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02 Juli 2014 00:16
  • abifiz
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    12 September 2026
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Liebe Leute,


man hüte sich vor schrecklichen allzu vereinfachenden Vereinfachungen.

Ja, im allgemeinen ist Obst eine ausgezeichnete Beigabe zur Nahrung. Sehr empfehlenswert.

Ja, das Quercetin ist im Prinzip ein Chemotherapeutikum, da es -- wie andere Chemotherapeutika auch -- die Mutagenitätsrate erhöht.

Das heißt: Es ist auch bei einigen Krebsarten (besonders Darmkrebs) deutlich hilfreich. Und: es ist darüber hinaus auch (zumindest prinzipiell) gefährlich, wie jedes Chemotherapeutikum auch sonst. Wie immer entscheiden die Dosis und der Einnahmezusammenhang und sonstige Wechselwirkungen. Bei einem Körpergewicht von ca. 65 Kg sind 1000 mg täglich über längere Zeit und bei deutlich geschwächter Allgemeinkonstitution der Schwellenwert, bei welchem das Hilfreiche nicht mehr überwiegt, da unter Umständen die krebsfördernde Wirkung das größere Gewicht bekommt. Über 3000 mg täglich sind dann unter solchen Umständen bei entsprechender Einnahmepersistenz hochgefährlich.

Weiter im Text:

Eine völlig andere Kiste ist die Einnahme von Quercetin im Zusammenhang mit Bortezomid (Velcade). Da wirkt Quercetin schädigend, schon in Ansätzen ab 200 mg täglich über längere Zeit bei deutlich geschwächter Allgemeinkonstitution und einem Körpergewicht von 65 kg. Die beiden Genossen sind nämlich gar nicht gut aufeinander zu sprechen, vertragen sich nicht, wie es nicht allzu selten bei Wegesgefährten der Fall ist.

Wo, wie ist das Zeug enthalten? Erstens gibt es Leute, die es hochkonzentriert in Kapseln einnehmen, "weil es ja so gesund ist..."
Zweitens gibt es noch eine ganze Menge weiteres vegetarisches hochkonzentriertes "Quercetin-Blühen" quer durch Gärten, Büsche, Bäume (Nüsse) und Treibhäuser und Plantagen: Hochkonzentriert ist das Quercetin auch im Liebstöckeltee, nicht nur im Grünen Tee. Auch Earl Grey, da nur halbfermentiert, weist eine mittlere Konzentration auf. (Wie alle nur halbfermentierte "Siniensis".) Der eigentliche durch-fermentierte Tee weist nur noch relativ schwache Konzentrationen auf, am schwächsten der "First Flush". Dem Tee botanisch verwandt sind auch die Kapern, auch hochkonzentriert. Zitrusfrüchte hat Joseph schon erwähnt.
Aber auch Äpfel -- je farbiger, desto mehr -- können hohe Konzentrationen aufweisen. (Quercetin ist ein Flavonoid. Die Flavonoide sind eine evolutive Wunderwaffe: Durch Farbe/n und Aroma sollen sie befreundetes Getier/Insekten anziehen; durch Gefährlichkeit Verfeindetem schaden. Natürlich in Kombination mit anderen Stoffen, z.B. Alkaloiden, und noch weiteren mehr.) Auch Zwiebeln und Lauch können problematisch sein.

Bei den Beeren sind die Himbeeren und die Johannisbeeren am gefährlichsten bei Bortezomib. Was da deutlich hilft, schadet andernorts deutlich, wie immer. Auch die Himbeeren, ansonsten zurecht gut beleumdet im Zusammenhang mit Krebs. Mit Gülle und Fäkalien gedüngte Tomaten können manchmal auch hohe Konzentrationen an Quercetin aufweisen.

Grundsätzlich: Hinreichendes Kochen reduziert massiv die Quercetinmengen.

Noch grundsätzlicher: Allerhöchste Vorsicht damit bei gleichzeitiger Einnahme von Bortezomid. Bei entsprechender Kost (vor allem roh oder schwach gedünstet) sind 1000 mg täglich nicht utopisch: Fast alles Tee, Gemüse, Beerenzeug und Obst trägt "etwas" dazu bei; die Endsumme ist bei bestimmten Verköstigungs-Neigungen schnell erreicht. Und bei Bortezomid ist das ein No Go. Es geht dabei (dem Zusammenhang mit Bortezomid) nicht eigentlich um die allgemeine Mutagenität sondern um die Unverträglichkeit der zwei Wirkstoffe. (Kleinere Mengen, z.B. 60/70 mg bei 65 kg dürfen eher als völlig unbedenklich unter Bortezomid eingestuft werden. Bei Meidung der Hauptträger des "Natur"-Stoffes Quercetin leicht zu überblicken/erreichen. Die bekannte durchschnittliche gemischte Kost ist also unproblematisch.)

Es gibt nämlich keinerlei "gesunde" und kaum "ungesunde" biochemische Stoffe. Es ist alles eine Frage von Dosierung, Zusammenhang und Wechselwirkung. (Und ja, auch die "Produkte der -- angeblichen -- "MUTTER Natur", sind nichts anderes als... konkrete Biochemie!)

Es ginge eigentlich darum, das im Menschen tiefst verankerte magische Denken durch nüchterne Betrachtung und rationale Entzauberung spürbar zu überwinden.

Ich hege die Hoffnung, eine ganze Menge von Klarheiten mit diesen Ausführungen beseitigt zu haben... :-?


abifiz

PS
Sorry, Mapoli. Ich sehe, Dein und mein Beitrag haben sich überschnitten, so daß ich Deinen Text nicht berücksichtigen konnte...

02 Juli 2014 00:00
  • Mapoli
  • 1736 Beiträge seit
    18 Juni 2011
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Leider habe ich doch einiges dazu im Netz gefunden, warum hat mir das kein Arzt vorher gesagt? :bang: Ich habe meinen Arzt auch mehrfach gefragt, ob die Beeren und die roten Säfte schaden. Er meinte nur, er glaube nicht daran, das es den HB Wert hebt, ich dürfe es aber gerne versuchen. Na ja, den HB hat es ja gehoben, aber leider dann wohl auch die Wirkung von der Induktionschemo negativ beeinflusst – so ein Mist!

Hier ein Link dazu:
www.journalonko.de/aktuellview.php?id=2200

De genannten Stoffe aus der dortigen Tabelle:

Einen hohen Gehalt an EGCG: findet man in:
-grünem Tee

Einen hohen Gehalt an Myricetin: findet man in:
-schwarzem Tee
-Schwarze Johannisbeeren
-Heidelbeeren
-Trauben
-Walnüsse

Einen hohen Gehalt an Quercetin findet man in
• Kapern (1800 mg•kg?1)
• Liebstöckel (1700 mg•kg?1)
• Tee (Camellia Sinensis)
• Zwiebeln – besonders in den äußersten Ringen (284–486 mg•kg?1)
• Heidelbeeren (kultiviert 74 mg•kg?1, wild 146–158 mg•kg?1)
• Grünkohl (60–110 mg•kg?1)
• roten Trauben
• Äpfeln (21–440 mg•kg?1)
• Schnittlauch (245 mg•kg?1)
• Zitrusfrüchten
• Brokkoli (30 mg•kg?1) und anderem grünen Blattgemüse
• grünen Bohnen (39 mg•kg?1)
• Kirschen (32 mg•kg?1)
• Himbeeren
• schwarzen Johannisbeeren (69 mg•kg?1)
• Brombeeren (45 mg•kg?1)
• Preiselbeeren (kultiviert 83–156 mg•kg?1, wild 121 mg•kg?1)
• der Süßen Eberesche (85 mg•kg?1)
• Sanddorn (62 mg/kg) und Krähenbeeren (kultiviert 53 mg/kg, wild 56 mg•kg?1).
Quellen:
de.wikipedia.org/wiki/Quercetin
www.lebensmittelwissen.de/lexikon/m/myricetin.php
Myricetin - Lebensmittellexikon von www.lebensmittelwissen.de

01 Juli 2014 22:36
  • Mapoli
  • 1736 Beiträge seit
    18 Juni 2011
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@ Joseph : och, ich könnte ein Kilo Waldfrüchte essen 8), so gerne wie ich die mag, aber da würde sicher auch schon mein Magen rebellieren (und mein Geldbeutel) :oops:

01 Juli 2014 22:34
  • Mapoli
  • 1736 Beiträge seit
    18 Juni 2011
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....hier ein Link zu einer Studie aus 2008, leider nur in Englisch und mein Englisch ist nicht gut genug um den ganzen Text korrekt zu verstehen. Lhttp://bloodjournal.hematologylibrary.org/content/112/9/3835?variant=full-text&sso-checked=1

01 Juli 2014 21:48
  • joseph
  • 0 Beiträge seit
    12 September 2026
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Hi Lucy

Wichtig ist, dass man Zitrusfrüchte und grünen Tee weglässt, da es hier zu Nebenwirkungen kommen kann

von sonstigen Früchten ist nix bekannt

desweiteren, handelt es sich um minimale Dosen von mg / Kilo , dazu zu die Frage, wer isst ein Kilo Waldfrüchte oder Beeren pro Tag?

***Krebs mag keine Himbeeren***:wink:

Liebe Grüsse

Joseph

01 Juli 2014 21:14
  • Mapoli
  • 1736 Beiträge seit
    18 Juni 2011
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Oh je, das würde natürlich erklären, warum bei mir in der Induktionschemo der IGG nicht gesunken ist. Da mein HB so niedrig war, habe ich in der Zeit jeden Tag Quark mit Tiefkühl - Beeren gegessen und sehr viel rote Säfte getrunken. Den HB hat es immer wieder nach oben gebracht. Auch hat man mir oft gesagt, Beeren und Rotwein/ Traubensaft seien gut gegen das Myelom oder Krebs allgemein. Da gibt es auch ein Buch zu.

LG
Ma