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Erhaltungstherapie vs. drug holiday wurde erstellt von Volker07
13 Sep. 2015 00:15
  • Volker07
  • 0 Beiträge seit
    16 August 2026
An alle Foristen!

Wiederholt habe ich gelesen, dass eine Erhaltungstherapie wohl die progressionsfreie Zeit verlängert, aber keine Auswirkung auf die OS hat (verlängert die OS nicht)! Oder ist diese Aussage überholt?
Was also ist dann der Nutzen einer Erhaltungstherapie? Eventuell Lebensqualität, wenn die Erhaltungstherapie keine schlimmen Nebenwirkungen zeigt? Oder einfach nur teuer?
Bin noch immer verwirrt.

Beste Grüße
Volker

13 Sep. 2015 08:49
  • Hope
  • 0 Beiträge seit
    16 August 2026
Hallo Volker,

ja, das habe ich auch mehrmals gelesen in Statistiken.
Mein Mann hat die Erhaltungstherapie (im Rahmen einer Studie) wegen schwerer Nebenwirkungen abgebrochen. Danach wurde festgestellt, dass das Rezidiv bereits kurz vor Abbruch begann.

Sein Onkologe hat immer wieder betont, dass nicht sicher sei, dass die Erhaltungstherapie etwas bringe. Deswegen ja auch die Studie.
Mein Mann hat heute Tag Zwölf nach Allo und es geht ihm den Umständen entsprechend gut.
Viele Grüße
Hope

christine antwortete auf Erhaltungstherapie vs. drug holiday
15 Sep. 2015 20:51
  • christine
  • 0 Beiträge seit
    16 August 2026
Hallo Volker,

www.onclive.com/web-exclusives/long-term...intenance-in-myeloma

OS länger oder gerade nicht??? Allerdings ist das wohl für mich nicht ausschlaggebend. Die Zweitcancerrate ist ja auch leicht erhöht, obwohl dass ja wohl mit der Gabe von Mephalan zu tun haben muss. (kurz vorher oder dazu)

Für mich gilt folgende Argumentation:

-Ich bin verhältnismässig länger in einem "gesunden" Zustand - nach wie vor weiss um mich herum - also ausserhalb der engsten Freunde und Familie lange nicht jeder, was ich habe und dass ich überhaupt "was" habe. :-) Ich lebe also normal .....und das wohl wahrscheinlich länger als die Patienten ohne Erhaltung. Beim Rückfall geht es eben schneller:(
- Ich hoffe dann doch im Stillen auf den Fortschritt in der Medizin und denke dass ich in hoffentlich erst XX-Monaten/Jahren wieder mediziniert werden muss und vielleicht gibt es dann neue, weniger scharfe Mittel? :o
- Ich bin echt sehr froh, dass ich "etwas machen kann", psychologisch ist das für mich sehr wichtig.
-Revlimid verursacht absolut keine Nebenwirkungen. Mal sehen wie sich mein Blutbild im Laufe der Zeit entwickelt, aber grad jetzt ist alles sehr gut.

Schönen Abend

joseph antwortete auf Erhaltungstherapie vs. drug holiday
16 Sep. 2015 10:14
  • joseph
  • 0 Beiträge seit
    16 August 2026

christine schrieb:
-Ich bin verhältnismässig länger in einem "gesunden" Zustand - .....und das wohl wahrscheinlich länger als die Patienten ohne Erhaltung.

- Ich hoffe dann doch im Stillen auf den Fortschritt in der Medizin und denke dass ich in hoffentlich erst XX-Monaten/Jahren wieder mediziniert werden muss

-Revlimid verursacht absolut keine Nebenwirkungen. Mal sehen wie sich mein Blutbild im Laufe der Zeit entwickelt, aber grad jetzt ist alles sehr gut.



Hi Christine

Ich habe noch nie eine Erhaltungstherapie angenommen, kann also nicht sagen, ob ich nun länger oder weniger länger in "gesundem Zustand" lebe, bin mir aber sicher, dass ich in meinen Augen für mich die richtigen Entscheidungen traf.

Du schreibst folgendes ==> dass ich in hoffentlich erst XX-Monaten/Jahren wieder mediziniert werden muss............hmmm, du wirst doch aktuel mit Revlimide behandelt !!!!......da versteh ich deine Aussage nicht, denn Revlimide oder Thalidomide ist nicht gerade ein Aspirin für Kopfschmerzen, sondern ein Krebsmedikament

Du schreibst, auf dich bezogen ===> -Revlimid verursacht absolut keine Nebenwirkungen ............ Die meisten Patienten haben nicht das Glück dieses von sich behaupten zu können, sehr viele haben enorme Probleme mit Revlimide und müssen dieses schon nach kurzer Einnahme wieder absetzen......leider

Liebe Grüsse

Joseph

16 Sep. 2015 12:33
  • rudi
  • 2203 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
Die Erhaltungstherapie ist nicht angebracht, wenn eine vollständige CR oder besser erreicht wurde.
Hat man nur eine PR oder schlappe vgPR erreicht muss man über eine Erhaltungstherapie nachdenken.

Steigen die Werte sogar nach der Erstlinientherapie gleich wieder langsam an, dann ist eine KonsolidierungstherPie mit 3 bis 6 Zykeln angebracht und danach wen immer noch keine CR, dann Erhaltung.

Bei einer sCR oder Molekularen CR würde ich keine Erhaltung empfehlen. Die Myelomzellen werden ja bei einer Erhaltung über 12 Monate oder mehr irgendwann resistent gegen Das Erhaltungsmittel und dann benötigt man schon ein Mittel extra in der Pipeline.

Wenn ein Rezidiv in Superzeitlupe kommt und sich über Jahre nur langsam entwickelt, dann hat man ein sehr gutmütiges Myelom, das sich sehr langsam teilt, bzw. nur ein kleiner Prozentanteil der gesamten Myelomzellen teilt sich und der Rest schläft noch.

Dann könnte man die Taktik, abwarten und Teetrinken anwenden, wie es z.B. Joseph gerade macht.

Aber die Dynamik des Rezidivs lässt sich nicht vorausplanen, es kommt dann wie es kommt.

Was ist jetzt besser, beim kleinsten Rezidiv Peak gleich voll draufhauen, oder warten bis der Gegener nahe genug, aber schon gefährlich rankommt um in mit einem gezielten Schuss dann zu erledigen.

Das muss dann jeder für sich mit seinem kompetenten Onkologen ausmachen.

LG
Rudi

Heilung ist ein individueller Prozess, der sehr stark an das persönliche Bewusstsein gebunden ist. Daher kann kein Mensch einen anderen Menschen heilen sondern immer nur auf dem Weg zu seiner persönlichen Heilung begleiten.

rudiversal.wordpress.com

christine antwortete auf Erhaltungstherapie vs. drug holiday
16 Sep. 2015 16:30
  • christine
  • 0 Beiträge seit
    16 August 2026
Also, ich verweise ja auf den Artikel, was den Nutzen angeht. Das sind ganz neue Daten und die kann man ja mal so stehen lassen. Obwohl ich mit schon Rudi einige bin, was eine sCR angeht.

Was die Behandlung betrifft, Joseph: Solange ich keine Nebenwirkungen habe und vor allem kein DEX nehmen muss, keine Neuropathien usw bekomme, so lange ist das eben keine richtige Behandlung sondern "Erhaltung". Man kann das sowieso nie von einem Patienten zum anderen 1:1 übertragen - jeder hat sein eigenes MM.

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