Niedrig dosiertes Dexa - Ende der Euphorie wurde erstellt von AndreasR
10 Mai 2010 19:15
- AndreasR
0 Beiträge seit
15 August 2026
15 August 2026
Liebe Forumsteilnehmer,
eine Information vom gestrigen Berliner Patiententag möchte ich hier weitergeben, weil sie mir besonders wichtig erscheint:
In den vergangenen zwei Jahren wurde oft beschrieben, dass Patienten, die niedirg dosiertes Dexamethason in Kombination mit anderen Medikamenten nehmen, gleiche Therapieerfolge aber weniger Nebenwirkungen haben und dadurch im Überleben Vorteile erzielen im Vergleich zu denjenigen, die Dexamethason hochdosiert bekommen. Gezeigt wurde dies an der Kombination Revlimid/Dexa.
Im März hat Rajkumar eine Arbeit veröffentlicht die zeigt, dass sich bei Betrachtung eines längeren Zeitraums dieser Vorteil nicht nur verliert, sondern sogar in sein Gegenteil verkehrt: Die Überlebenskurven schneiden sich, letztendlich haben doch die einen Vorteil, die mehr Dexamethason nehmen. Fazit: Ergebnisse sind erst dann wirklich aussagekräftig, wenn man einen langen Beobachtungszeitraum zugrunde legen kann.
Andreas
eine Information vom gestrigen Berliner Patiententag möchte ich hier weitergeben, weil sie mir besonders wichtig erscheint:
In den vergangenen zwei Jahren wurde oft beschrieben, dass Patienten, die niedirg dosiertes Dexamethason in Kombination mit anderen Medikamenten nehmen, gleiche Therapieerfolge aber weniger Nebenwirkungen haben und dadurch im Überleben Vorteile erzielen im Vergleich zu denjenigen, die Dexamethason hochdosiert bekommen. Gezeigt wurde dies an der Kombination Revlimid/Dexa.
Im März hat Rajkumar eine Arbeit veröffentlicht die zeigt, dass sich bei Betrachtung eines längeren Zeitraums dieser Vorteil nicht nur verliert, sondern sogar in sein Gegenteil verkehrt: Die Überlebenskurven schneiden sich, letztendlich haben doch die einen Vorteil, die mehr Dexamethason nehmen. Fazit: Ergebnisse sind erst dann wirklich aussagekräftig, wenn man einen langen Beobachtungszeitraum zugrunde legen kann.
Andreas
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Feuerfuchs antwortete auf Niedrig dosiertes Dexa - Ende der Euphorie
10 Mai 2010 20:54
- Feuerfuchs
0 Beiträge seit
15 August 2026
15 August 2026
Hallo,
ich finde die Arbeit nicht - nur die da (älter)
www.thelancet.com/journals/lanonc/articl...9%2970284-0/abstract
War die im Lancet, NJEM oder im Mayo-Hausblatt?
Würde gerne gucken, ob die Daten es hergeben, so generalisiert zu schlußfolgern.
Denn andererseits habe ich Dr. Blau so verstanden, dass Steroide generell und vielfältig in den gesamten Stoffwechsel eingreifen und man über Langzeitfolgen bisher nur sehr wenig sagen kann - Steroide mit Vorsicht einzusetzen sind...und einfach die Zeit fehlt um die Langzeitwirkungen bei Bortezomib und Co. auch in Kombination zu beurteilen.
Alles Liebe
ich finde die Arbeit nicht - nur die da (älter)
www.thelancet.com/journals/lanonc/articl...9%2970284-0/abstract
War die im Lancet, NJEM oder im Mayo-Hausblatt?
Würde gerne gucken, ob die Daten es hergeben, so generalisiert zu schlußfolgern.
Denn andererseits habe ich Dr. Blau so verstanden, dass Steroide generell und vielfältig in den gesamten Stoffwechsel eingreifen und man über Langzeitfolgen bisher nur sehr wenig sagen kann - Steroide mit Vorsicht einzusetzen sind...und einfach die Zeit fehlt um die Langzeitwirkungen bei Bortezomib und Co. auch in Kombination zu beurteilen.
Alles Liebe
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Martin.Q antwortete auf Niedrig dosiertes Dexa - Ende der Euphorie
10 Mai 2010 21:06
- Martin.Q
512 Beiträge seit
18 August 2009
18 August 2009
Hallo Andreas,
das ist ja interessant. Hat er dazu auch eine Folie gezeigt, wenn ja kannst du diese besorgen.... ?!
Ich hatte ja mal einige Links bezgl. der Dauer von Revlimid (wie lange und in welcher Dosis) gepostet:
Link 1
und hier
Link 2
Wie lange und welcher Dosis sollte denn jetzt Revlimid und Dexa genommen werden... ?!
VLG
das ist ja interessant. Hat er dazu auch eine Folie gezeigt, wenn ja kannst du diese besorgen.... ?!
Ich hatte ja mal einige Links bezgl. der Dauer von Revlimid (wie lange und in welcher Dosis) gepostet:
Link 1
und hier
Link 2
Wie lange und welcher Dosis sollte denn jetzt Revlimid und Dexa genommen werden... ?!
VLG
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KretaKater antwortete auf Niedrig dosiertes Dexa - Ende der Euphorie
10 Mai 2010 21:43
- KretaKater
0 Beiträge seit
15 August 2026
15 August 2026
. . . ohje . . . wieder mal die lieben Statistiker . . . ich erinnere mich, wie mein Mann Velcade bekam, das war Ende 2006, und wir dann wegen der Nebenwirkungen vom Dexa schon kurz vor dem Abbruch der gesamten Therapie standen. Die Onkologen meinten dann damals, dass man auf Dexa auch verzichten könne, der eventuelle Vorteil wäre minimalst und rein statistischer Natur . . . na fein . . . und das haben wir dann auch so gemacht. Und trotzdem hatte mein Mann im Anschluss - der letzte Zyklus Velcade wurde nicht beendet wegen der dramatisch absinkenden Thrombos - eine komplette Remission, nur noch 2% Plasmazellen.
Ich weiß immer noch nicht wofür Dexa eigentlich sinnvoll sein soll. Im Gegenteil: mein Mann hat dadurch eine ausgeprägte allgemeine Osteoporose. Natürlich untersucht man sowas normalerweise bei Männern nicht, ich gehe aber davon aus, dass vorher seine Knochen absolut gut waren, denn er war Extremsportler mit vielen vielen sportbedingten Unfällen. Da hätte es längst krachen müssen, wenn ich allein an die schlimmen Stürze denke, wie er noch wie ein Verrückter auf Blades unterwegs war, oder Downhill . . .
Dann hat er seine Knochen eine Zeit nach der Therapie mit Dexa mal ganz genau untersuchen lassen, also nicht die "normale" Knochendichtemessung, sondern eine spezielle Untersuchung in einem Osteoporose-Zentrum. Die Bälkchen-Struktur der Knochen ist eine Katastrophe.
Wen will ich jetzt dafür anklagen? Und wenn es dann stimmt, dass dieser Mist eigentlich nicht notwendig gewesen wäre . . .
Ach ja . . . nicht dass ich das auch noch vergesse: eine andere Nebenwirkung war durch den explosionsartig aufgedunsenen Bauch ein hübscher und schmerzhafter Nabelbruch . . . alles nicht so schlimm, wenn einem sonst nix fehlt!
LG
Britta
Ich weiß immer noch nicht wofür Dexa eigentlich sinnvoll sein soll. Im Gegenteil: mein Mann hat dadurch eine ausgeprägte allgemeine Osteoporose. Natürlich untersucht man sowas normalerweise bei Männern nicht, ich gehe aber davon aus, dass vorher seine Knochen absolut gut waren, denn er war Extremsportler mit vielen vielen sportbedingten Unfällen. Da hätte es längst krachen müssen, wenn ich allein an die schlimmen Stürze denke, wie er noch wie ein Verrückter auf Blades unterwegs war, oder Downhill . . .
Dann hat er seine Knochen eine Zeit nach der Therapie mit Dexa mal ganz genau untersuchen lassen, also nicht die "normale" Knochendichtemessung, sondern eine spezielle Untersuchung in einem Osteoporose-Zentrum. Die Bälkchen-Struktur der Knochen ist eine Katastrophe.
Wen will ich jetzt dafür anklagen? Und wenn es dann stimmt, dass dieser Mist eigentlich nicht notwendig gewesen wäre . . .
Ach ja . . . nicht dass ich das auch noch vergesse: eine andere Nebenwirkung war durch den explosionsartig aufgedunsenen Bauch ein hübscher und schmerzhafter Nabelbruch . . . alles nicht so schlimm, wenn einem sonst nix fehlt!
LG
Britta
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AndreasR antwortete auf Niedrig dosiertes Dexa - Ende der Euphorie
11 Mai 2010 12:58
- AndreasR
0 Beiträge seit
15 August 2026
15 August 2026
Lieber Feuerfuchs und alle,
du hast den richtigen Artikel verlinkt. Er ist im Lancet Oncology Heft 11/2010 erschienen. Das kam tatsächlich schon im Januar raus. Ich hatte mich mit März geirrt.
In dem Abstract zu dem Artikel wird nur der kurzzeitige Vorteil einer Behandlung mit niedrigdosiertem Dexamethason beschrieben. Weiter hinten werden dann die Kurven gezeigt, wie sie sich nach Langzeit-Beobachtungen ergeben, und da sieht man eben, dass der Vorteil verschwindet und sich ins Gegenteil verkehrt. Aber das wird nicht weiter diskutiert, weil es nicht zum Aufgabenumfang der Studie gehört.
Mir liegt der Artikel in voller Länge vor. Wer ihn als PDF haben möchte, kann mir eine Email an andreas.rajewski[at]gmx.de schreiben, dann schicke ich ihn zu.
@christer: Die Folien von Blau habe ich nicht. Aber er hat nur eine Abbildung aus dem Lancet-Artikel gezeigt. Bist du auch an dem kompletten Artikel interessiert?
@Britta: Klar, hier geht es immer nur um Statistiken, die eine Wahrscheinlichkeit ausdrücken und nicht auf jeden Individualfall anwendbar sind. Habe heute mit Dr. Blau noch einmal kurz darüber diskutiert. Auch er gibt weiterhin eher niedrig dosiertes Dexa, besonders wenn Patienten Probleme mit der Verträglichkeit haben.
Und klar ist auch: Die Patienten, die zu Beginn der Therapie an den Nebenwirkungen sterben, profitieren am wenigsten von der Tatsache, dass sich der Trend nach einigen Jahren umkehrt.(':roll:')
Andreas
du hast den richtigen Artikel verlinkt. Er ist im Lancet Oncology Heft 11/2010 erschienen. Das kam tatsächlich schon im Januar raus. Ich hatte mich mit März geirrt.
In dem Abstract zu dem Artikel wird nur der kurzzeitige Vorteil einer Behandlung mit niedrigdosiertem Dexamethason beschrieben. Weiter hinten werden dann die Kurven gezeigt, wie sie sich nach Langzeit-Beobachtungen ergeben, und da sieht man eben, dass der Vorteil verschwindet und sich ins Gegenteil verkehrt. Aber das wird nicht weiter diskutiert, weil es nicht zum Aufgabenumfang der Studie gehört.
Mir liegt der Artikel in voller Länge vor. Wer ihn als PDF haben möchte, kann mir eine Email an andreas.rajewski[at]gmx.de schreiben, dann schicke ich ihn zu.
@christer: Die Folien von Blau habe ich nicht. Aber er hat nur eine Abbildung aus dem Lancet-Artikel gezeigt. Bist du auch an dem kompletten Artikel interessiert?
@Britta: Klar, hier geht es immer nur um Statistiken, die eine Wahrscheinlichkeit ausdrücken und nicht auf jeden Individualfall anwendbar sind. Habe heute mit Dr. Blau noch einmal kurz darüber diskutiert. Auch er gibt weiterhin eher niedrig dosiertes Dexa, besonders wenn Patienten Probleme mit der Verträglichkeit haben.
Und klar ist auch: Die Patienten, die zu Beginn der Therapie an den Nebenwirkungen sterben, profitieren am wenigsten von der Tatsache, dass sich der Trend nach einigen Jahren umkehrt.(':roll:')
Andreas
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CuMMinhoefer antwortete auf Niedrig dosiertes Dexa - Ende der Euphorie
11 Mai 2010 14:43
- CuMMinhoefer
67 Beiträge seit
24 Oktober 2009
24 Oktober 2009
Hi, IhrLieben,
eine kurze Zwischenfrage aus der Reha (Freiburg):
Was/wieviel bedeutet denn "niedrigdosiert"?
Ich habe einmal 40 mg(?) und mit Velcade 20 mg (?) Dexa bekommen.
Sind 20 niedrig und 40 hoch?
Liebe Grüße vom
faulen (Scherz!!)
Matthias
eine kurze Zwischenfrage aus der Reha (Freiburg):
Was/wieviel bedeutet denn "niedrigdosiert"?
Ich habe einmal 40 mg(?) und mit Velcade 20 mg (?) Dexa bekommen.
Sind 20 niedrig und 40 hoch?
Liebe Grüße vom
faulen (Scherz!!)
Matthias
Weil es förderlich für die Gesundheit ist, habe ich beschlossen fröhlich zu sein.
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