VRd oder VCd wurde erstellt von Dave64
26 Nov. 2019 13:56
- Dave64
2 Beiträge seit
24 Oktober 2019
24 Oktober 2019
Hallo liebe Forumsmitglieder,
ich bin Angehöriger eines Myelom-Patienten und wollte mich an euch bezüglich der Behandlung von meinem Vater wenden. Nähere Details zu seiner Erkrankung könnt Ihr meinem Profil entnehmen.
Da das nicht der einzige Fall mit einer hämatologischen Erkrankung in der Familie ist, kenn ich mit den Mitteln einigermaßen aus, da auch einige Medikamente in der CLL (chronisch lymphatische Leukämie) Anwendung finden.
Bezüglich seiner Behandlung waren wir bisher in 2 Kliniken um eine Entscheidung zu treffen.
An der Uniklinik Würzburg hat man uns zu dem Schema VRD 4xZyklen danach Reevaluation eines Hochdosiskonzepts geraten.
Auf Nachfrage warum nicht VCD, sagte man uns einfach, man würde VRD vorziehen.
Die 2. Klinik(bei uns gleich um die Ecke) riet uns zu VCD mit ähnlichem Verlauf.
Auf die Gegenfrage warum nicht VRD, hieß es man befürchte nicht mehr soviel Stammzellen mobilisieren zu können.
Eine Studienteilnahme ist aufgrund des fortgeschrittenen Alters nicht möglich. Äußerlich ist mein Vater fit aber ohne die Schmerzmittel leidet er sehr. Die Kriterien für eine Behandlung erfüllt er.
Welches Schema wäre die geeignetere Wahl und was haltet ihr von den Einwänden?
Vielen Dank im Voraus für eure Antworten.
Euer Dave
ich bin Angehöriger eines Myelom-Patienten und wollte mich an euch bezüglich der Behandlung von meinem Vater wenden. Nähere Details zu seiner Erkrankung könnt Ihr meinem Profil entnehmen.
Da das nicht der einzige Fall mit einer hämatologischen Erkrankung in der Familie ist, kenn ich mit den Mitteln einigermaßen aus, da auch einige Medikamente in der CLL (chronisch lymphatische Leukämie) Anwendung finden.
Bezüglich seiner Behandlung waren wir bisher in 2 Kliniken um eine Entscheidung zu treffen.
An der Uniklinik Würzburg hat man uns zu dem Schema VRD 4xZyklen danach Reevaluation eines Hochdosiskonzepts geraten.
Auf Nachfrage warum nicht VCD, sagte man uns einfach, man würde VRD vorziehen.
Die 2. Klinik(bei uns gleich um die Ecke) riet uns zu VCD mit ähnlichem Verlauf.
Auf die Gegenfrage warum nicht VRD, hieß es man befürchte nicht mehr soviel Stammzellen mobilisieren zu können.
Eine Studienteilnahme ist aufgrund des fortgeschrittenen Alters nicht möglich. Äußerlich ist mein Vater fit aber ohne die Schmerzmittel leidet er sehr. Die Kriterien für eine Behandlung erfüllt er.
Welches Schema wäre die geeignetere Wahl und was haltet ihr von den Einwänden?
Vielen Dank im Voraus für eure Antworten.
Euer Dave
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
MyelomaTrier antwortete auf VRd oder VCd
26 Nov. 2019 18:47
- MyelomaTrier
0 Beiträge seit
15 August 2026
15 August 2026
Hallo Dave,
VCD und VRD sind meines Wissens zwei verschiedene Varianten der Induktionschemotherapie, die auf die eigentliche Stammzellsammlung keinen Einfluss haben dürfte. Nach der Induktion folgt eine weitere Therapie zur Mobilisierung der Stammzellen, wenn eine Hochdosischemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation in Betracht gezogen wird. Mit über 70 Jahren ist diese Behandlung nicht ohne Risiken, wobei sie immer öfter auch in diesem Alter erfolgreich durchgeführt wird. Kommt auf die Gesamtkonstitution an (Herz?).
VRD ist der VCD-Kombi in Studien etwas überlegen, beides kann aber eine gute Wirkung erzielen. In jedem Fall seid Ihr in Würzburg in einer Klinik, die über viel Erfahrung bei der Myelombehandlung verfügt.
VCD und VRD sind meines Wissens zwei verschiedene Varianten der Induktionschemotherapie, die auf die eigentliche Stammzellsammlung keinen Einfluss haben dürfte. Nach der Induktion folgt eine weitere Therapie zur Mobilisierung der Stammzellen, wenn eine Hochdosischemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation in Betracht gezogen wird. Mit über 70 Jahren ist diese Behandlung nicht ohne Risiken, wobei sie immer öfter auch in diesem Alter erfolgreich durchgeführt wird. Kommt auf die Gesamtkonstitution an (Herz?).
VRD ist der VCD-Kombi in Studien etwas überlegen, beides kann aber eine gute Wirkung erzielen. In jedem Fall seid Ihr in Würzburg in einer Klinik, die über viel Erfahrung bei der Myelombehandlung verfügt.
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
Jo antwortete auf VRd oder VCd
26 Nov. 2019 20:02 - 26 Nov. 2019 20:03
- Jo
0 Beiträge seit
15 August 2026
15 August 2026
Hallo Dave, ich würde das Teufelszeug Cyclophospamid nie wieder nehmen. Bei mir hat es noch nicht einmal zu einem Rückgang von M-Protein oder der Leichtketten geführt. Aber das gilt natürlich nicht für alle Patienten.
Pauschal will und kann ich natürlich deshalb nicht jedem Patienten davon abraten, weil es auch bösartige Zellen zerstören kann. Cyclophosphamid ist, daß sollte man aber immer bedenken, eine ziemlich heftige chemische Keule, häufig mit schweren Nebenwirkungen und Kollateralschäden für viele gesunde Zellen. Wenn eine Alternative dazu angeboten wird, ist das echt prima. Es freut mich, dass das auch in Würzburg empfohlen wird. Wenn eine Therapie mit dem Immunmodulator Revlimid ebenso funktioniert, ist das sicher schonender für unseren Körper. Daumen hoch und liebe Grüße von Jo
Pauschal will und kann ich natürlich deshalb nicht jedem Patienten davon abraten, weil es auch bösartige Zellen zerstören kann. Cyclophosphamid ist, daß sollte man aber immer bedenken, eine ziemlich heftige chemische Keule, häufig mit schweren Nebenwirkungen und Kollateralschäden für viele gesunde Zellen. Wenn eine Alternative dazu angeboten wird, ist das echt prima. Es freut mich, dass das auch in Würzburg empfohlen wird. Wenn eine Therapie mit dem Immunmodulator Revlimid ebenso funktioniert, ist das sicher schonender für unseren Körper. Daumen hoch und liebe Grüße von Jo
Letzte Änderung: 26 Nov. 2019 20:03 von Jo.
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
Dave64 antwortete auf VRd oder VCd
26 Nov. 2019 20:10
- Dave64
2 Beiträge seit
24 Oktober 2019
24 Oktober 2019
Hallo MyelomaTrier,
vielen Dank erstmal für deine Antwort.
Ich hatte bereits erwähnt, dass mein Vater leider nicht der einzige mit einer hämatologischen Erkrankung ist. Wir haben noch einen Cll Fall in der Familie. Jetzt hatte ich dem behandelnden Onkologen die Unterlagen geschickt und dieser hat eine ganz andere Behandlung vorgeschlagen.
Nämlich Daratumumab plus Bortezomib, Melphalan, und Prednisone. Mit dieser Behandlung wird natürlich die Stammzellentransplantation verabschiedet.
Dieser Behandlungstyp liefert laut Literatur vergleichbare PFS wie eine Stammzellentransplantation.
Mein Vater hat keine Herzerkrankung aber laut dem CT Bericht sind beide Herzkammern vergrößert, d.h. was nicht ist kann noch sein.
Langsam versteh ich den Arzt aus einem Youtube Video der gesagt hat:
"Der Vorteil ist wir haben zu viele Behandlungsmöglichkeiten aber der Nachteil ist auch wir haben zu viele Behandlungsmöglichkeiten"
Wie würdet Ihr euch entscheiden und warum?
Vielen Dank im Voraus für eure Antworten.
Euer Dave
vielen Dank erstmal für deine Antwort.
Ich hatte bereits erwähnt, dass mein Vater leider nicht der einzige mit einer hämatologischen Erkrankung ist. Wir haben noch einen Cll Fall in der Familie. Jetzt hatte ich dem behandelnden Onkologen die Unterlagen geschickt und dieser hat eine ganz andere Behandlung vorgeschlagen.
Nämlich Daratumumab plus Bortezomib, Melphalan, und Prednisone. Mit dieser Behandlung wird natürlich die Stammzellentransplantation verabschiedet.
Dieser Behandlungstyp liefert laut Literatur vergleichbare PFS wie eine Stammzellentransplantation.
Mein Vater hat keine Herzerkrankung aber laut dem CT Bericht sind beide Herzkammern vergrößert, d.h. was nicht ist kann noch sein.
Langsam versteh ich den Arzt aus einem Youtube Video der gesagt hat:
"Der Vorteil ist wir haben zu viele Behandlungsmöglichkeiten aber der Nachteil ist auch wir haben zu viele Behandlungsmöglichkeiten"
Wie würdet Ihr euch entscheiden und warum?
Vielen Dank im Voraus für eure Antworten.
Euer Dave
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
Urmel antwortete auf VRd oder VCd
26 Nov. 2019 22:24
- Urmel
-
25 Beiträge seit
21 November 2017
21 November 2017
Hallo Dave, ich stand mit 72 vor dem gleichen Problem. Ich habe (beim 2. Mal) eine sehr vorsichtige Variante gewählt. Erst Rd ein Jahr, bis die Nebenwerte nicht mehr mitmachten. Danach permannt Vd einmal wöchentlich mit Unterbrechung alle 3 oder 4 Wochen. Das "permanent" konnte ich nach 2 Jahren beenden und brauche seit 1,5 Jahren gar nichts mehr. Ob das auch bei fortgeschrittenen Konstellationen hilft, ist natürlich eine andere Frage. Die VRd Variante hat als Nebenwirkung häufig PNP zur Folge. Aber wegen der Schmerzen ist sie hier wohl angebracht.
Dass immer noch Cyclophosphamid und Melphalan angewendet wird, könnte an dem veraltetem Wissen einiger älterer Mediziner liegen und den günstigeren Preisen dieser Medikamente. Der Nutzen der autologen SZT für Ältere leuchtet mir auch nicht so recht ein. Wenn irgendwann gar nichts mehr hilft kann man ja später noch auf die "Oldtimer" oder besser ganz neue Mittel zurückgreifen.
Dass immer noch Cyclophosphamid und Melphalan angewendet wird, könnte an dem veraltetem Wissen einiger älterer Mediziner liegen und den günstigeren Preisen dieser Medikamente. Der Nutzen der autologen SZT für Ältere leuchtet mir auch nicht so recht ein. Wenn irgendwann gar nichts mehr hilft kann man ja später noch auf die "Oldtimer" oder besser ganz neue Mittel zurückgreifen.
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
Unknownuser antwortete auf VRd oder VCd
27 Nov. 2019 09:23
- Unknownuser
194 Beiträge seit
15 September 2019
15 September 2019
Hallo Dave,
alle Studien weisen bisher daraufhin das eine frühe Stammzelltransplantation mit einem längeren Gesamtüberleben einhergeht. Eine Dauertherapie mit einem Monoklonale Antikörper ist für den Körper allerdings weniger belastend.
Ich selbst hatte meine Induktionstherapie mit Cyclophoshamid und ich hatte keine Nebenwirkungen bei einem sehr guten Ansprechen.
Ich denke es gibt keine Pauschales besser oder schlechter da jeder Körper anders ist.
Ich kann dir nur den Tipp geben triff deine Entscheidung und stelle Sie nachher nicht in Frage, denn es war zu dem Zeitpunkt die Option die dir am besten erschien.
alle Studien weisen bisher daraufhin das eine frühe Stammzelltransplantation mit einem längeren Gesamtüberleben einhergeht. Eine Dauertherapie mit einem Monoklonale Antikörper ist für den Körper allerdings weniger belastend.
Ich selbst hatte meine Induktionstherapie mit Cyclophoshamid und ich hatte keine Nebenwirkungen bei einem sehr guten Ansprechen.
Ich denke es gibt keine Pauschales besser oder schlechter da jeder Körper anders ist.
Ich kann dir nur den Tipp geben triff deine Entscheidung und stelle Sie nachher nicht in Frage, denn es war zu dem Zeitpunkt die Option die dir am besten erschien.
"Am Ende ist alles gut, nur davor ist manchmal echt Scheiße"
Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.
