AMMonline

     

rudi antwortete auf Knochenmarkbiobsie
24 Sep. 2012 16:16
  • rudi
  • 2203 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
Warum wird eine Knochenmark-Biopsie durchgeführt.
1. Im einfachsten diagnostischen Fall zur Bestimmung der Plasmazellinfiltration im Knochenmark um eine bessere Entscheidungsgrundlage zu haben, ob mit einer systemischen Therapie begonnen weden muss (sollte).

2. Im weiteren diagnostischen Fall werden sogenannte Durchflusszytometrien mit dem gewonnenen Knochenmark durchgeführt. Hier kann man dann erkennen welche Marker die Myelomzellen exprimieren. Da gibt es zum Beispiel die Marker CD 56, CD 117, CD 19, CD 28, CD 38 um nur einige der wichtigsten zu nennen.
Daraus kann der Myelomexperte (behandelnde Onkologe) erkennen, ob das gerade therapierte Myelom noch "kranke" Charakteristik zeigt oder ob die gefundenen Plasmazellen vorwiegend normale (gesunde) Plasmazellen sind.
Aus diesen Markern kann der Experte sozusagen "Kaffesatzlesen" machen und spekulieren, aber dem Patienten bringt es nicht unmittelbar was. Wenn er die CD Marker nicht interpretieren kann, dann bringen sie nur dem Arzt was und der benützt sie entweder für statistische Zwecke oder zur Entscheidung "abwarten" oder wieder früh mit einer "Konsolidierungs-Therapie" starten.

3. Die zusätzliche Möglichkeit ist die Verwendung der Knochenmarkprobe zusätzlich zu wissenschaftlichen Zwecken.
So wird es in der DSMM XII Studie bei mir gemacht. Ich bin bereit dazu, weil es MM Patienten in der Zukunft von Vorteil sein kann und zu neuen und besseren Behandlungswegen für das Myelom in Zukunft führen kann.
In den großen Zentren Würzburg, Heidelberg u.s.w werden Datenbanken mit diesen Knochenmarkuntersuchungen angelegt und später können alle Zentren und Forscher und Kliniken darauf zurückgreifen und müssen das "Rad nicht nochmal neu erfinden".

4. Kann man nur durch eine Knochenmark-Biopsie die Myelomzellen analysieren und begutachten. Wie will ein kompetenter Onkologe eine sinnvolle und zum Patienten passende Therapie anwenden, wenn er im "dunklen tappt" und den "Feind im Datail garnicht kennt".
Patienten wollen eine möglichst gute und individuelle Therapie für sich, aber auf der anderen Seite wollen sie keine Knochenmark-Biopsie machen lassen. Das passt irgendwie nicht zusammen!
Leute überlegt doch mal genau was besser ist !

Als Patient kann ich natürlich sagen, ist mir doch wurscht, wie meine Myelomzellen aussehen und wie ihre "Bösartigkeit" bzw. "Gutmütigkeit" aussieht, aber sollte es der behandelnde Arzt nicht wissen ?:wink:

Die Myelomzellen verändern sich im Laufe der Jahre und nach Therapien. Wenn man nur am Anfang eine einzige Knochenmarkprobe macht, dann weiß man nicht den Status nach der Therapie (besonders nach HD und SZT).

Sicher ist so eine Stanze in den Knochen nicht angenehm, aber es ist ein kleiner Eingriff, der für die Mehrzahl der Patienten gut hinnehmbar ist und von dem sie nur "profitieren" können.


Heilung ist ein individueller Prozess, der sehr stark an das persönliche Bewusstsein gebunden ist. Daher kann kein Mensch einen anderen Menschen heilen sondern immer nur auf dem Weg zu seiner persönlichen Heilung begleiten.

rudiversal.wordpress.com

joseph antwortete auf Knochenmarkbiobsie
24 Sep. 2012 16:50
  • joseph
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Hi Rudi

Alles schön und gut, aber trotzdem muss doch jeder hier im Forum das Recht auf eigene Meinung haben, stand doch ganz klar formuliert in meinem Posting.

Oder hat das sich geändert die letzten Wochen meiner Abwesenheit

Mit freundlichen Grüssen

Joseph

Margret antwortete auf Knochenmarkbiobsie
24 Sep. 2012 17:18
  • Margret
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Ja Joseph,

natürlich hat hier jeder das Recht auf seine Meinung. Das hat doch niemand bestritten. Ich finde, man sollte seine Meinung auf Nachfrage auch vernünftig begründen können.

Eine nachvollziehbare Begründung für Deine Vermutung, man könnte mit der Biospie "schlafende Hunde wecken" fehlt bisher.

Liebe Grüße,
Margret

joseph antwortete auf Knochenmarkbiobsie
24 Sep. 2012 19:36
  • joseph
  • 0 Beiträge seit
    15 August 2026
Hi Margret

====> Die Knochenpunktion/-biopsie ist heutzutage ein risikoarmes Routineverfahren. Trotz größter Sorgfalt kann es dennoch in Einzelfällen zu Komplikationen kommen ...........weiter lesen bei

www.dr-hoffmeister.de/01FVA.pdf

Frage :

Warum soll ich mich persöhnlich dem Risiko des "Einzelfalls" aussetzen ?

Warum soll ich für mich persöhnlich nicht die Risken minimieren dürfen, bleibt immer noch meine freie, persöhnliche Entscheidung, so wie oben angedeutet.

Was schlafende Hunde wecken anbelangt, die kleinste Infektion treibt die Stammis an, ob da die Myelomis aussenvor bleiben ? , kann ich nicht beantworten, aber bis zum heutigen Tage blieb mir noch jeder Onkologe oder Arzt eine korrekte Antwort auf solche Frage schuldig.

Im Gegenteil, das Absicherungsdokument für den ausführenden Arzt zeigt doch klar und deutlich, dass Knochenpunktionen nicht ohne Risiko sind, es steht lediglich da, RISIKOARM, nicht OHNE RISIKO

Ich hab jetzt genug zu diesem Thema geschrieben

Mit freundlichen Grüssen

Joseph

GiselaKöenig antwortete auf Knochenmarkbiobsie
24 Sep. 2012 21:18
  • GiselaKöenig
  • 378 Beiträge seit
    26 Oktober 2009
Hallo Joseph,

natürlich kann jeder seine eigene Meinung haben das stand nie zur Diskussion. Man sollte doch vermeiden in Texte irgendetwas herein zu interpretieren was gar nicht der Fall ist.
Zum Schluß noch ein kleines Beispiel : Wenn man mit dem Finger in der Nase bohrt kann man sich diesen abbrechen........:P
Es gibt nichts ohne Risiko, daher muß man immer den Nutzen und das Risiko abwägen.
Mit freundlichen Grüßen
Gisela

shine45 antwortete auf Knochenmarkbiobsie
24 Sep. 2012 22:43
  • shine45
  • 378 Beiträge seit
    15 Februar 2011
Ich will mich bei allen für die Ratschläge und Meinungen bedanken!!!
Auch wenn ich jetzt ein bisschen verwirrt bin :roll:

Liebe Grüße
Irmi

MGUS seit 2005
Diagnose MM seit Februar 2011
Therapieanfang ab 18.10.2011
1.HD+SZT am 24.01.2012,2. HD+STZ am 07.05.2012
5.7. erste Zometainfusion
3 Zyklen VTD seit 10.07.12
Seit 10.07.2012 keine weiteren Therapien
Seit ca 2018 Proteinurin
Januar 2019 Diagnose AL-Amyloidose
April 2019 Therapie mit Daratumumab, Dexa 8 Wochen 1x wöchentlich. 8 Wochen alle 2 Wochen, 8 Wochen alle 4 Wochen.
Juli 2022 Ixazomib 2,5mg + 16mg Dexa
19.12.2023 CarT Zellen Therapie