Sommergrippe/Antibiotika wurde erstellt von Almish
23 Juni 2014 10:49
- Almish
-
358 Beiträge seit
23 Oktober 2009
23 Oktober 2009
Hey ihr Lieben,
mal ne Frage, wie haltet ihr es so bei Infektionen, also gleich zum Arzt und Antibiotika einwerfen, oder erst ma selbst rumdoktern?
Hab seit Samstag ne Schweine Sommergrippe und hab mich jetzt heut doch zum Arzt geschleppt um mir Antibiotika reinschmeissen zu können.
Hängt aber auch damit zusammen, dass ich am Wochenende fit sein muss und ich bei dem Wetter auch kein Bock hab, fiebernd in der Wohnung zu versauern...:oops:
Aber ein wenig hab ich jetzt schon ein schlechtes Gewissen, weil ich glaub, ich greif da immer viel zu schnell zur good old chemistry...
Ansonsten gehts mir immer noch supi, Feier ja jetzt grad mein 2jähriges nach 1. HD und bin weiterhin täglich mindestens 2-3 Stunden sportmässig unterwegs. Wahnsinn, vor 2 Jahren hätte niemand mehr auf mich gewettet....
Also ihr Lieben, alles Gute von der kränkelnden Marion, die auf hohem Niveau rumjammert:D
mal ne Frage, wie haltet ihr es so bei Infektionen, also gleich zum Arzt und Antibiotika einwerfen, oder erst ma selbst rumdoktern?
Hab seit Samstag ne Schweine Sommergrippe und hab mich jetzt heut doch zum Arzt geschleppt um mir Antibiotika reinschmeissen zu können.
Hängt aber auch damit zusammen, dass ich am Wochenende fit sein muss und ich bei dem Wetter auch kein Bock hab, fiebernd in der Wohnung zu versauern...:oops:
Aber ein wenig hab ich jetzt schon ein schlechtes Gewissen, weil ich glaub, ich greif da immer viel zu schnell zur good old chemistry...
Ansonsten gehts mir immer noch supi, Feier ja jetzt grad mein 2jähriges nach 1. HD und bin weiterhin täglich mindestens 2-3 Stunden sportmässig unterwegs. Wahnsinn, vor 2 Jahren hätte niemand mehr auf mich gewettet....
Also ihr Lieben, alles Gute von der kränkelnden Marion, die auf hohem Niveau rumjammert:D
Kopf hoch, Nase in den Wind
Das Leben stinkt
Sterben kann gar nicht so schlimm sein, sonst täten es nicht so viele
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rudi antwortete auf Sommergrippe/Antibiotika
23 Juni 2014 11:05
- rudi
-
2203 Beiträge seit
23 Oktober 2009
23 Oktober 2009
Hi Marion,
grippale Infekte mit Fieber zwischen 37,5 und 38,5 muss man ein bis zwei Nächte ausschwitzen und 2-3 Tage schon etwas Ruhe einlegen.
Antibiotikas sind eigentlich nur erforderlich, wenn sich dann noch ein Husten und Schnupfen mit Verschleimung und Auswurf dazugesellt.
Aber bei uns MM Patienten ist es auch nicht falsch, gleich prophylaktisch mit Antibiotikas vorzubeugen, bevor sich was in den Lungenflügeln richtig festsetzt.
Wichtig ist, dass du die ganze Packung Antib. Eine Woche lang einwirfst, auch wenn du dich nach 2 Tagen schon wieder fit und gesund fühlst.
Grizlymässige Umarmung und gute Besserung
Rudi
grippale Infekte mit Fieber zwischen 37,5 und 38,5 muss man ein bis zwei Nächte ausschwitzen und 2-3 Tage schon etwas Ruhe einlegen.
Antibiotikas sind eigentlich nur erforderlich, wenn sich dann noch ein Husten und Schnupfen mit Verschleimung und Auswurf dazugesellt.
Aber bei uns MM Patienten ist es auch nicht falsch, gleich prophylaktisch mit Antibiotikas vorzubeugen, bevor sich was in den Lungenflügeln richtig festsetzt.
Wichtig ist, dass du die ganze Packung Antib. Eine Woche lang einwirfst, auch wenn du dich nach 2 Tagen schon wieder fit und gesund fühlst.
Grizlymässige Umarmung und gute Besserung
Rudi
Heilung ist ein individueller Prozess, der sehr stark an das persönliche Bewusstsein gebunden ist. Daher kann kein Mensch einen anderen Menschen heilen sondern immer nur auf dem Weg zu seiner persönlichen Heilung begleiten.
rudiversal.wordpress.com
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christine antwortete auf Sommergrippe/Antibiotika
23 Juni 2014 13:36
- christine
0 Beiträge seit
16 August 2026
16 August 2026
Hallo Marion,
bei einer viralen Sommergrippe nützt Antibiotika gar nichts....und schadet nur.
Eigentlich muss ein Arzt feststellen ob es Viren oder Bakterien sind, die deine Sommergrippe, die hoffentlich keine Schweinegrippe ist:o
verursachen. ----bei Schweinegrippe nützt Antibiotika auch nichts:-)
Guten Sommer trotzdem - geht sicher bald vorbei
bei einer viralen Sommergrippe nützt Antibiotika gar nichts....und schadet nur.
Eigentlich muss ein Arzt feststellen ob es Viren oder Bakterien sind, die deine Sommergrippe, die hoffentlich keine Schweinegrippe ist:o
verursachen. ----bei Schweinegrippe nützt Antibiotika auch nichts:-)
Guten Sommer trotzdem - geht sicher bald vorbei
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leopoldi antwortete auf Sommergrippe/Antibiotika
23 Juni 2014 14:59
- leopoldi
-
1197 Beiträge seit
23 Oktober 2009
23 Oktober 2009
... und auch bei Sommergrippe nutzt Antibiotika nichts. Grippeerreger sind Viren, Viren haben keinen eigenen Stoffwechsel, anders als Bakterien, Antibiotika ist gegen bakterielle Infekte. Gegen Grippe gäbs Tamiflu, das tut aber in der Regel nicht Not. Besonders immungeschwächten Patienten gibt man prophylaktisch Antibiotika, weil sich bei nem grippalen Infekt gern noch ein bakterieller draufsetzt.
Jedes mal wieder aufs neue eine Ermessensabwägung, ob der Körper dem genug entgegenzusetzen hat.
Dir liebe Marion gute Besserung.
LGe
Monika
Jedes mal wieder aufs neue eine Ermessensabwägung, ob der Körper dem genug entgegenzusetzen hat.
Dir liebe Marion gute Besserung.
LGe
Monika
~ Wenn Du meinst auf der Schattenseite zu sein, denk dran - die Erde dreht sich ~
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abifiz antwortete auf Sommergrippe/Antibiotika
24 Juni 2014 17:42
- abifiz
0 Beiträge seit
16 August 2026
16 August 2026
Hallo allseits.
Ich darf doch einige Abklärungen zum Thema einbringen.
Ist nicht angriffig gemeint.
Was hier im Sinne unserer Alltagssprache als "Grippe" bezeichnet wird, ist eigentlich ein grippales Infekt, keine echte Grippe.
Die echte Grippe (durch Influenza-Viren verursacht) kann ab einem bestimmten drastischen Schwere-Grad von Immunsystem-Beeinträchtigung auch tödlich wirken. Allerdings kann man dabei die entsprechenden Viren (nach deren möglichst präzisen Festlegung) gezielt mit den dazu geeigneten Virostatika bekämpfen.
Das grippale Sommerinfekt, von welchem hier die Rede ist, ist nur bei extrem kollabierten Immunsystemen wirklich nennenswert gefährlich, wenn auch fast immer nicht tödlich. (Mit "extrem" ist hier wortwörtlich "extrem" gemeint!) Auch da kann man freilich prinzipiell den Virusstamm bestimmen und mit geeigneten Virostatika eingreifen. Ansonsten ist ein solches lästiges und schwächendes Infekt -- auch bei einem beeinträchtigten Immunsystem! -- gut überwindbar. Mit einem sinnvollem gelassenem Prozedere aus Schonung, psychischer und physiologischer Förderung, Schlaf und Entspannung. (Dazu gehören selbstverständlich die entsprechenden Vermeidungen: von Streß, Belastung, Ärger, Ermüdendem, Negativistischem.)
Wie von anderen hier schon erwähnt, reagieren Viren mitnichten auf eine Antibiose.
Eine Antibiose wird durch die Gabe von einem Antibiotikum ( Mehrzahl "Antibiotika" ) erwirkt. Sie bewirkt die Bekämpfung von Bakterien.
Dazu hab' ich eine Menge zu sagen:
Die Bekämpfung von Bakterien durch antibiotische Stoffe bewirkt tendenziell auch einen Selektionsdruck auf die soeben angegriffenen Bakterien zur Herausbildung von Immunitäten gegen ihren Angreifer. Das ist unvermeidlich und unkorrigierbar so. Das hängt mit den zentralen Charakteristika des biologischen Geschehens überhaupt. Das ist sozusagen "Biologie pur". So funktioniert Biologie. Alle Biologie. Alle Biologie der Welt.
Antibiotika werden seit circa 75 Jahren großflächig angewandt. Bei den geringsten Lebensspannen der Bakterien entsprechen 75 Jahre einem biologischen Zeitraum von ungefähr 6 bis 7 Millionen Jahren im Leben fortgeschrittener Säugetiere. Das heißt: Wenn im Leben von bestimmten Säugetieren eine Gefährdung durch eine räuberische Angreifer-Population entstanden wäre, dann hätten die Angegriffenen sechs bis sieben Millionen Jahre Zeit für die biologisch-evolutive Entwicklung von wirksamen Gegenmaßnahmen gehabt, falls man als Gesamt-Zeitspanne die Bakterien-Zeitspanne von 75 Jahren auf sie umzurechnen versuchte.
Ok.
Der Unterschied wäre, daß besagte Gegenmaßnahmen mannigfachster Art sein würden: Von der Entwicklung von aktiven und passiven Bewaffnungen zur räumlichen Weiter-Verteilung; von der Erhöhung der Reproduktionsrate zur Entwicklung raffiniertester Tarnungen und Täuschungen; vom Ausweichen in spezielle Nischen zur Bildung von innerartlichen und interartlichen Verteidigungskoalitionen; und vielem, vielem mehr. In der Bakterienwelt spielen zwar auch (eher am Rande) Tarnung und Täuschung eine Rolle. Entscheidend aber in der Herausbildung von Gegenstrategien gegen den antibiotischen Angriff ist die Entwicklung von sogenannten Resistenzen. Die Bakterien versuchen resistent zu werden. Umgerechnet auf menschliche Zeitspannen haben sie dazu Millionen Jahre Zeit gehabt und viel, viel, viel Erfolg.
Sie haben gebildet -- und bilden emsig weiterhin! -- resistente Stämme.
Sie haben dabei einen höchst willkommenen hochpotenten Verbündeten gehabt, und können auch weiterhin mit ihm rechnen: die menschliche Begriffsstutzigkeit.
Die Menschen haben angewendet und wenden recht gerne die antibiotische Waffe an:
unnötigerweise,
breitbandig und undifferenziert,
vorsorglich auch dann wenn Vorsorge unangebracht,
unabgewogen,
und, als ob dies alles nicht genug des Übels wäre,
dort zu schwach und zu kurz wo angebracht.
Das alles hat die Entwicklung von bakteriellen Resistenzen beschleunigt und zusätzlich gefördert.
Darüber hinaus gibt es das Problem der von einer Antibiose verursachten Nebenschäden.
Bakterien sind nämlich nicht immer Feinde oder Neutrale oder unsichere Kantonisten in bezug auf den Menschen.
Es gibt mit dem Menschen befreundete und sogar mit ihm alliierten und für sein Überleben wesentliche Bakterien. Solche leben -- hauptsächlich -- mit und in uns. Kiloweise!
Sie bilden zum Beispiel auch die sogenannte Darmflora.
Durch Antibiose wird sie beschädigt, manchmal sogar beinah vernichtet.
Fazit:
Eine Antibiose darf nur dann wenn spezifisch notwendig vorgenommen werden. Dann aber weder zu schwach, noch zu kurz, noch breitbandig. Vorbeugende Antibiose ist eigentlich selten gerechtfertigt. (Manchmal aber unabdingbar!) Bei einem grippale Infekt ist sie nie gerechtfertigt. Sollte bei einem deutlich abgeschwächten Immunsystem tatsächlich (!) anläßlich eines grippalen Infektes eine bakterielle Superinfektion hinzugekommen sein (das heißt, zusätzlich zur viralen Infektion), dann sollte auch -- sehr gekonnt und gewissenhaft -- von einem kompetenten Arzt das Pro und Contra einer spezifischen Antibiose abgewogen werden. Es sind abzuwägen die potentiellen Gewinne im Kampf mit den angreifenden Bakterien gegen die Schäden an den eigenen alliierten Bakterien (Darmflora z.B.), die mögliche Weiterzüchtung persönlicher Resistenzen an den feindlichen Bakterien und die Gefahr der Förderung einer Superinfektion durch Pilze. (Antibiotika fördern meistens Pilze.)
Andere Ärzte werten hier leicht oder stark anders als ich. Aus Bequemlichkeit, Gewohnheit, falsch verstandenem Entgegenkommen dem drängenden Patienten gegenüber, Ängstlichkeit, Schludrigkeit, Bagatellisierung, manchmal sogar mangelhafter Kenntnis der eigentlichen biologischen Gesetzmäßigkeiten innerhalb der Bakterienwelt.
Meine hier dargelegte Position dürfte allerdings dem eigentlichen heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand schon eher entsprechen, so sehr sie manchem als zu streng erscheinen möchte. Man schiebe dann halt gnädigerweise meine vermeintliche "Strenge" auf mein jugendliches Alter. In vierzig oder fünfzig Jahren werde ich dann alles viel milder und "nicht mehr so eng" sehen.
abifiz
Ich darf doch einige Abklärungen zum Thema einbringen.
Ist nicht angriffig gemeint.
Was hier im Sinne unserer Alltagssprache als "Grippe" bezeichnet wird, ist eigentlich ein grippales Infekt, keine echte Grippe.
Die echte Grippe (durch Influenza-Viren verursacht) kann ab einem bestimmten drastischen Schwere-Grad von Immunsystem-Beeinträchtigung auch tödlich wirken. Allerdings kann man dabei die entsprechenden Viren (nach deren möglichst präzisen Festlegung) gezielt mit den dazu geeigneten Virostatika bekämpfen.
Das grippale Sommerinfekt, von welchem hier die Rede ist, ist nur bei extrem kollabierten Immunsystemen wirklich nennenswert gefährlich, wenn auch fast immer nicht tödlich. (Mit "extrem" ist hier wortwörtlich "extrem" gemeint!) Auch da kann man freilich prinzipiell den Virusstamm bestimmen und mit geeigneten Virostatika eingreifen. Ansonsten ist ein solches lästiges und schwächendes Infekt -- auch bei einem beeinträchtigten Immunsystem! -- gut überwindbar. Mit einem sinnvollem gelassenem Prozedere aus Schonung, psychischer und physiologischer Förderung, Schlaf und Entspannung. (Dazu gehören selbstverständlich die entsprechenden Vermeidungen: von Streß, Belastung, Ärger, Ermüdendem, Negativistischem.)
Wie von anderen hier schon erwähnt, reagieren Viren mitnichten auf eine Antibiose.
Eine Antibiose wird durch die Gabe von einem Antibiotikum ( Mehrzahl "Antibiotika" ) erwirkt. Sie bewirkt die Bekämpfung von Bakterien.
Dazu hab' ich eine Menge zu sagen:
Die Bekämpfung von Bakterien durch antibiotische Stoffe bewirkt tendenziell auch einen Selektionsdruck auf die soeben angegriffenen Bakterien zur Herausbildung von Immunitäten gegen ihren Angreifer. Das ist unvermeidlich und unkorrigierbar so. Das hängt mit den zentralen Charakteristika des biologischen Geschehens überhaupt. Das ist sozusagen "Biologie pur". So funktioniert Biologie. Alle Biologie. Alle Biologie der Welt.
Antibiotika werden seit circa 75 Jahren großflächig angewandt. Bei den geringsten Lebensspannen der Bakterien entsprechen 75 Jahre einem biologischen Zeitraum von ungefähr 6 bis 7 Millionen Jahren im Leben fortgeschrittener Säugetiere. Das heißt: Wenn im Leben von bestimmten Säugetieren eine Gefährdung durch eine räuberische Angreifer-Population entstanden wäre, dann hätten die Angegriffenen sechs bis sieben Millionen Jahre Zeit für die biologisch-evolutive Entwicklung von wirksamen Gegenmaßnahmen gehabt, falls man als Gesamt-Zeitspanne die Bakterien-Zeitspanne von 75 Jahren auf sie umzurechnen versuchte.
Ok.
Der Unterschied wäre, daß besagte Gegenmaßnahmen mannigfachster Art sein würden: Von der Entwicklung von aktiven und passiven Bewaffnungen zur räumlichen Weiter-Verteilung; von der Erhöhung der Reproduktionsrate zur Entwicklung raffiniertester Tarnungen und Täuschungen; vom Ausweichen in spezielle Nischen zur Bildung von innerartlichen und interartlichen Verteidigungskoalitionen; und vielem, vielem mehr. In der Bakterienwelt spielen zwar auch (eher am Rande) Tarnung und Täuschung eine Rolle. Entscheidend aber in der Herausbildung von Gegenstrategien gegen den antibiotischen Angriff ist die Entwicklung von sogenannten Resistenzen. Die Bakterien versuchen resistent zu werden. Umgerechnet auf menschliche Zeitspannen haben sie dazu Millionen Jahre Zeit gehabt und viel, viel, viel Erfolg.
Sie haben gebildet -- und bilden emsig weiterhin! -- resistente Stämme.
Sie haben dabei einen höchst willkommenen hochpotenten Verbündeten gehabt, und können auch weiterhin mit ihm rechnen: die menschliche Begriffsstutzigkeit.
Die Menschen haben angewendet und wenden recht gerne die antibiotische Waffe an:
unnötigerweise,
breitbandig und undifferenziert,
vorsorglich auch dann wenn Vorsorge unangebracht,
unabgewogen,
und, als ob dies alles nicht genug des Übels wäre,
dort zu schwach und zu kurz wo angebracht.
Das alles hat die Entwicklung von bakteriellen Resistenzen beschleunigt und zusätzlich gefördert.
Darüber hinaus gibt es das Problem der von einer Antibiose verursachten Nebenschäden.
Bakterien sind nämlich nicht immer Feinde oder Neutrale oder unsichere Kantonisten in bezug auf den Menschen.
Es gibt mit dem Menschen befreundete und sogar mit ihm alliierten und für sein Überleben wesentliche Bakterien. Solche leben -- hauptsächlich -- mit und in uns. Kiloweise!
Sie bilden zum Beispiel auch die sogenannte Darmflora.
Durch Antibiose wird sie beschädigt, manchmal sogar beinah vernichtet.
Fazit:
Eine Antibiose darf nur dann wenn spezifisch notwendig vorgenommen werden. Dann aber weder zu schwach, noch zu kurz, noch breitbandig. Vorbeugende Antibiose ist eigentlich selten gerechtfertigt. (Manchmal aber unabdingbar!) Bei einem grippale Infekt ist sie nie gerechtfertigt. Sollte bei einem deutlich abgeschwächten Immunsystem tatsächlich (!) anläßlich eines grippalen Infektes eine bakterielle Superinfektion hinzugekommen sein (das heißt, zusätzlich zur viralen Infektion), dann sollte auch -- sehr gekonnt und gewissenhaft -- von einem kompetenten Arzt das Pro und Contra einer spezifischen Antibiose abgewogen werden. Es sind abzuwägen die potentiellen Gewinne im Kampf mit den angreifenden Bakterien gegen die Schäden an den eigenen alliierten Bakterien (Darmflora z.B.), die mögliche Weiterzüchtung persönlicher Resistenzen an den feindlichen Bakterien und die Gefahr der Förderung einer Superinfektion durch Pilze. (Antibiotika fördern meistens Pilze.)
Andere Ärzte werten hier leicht oder stark anders als ich. Aus Bequemlichkeit, Gewohnheit, falsch verstandenem Entgegenkommen dem drängenden Patienten gegenüber, Ängstlichkeit, Schludrigkeit, Bagatellisierung, manchmal sogar mangelhafter Kenntnis der eigentlichen biologischen Gesetzmäßigkeiten innerhalb der Bakterienwelt.
Meine hier dargelegte Position dürfte allerdings dem eigentlichen heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisstand schon eher entsprechen, so sehr sie manchem als zu streng erscheinen möchte. Man schiebe dann halt gnädigerweise meine vermeintliche "Strenge" auf mein jugendliches Alter. In vierzig oder fünfzig Jahren werde ich dann alles viel milder und "nicht mehr so eng" sehen.
abifiz
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leopoldi antwortete auf Sommergrippe/Antibiotika
24 Juni 2014 19:51
- leopoldi
-
1197 Beiträge seit
23 Oktober 2009
23 Oktober 2009
Hallo,
Abifiz, ich bin gespannt, ob zu diesen Ausführungen noch einer etwas hinzuzufügen hat
.
Eins vielleicht noch ganz banal ausgedrückt. Der wesentliche Unterschied bei einer Grippe zum grippalen Infekt ist vom Empfinden her, dass sich der grippale Infekt meist mit nem Kratzen im Hals etc. eher anschleicht, während einen die echte Grippe beinah von einen auf den andern Moment packt. Vor ner halben Stunde nichts gespürt und plötzlich erbärmlich elend.
Ob das die Medizin genauso sieht :oops:?
LGe
Monika
Abifiz, ich bin gespannt, ob zu diesen Ausführungen noch einer etwas hinzuzufügen hat
Eins vielleicht noch ganz banal ausgedrückt. Der wesentliche Unterschied bei einer Grippe zum grippalen Infekt ist vom Empfinden her, dass sich der grippale Infekt meist mit nem Kratzen im Hals etc. eher anschleicht, während einen die echte Grippe beinah von einen auf den andern Moment packt. Vor ner halben Stunde nichts gespürt und plötzlich erbärmlich elend.
Ob das die Medizin genauso sieht :oops:?
LGe
Monika
~ Wenn Du meinst auf der Schattenseite zu sein, denk dran - die Erde dreht sich ~
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