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Das Leiden der Angehörigen wurde erstellt von Carrie2015
12 Juni 2019 13:26
  • Carrie2015
  • 40 Beiträge seit
    17 März 2015
Hallo, ich hoffe der Beitrag passt in diese Rubrik. Mein Mann hat seit 4 Jahren nun die Diagnose Multiples Myelom. Die letzten 4 Jahre waren heftig. Voller Anstrengung, Hoffnung, Rückschlägen, aber auch voller Lebensfreude und Tatendrang. Wir haben die letzten 4 Jahre so intensiv gelebt wie noch nie. Dafür bin ich sehr dankbar. Seit 2 Jahren bekommt er nun die Antikörpertherapie die bis jetzt auch gut gewirkt hat. Bei der letzten Kontrolle im April waren die Werte das erste Mal wieder leicht gestiegen. Noch kein Grund zur Besorgnis laut Ärztin, wir warten nächste Kontrolle ab. Die steht jetzt in 2 Wochen an und was soll ich sagen: Ich bin ein Wrack. Ich habe das Gefühl jetzt am Ende meiner Kräfte angekommen sein. Die ganze Stärke der letzten Jahren, die ganze Zuversicht alles ist plötzlich weg. Ich sehe alles nur noch negativ und habe das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen. Im August wollen wir in den Urlaub fliegen, das erste Mal nach sehr langer Zeit zu viert. Unsere Kinder sind 8 und 10 und freuen sich so darauf. Ich habe Angst sie wieder enttäuschen zu müssen, wenn es meinem Mann nicht gut geht bzw. wenn die Werte noch weiter gestiegen sind und wieder etwas neues ausprobiert werden muss. Dabei haben wir den Urlaub alle so bitter nötig. Mein Mann hat seit dem letzten Monat 2 Infekte gehabt, ich habe das Gefühl er ist wieder anfälliger geworden. Andererseits wenn es ihm gut geht, ist es voller Energie und nicht zu stoppen. Er macht sich auch gar nicht sooo viele Gedanken wie ich. Ich möchte stark sein für ihn, für unsere Kinder und für meine Arbeit muss ich auch funktionieren (ich arbeite Vollzeit im öffentlichen Dienst). Doch zurzeit geht nichts mehr. Ich bin nur traurig und voller Angst. Dabei möchte ich nicht so sein. Kennt ihr das? Ich möchte auch nicht jammern, schließlich bin nicht ich diejenige die unter dieser *** Krankheit leiden muss. Jedenfalls nicht körperlich. Ich weiß nicht wie ich die nächsten Wochen bis zur Besprechung überstehen soll ohne komplett durchzudrehen. Ich hoffe es ist ok wenn ich das hier alles schreibe, ich habe sonst nicht viele Leute mit denen ich sprechen kann. Die meisten fragen immer nur wie es meinem Mann und den Kindern geht. Ich habe das Gefühl sobald ich etwas über mich erzähle, werde ich schräge angeschaut, so nach dem Motto "Du bist doch nicht die die krank ist". Stimmt ja auch irgendwie. :( Danke fürs lesen.

Life is not about waiting for the storm to pass. It's about learning to dance in the rain!

hase25 antwortete auf Das Leiden der Angehörigen
12 Juni 2019 14:06
  • hase25
  • 423 Beiträge seit
    15 Februar 2017
Hallo Carrie2015,

vielleicht suchst du dir eine Beratungsstelle (Krebsberatung oder Psychologen) wo du im geschützen Raum deine Ängste und Sorgen besprechen kannst. Das wäre was, was du für dich tun kannst.

Aber andererseits male nicht direkt den Teufel an die Wand. Es muss ja nicht unbedingt bedeuten, dass dein Mann in den nächsten Wochen das nächste behandlungspflichtige Rezidiv entwickelt. Unter Umständen sind die beiden Infekte schuld an den geänderten Werten. Warte doch erst mal ab, was die nächsten Untersuchungen bringen. Panikmachen bringt dich nicht weiter.

Schaue, dass es dir gut geht. Kümmere dich um dich und deine Familie. Vielleicht kannst du ja auch mit deinem Mann über deine Ängste sprechen. Wir alle wissen, dass uns diese Krankheit irgendwann einholt. Aber bis dahin wollen wir leben. Die Angehörigen bleiben übrig und müssen lernen mit ihren Schmerz umzugehen. Wir leben mit dem Schmerz, unsere Lieben verlassen zu müssen.

Katharina

Ein Tag ohne ein Lächeln ist ein verlorener Tag!

kikki1309 antwortete auf Das Leiden der Angehörigen
12 Juni 2019 15:23
  • kikki1309
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
www.myelom.org/diagnose-therapie/weiterf...von-krebserpatienten

Hallo carrie15,

ich kann dich so gut verstehen, ich habe mich zum Online-Training (siehe Link) angemeldet und bin jetzt seit 3 Wochen dabei und es gefällt mir sehr gut- evt. auch etwas für dich.

Liebe Grüße
kikki1309

Carrie2015 antwortete auf Das Leiden der Angehörigen
12 Juni 2019 15:25
  • Carrie2015
  • 40 Beiträge seit
    17 März 2015
Vielen Dank!!

Life is not about waiting for the storm to pass. It's about learning to dance in the rain!

Kaeferle antwortete auf Das Leiden der Angehörigen
13 Juni 2019 21:36
  • Kaeferle
  • 175 Beiträge seit
    07 Januar 2018
Liebe Carrie,
manchmal ist auch bei uns Angehörigen der Akku völlig alle. Die Gedanken kreisen und es ist schwer, einfach über den Kopf ab zu schalten. Es ist schon viel geraten worden und auch ich habe mich bei dem Online Training angemeldet. Ich glaube, dass es hilfreich ist, "kleine Inseln" zum Auftanken zu schaffen, sicher nicht leicht mit zwei Kindern. Bei mir sind es Kontakte zu Andern, die manchmal helfen können. Das wünsche ich Dir auch. Ich drücke Dir die Daumen, dass Ihr einen Familienurlaub machen könnt.
liebe Grüße Monika

Emi antwortete auf Das Leiden der Angehörigen
17 Juni 2019 21:53
  • Emi
  • 230 Beiträge seit
    17 Dezember 2015
Carrie, ich hab dir eine private Nachricht geschrieben. LG Emi

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