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Margret antwortete auf Schockreaktion auf Blutkonserve
26 Juni 2010 12:21
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    11 September 2026
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TanjaB. schrieb: Übrigens möchte mein Vater unbedingt nach Hause. Er ist der festen Überzeugung, dass er dann auch wieder mehr Appetit hat und schneller auf die Beine kommt. Gibt es Eurer Meinung nach einen handfesten Grund, warum er unbedingt in der Klinik bleiben sollte?


Liebe Tanja,

was erwartest du? Wir können dir in der einen oder anderen Sache vielleicht einen Rat geben, aber eine Fernbeurteilung über die konkrete Situation deines Vaters ist per Forum nicht zu verantworten.

Es ist verständlich, dass Patienen sich in gewohnter Umgebung viel schneller erholen und wieder zu Kräften kommen. Vor allem, wenn sie liebevoll umsorgt werden, was bei euch ja organisiert werden kann.
Andererseits musst du auch berücksichtigen, dass zuhause oftmals nicht alle nützlichen Einrichtungen vorhanden sind (breite Türen für einen Rolli, Dusch- und Toilettengelegenheiten etc.), aber auch im Notfall mitten in der Nacht vielleicht nicht schnell genug kompetente Hilfe da ist.

Sprecht mit den Ärzten - wenn die grundsätzlich einverstanden sind, sprecht unbedingt mit den Pflegekräften in der Klinik - die wissen nämlich über die tatsächliche Situation des Patienten und seinen alltäglichen und -nächtlichen Hilfe-Bedarf zumeist viel mehr, als die Mediziner. Auch ein ambulanter Pflegedienst kann euch zuhause in der Anfangszeit helfen, euch Tricks und Tipps zeigen, wie man am besten einen Patienten versorgt und pflegt. Ihr habt übrigens Anspruch auf eine Pflegeberatung vor Ort - bitte darüber mit der Krankenkasse sprechen.

Die Entscheidung kann euch niemand abnehmen.

Alles Gute und liebe Grüße,
Margret


TanjaB. antwortete auf Schockreaktion auf Blutkonserve
25 Juni 2010 13:21
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    11 September 2026
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Ihr Lieben,

nochmals vielen Dank für die Beiträge.

Mein Vater wird mit dem Gambro-Filter dialysiert. Er wurde gestern von der Urologie auf die Onkologie verlegt und wir haben einen "Entlassungsbericht" bekommen. Daher haben wir nun endlich einige Werte schwarz auf weiß.

Dort steht auch folgendes:

"Die Dialysetherapie wurde fortgesetzt und initial durch Plasmaseparation zur Leichtkettenentfernung ergänzt. Die Therapie wurde im Verlauf auf die High Cut-off Dialyse mittels Gambro HCO 1100 umgestellt. Wir bitten unter dieser Therapie regelmäßig um Kontrollen des Serumalbumin, da es auch zur Clearence von physiologischen Serumeiweißen kommen kann. Geplant sind zunächst - auch in Abhängigkeit der Leichtkettenload - ca. 10 Behandlungen. Im Verlauf kann bei steigernder Ausscheidungsmenge und im langen dialysefreien Intervall (Wochenende) abfallenden Retentionswerten in Absprache mit der Dialysestation über einen Dialyseauslassversuch nachgedacht werden."....."Es wurde ein neuer Bortezumib/Dexamethason Therapiezyklus begonnen."

Ich finde, das klingt so, als wären die Ärzte ganz optimistisch, dass die Nieren wieder arbeiten werden.

Lieber Jürgen, du hast recht, ich werde meinem Vater so viel Hoffnung wie möglich machen , positive Gedanken sind einfach unersetzbar. Vielen Dank!

Liebe Andrea, diese Flüssignahrung haben wir bei meinem Vater schonmal probiert, da sein Gewicht ewig Thema ist. Danach hat er sich so sehr erbrochen, dass er sie nun komplett verweigert. Bei meiner Schwiegermutter, die ja auch schon am Plasmozytom starb, hat diese Nahrung aber auch super geholfen.

Liebe Margret, ich finde Deine Erklärung mit den verstopften Nierenkanälchen sehr einleuchtend. Sollen die Ärzte doch schmunzeln, aber solche bildhaften Schilderungen sind oft sehr hilfreich. Über die künstliche Ernährung werden wir wohl heute nochmal mit den Ärzten diskutieren.

Übrigens möchte mein Vater unbedingt nach Hause. Er ist der festen Überzeugung, dass er dann auch wieder mehr Appetit hat und schneller auf die Beine kommt. Gibt es Eurer Meinung nach einen handfesten Grund, warum er unbedingt in der Klinik bleiben sollte? Sicherlich muss er ständig zur Dialyse, aber das könnten wir organisieren. Außerdem leben wir in Großfamilie, er hat also ständig genügend Menschen um sich herum, die ihn versorgen könnten.
Ich würde meinen Papa so gerne nach Hause holen.

Ganz viele liebe Grüße an alle

Tanja

carina antwortete auf Schockreaktion auf Blutkonserve
25 Juni 2010 11:47
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    11 September 2026
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Hallo Tanja,
mir war 6 Wochen lang übel ohne Ende. Bei mir kam die Übelkeit dadurch, daß die Nieren die Giftstoffe nicht mehr ausgefiltert haben. Dadurch wird der ganze Körper vergiftet. Wie lange ist dein Vater denn schon an der Dialyse? Und wieviel l wird ihm bei der Dialyse abgezogen? Mir wurde am Anfang auch zuviel abgezogen und daher kam ich nicht auf die Beine. Als man sich auf die Mindestmenge beschränkt hatte, wurde es besser. Habt ihr es mal mit Flüssignahrung aus der Apotheke versucht? Die gibt es speziell für Krebspatienten. Die haben meine Mutter auch wieder auf die Beine gebracht. Wenn das nicht geht dränge auf künstliche Ernährung.
LG Andrea.

Kuddel57 antwortete auf Schockreaktion auf Blutkonserve
25 Juni 2010 10:59
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    11 September 2026
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Hallo Tanja,

beim Lesen der Antworten zu Deinem Vater nicke ich bestätigend vor mich hin. Zu ergänzen habe ich auch kaum.
Die Aussage von Margret bezüglich der ausgefallenen Nieren mag zutreffend sein.
Meine Nieren fielen 2001 aus. Davon erfuhr ich Tage später aus dem Koma erwachend auf der Intensivstation im Krankenhaus. Nicht einmal die Abholung durch den Rettungswagen beim Nierenversagen bekam ich mit.
Aber meine Nieren arbeiten wieder und halten meinen Kreatininwert im Normbereich. Das mag an meiner Grunderkrankung – IgG Kappa Leichtketten Bence-Jones Plasmozytom. – liegen. Vielleicht bin ich auch eine seltene Ausnahme. Einerlei.
Jedenfalls ist für uns Patienten die Überzeugung, dass winzigste Chancen bei uns greifen hilfreich für Besserung, so beschloss ich, stets das bestmögliche Ergebnis zu erwarten. Nur selten wurde ich enttäuscht.
Mit unserer Einstellung aktivieren oder blockieren wir unsere Selbstheilungskräfte.
Ohne diese hat die beste Medizin es schwer.
Und sterbe ich morgen, werde ich mich nicht über meine Zuversicht von heute ärgern.
Schlechte Prognosen sind ein Tabu für Deinen Vater! Kommt jedes angekündigte Unwetter?
Deshalb Tanja, bring ihn zur Nahrungsaufnahme! Nur dann hat er genug Substanz für Mut und Zuversicht.

Liebe Grüße

Jürgen

Margret antwortete auf Schockreaktion auf Blutkonserve
25 Juni 2010 09:09
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Liebe Tanja,

du kennt ja meine grundsätzliche Überzeugung, dass MM-Nieren nicht wieder 'anspringen'. Es mag in Einzelfällen - z.B., wenn sehr, sehr früh mit dem Gambro-Filter dialysiert wurde - Ausnahmen geben, aber im Regelfall ist das Nierenversagen endgültig.

Dass dein Vater noch Urinausscheidungen hat, zeigt nicht, dass die Nieren noch oder wieder arbeiten! Die meisten Patienten haben noch Ausscheidungen, mein Mann hat um etwa 1,5 l pro Tag.

Mal ganz laienhaft: Die Nierenkanälchen werden durch die langen Eiweissketten des MM verstopft, so dass die Nieren ihren "Filterauftrag" nicht mehr erfüllen können. Die "Schadstoffe" geraten so ins Blut und damit in alle Zellen des Körpers. Das würde den Körper auf Dauer vergiften und töten. Also übernimmt die Dialyse die Filterfunktion und wäscht die Schadstoffe aus dem Blut heraus. Trotzdem können die Nieren aber noch Wasser durchlassen. Wasser ist "feiner" als die Schadstoffe und passt trotz Verstopfungen noch durch die Niere. (Alle Chemiker und Mediziner schnunzeln jetzt wahrscheinlich... das kann uns aber egal sein.)

Das mit der angeblich "nicht möglichen künstlichen Ernähung wegen der Dialyse" ist - Entschuldigung - ausgemachter Quatsch! Künstliche Nahrung enthält natürlich mehr Flüssigkeit, als die normale Kost. Also muss man den Getränke-Anteil pro Tag nur entsprechend reduzieren, oder aber - so lange der Mensch das toleriert - die Flüssigkeitsmenge, die in der Dialyse entzogen wird, entsprechend erhöhen. Wenn ich sowas höre, könnte ich ....:bang: *sorry*

Langanhaltende Übelkeit + Nahrungsverweigerung, die auch mit Medikamenten nicht verschwindet, verbunden mit ohnehin schon zu geringem Gewicht ist gefährlich! Hier muss dringend etwas geschehen. Lass dich nicht abspeisen! Dein Vater muss zu Kräften kommen, das ist ganz wichtig! Hast du es schon mal mit Sahnejoghurt versucht? Wenn auch diese kleinen Tricks nicht helfen, muss künstlich ernährt werden.

Euch alles Liebe und gute Wünsche,
Margret


TanjaB. antwortete auf Schockreaktion auf Blutkonserve
25 Juni 2010 07:49
  • TanjaB.
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    11 September 2026
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Liebe Andrea,

vielen Dank für Deinen Beitrag. Ich wünsche Dir, dass es Dir noch gaaaaanz lange Zeit so gut geht.

Überhaupt bin ich wirklich froh, dass es dieses Forum gibt, mit so vielen Menschen, die man fragen kann und die immer wieder ihre Zeit damit verbringen, anderen Betroffenen Mut zu machen. DANKE!

Zu den Nieren habe ich noch einige Fragen. Mein Vater kann schon wieder selbständig Pipi machen. (Entschuldigt den Ausdruck.....) Er soll jetzt immer Urin sammeln und darf dann diese Menge plus 1 Liter täglich trinken. Er ist aber trotzdem alle 2 Tage an der Dialyse. Ist es nicht so, dass, wenn der Körper Urin produziert, die Nieren bereits wieder etwas arbeiten? Mein Vater meint aber, dass die Nieren noch gar nicht arbeiten laut Aussage der Ärzte. (Ich weiß allerdings nicht, wann er zuletzt konkret gefragt hat, ich glaube, er fragt eigentlich nie wirklich etwas.....) Ich hoffe, dass wir nachher mal einen Arzt auf der Station zu fassen bekommen.

Außerdem, und das ist fast noch wichtiger, ist meinem Vater permanent übel. Daher hat er seit einer Woche eigentlich nichts mehr gegessen. Die Ärzte bekommen die Übelkeit trotz verschiedener Medikamente nicht in den Griff. Das Problem ist, dass mein Vater bereits vor dem Nierenversagen unglaublich unterernährt war und nun nur noch Haut und Knochen ist und die Ärzte ihn nicht künstlich ernähren können, weil das zu viel Flüssigkeit für den Körper bedeuten würde. (?!?!?)
Liegt das an der Dialyse? Kennt jemand ein Mittel, welches relativ sicher diese Übelkeit unterdrücken würde? Mein Vater wird immer schwächer. Wir können doch nicht zusehen, wie er langsam verhungert.

Über Tipps wäre ich nochmal sehr dankbar.

Liebe Grüße an alle und alles, alles Gute.

Tanja