archiv antwortete auf Rentenantrag stellen - ja oder nein
11 Apr. 2009 11:57
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Dies ist eine Antwort zu diesem Thema, verfasst von "Margret Winkler" am 11. April 2009 um 11:57 Uhr. Die Antwort bezieht sich auf den Beitrag von "Resi" geschrieben am 11. April 2009 um 11:28 Uhr.
Liebe Resi,
diese Frage kann dir wohl niemand für dich zutreffend beantworten... Daher einfach meine Gedanken dazu - etwas unsortiert und subjektiv:
- Wenn du einen Rentenantrag stellst, kann er - mit welcher Begründung auch immer - genehmigt, abgelehnt, befristet, eingeschränkt, ... werden. ABER: Wenn du keinen Antrag stellst, musst du nach Ablauf deiner AU wieder in den Job zurück. Schaffst du das physisch und psychisch, langfristig, jeden Tag?
- Wenn du mit deinem Arbeitgeber eine Verkürzung der Arbeitszeit vereinbaren kannst, bekommst du natürlich auch weniger Gehalt, Rentenversicherungsbeiträge etc. - lass dich in diesem Fall von einem Arbeitsrechtler oder deiner Gewerkschaft beraten. U.U. verzichtest du mit Änderung deines Arbeitsvertrages nämlich auf alle, erworbene Rechte. Also Vorsicht.
- Du kannst dich im Vorfeld bei den Beratungsstellen der DRB (Deutsche Rentenversicherung Bund) erkundigen, wie gut/schlechte deinen Chancen stehen, worauf du achten musst etc. Schau dir dazu bitte den u.s. link an. Die Leute dort sind sehr nett und hilfsbereit (das hatte ich - offen gesagt - gar nicht erwartet *schäm* und war angenehm überrascht).
Der Antrag meines Mannes lief glatt durch, ohne Rückfragen etc., allerdings mit rd. 3 Monaten Bearbeitungszeit. Das lag wohl auch an der anerkannten 100%-igen Schwerbehinderung und der schon genehmigten Pflegestufe 1. Als der Bescheid endlich auf dem Tisch lag, hat mein Mann allerdings schon trocken geschluckt - es ist dann so endgültig...
Aber wir geniessen jetzt die freie Zeit für uns - jeden einzelnen Tag, den wir miteinander haben dürfen. Die weitere Lebensplanung ist durch die Krankheit brüchig und die Zeit damit viel kostbarer geworden. Mein Mann hat seinen Job immer mit vollen Engagement und hohem zeitlichem Einsatz gemacht, aber wir haben gelernt, dass Arbeit eben nicht alles ist...
In ein "schwarzes Loch" ist er durch die Diagnose gefallen, nicht durch den Rentnerstatus. Es gibt ja auch ohne festen Job reichlich zu tun, z.B. ehrenamtlich. Ausserdem hat man endlich Zeit für die Hobbies, die während der beruflich aktiven Zeit kaum ausgelebt werden konnten. Wir unternehmen heute - trotz aller krankheitsbedingten Einschränkungen - viel mehr gemeinsam, als früher. Und wir erleben die Dinge bewusster, intensiver.
Wenn es dich also nicht innerlich mit aller Macht in deinen Beruf zurückdrängt: Stell einen Rentenantrag und geniess dein Leben! Mach alles, was du machen kannst, sei so aktiv, wie es eben geht: Im Alter bereuen wir zumeist nicht die Dinge, die wir im Leben getan haben, sondern die Dinge, die wir immer tun wollten, aber dann leider doch nicht getan haben...
Liebe Grüße und frohe Ostern
Margret Winkler
www.deutsche-rentenversicherung-bund.de/..._node.html__nnn=true
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Rentenantrag stellen - ja oder nein wurde erstellt von archiv
11 Apr. 2009 11:28
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Dies ist der erste Beitrag dieses Themas, verfasst von "Resi" am 11. April 2009 um 11:28 Uhr.
Im April 2008 wurde bei mir ein multiples Plasmozytom Stadium III IGA festgestellt. Mir wurde ein Gestänge in die Lendenwirbel eingebaut. Es folgten 3 Chemotherapien mit gleichzeitiger Bestrahlung der erkrankten Stellen. Die 4. Chemo war eine Mobilisierungschemo für meine Stammzellen, die mir etwa 14 Tage später abgenommen wurden. Ende Juli 2008 erhielt ich eine Hochdosischemo mit anschliessender Rückgabe meiner Stammzellen. Ich war wieder gesund. In diesem gesunden Zustand bin ich Mitte November 2008 wieder in die UNI zu einer weiteren Hochdosischemo mit Fremdstammzellentherapie (Schwester). Entlassung 29 Tage nach der Transplant.
Wir haben jetzt Anfang April und ich bin in einer partiellen Remission. Bei einer Knochenmarksbiopsie wurden noch 0,1% festgestellt. Diese 0,1% soll jetzt durch die GVHD Reaktion „Aufgefressen“ werden.
Mein Leben bestand bis zum April 2008 nur aus Arbeit, Arbeit, Arbeit, Familie, Haushalt und vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten. 4 ½ Monate nach der Transplant brauche ich für viele Arbeiten die doppelte oder dreifache Zeit bzw. nach zwei Stunden ist mein Akku leer und ich muss mich hinlegen und ausruhen.
Während des letzten Jahres habe ich mir geschworen kürzer zu treten. In meinem Beruf ist das aber fast nicht möglich. Es gibt bei meiner Firma zwar die Möglichkeit weniger Stunden zur Arbeiten, aber den Stress und den Termindruck spürt man auch bei einer kürzeren Arbeitszeit.
Soll ich Rentenantrag stellen? Hab irgendwie Angst davor, weil ich mir dann nutzlos vorkomme obwohl das ja nicht so ist. Aber ich weiss ja nicht wie lange ich noch zu Leben habe und ich möchte mir die Welt noch anschauen. Bin früher nicht dazu gekommen.
Würde ich überhaupt Rente bekommen (Buchhalterin). Wie ist Eure Erfahrung? Ach ja, 100% Schwerbehindert mit Buchstaben G.
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