AMMonline

     

Die Haare wurde erstellt von Lachmöwe
31 Dez. 2022 17:33
  • Lachmöwe
  • 18 Beiträge seit
    24 September 2022
Hallo zusammen,

ich habe wirklich versucht, meine Antwort über ältere Beiträge zu bekommen und es tut mir wirklich leid wenn euch das Thema schon anödet. :-/
Ich habe in mehreren Beiträgen gelesen dass die Haare nach HD büschelweise ausgefallen sind. In einem Beitrag war sogar die Rede davon, dass er sich schon bei dieser Mini-Chemo für die Stammzellsammlung (sorry, bin neu auf dem Gebiet!) von seinem Haar verabschieden musste. Wieder jemand anderes beschrieb, dass ihm die Haupthaare gleich als es in die Isolation ging, abrasiert wurden. WTF, muss man da zustimmen!? An anderen Stellen im schlauen Internet stand, dass Haare nach SZT zum Teil gar nicht wieder nachwachsen und wenn dann teilweise grau und lockig?!?
Jetzt bin ich verunsichert. Was kommt denn da jetzt auf mich zu? Mit meinen 40 Jahren bin ich aktuell noch stolz auf volles, brünettes, langes Haar.
Also verlieren nun einige ihr Haar vollständig, andere nicht? Erst nach SZT oder schon bei der Sammlung? Und was ist an den Gerüchten über graue Locken dran? Und wenn dem so sei: Ab wann darf man sie färben? Das klingt ja gruselig. :-(

Danke und liebe Grüße,
Lachmöwe

Sorry, bin neu hier...

miregal antwortete auf Die Haare
31 Dez. 2022 17:59
  • miregal
  • 1025 Beiträge seit
    17 Mai 2019
Hallo Lachmöwe,
ich kann deine Sorgen verstehen. Der Haarausfall in einer Chemotherapie geht sehr auf die Psyche, wobei die Ärzte das eher als Beifang abtun. Es ist wohl so, dass die Haarzellen aufhören "Haar" zu produzieren. Nach etwa 2 Wochen brechen dann die alten Haare ab, weil an der Wurzel nichts oder nur extrem dünnes Haar nachwächst. Es ist nicht so, dass man eine Locke direkt abzupfen kann, aber in der Dusche bleibt schon ordentlich was liegen. Nach einer weiteren Woche wird es dann schon recht licht, was bei langen Haaren natürlich sehr ungewohnt aussieht. Oft bleiben an den Schläfen einige Haare übrig. Nach etwa 2 Monaten fängt es wieder zu sprießen an, zuerst Babyflaum und dan ein sehr lockiger Wuschelkopf. Nch dem ersten Haarschnitt verschwinden die Locken wieder und werden wieder wie ursprünglich.
Was kann man dagegen tun?
Eisbeutel auflegen hilft ein wenig, aber eher für die Mundschleimhaut empfohlen (Eis lutschen). Oder statt der Cyclo chemo eine steady-state Stammzellsammlung machen, dann bleiben die Haare erhalten. Das dumme ist nur, dass die Anregung zur Stammzellvermehrung mit GCF Wachstumshormonen meist nicht ausreicht, weshalb man vorher die Chemo macht. Bei der steady state Behandlung die man während der Corona Pandemie zeitweise eingestetzt hat, bekommt man eine weitere Hormonspritze, die allerdings rund 7000€ kostet . die Chemo ist wesentlich billiger und zuverlässiger, und reduziert nebenbei auch die Tumorlast (natürlich nicht so intensiv wie die HD Chemo). Bei meiner HD hab ich dann auch mit dem Rasierer/Bartschneider mich selbst der gerade nachgewachsenen Mähne entledigt, als es wieder anfing zu haaren (bei mir waren 10 Monate zwischen Sammlung und HD)

Doris2460 antwortete auf Die Haare
01 Jan. 2023 14:46 - 01 Jan. 2023 14:47
  • Doris2460
  • 685 Beiträge seit
    13 August 2022
Hallo Lachmöwe,

ich habe meine Haare nach der Mobilisierung zur Stammzellensammlung verloren. Darauf war ich nicht vorbereitet. eines Morgens hatte ich keine Lust aufzustehen und habe dann mittags bemerkt, dass ich ziemlich viele Haare verloren hatte. War geschockt, hab mir ein Rezept für eine Perücke ausstellen lassen. Ich wollte kurz darauf mit dem Wohnwagen in Urlaub und dachte o Gott, alle werden mich mitleidig ansehen.

Dann habe ich Dank Amazon jede Menge Mützen bestellt (Ende August), meine Bekannte, gleichzeitig meine Friseurin, die bei sich daheim ihrer Arbeit nachgeht, angerufen und mir die Haare abrasieren lassen. Die letzten 2 mm bleiben stehen, da die Kopfhaut schon gereizt war.

Ich musste dann ohne Perücke in den Urlaub, weil es zu kurzfristig war. Da ich aber immer für eine Nacht therapiebedingt nach Hause musste, hatte ich nach der 1. Woche meine wirklich total schöne Perücke. Bis dahin hatte ich mich allerdings schon an die Glatze und die Mützen gewöhnt, auch in der Öffentlichkeit. Ich hatte nie das Gefühl, dass man mich mitleidig ansieht. Die Perücke habe ich höchsten 10 bis 15 mal angehabt, war mir zu unpraktisch. Habe zu dem Zeitpunkt ständig am Kopf geschwitzt oder gefroren.

Anfang November war meine HD, da war ich eigentlich froh, dass ich nicht den Schock des Haarausfalls verkraften musste. Das Haar war gerade ein klitzekleines bisschen gewachsen und sind mir dann nach einer Weile wieder ausgefallen.

Sie sind dann relativ langsam nachgewachsen, die Farbe war zunächst nicht wirklich erkennbar. Meine Haare sind nicht grau nachgewachsen (bin damals 61 gewesen) und auch jetzt nicht grau, Ich hatte Locken, aber keine Miniplielocken. Mein Haar war total schön und total pflegeleicht, ich hätte mir gewünscht es bleibt wie es ist. Im September musste ich mir dann leider die Haare schneiden lassen, eine Woche später waren die Locken/Wellen weg. Allerdings waren meine Haare vorher total fein, man konnte nicht viel damit anfangen. Jetzt sind meine Haar viel kräftiger und ich kann die Kurzhaarfrisur tragen, die meine Friseurin früher nicht schneiden wollte.

Ich bin mit meinen Haaren viel glücklicher als früher. Ich war geschockt beim Zeitpunkt des Ausfall, aber alles in allem war es gut wie es gekommen ist.

Allen ein gutes 2023 mit möglichst viel Gesundheit, Freude, Kraft und positiven Gedanken

Doris

Doris
Das Leben geht weiter, selbst wenn es humpelt
Letzte Änderung: 01 Jan. 2023 14:47 von Doris2460. Begründung: Ergänzt

BB antwortete auf Die Haare
02 Jan. 2023 18:08
  • BB
  • 142 Beiträge seit
    18 Dezember 2021
Kann dich voll verstehen, dass du verunsichert bist, Lachmöve. Ging mir nicht anders.

Ob jemand die Haare schon bei der Mobilisierung der Stammzellen verliert, kommt wohl auf das verwendete Mittel und die jeweils körpereigene Reaktion darauf an. Ich hatte die Mobilisierung durch Chemo abgelehnt und eine allogene SZT machen lassen.
Dass Haare nie wieder nachwachsen, kommt anscheinend vor, ist aber sehr sehr sehr selten.

Ich hatte vor dem ganzen Chemo-Sch... schulterlange Haare. Und ich wusste nicht, was auf mich zukommt. Google sagte, Chemo=Haare weg. Meine Ärztin sagte aber das komplette Gegenteil. Als ich dann einen Arzt befragt hatte als mir ungewöhnlich viele Haare ausgingen, da hieß es nur: "Natürlich gehen die Haare aus bei der Therapie."
Tja...da saß ich nun. Jeden Tag gingen mehr Haare raus. Sie fielen mir ins Essen, sie lagen kreuz und quer auf meinem Kopfkissen, hingen sich in die Strümpfe rein und Haare waschen hab ich mich gar nicht mehr getraut.
Am nächsten Tag habe ich mir aus der Klinik raus einen Friseur gesucht - für in 3 Tagen. Der wäre am liebsten sofort gekommen, ich wollte meine Entlassung abwarten. Ich habe gar nicht verstanden, warum der so schnell auf einen Termin gedrängt hat.
Beim Friseur habe ich mir eine schöne Perücke ausgesucht. Sie sollte schon am nächsten Tag da sein. Da ich aber nicht selber Auto fahren konnte, wurde der Termin zum Anpassen erst 2 Tage später gemacht - wieder eine ungläubige Mine vom Friseur. Mir gingen zuhause schon soviele Haare raus, dass ich nur noch einen Rattenschwanz an zusammengefassten Haaren hatte. Zum Glück hatte mein Freund eine Cappy da. Spätestens da wusste ich, warum der Friseur so zur Eile gedrängt hat.
Im Laden nochmal Haare gewaschen + Kopfmassage. Danach waren sehr sehr viele Haare weg. Ich wollte sie aber noch ein letztes Mal geschnitten bekommen - mein letzter Friseurbesuch war wegen ständiger Krankenhausaufenthalte einfach schon viel zu lange her. Hatte danach eine interessante Kurzhaarfrisur^^
Die Perücke hatte ich von da an eigentlich ständig an: zur Fahrt in die Klinik bzw. Ambulanz, bei jedem Arztbesuch, beim Einkaufen, wenn ich zum Müll gegangen bin etc.
In der Wohnung hatte ich meine Chemo-Mützchen auf. Wenn Besuch kam hatte ich allerdings immer meine Perücke auf.

Nach der HD waren dann bis auf 3 Haare wirklich alle weg. Aber sie kamen auch ganz schnell wieder. SEHR lockig (ist wohl umso lockiger, je mehr Naturwellen man vorher schon hatte) und da ich immer gefärbt hatte, in einer für mich ungewohnten - doch recht grauen - Farbe.
Meine HD ging am 31.8. los. Vor ca 4 Wochen hat mein Freund mir den Nacken ausrasiert und ist mir auch mal mit dem längsten Aufsatz seines Barttrimmers durch die Haare. Einfach, dass diese komischen spitzen Enden abrasiert waren. Die Haare haben sich - wie mir der Friseur vorausgesagt hat - nämlich teils wie ein Filzteppich verhakt.
Das ist jetzt weg, ich habe jetzt graue Locken Modell: Rauhaardackel. Wenn die Haare noch länger werden, werde ich zum Friseur gehen und die wieder schneiden lassen.

Auf der Station wurde mir erzählt, dass viele - vorallem - weibliche Patienten sich die Haare abrasieren lassen, sobald der Ausfall beginnt. Einfach weil es praktischer ist und in der Dusche weniger Sauerei gibt. Ich konnte mir das für mich nicht vorstellen - angeboten wurde es mir aber. Ich wollte unbedingt nochmal die Haare geschnitten bekommen. Egal wie wenig da noch oben standen und wie wenig es sich gelohnt hat, dafür 80 Euro auszugeben^^ Für mich war allein das Gefühl unbezahlbar.

Mittlerweile sind meine Haare gut 4 cm lang. Und ich trage meine Perücke immer noch für Termine außer Haus - und auch wenn Besuch kommt. Ich mag meinen Lockenkopf einfach nicht - meine Naturwellen habe ich ebenfalls nie gemocht, vielleicht kommt das hierbei zusätzlich zum tragen. Wenn sich die Locken rauswachsen sieht das wahrscheinlich wieder anders aus

Achso: ich bin 38 und familiärbedingt hatte ich mit Mitte 20 schon viele graue Haare. Glaube nicht, dass es wirklich mehr geworden sind durch die Chemo. In die HD ging ich mit ca 3mm langen Haaren. Als die ausgefallen sind, war es deutlich unauffälliger und weniger lästig als mit den langen Haaren.


Zum Abrasieren wirst du definitiv von niemandem gezwungen. Wenn du willst, dann kannst du sogar aus der Isolation rausspazieren. Du bist als Patient für dich selbst verantwortlich und Zwang gibt es nicht.

Cory72 antwortete auf Die Haare
03 Jan. 2023 13:50
  • Cory72
  • 10 Beiträge seit
    16 Januar 2022
Hallo Lachmöwe. Ich hatte im Januar 2021 Mobilisierungschemo zur Stammzellsammlung. Ca. 3 Wochen nach dieser Chemo hab ich die Haare verloren. Mich hat es einfach angeekelt überall diese Haare zu finden, hab sie mir dann von meiner Tochter abrasieren lassen. Ich hab dann überall, außer im Haus, Perücke getragen. Im März 21 war meine erste HD, im Juni 21 die zweite. Seit September 21 wachsen die Haare wieder. Derzeit sind sie ca. 5 cm, sehr dunkel mit viel grau darin und lockig. Von Natur war ich früher hellbraun, aber seit vielen Jahren blond. Früher hatte ich viele Locken, seit einigen Jahren nur noch Naturkrause, hässlich wenn es feuchtes Wetter ist. Momentan sehe ich aus, wie aus den 50igern, mit Wasserwelle, aber weißt du was, ist mir egal. Als die Haare erst einmal vom Kopf waren habe ich Frieden geschlossen. Vorher war das eine Horrorvorstellung. Jetzt bin ich froh wieder was auf dem Kopf zu haben, egal welche Farbe und welche Struktur. Ich verstehe deine Angst, aber du entscheidest ob du sie rasiert oder nicht. Glaube dass sie gar nicht mehr kommen ist eher selten. Ich fand auch gut, dass Wimpern und Augenbrauen nicht ausgefallen sind, dann sieht man wenn man Perücke trägt überhaupt nicht,vdass man krank ist. Ich hatte eine Perücke die zu 70% aus Echthaar bestand, ist wirklich gar nicht aufgefallen.
Wünsche dir alles Gute.

HeBa antwortete auf Die Haare
03 Jan. 2023 20:45
  • HeBa
  • 27 Beiträge seit
    24 Dezember 2021
Meine Haare begannen erst auszufallen, als die Hochdosischemo intus war. Ich habe mir Mützen aus dünner Baumwolle bestellt und bin damit gut durch die Zeit gekommen. Perücke hatte ich keine. Da ich seit Jahren kurze Haare trage, war der Unterschied nicht so krass und sie sind relativ schnell wieder gewachsen. Eine Änderung der Struktur habe ich nicht gemerkt.