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Mobilisierungstherapie zur SZT wurde erstellt von Muckel
04 Feb. 2025 16:09
  • Muckel
  • 27 Beiträge seit
    22 September 2024
Hallo, mein Ehemann hatte ja letztes Jahr im Februar einen Hinterwandinfarkt und nimmt jetzt ASS 100 als Dauertherapie. Er fängt am 26.02. mit der Mobilisierungstherapie für SZT an und soll dann ASS absetzen (Kardiologe gab kein o.k.) weil „angeblich“ die Thrombozyten nach dieser Chemo auf null gehen (hohe Blutungsgefahr). Ich kann mir das nicht vorstellen, denn so kann man einen Patienten nicht nach drei Tagen entlassen. Es sollen doch auch zu Hause die Wachstumsfaktoren gespritzt werden und ohne Blutgerinnung blutet die Einstichstelle ja wie verrückt. Wie hoch waren bei euch die Thrombozyten nach dieser Kurz-Chemo? Gab es irgendwelche Probleme mit der Blutgerinnung zu Hause? Selbst ich als ehemalige Krankenschwester habe diese Assistenzärztin mehrmals gefragt aber sie blieb bei ihrer Meinung, dass nach dieser Chemo die Thrombos gleich null sind. Die Apherese soll dann am 11.03. stattfinden.

Sunny antwortete auf Mobilisierungstherapie zur SZT
04 Feb. 2025 19:09
  • Sunny
  • 584 Beiträge seit
    07 Januar 2024
Hallo Muckel,
ich kann dir gerade inhaltlich teilweise nicht folgen. ASS ist doch zur Blutverdünnung da und nicht zur Blutgerinnung, was bedeutet, dass das ASS bei Blutungen dazu führen würde, dass es noch schlimmer blutet und noch weniger gerinnt. Wenn das ASS abgesetzt wird, wird das Blut also wieder dicker, deswegen rät der Kardiologe mit dem Hintergrund des Hinterwandinfarkt deines Mannes auch davon ab. Weil sein Blut dünn bleiben soll.

Wenn du also Bedenken wegen der Blutung an der Einstichstelle hast, dann doch eher mit ASS. Im übrigen ist die Nadel sehr dünn und mein Mann hat trotz Blutverdünner nie mehr geblutet, als wenn man sich in den Finger piekst.

Zum eigentlichen Thema. Mein Mann bekam viele Jahre lang Blutverdünner und wir können uns nicht erinnern, dass er sie während der Stammzellenmobilisierung absetzen musste. Allerdings ist das schon mehrere Jahre her und vielleicht gibt es neue Erkenntnisse. Jedenfalls denke ich nicht, dass ein Kardiologe sich mit dem Myelom und der Stammzellenmobilisierung auskennt und daher auch schlecht Risiko und Nutzen abwägen kann.

Ich würde an deiner Stelle zusehen, dass sich Klinik und Kardiologe in Verbindung setzen und das miteinander klären.

LG Sunny

Genieße deine Zeit, denn du lebst jetzt und heute. Morgen kannst du gestern nicht nachholen und später kommt früher als du denkst.

Muckel antwortete auf Mobilisierungstherapie zur SZT
04 Feb. 2025 21:07
  • Muckel
  • 27 Beiträge seit
    22 September 2024
Hallo Sunny, mir geht es nicht um das Absetzen des ASS, sondern dass laut Aussage der Ärztin die Thrombos gleich null sein sollen nach dieser Kurz-Chemo. Das kann ich mir eben nicht vorstellen, denn dann wäre mein Ehemann ja ohne Blutgerinnung, denn dafür sind die Thrombos ja zuständig. Er könnte dann Hirnblutungen etc. bekommen von Schnittverletzungen oder andere Verletzungen ganz zu schweigen. Es gäbe ja die Möglichkeit eine Mobilisierung ohne Chemo durchzuführen (Steady-state-Mobilisation), aber Prof. Einsele meinte, dies sei bei meinem Mann nicht angeraten (Hochrisikozytogenetik).

Callosum62 antwortete auf Mobilisierungstherapie zur SZT
05 Feb. 2025 09:05
  • Callosum62
  • 251 Beiträge seit
    18 September 2023
Hallo, Muckel,

gemach, gemach, ganz so wörtlich sollte man die Aussagen mancher Ärzte dann doch nicht nehmen. Also "Null Thrombozyten", dass ist doch sehr unwahrscheinlich. Ich habe im Verlauf meiner mittlerweile fast 8 Jahre ja schon ziemlich viel hartes Zeug in mich reinlaufen lassen, aber noch niemals waren meine Thrombozyten bei Null, auch nicht bei der Mobilisierungschemo. Aber selbst wenn die Thrombos dauerhaft unter kritische Werte sinken sollten, was beständig kontrolliert werden wird, können die durch Infusionen leicht wieder aufgefüllt werden.

Natürlich muss man bei niedrigen Thrombozytenwerten trotzdem aufpassen, gefährliche körperliche Aktivitäten empfehlen sich nicht, insbesondere innere Blutungen können heimtückisch sein, weil man sie ja nicht sieht. Und natürlich muss man Gerinnungshemmer vorübergehend reduzieren oder absetzen.

Bezüglich der Mobilisierungschemo würde ich dem Rat der Ärzte folgen; bei einem jüngeren MM-Kollegen von mir hat die Standard-Mobilisierungschemo wohl nicht richtig funktioniert, und sie haben im ersten Durchgang nur knapp 2 Millionen Stammzellen sammeln können (es braucht 6 Millionen). Er musste dann noch ein zweites Mal ans Gerät, also nochmal 4 Stunden, und zuvor haben sie ihm Nachts nochmal ordentlich Mozobil Plerixafor gespritzt, das macht auch nicht unbedingt Spaß...

Im Hinblick auf die Dauergabe von ASS100, was ja häufig nach Herzinfarkten gemacht wird, habe ich nach meiner tiefen Beinvenenthrombose die Ärzte gebeten, nach einer Alternative dafür zu suchen. Man weiß ja, dass ASS100 über die Dauer der Zeit gerne mal Magenblutungen hervorrufen kann. Seitdem bekomme ich Apixaban (Eliquis), 2.5 mg 1-0-1, und damit bin ich nebenwirkungsfrei durchgekommen bisher.

Folge Deinem Herzen, aber vergiss dabei nicht, Dein Hirn mitzunehmen.
(Alfred Adler)

Sunny antwortete auf Mobilisierungstherapie zur SZT
05 Feb. 2025 11:45
  • Sunny
  • 584 Beiträge seit
    07 Januar 2024
Hallo Muckel,
das hier habe ich in einem Infoblatt zur Mobilisierung und Spenden von peripheren Blutstammzellen mittels Aparese gefunden. Ist zwar schon einige Jahre alt, aber ist wohl immer noch aktuell.

Durch die Stammzellensammlung kommt es in vielen Fällen zu einem Absinken der Blutplättchen (Thrombozyten). Dabei ist davon auszugehen, dass nach der Stammzellengewinnung die Anzahl der Thrombozyten im Blut für ca. 7 Tage unterhalb des Normalwertes liegen.

Das Auftreten einer Blutungsneigung ist dabei jedoch extrem selten, weil die gemessenen Werte meist nur knapp unter dem Normbereich liegen. Die Einnahme von Schmerzmitteln welche Acetylsalicylsäure enthalten (z.B. Aspirin, Thomapyrin u.a.) sollten Sie jedoch wegen der zu erwartenden Blutverdünnung für ca. eine Woche nach der Stammzellensammlung vermeiden.


Wie ich schon sagte, der Kardiologe kennt die Einzelheiten der Stammzellensammlung höchstwahrscheinlich nicht und weiß daher wohl auch nicht, dass es währenddessen sowieso zur Blutverdünnung kommt, ein Absetzen des Medikaments daher sinnvoll ist.

Abgesehen davon wird hier im Forum von Prof. Einsele immer als Koryphäe gesprochen (ich persönlich kenne ihn nicht), dem viele sehr vertrauen. Wenn er also nicht genau weiß wovon er spricht, wer dann? Ich bin zwar auch niemand, der Ärzten blind vertraut und recherchiere wie du bei Dingen, die mir nicht schlüssig erscheinen, aber in diesem Fall würde ich ganz auf die langjährige Erfahrung der Ärzte und dem Prof. Einsele vertrauen.

LG Sunny

Genieße deine Zeit, denn du lebst jetzt und heute. Morgen kannst du gestern nicht nachholen und später kommt früher als du denkst.

Mapoli antwortete auf Mobilisierungstherapie zur SZT
05 Feb. 2025 13:36
  • Mapoli
  • 1728 Beiträge seit
    18 Juni 2011
Hallo Muckel,
sicherlich bekommt Ihr noch ein Aufklärungsgespräch in der Transfusionsmedizin. Dort könnt Ihr das Thema noch mal ansprechen und Euch genau erklären lassen.

Nicht nur die Vorchemo ist da ausschlaggebend, sondern auch Faktoren bei der Stammzellsammlung. So kann es z.B. sein, dass ein Shaldon-Katheder notwendig sein wird. Das hängt von den Venen ab. Bei der Apherese wird das Blut mit einem Citrat versetz, welches ebenfalls das Blut verdünnt. Die Vorchemo kann die Thrombozyten auch schon sehr herunterdrücken.

Lasst es Euch noch mal genau erklären und sprecht Eure Bedenken wegen dem Herzen an.

Alles Gute für Deinen Mann.

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