AMMonline

     

01 Feb. 2019 18:38 - 01 Feb. 2019 19:23
  • Jo
  • 0 Beiträge seit
    17 August 2026
Liebe Foristen,
Wie wir alle wissen, gibt uns der M-Gradient ( Wert der klonalen Proteine in % zur gesamten Proteinmenge) und der daraus errechnete Wert in g/l für die klonalen Proteine) neben der Leichtkettenratio diagnostisch den wichtigsten Wert zum Erkennen des Schwergrades unserer Erkrankung und dessen Verlaufs. Der M-Gradient wird durch die Serumelektrophorese ermittelt und stellt sich bei hohen Werten als eine sehr starke fast punktuelle Bande dar (die klonalen Proteine sind halt alle gleich und wandern deshalb in der Elektrophorese alle gleich weit). An dieser Stelle befinden sich aber auch noch gesunde polyklonale Proteine, die aber bei der Vielzahl der monoklonalen Proteine kaum ins Gewicht fallen, wenn die Krankheit stark ausgebrochen ist. Die bei der Elektrophorese angefärbten Proteine werden fototechnisch gescannt (Densitometrie) und die sich daraus ergebenden Werte können zur quantitativen Berechnung als Graph aufgetragen werden. Bei hohem Krankheitsgrad sind die klonalen Proteine durch den hohen Zacken also sehr einfach zu interpretieren, weil die gesunden polyklobale Proteine hier vernachlässigt werden können und meist ein wenig entfernt vom Maximum liegen. Der Wert unserer klonalen Proteine errechnet sich (Integration) aus der Fläche des Peaks. Nach Induktiontherapien sinken aber die Werte unseres M-Gradienten und der Wert unserer gesunden polyklonalen Proteine wird prozentual in der errechneten Fläche immer größer. Dieser Umstand führt in den vielen Laboren dazu, dass sie versuchen diesen Wert der polyklonalen Proteine abzuziehen. Wie machen sie das? Da die Kurve in partieller Remission weniger stark ansteigt, wird erst ab dem stärksten Anstieg gemessen und ermittelt. Da aber nicht standardisiert ist, ab welchem Anstiegsgrad die Messung beginnt, hat hier jedes Labor einen anderen Wert, teilweise wird - wie bei mir - nur noch die Spitze integriert und der flache Kurvenverlauf nur dem gesunden polyklobale Protein zugeschrieben. Eine realistischete Erfassung des stärkeren Anstiegs hat nun nach Salweder Nachfrage zu einer ganz anderen Interpretation geführt: no change. Diese Fehlinterpretationen kann also zu falschen Therapieentscheidungen führen. Salweder mahnt daher an, immer den ganzen Abschnitt standardisiert durch die Laufzeiten der Proteine während der Elektrophorese zu berechnen, um solche Fehlinterpretationen zu vermeiden, auch wenn die Werte dadurch höher ausfallen, als sie eigentlich sind
Letzte Änderung: 01 Feb. 2019 19:23 von klaus99. Begründung: Auf Antrag des Themenautors

01 Feb. 2019 19:00 - 01 Feb. 2019 19:02
  • Jo
  • 0 Beiträge seit
    17 August 2026
Die RF-WERTE ( Wanderungszeiten der Proteine während der Elektrophorese), so die Forderung, müßten als Skala für die standartisierte grafische Auftragung und vor allem bei der quantitativen Berechnung und Beurteilung immer mit eingetragen werden und gehören ins Protokoll der klinischen Chemie/Diagnostik! Fragt bitte eure Onkologen danach, damit euch nicht so ein Mist passiert wie mir
LG Jo
Letzte Änderung: 01 Feb. 2019 19:02 von Jo.

  • Artom
  • 23 Beiträge seit
    29 Oktober 2017
Hallo zusammen

Ich habe bzgl der Diagoseverfahren noch eine Frage - wahrscheinlich ein Verständnisproblem:
Nach meinem jetzigen Kenntnisstand ist die Immunfixation ein genaueres Verfahren als die Serumelektrophorese. Wenn das Ergebnis der immunfixation negativ ist, ist der Krebs nicht aktiv. Die Serumelektrophorese ist damit nachrangig. Ist das so?

LG Thomas

  • Diddlmaus
  • 1300 Beiträge seit
    21 Oktober 2012
Hallo

Ich kann nur von mir berichten, dass die Immunfixation meist negativ war und ist und der Krebs doch aktiv....

Mein Onkologe sagt immer: die Immunfixation ist ein visueller Eindruck eines Laboranten, also nichts klar Objektives.

Während der eine "fraglich" schreibt, würde ein anderer vielleicht "negativ" schreiben.

Deshalb fallen oft nur minimal erhöhte Werte durch das Raster, Schäden können dennoch auftreten...

Grüsse

Diddlmaus

"Sometimes gifts come in strange packages"

"Wenn das Leben Dir Zitronen gibt - mach Limonade draus."

"Das Leben geht weiter - auch wenn es humpelt!"

  • Jo
  • 0 Beiträge seit
    17 August 2026
Lieber Thomas,
nein es ist eher anders, die Imunfixationselektrophorese ist nachrangig und nur ein qualitatives Verfahren. Durch die hier erfolgte Antigen- Antikörperreaktion werden Leichtketten gebunden und diese bei der Elektrophorese als Bande erfasst. Die Ilimunfixation dient nur der Information welche klonalen Leichtketten im Überschuss gebildet werden, sonst nichts. Es ergibt sich auch nur ein qualitatives Ergebnis, das nicht zur Beurteilung der Schwere der Erkrankung genutzt werden darf! Die quantitative Ermittlung der Leichtketten kann nur in sehr wenigen Laboren in Deutschland gemacht werden mit einem aufwendigen Freelight- Immun- Assay. Auch hier ist es ganz wichtig, dass die Klinik immer das gleiche Labor zur Interpretation des Verlaufs beauftragt!!!!

  • Mucki1
  • 0 Beiträge seit
    17 August 2026
Hallo Jo!
Habe ich dies richtig verstanden...wie hoch die Konzentration der Leichtketten ist, können nur wenige Labore in Deutschland bestimmen?

In Köln gibt es gleich mehrere. Wie kann dies sein?

Zufall ?
Du meinst doch die Bestimmung der Leichtketten im Blut?