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Zoledronsäure/Alternativen? wurde erstellt von Arianne
26 Jan. 2020 16:49
  • Arianne
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Hallo an alle!
Falls es die Antworten zu nachfolgender Frage schon gibt, entschuldigt bitte. Wäre nett, wenn Ihr mir dann den Thread zeigen könntet.
Meine Mutter bekommt seit kurzem einmal monatlich Zoledronat/Biphosphonat (wegen Knochenläsionen, die sie allerdings im Alltag noch nicht bemerkt hat, im CT gesehen). Zahnstatus hat sie im Vorfeld überprüfen lassen.
Soweit ich weiß, ergibt sich wohl aus einer Studie, dass Zoledronat ziemlich wirksam ist und nicht nur die Knochen stärkt, sondern wohl auch das Myelom bekämpft. Trotzdem belastet die Gabe dieses Medikaments meine Mutter psychisch (körperlich bislang ganz gut vertragen), weil sie Angst vor Kiefernekrosen hat.
Deswegen meine Frage an Euch: ist jemand von Euch bei Recherchen oder aus eigener Erfahrung auf ein Biphosphonat gestoßen, von welchem nachweislich bekannt ist, dass es weniger Kiefernekrosen verursacht?
Komme bei meinen Recherchen im Internet nicht weiter.
Vielen Dank jetzt schon für Eure Antworten!
Viele Grüße, Arianne

Logopädin antwortete auf Zoledronsäure/Alternativen?
26 Jan. 2020 17:19
  • Logopädin
  • 422 Beiträge seit
    06 Februar 2016
Hallo Arianne,
Wenn es Präparate gäbe, die keine oder wesentlich weniger Kiefernekrosen machen würden, dann
wären alle beteiligten Partner im Gesundheitswesen verpflichtet, diese zu verwenden.
Alles Andere wäre dann nämlich Körperverletzung.
Ist doch logisch - zur Zeit gibt es also einfach nichts Besseres...
Bemerkenswert finde ich, dass du die Idee hast, durch Suche im Netz was "nachweislich" Besseres finden zu können.
Wäre einen Vorschlag für den Nobelpreis wert, wenn das funktionieren würde - und noch kein Mediziner drauf gekommen wäre
Liebe Grüße
Nicole

Arianne antwortete auf Zoledronsäure/Alternativen?
26 Jan. 2020 18:41
  • Arianne
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Hallo Nicole!
Ich bin ziemlich neu hier im Forum und hatte mir einen freundlichen Austausch erhofft. Ich bin etwas von Deinem ironischen Ton überrascht.
Ich denke, dass es durchaus möglich sein könnte, dass Zoledronat deswegen das Mittel der Wahl ist, weil es eben auch als sehr wirksam gegen das Myelom eingeschätzt wird und nicht nur für den Knochenaufbau. Das schließt es aber meiner Meinung nach nicht aus, dass ein Mittel bekannt sein könnte, das das Myelom weniger bekämpft (trotzdem gut für die Knochen ist) UND weniger Kiefernekrosen verursacht (aber wegen seiner geringeren Antimyelomwirksamkeit nicht standardmäßig in Erwägung gezogen wird). Das wäre dann eine Frage der Abwägung, in welchen sauren Apfel man beißen möchte. Das haben aber vielleicht manche Ärzte nicht auf dem Schirm, dass man eine solche Abwägung treffen möchte. Mit logisch oder „unlogisch“ hat das meiner Meinung nach nichts zu tun.
Viele Grüße

gex antwortete auf Zoledronsäure/Alternativen?
26 Jan. 2020 19:58
  • gex
  • 592 Beiträge seit
    15 Juni 2016
Hallo Arianne,
der größste Risikofaktor für Kiefernekrosen ist schlechte Zahnpflege und schlechte Zahngesundheit.
Zoledronsäure alleine verursacht keine Kiefernekrosen, sondern begünstigt sie bei vorgenannten Problemen, wenn z.B. Kieferknochen frei liegen.
Da deine Mutter anscheinend ein gutes Zahnbild hat, sollte sie vor allem die Zähne weiter gut pflegen. Dann muss sie auch kaum Angst vor Nekrosen haben. Angst ist kein guter Ratgeber.
Es gibt noch Bondronat, das schützt die Knochen aber erheblich weniger als Zoledronat.
Die manchmal berichtete angebliche Anti-Myelom-Wirkung von Zoledronat ist m.E. verschwindend gering im Vergleich zu sonstigen Medikamenten. Würde ich nicht allzu viel drauf geben. Zoledronat ist keine Anti-Myelom-Therapie, sondern Knochenschutz.
Alles Gute Gex

Diagnose Smoldering MM 01/14, IgG lambda, FISH t(11;14)
Erste Therapie ab 04/19: Isatuximab + VRd -> PR erreicht
09/20 HD/aSZT sehr gut vertragen und VGPR, danach keine Erhaltungstherapie
Anfang 2023 Rezidiv mit Rippenbrüchen und Osteolyse Schlüsselbein
seit 06/23 Pomalidomid +Dex, wieder PR

Jo antwortete auf Zoledronsäure/Alternativen?
26 Jan. 2020 20:33 - 26 Jan. 2020 21:01
  • Jo
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Liebe Arianne,
das ist ganz genau so, wie Gex es hier beschreibt. Auslöser der Kiefernekrose ist per se nicht Zometa sondern Bakterien. Diese zerstören Zahn und Knochen. Zometa blockiert allerdings unsere Osteoklasten ( ich nenne sie einmal die "Aufräumpolizei"), sie bilden einen natürlichen zusätzlichen Schutz für unsere Zahngesundheit. Die Folge ihrer Ausbremsen im Kiefer: Bakterien können sich ungestört weiter ausbreiten, sich im Gewebsmüll verstecken, neues Knochenwachstum führt dann zu Wucherungen. Ein fieser Teufelskreis. Der Mikrostoffwechsel im Kieferknochen ist allerdings anders als im übrigen Knochenskelett. Es gibt hier so gut wie nie zu beobachteten Osteolysen. Die Osteoklasten werden hier von dem durch die Bakterien zerstörten Gewebe getriggert. Daher ist das Ausbremsen der Osteoklasten durch Zometa hier zwar ärgerlich, aber ein notwendiges Übel, um den Rest der Knochen vor dem Knochenfraß zu schützen. Wenn deine Mama Angst vor Nekrosen hat, ist daher absolute Zahnpflege mit Zahnzwischeraumbürsten, Zahnseide und elektr. Zahnbürsten nach allen Mahlzeiten die allerbeste Vorbeugung und nicht das Absetzen von Zometa. LG Jo
Letzte Änderung: 26 Jan. 2020 21:01 von Jo.

Jo antwortete auf Zoledronsäure/Alternativen?
26 Jan. 2020 20:56 - 26 Jan. 2020 20:56
  • Jo
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Noch ein Nachtrag,
ein blöder Verbündeter der Bakterien ist der Zahnstein, den wir in der Regel auch durch gründliche Reinigung meist nicht komplett verhindern können. Für uns alle ist daher eine vierteljährlich professionelle Zahnreinigung Pflicht. Übrigens, wenn mann dies rechtzeitig und gut macht, kommt es auch - wie bei mir - zu keinerlei Blutungen dabei.
Letzte Änderung: 26 Jan. 2020 20:56 von Jo.

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