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Studienteilnahme - Therapieentscheidung wurde erstellt von gast
24 Feb. 2011 15:00
  • gast
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Hallo an alle,

mein Vater (75) hat seit langer Zeit ein Multiples Myelom im Stadium I. Nun haben sich 2 Nierenwerte verschlechtert, und die Ärzte der Uniklinik Würzburg raten nun mit einer Therapie zu beginnen.

Mein Vater befindet sich in einem guten körperlichen Zustand, hat keine Symptome außer schäumenden Urin.

Therapievorschläge:

1. konventionelle Therapie:

Erfolgt durch Chemo „Melvan, Velcade und Cortison“ = Standardtherapie
Erfolgt teilstationär, d.h. wird in Uni verabreicht
Grundsätzlich 9 Einheiten, falls vorher Werte gut sind, erfolgt vorher Abbruch
Therapiefreie Zeit: 1 – 3 Jahre, danach kann Therapie mit Studienmedikament in Tablettenform durchgeführt werden, da DSMM XIII für 2. Therapie bereits zugelassen ist.
Häufige Nebenwirkung: Taube Finger od. Zehen

2. konventionelle Therapie (mit Stammzellentherapie):

Erfolgt durch Chemo + Stammzellentherapie
Erfolgt teilstationär
Therapiefreie Zeit: 2 – 5 Jahre
Für ältere Patienten belastender als Möglichkeit 1


3. Studienteilnahme DSMM XIII:

„Zweiarmige Studie“ (Dauer: 5 Jahre)

Am Beginn der Studie entscheidet das Los:

Zunächst bei beiden „Armen“ 3 Monate medikamentöse Therapie.

1. Variante: medikamentöse Studie läuft weiter
2. Variante: es werden Stammzellen im Körper gezüchtet (mit Hormontherapie), wenn diese gereift sind, werden diese ausgeschält und im Blut freigesetzt. Wirkt wie Blutwäsche.

Um feststellen zu können, ob man überhaupt für Studie geeignet ist, müssen umfangreiche Untersuchungen durchgeführt werden.


Nun ist die Frage, für welche Therapie man sich entscheidet.- Ist eine Studienteilnahme empfehlenswert? - Da, falls man in den
2. Arm fällt, eine Stammzellentherapie durchgeführt würde, die in dem Alter wohl sehr belastend sein kann.

Wie sind Eure Meinungen, Erfahrungen ???

Danke für Eure Antworten!


Jeanny150765 antwortete auf Studienteilnahme - Therapieentscheidung
24 Feb. 2011 16:58
  • Jeanny150765
  • 1161 Beiträge seit
    17 Juni 2010
Hallo,

ich würde die erste Therapie wählen.(Ich weiß,jeder Patient hat andere Ausgangswerte,man kann es nicht vergleichen)Meine Mutti ist 66 und macht diese Therapie gerade.Werte sind im Normbereich und ausser
einer Neurophatie durch Velcade(wurde ab 5.Zyklus abgesetzt)geht es Ihr gut bzw.hat Sie es gut toleriert.Einige Nebenwirkungen sind normal und nicht zu verhindern(Schwäche).
Ich finde man sollte auch das Alter berücksichtigen.
Alles Gute
LG
Jeanny

Martin.Q antwortete auf Studienteilnahme - Therapieentscheidung
24 Feb. 2011 18:10
  • Martin.Q
  • 512 Beiträge seit
    18 August 2009
Hallo,

hier im Forum wird dir keiner eine fundierte Entscheidung geben können, da keiner den Zustand deines Vaters einschätzen kann.

Ich kann nur sagen, dass die autologe HD grundsätzlich ein wichtiges Element in der Therapie ist und im Alter angepasst werden kann / angepasst wird.

@ Jeanny: In meinen Augen ist es nicht so einfach eureTherapie auf andere Patienten zu übertragen. Auch ist eine Einschätzung über den Erfolg bei der Mutti in meinen Augen etwas früh.

VLG

christine antwortete auf Studienteilnahme - Therapieentscheidung
24 Feb. 2011 19:26
  • christine
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Hallo Gast,
Christer hat recht....:-)

Schön dass dein Vater so lange im Stadium 1 war, dass sicher gut behandelbar ist und ihm viele gute Jahre geben kann - vor allem, wenn er durch die Therapien nicht zu sehr geschwächt wird!

Ich würde mich an Eurer Stelle auch nach Heidelberg zu einer Zweitmeinung bemühen.

LG

Jeanny150765 antwortete auf Studienteilnahme - Therapieentscheidung
24 Feb. 2011 19:48
  • Jeanny150765
  • 1161 Beiträge seit
    17 Juni 2010
Hallo


ich hab ja nicht die Therapie meiner Mutti versucht dem Gast
vorzuschlagen.Er oder Sie hat nach Erfahrungen gefragt.Das ist
doch klar,das man hier keine Therapieentscheidung fällen kann,das kann keiner...nur der behandelne Arzt.
Hochdosis ist die beste Wahl der Therapien,aber bei manchen Patienten ist ebend auch die konventionelle Therapie sehr erfolgreich.
Erfolg ist für uns schon deshalb,weil die Therapie sehr gut anschlägt und sich verfrüht darüber zu freuen,finde ich nur richtig.Auch bei einer Hochdosis weiß man nie,ob diese vielleicht beim älteren Patienten zu sehr belastend ist.Verfrüht freuen kann einem hier schon wieder etwas
den Mut nehmen.

LG
Jeanny

27 Feb. 2011 10:44
  • Karsten
  • 483 Beiträge seit
    22 April 2010
Hallo,

ich(45) habe im letzten Jahr eine doppelte autologe durchgezogen und ich muss ehrlich sagen mit 75 täte ich mir das warscheinlich nicht mehr an.
Man bedenke doch die Strapazen die der Körper bei dieser Therapieform durchstehen muss ist nicht ohne.
Erkläre einem 75-Jährigem mal das ihm vor der Stammzellenabnahme das Knochenmark mit Endoxan(Senfgas) zerstört wird.
Nach einer kurzen Erholungsphase kommt dann der richtige Hammer mit Melphalan,erneut werden alle kranken,aber auch alle gesunden Zellen platt gemacht. Das womöglich innerhalb einiger Monate sogar ein zweites mal.

Da würde ich persönlich die erste Therapieform bevorzugen,zumal man bei einem nicht anschlagen immer noch,so denke ich mal, ausweichen könnte und auf die Stammzellentherapie zurückgreifen kann.

Holt euch wie schon erwähnt eine zweite Ärtzliche Meinung ein.

Gruß aus dem Südharz
Karsten