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allogen versus autolog wurde erstellt von Carina60
04 Mai 2014 18:58
  • Carina60
  • 121 Beiträge seit
    18 September 2013
Liebe Mitleser,
da bei mir im Herbst die SZT ansteht ( so doc.) stelle ich mir die Frage wer entscheidet denn ob allogen oder autolg. Bei den Symposien waren Leute von Blut.ev da die meinten sie hätte Heerscharen von Spendern. Von den biologischen Problem weiss ich ich , mögliche Spender-Empfänger Unverträglichkeit. Andererseits ist das die einzige Möglichkeit eine Heilung herbeizuführen. Ist jmd im Forum wo das gut geklappt hat?
Liebe Grüsse, Carina :roll:

joseph antwortete auf allogen versus autolog
04 Mai 2014 20:13
  • joseph
  • 0 Beiträge seit
    16 August 2026
hi Carina

Es gibt eine handvoll, wo die Autologe zu 99% gegriffen hat, lese einfach mal einen Patientenbericht zbs.: den von Dr. Sabine Schock, nur ............. sehr, sehr viele anderen haben Probleme, von kleinen GVHs zu ..................:roll:

Liebe Grüsse

Joseph

Carina60 antwortete auf allogen versus autolog
04 Mai 2014 21:51
  • Carina60
  • 121 Beiträge seit
    18 September 2013
Vielen Dank Josef für die rasche Antwort, werd ich gleich machen .

rudi antwortete auf allogen versus autolog
04 Mai 2014 22:21
  • rudi
  • 2203 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
Dr. Sabine Schock hat die allogene SZT mit voller Dosis gemacht, so wie es bis ca. um die Jahrtausendwende gemacht wurde. Das hohe Risiko war dabei eine Sterblichkeit von bis zu 50%, also Chance 50/50 schon in den ersten 100 Tagen.

Dann wurde seit dem Jahr um ca. 2000 mehr und mehr die sogenannte "dosisreduzierte" allogene SZT (früher auch Mini allogene SZT) eingeführt. Heute wird eigentlich nur noch die dosisreduzierte allogene SZT gemacht, weil dadurch das Sterberisiko innerhalb der ersten 100 Tage auf 15 bis 20% gesenkt werden kann. Das Risiko ist geringer weil die Chemotherapie nicht voll das komplette Knochenmark bis zum letzten Winkel zerstört. Es wird keine totale Aplasie erreicht, die mehrere Wochen andauert und große Infektanfälligkeit wird dadurch reduziert.
Der Nachteil ist aber, daß Myelomzellen überleben, wie bei der autologen SZT. Man setzt dann die Hoffnung der "möglichen Heilung" voll und ganz auf die Spenderimmunzellen. Diese sollen die verbleibenen Myelomzellen erkennen und eliminieren.
Das ist theoretisch eine super Idee, nur in der Praxis klappt es komischerweise eher selten mit totalem Erfolg.
Und das Risiko von Craft versus Host (CvH) vom Spenderimmunsystem ist genau so groß wie bei der allogenen mit voller Dosis. Nur kommen die CvH Erscheinungen bei der dosisreduzierten allogenen SZT oft später. Selbst nach 2 Jahren kann plötzlich die CvH losgehen wenn vorher alles gut erschien.

Fazit: Die Hoffnung der Heilung ist ermutigend, aber die Risiken sind nach wie vor noch hoch und wenn es nicht optimal läuft, dann hat man viele Jahre darunter zu leiden und bekommt doch ein Rezidiv.

Deshalb traut sich kaum einer freiwillig und spontan an eine allogene SZT heran, auch wenn sie heute nur noch "dosisreduziert" durchgeführt wird.

Eine wirklich konkrete Heilungschance hat man wahrscheinlich nur mit der klassischen vollen allogenen SZT, so wie sie auch bei Leukämiepatienten gemacht wird. Aber bei Erwachsenen mit einem Alter über 40 oder 50 Jahre oder gar 60 ist das Risiko eben 50/50. Das wäre wie russisches Roulette mit zwei bis 3 Patronen in der Sechsertrommel des Revolvers.
Und wer will sich so einen Revolver schon an den Kopf halten und dann abdrücken.
Nur wenn man mit dem Rücken absolut an der Wand steht oder ein sehr risikofreudiger Mensch ist.

Heilung ist ein individueller Prozess, der sehr stark an das persönliche Bewusstsein gebunden ist. Daher kann kein Mensch einen anderen Menschen heilen sondern immer nur auf dem Weg zu seiner persönlichen Heilung begleiten.

rudiversal.wordpress.com

leopoldi antwortete auf allogen versus autolog
05 Mai 2014 02:21
  • leopoldi
  • 1197 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
Hallo,

ich war der Meinung, die Mortalität lag bei der herkömmlichen Konditionierung bei 30 und dosisreduziert bei 12/13 %.
Ob dies nun meine Theorie ist oder mittlerweile bestätigt, glaube ich dass auch mit voller Hochdosis Schläferzellen in Knochenmarknischen überleben.
Im Rahmen der medizinischen Möglichkeiten ist eine Heilung bestimmt möglich, nur sind die Therapien dann so belastend dass sie nicht nur dem Myelom derart extrem zusetzen.
Jedes Myelom ist anders, ich bezweifle dass man den Erfolg an der Art der Konditionierung festmachen kann.
Die Entscheidung hatten wir seinerzeit so getroffen, nachdem die Autologe nur ein Jahr gehalten hat. Das halte ich auch rückblickend noch für ein tragfähiges Kriterium. Speziell in unserem Fall denke ich, dass wir Zeit gewonnen haben, wenngleich wir keine allzu großen Therapiepausen hatten. In der Zeit die wir noch mit DLI'S arbeiten können, wären ohne Allo diverse andere Medis bereits zum Einsatz gekommen, die ebenso Spuren hinterlassen hätten.
Aber es gibt zum Glück auch friedlichere Formen des Myeloms, mit langanhaltenden CRs oder insbesondere auch nur Teilremissionen.

LGe
Monika

~ Wenn Du meinst auf der Schattenseite zu sein, denk dran - die Erde dreht sich ~

lisa_kotschi antwortete auf allogen versus autolog
05 Mai 2014 09:50
  • lisa_kotschi
  • 1139 Beiträge seit
    27 Oktober 2009
Liebe Carina,

besonders auführlich hat Rudi auf Deine Fragestellung geantwortet. Nutzen und Risiken im Vergleich von autolog zu allogen findest Du in einem Beitrag von Prof. Einsele auf unserer Homepage unter www.myelom.org/therapien/basisbehandlung-aerzte.html
Es hat den Titel Allogene Stammzelltransplantation und Alternativen in der Behandlung des Multiplen Myeloms. Prof Einsele vertritt dort die Meinung, dass "eine allogene Stammzelltransplantation nur in Ausnahmefällen durchgeführt
werden" sollte.

Dosisreduziert allogen wurde übrigens u.a. Sergio transplantiert, dessen Bericht Du unter den Erfahrungsberichten mit dem Titel 48 Jahre bei Diagnose findest.

Auch im Forum haben einige von ihrer Erfahrung der allogenen geschrieben wie z.B. Steffen.

Liebe Grüße Lisa