Ich grüße. wurde erstellt von abifiz
01 März 2013 01:39
- abifiz
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10 September 2026
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Hallo.
Ich habe hier vor Jahren hier schon häufig reingeschaut. Heute (technisch gesehen, eigentlich gestern...
) hab' ich mich einregistriert.
Ich bin ein Mann, über achtzig Jahre alt.
Im Nachhinein gesehen ist es extrem wahrscheinlich, daß ich schon sehr sehr früh in meinem Leben an der Monoklonalen Gammopathie "erkrankt" bin. Auch ist anzunehmen, daß ich gegen Frühjahr 2004 in ein Smouldering Myelom übergegangen bin. Weiter darf man voraussetzen, daß ich wohl im Sommer 2007 ca tatsächlich am MM erkrankt bin. Ab dem Herbst hab' ich einen befreundeten Orthopäden aufgrund der auftretenden Rückenschmerzen aufgesucht. Diagnose: Wie fast immer in solchen Fällen = "Verschleißerscheinungen" (hüstel, hüstel...). Je stärker die Schmerzen wurden, desto stärker zerrte er an mir rum, was den Wirbeln bestimmt sehr gut getan hat...
Das Leben hat mir die ca Ende Mai 2008 ansetzende akute Nierenvergiftung gerettet: Zwar lag ich benommen in der Koje, aber in einem halb-luziden Moment diagnostizierte ich sie mir selbst Anfang Juni; schleppte und robbte ich mich mühselig zum Telefon (bin alleinlebender Witwer) und rief die Rettung an. Sechzehn Minuten nach Einlieferung stand die Diagnose fest.
Mein sozialverträgliches Ableben wurde dann erstmals für Ende 2008 - Anfang 2009 prognostiziert, später dann für Ende 2009, letztens für Mitte 2010.
Ich bin miserabel erzogen worden: Es hat mir anscheinend nichts ausgemacht, den Gevatter einfach zu versetzen, keinen einzigen Termin wahrzunehmen. Ich hoffe, die Jugend nimmt sich kein Beispiel an meinem Mangel an Guten Sitten.
Seit Herbst 2010 Remission, bis heute andauernd. Seit Mitte 2011 durfte ich mich aus allen Schmerzmitteln nach und nach herausschleichen, was schließlich meine geistige "Präsenz" entsprechend erhellte.
Es sind sehr viele Schäden an den Knochen da, eine Menge Titan implantiert: Zum Glück kann ich nirgendwohin! Man stelle sich den Alarm vor, den meine Cyborg-Carcasse bei einem Flughafen auslösen würde!!!
Leider hat die Hochdosistherapie 2010 etliche Zähne (sieben) infolge nach und nach dahingerafft...
Die Mobilität ist etwas eingeschränkt. Die Schmerzen nicht allzu häufig und ziemlich beherrschbar. Ich lebe aber weiter allein in meiner Wohnung mit Hilfe eines kleineren Pflegedienstes, schreibe am PC, gehe meinen Projekten nach, besuche jede 18 Monate circa eine onkologische Reha. Freilich könnte unter Umständen die sechste Operation am linken Hüftgelenk anstehen. Das steht noch nicht fest. Geistig und psychisch geht es mir gut bis sehr gut. Vier Freunde haben sich zu Anfang mit Vorwänden bald abgewandt. Andere Freundschaften haben sich eher gefestigt und vertieft, neue sind hinzugekommen. Charakterlich scheine ich dabei etwas gereift zu sein, und etwas hinzugewonnen zu haben. Der Tod vier meiner Mitpatienten hat mir ziemlich zugesetzt, vor allem bei den zwei, einer Frau von ca 60 und einem Mann von 67, mit denen ich mich intensiv angefreundet hatte.
Von den ca dreißig Ärzten, mit denen ich zu tun gehabt hatte und habe, war einer ein ziemlicher "Beinah-Arsch" (wobei ich über seine rein fachliche Qualifikation eigentlich nicht informiert bin), einer charakterlich schwierig, ein anderer etwas schwierig. Die restlichen waren/sind ausgezeichnete Menschen und Behandler. Mit fünf von ihnen hab' ich mich sehr angefreundet. Von den Schwestern/Pflegern war nur eine etwas schwierig, und auch das nur, wenn sie unter ungeheuerer Stress stand. Auch dort sind mehrere Freundschaften entstanden. Auch von den sonstigen Behandlern, Angestellten, etc. hab' ich Gutes und Kräftigendes erlebt. Unter den sehr vielen gab es nur zwei "Pflaumen". Zwischen der Physiotherapeutin, die mich zuhause behandelt, und mir ist eine reiche gegenseitige Anerkennung entstanden.
Ich wohne seit 1995 in einem leicht isoliertem Haus in der Provinz, in welchem, mit mir einschließlich, acht Personen wohnen. Die Beziehungen sind gut und sehr tragfähig. Ich bin der Älteste. Dann sind zwei Damen um die Siebzig da, zwei Männer um die Sechzig, ein Paar um die Fünfzig und ihre ledige Tochter von Dreiundzwanzig mit eigener Wohnung.
Unter anderem plane ich für später (2148?) ein Forum für die Unterstützung von Menschen in seelischen Bedrängnissen. (Und jetzt, wo ich besser dran bin, werde ich mir in den nächsten Monaten ein Kätzilein zum Mitwohnen anlachen. In meiner Abwesenheit würde es bei der Oberschwester meines Pflegedienstes leben, welche auch am Ort wohnt.)
Wie es weiter mit mir gehen wird, ist offen.
Ich danke von ganzem Herzen allen Teilnehmern und Betreibern dieses Forums. Als ich zwischen 2009 und Ende 2011 mehrmals hier reingeschaut habe, hat mir diese Forum sehr geholfen. Das bleibt mir - neben dem vielem Guten, das ich auch sonst erfahren habe - unvergessen.
abifiz
PS
Ich bräuchte Hinweishilfe, wie man im Forum zu Avatar und Signatur kommt.
Hallo.
Ich habe hier vor Jahren hier schon häufig reingeschaut. Heute (technisch gesehen, eigentlich gestern...
Ich bin ein Mann, über achtzig Jahre alt.
Im Nachhinein gesehen ist es extrem wahrscheinlich, daß ich schon sehr sehr früh in meinem Leben an der Monoklonalen Gammopathie "erkrankt" bin. Auch ist anzunehmen, daß ich gegen Frühjahr 2004 in ein Smouldering Myelom übergegangen bin. Weiter darf man voraussetzen, daß ich wohl im Sommer 2007 ca tatsächlich am MM erkrankt bin. Ab dem Herbst hab' ich einen befreundeten Orthopäden aufgrund der auftretenden Rückenschmerzen aufgesucht. Diagnose: Wie fast immer in solchen Fällen = "Verschleißerscheinungen" (hüstel, hüstel...). Je stärker die Schmerzen wurden, desto stärker zerrte er an mir rum, was den Wirbeln bestimmt sehr gut getan hat...
Das Leben hat mir die ca Ende Mai 2008 ansetzende akute Nierenvergiftung gerettet: Zwar lag ich benommen in der Koje, aber in einem halb-luziden Moment diagnostizierte ich sie mir selbst Anfang Juni; schleppte und robbte ich mich mühselig zum Telefon (bin alleinlebender Witwer) und rief die Rettung an. Sechzehn Minuten nach Einlieferung stand die Diagnose fest.
Mein sozialverträgliches Ableben wurde dann erstmals für Ende 2008 - Anfang 2009 prognostiziert, später dann für Ende 2009, letztens für Mitte 2010.
Ich bin miserabel erzogen worden: Es hat mir anscheinend nichts ausgemacht, den Gevatter einfach zu versetzen, keinen einzigen Termin wahrzunehmen. Ich hoffe, die Jugend nimmt sich kein Beispiel an meinem Mangel an Guten Sitten.
Seit Herbst 2010 Remission, bis heute andauernd. Seit Mitte 2011 durfte ich mich aus allen Schmerzmitteln nach und nach herausschleichen, was schließlich meine geistige "Präsenz" entsprechend erhellte.
Es sind sehr viele Schäden an den Knochen da, eine Menge Titan implantiert: Zum Glück kann ich nirgendwohin! Man stelle sich den Alarm vor, den meine Cyborg-Carcasse bei einem Flughafen auslösen würde!!!
Leider hat die Hochdosistherapie 2010 etliche Zähne (sieben) infolge nach und nach dahingerafft...
Die Mobilität ist etwas eingeschränkt. Die Schmerzen nicht allzu häufig und ziemlich beherrschbar. Ich lebe aber weiter allein in meiner Wohnung mit Hilfe eines kleineren Pflegedienstes, schreibe am PC, gehe meinen Projekten nach, besuche jede 18 Monate circa eine onkologische Reha. Freilich könnte unter Umständen die sechste Operation am linken Hüftgelenk anstehen. Das steht noch nicht fest. Geistig und psychisch geht es mir gut bis sehr gut. Vier Freunde haben sich zu Anfang mit Vorwänden bald abgewandt. Andere Freundschaften haben sich eher gefestigt und vertieft, neue sind hinzugekommen. Charakterlich scheine ich dabei etwas gereift zu sein, und etwas hinzugewonnen zu haben. Der Tod vier meiner Mitpatienten hat mir ziemlich zugesetzt, vor allem bei den zwei, einer Frau von ca 60 und einem Mann von 67, mit denen ich mich intensiv angefreundet hatte.
Von den ca dreißig Ärzten, mit denen ich zu tun gehabt hatte und habe, war einer ein ziemlicher "Beinah-Arsch" (wobei ich über seine rein fachliche Qualifikation eigentlich nicht informiert bin), einer charakterlich schwierig, ein anderer etwas schwierig. Die restlichen waren/sind ausgezeichnete Menschen und Behandler. Mit fünf von ihnen hab' ich mich sehr angefreundet. Von den Schwestern/Pflegern war nur eine etwas schwierig, und auch das nur, wenn sie unter ungeheuerer Stress stand. Auch dort sind mehrere Freundschaften entstanden. Auch von den sonstigen Behandlern, Angestellten, etc. hab' ich Gutes und Kräftigendes erlebt. Unter den sehr vielen gab es nur zwei "Pflaumen". Zwischen der Physiotherapeutin, die mich zuhause behandelt, und mir ist eine reiche gegenseitige Anerkennung entstanden.
Ich wohne seit 1995 in einem leicht isoliertem Haus in der Provinz, in welchem, mit mir einschließlich, acht Personen wohnen. Die Beziehungen sind gut und sehr tragfähig. Ich bin der Älteste. Dann sind zwei Damen um die Siebzig da, zwei Männer um die Sechzig, ein Paar um die Fünfzig und ihre ledige Tochter von Dreiundzwanzig mit eigener Wohnung.
Unter anderem plane ich für später (2148?) ein Forum für die Unterstützung von Menschen in seelischen Bedrängnissen. (Und jetzt, wo ich besser dran bin, werde ich mir in den nächsten Monaten ein Kätzilein zum Mitwohnen anlachen. In meiner Abwesenheit würde es bei der Oberschwester meines Pflegedienstes leben, welche auch am Ort wohnt.)
Wie es weiter mit mir gehen wird, ist offen.
Ich danke von ganzem Herzen allen Teilnehmern und Betreibern dieses Forums. Als ich zwischen 2009 und Ende 2011 mehrmals hier reingeschaut habe, hat mir diese Forum sehr geholfen. Das bleibt mir - neben dem vielem Guten, das ich auch sonst erfahren habe - unvergessen.
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