicht heisst, dass der Sohn oder die Tochter ein geschwächtes Immunsystem haben und diesen Defekt nicht bereinigen könnten

Liebe Grüsse

Joseph

audbei antwortete auf Frage zur Humangenetik
31 März 2015 09:10
  • audbei
  • 40 Beiträge seit
    06 Februar 2015
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Hallo Carina,

beim Patiententag in Würzburg Ende Februar, hat Prof. Einsele auf die Frage nach der Wahrscheinlichkeit geantwortet, dass eine so selten auftretende Krankheit wie das MM auch bei Verdoppelung der Fallzahlen immer noch eine sehr seltene Krankheit bliebe.

Die Frage der Vererbung ist hier im Forum neulich erst diskutiert worden. Es lässt sich wohl nicht klar vorher bestimmen. Aber selbst wenn, dann sagen viele, dass sie es gar nicht wissen wollten, weil das Wissen um die Möglichkeit auch bei geringer Wahrscheinlichkeit das Leben zu sehr belasten könnte. Einige Eltern meinten, dass ihre Kinder genug von der Erkrankung mitbekommen, um beim Auftreten von Verdachtsmomenten frühzeitig reagieren zu können.

Und zur Frage nach den Gendefekten: Uns wurde gesagt, dass im Körper Evolution stattfinde. Ein anfangs eher harmloses Myelom könne sich dadurch mit der Zeit als aggressiver herausstellen, als angenommen. Ich - als medizinischer Laie - erkläre mir auch die Tatsache, dass oftmals die Medikamente Zug um Zug unwirksam werden im Verlauf der Therapie, mit der trickreichen Entwicklung der kranken Zellen.

Das soll Euch keine Angst machen, jedes Myelom ist anders und die bösen Verläufe sind nicht die Regel!!

LG Barbara

Carrie2015 antwortete auf Frage zur Humangenetik
31 März 2015 06:52
  • Carrie2015
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    17 März 2015
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Danke für die Antwort Joseph!!
Ich habe mir schon eine Mappe angelegt wo ich alles abhefte. Ich habe aber noch mal eine ganz doofe Frage, diese Gendefekte bestehen die von Geburt an oder können die erst im Laufe des Lebens entstehen? Weil wenn die schon von Anfang an bestehen, könnte man ja eventuell sich testen lassen wenn ein Familienmitglied bestroffen ist von der Krankheit. Auch wenn es heißt die Krankheit ist nicht erblich, tritt sie ja familär doch schon öfter auf. Ich denke da vor allem an meine Kinder.....

LG Carina

Life is not about waiting for the storm to pass. It's about learning to dance in the rain!

joseph antwortete auf Frage zur Humangenetik
30 März 2015 11:49
  • joseph
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    11 September 2026
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Carrie2015 schrieb: Ja er hat letzte Woche mit der Chemo begonnen und bekommt auch so eine Vecade spritze. So ganz blick ich durch die ganzen Medikamenten Namen noch nicht durch.
LG carrie


Hallo Carrie

Dann wird dein Mann zumindest mal in die richtige Richtung therapiert, Velcade und T 4;14 passen zusammen

Jeder von uns MM-ler hat Gendefekte, aber man muss dazu sagen, auch "gesunde Menschen" haben Defekte und oft hebt ein Defekt den anderen auf.

Lege dir bitte direkt einen Ordner an, wo du alles von Serumauswertung bis zu Therapieprogrammen aufbewahren kannst

Liebe Grüsse

Joseph

Carrie2015 antwortete auf Frage zur Humangenetik
30 März 2015 10:22
  • Carrie2015
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  • 40 Beiträge seit
    17 März 2015
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Hallo Christine,

danke für Deine beruhigenden Worte. Ich hatte vergessen zu erwähnen dass es um meinem Mann (39) geht. Ich habe diesen bericht auch nur durch Zufall in dem Umschlag "gefunden" den er an der Uni abgeben sollte und ab ihn abfotografiert. Ich habe mir alle Sachen durchgelesen und diesen Bericht dadrin gefunden. Persönlich hat man uns das nicht gesagt. Ich habe auch meinem Mann nichts davon erzählt. Ja er hat letzte Woche mit der Chemo begonnen und bekommt auch so eine Vecade spritze. So ganz blick ich durch die ganzen Medikamenten Namen noch nicht durch.

LG carrie

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