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13 Nov. 2013 23:26
  • rudi
  • 2203 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
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gast schrieb: bei meinem Vater wurde im August 2013 ein bösartiger Tumor im 4. Brustwirbelbereich diagnoszitiert und erfolgreich opereriert.


Hallo Leeloo,
ich hatte 1999 auch einen total defekten BWK4 und dieser wurde auch damals operiert. Seit daher habe ich BWK2 bis BWK6 mit 2 Stäben und 8 Schrauben verblockt. BWK4 wurde durch ein Titankörbchen ersetzt.

Ich brauchte 2-3 Monate um wieder richtig fit zu sein und wieder arbeiten zu gehen und ich habe keine Chemo bekommen, da ich noch Stadium 1A war.

Ich war damals 46 Jahre alt !

Dein Vater ist wesentlich älter und hat auch eine OP am BWK4 gehabt. War das eine offene Operation mit anschließenden Schrauben und Körbchen oder nur eine mit Kyphoplastie mit Nadelpunktion?

Schon das belastet und dann gleich anschließend Chemos, das ist in dem Alter nicht mehr so leicht wegzustecken. Da hat er sich eventuell zufrüh überfordert und sollte wie Joseph schon sagte sich mehr Ruhe gönnen.
Spaziergänge an der frischen Luft einige Km sind da im Moment ausreichend.

Hat er denn noch Schmerzen an der Wirbelsäule ?
Die Nerven am Rücken zwischen den Schulterblättern bleiben auf Dauer etwas weniger sensibel nach der OP, wenn offen operiert wurde. Aber das stört überhaupt nicht, an der Stelle braucht man keine "Feinmotorig".

Dein Vater soll sich mal auf meinem Blog "Rudis Story" durchlesen.
rudiversal.wordpress.com/rudis-story/

Heute, 13,5 Jahre später fahre ich mit dem Mountainbike (jetzt Pedelec mit Motorunterstützung :oops: ) am Gardasee über Stock und Stein und durch die Berge und Hügel).

Damals hat man mir gesagt, wenn wir nichts machen haben sie noch 2-3 Jahre, wenn wir autolog Transplantieren haben sie noch ca. 5-6 Jahre zu leben :roll:

Jetzt sind fast 14 Jahre vergangen und ich kämpfe immer noch tapfer rum.

LG
Rudi



LG
Rudi

Heilung ist ein individueller Prozess, der sehr stark an das persönliche Bewusstsein gebunden ist. Daher kann kein Mensch einen anderen Menschen heilen sondern immer nur auf dem Weg zu seiner persönlichen Heilung begleiten.

rudiversal.wordpress.com

joseph antwortete auf unvernünftiger Plasmazytom Patient
13 Nov. 2013 22:36
  • joseph
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Hi Leeloo

Danke, dass du dich angemeldet hast

Der körperliche Zustand , du musst bedenken, das Alter deines Vaters , die Chemos und das Kortison ist eine komische Mischung, mit Unvernunft, kann dein Vater nix erzwingen

Sein Körper braucht Ruhe und Zeit

Meine letzte Chemo war im Mai dieses Jahres, ich hab immer mal einen Tag wo ich richtig flach drauf bin, da geht garnichts und man muss beachten, ich habe eine sehr gutmütige Form des MMs

In der Ruhe liegt die Kraft, versuch deinem Dad das bei zu bringen

Ich war während meine Kortisonzeit auch extrem stressig, als Patient ist man sich deren nicht bewusst, aber die Angehörigen, die leiden sehr, deshalb hab ich das Kortison (Dexa) in Medrol wechseln lassen.............frag mal den Onko deines Vaters

Deine Mutter kann ja mal mit dem Arzt Rücksprache halten, ohne, dass dein Vater davon was mitbekommt, ob du als Tochter das tun solltest...........eher nicht:roll:

Ich drück euch die Daumen

Joseph

LEELOO antwortete auf unvernünftiger Plasmazytom Patient
13 Nov. 2013 20:08
  • LEELOO
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Hallo Joseph,

Hallo Joseph.

Danke für die Antwort.

Ja, er bekommt Kortison. Im August war die Op und seitdem bekommt er mit der Chemo zusammen Kortison, was er wohl weiterhin bis zum Ende der Chemo (ca. März 2014) noch nehmen muss.

Dann lässt sich sein psychicher Zustand ja erklären. Ich werde das genauer googeln.
Wirkt das auch so extrem auf den körperlichen Zustand? Er hatte so gute Fortschritte gemacht und die sind alle wieder dahin. Wobei ich da darauf tippe, dass er sich einfach übernommen hat mit seinen Übungen.
Zu Anfang seiner Krankheit war er total motivert und guter Hoffnung, weil die Ärzte sagten, dass er gut mit der Krankheit leben kann. Er war die ersten 5 Wochen im Krankenhaus ein absoluter Vorzeigepatient und wir habe ihn alle dafür bewundert wie gut er mit seiner Situation umgeht. " Aufgeben ist keine Option" sagte er immer.
Das änderte sich langsam als er wieder daheim war. In den 2 Monaten daheim hat er sich verändert. Er ist oft richtig gemein und man muss oft jedes Wort auf die Goldwaage legen.
Seit Tagen hängt er nur noch durch wegen den Rückfällen. Für einen Sportler, der es gewohnt ist, dass sein Körper immer funktioniert, sicher noch härter als für andere.
Ich habe schon mit meiner Mutter gesprochen, dass wir entgegen seinem Verbot, nächste Woche mit seinem Arzt im Krankenhaus reden, um auch rauszufinden ob er zu viel Übungen gemacht hat oder woran das mit den Rückschritten liegen kann. Zudem, dass der Arzt auf ihn einwirken soll. In der Hoffnung, dass er auf ihn hört.
Leider ist mit Vater kein Mensch, der in solchen Zeiten wo es ihm schlechter geht ärztlichen Rat einholt. Er zieht sich dann in sich zurück und wird noch grantiger und verwirrter. Teamwork in Sachen Krankheit möchte er nicht. Er will da keine Einmischung.
Seit 2 Wochen geht es ständig bergab.


joseph antwortete auf unvernünftiger Plasmazytom Patient
13 Nov. 2013 18:05
  • joseph
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Hallo lieber Gast

Kann es sein, dass dein Vater immer noch Kortison bekommt ?

Kortison ist das gemeinste Aufputschmittel was es gibt und führt sehr oft zu Verwirrtheit,schlaflosen Nächten, gereitzt sein, aggresiv usw.

All das kann diesem Zustand herbeiführen

Liebe Grüsse

Joseph

PS: Wäre nicht schlecht, wenn du dich unter einem Pseudo oder mit deinem Vornamen anmelden könntest, da im Forum XX-Gäste unterwegs sind, kann man Krankenbilder sehr schlecht den Gästen zuordnen:wink:

13 Nov. 2013 16:24
  • gast
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Ich möchte noch etwas hinzufügen.

Zur Diagnose : wegen dem Tumor stand er kurz vor einer Querschnittslähmung. Die Haut unterhalb des Tumor ist immer noch taub. Bewegen kann er alles und Stuhlgang etc. funktioniert auch. Es sind halt die lädierten Nerven die erst wieder auf die Reihe kommen müssen (wenn es überhaupt wieder richtig wird, wobei der Arzt positiv dem gegenüber stand).
Metastasen wurden bis jetzt übrigens keine mehr im Körper gefunden, bis auf den positiven Befund im Knochenmark.

Mein Vater ist derzeit super down, wegen dem großen Rückschritt und verliert die Motivation sich immer wieder aufzurappeln, wieder Sachen neu zu lernen, die er nach der Op schon konnte. Wei gesagt übertreibt er es dann immer. Leider verschliesst er sich auch und holt sich von den Ärzten keine Hilfe oder einen Rat. Wir als Familie stehen ratlos davor. Er möchte nicht bevormundet werden und hat uns untersagt, das wir mit seinem Arzt reden, aber er selber tut es auch nicht und verfällt seit 2 Wochen zusehens in Depressionen. Sogar am Telefon merke ich, das ihm die Kraft ausgeht.


unvernünftiger Plasmazytom Patient wurde erstellt von gast
12 Nov. 2013 16:23
  • gast
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Hallo liebes Forum,
bei meinem Vater wurde im August 2013 ein bösartiger Tumor im 4. Brustwirbelbereich diagnoszitiert und erfolgreich opereriert. Lt. Arztgespräch hat er Plasmozytom mit bösartigen Befund im Knochenmark. Die Knochenstruktur an sich ist aber ok. Er bekommt nun 6 Monate lang Chemo. Durch den Tumor wurden Nerven beschädigt und er, der ewige Sportler (mit 78 ist er immer noch viel gelaufen als ehemaliger Marathonläufer) konnte von heute auf morgen nicht mehr laufen und stehen. Er hat sich ganz viel davon zurück erarbeitet und hat im Krankenhaus brav seine Krankengymnastik gemacht. Das hat er nun daheim seit 1,5 Monaten auch weiter gemacht. Er konnte mittlerweile wieder stehen und innerhalb eines Raumen schon ohne Rollator gehen (wenn auch sehr wackelig). Der Arzt hatte ihn schon gewarnt, dass er, falls er sich gut fühlt und meint nun richtig loslegen zu können, evtl. einen Rückschlag erleidet, wenn er sich übernimmt. Genau das ist passiert. Er ist an 2 Tagen hintereinander unvernünftig alleine mit dem Rollator spazieren gegangen und am 2. Tag, wo er stolz verkündete 2 Stunden ohne Pause am Rollator unterwegs gegangen zu sein, hat es ihn einen Rückschlag versetzt. Seitdem geht es bergab. Sobald es ihm auch nur einen Tick besser geht, fängt er wieder mit der Gymnastik an und übertreibt gleich wieder, dass es ihn erneut zurück wirft und mittlerweile ist er wieder fast an Punkt Null wie nach der Op (die ist nun 2 Monate her). Seine Fehler sieht er nicht. Mit den Ärzten redet er nicht. Meine Mutter ist im Zweifelsfall an allem Schuld oder die Krankengymnastik vor Ort, wo er nun 2 x war. Die machen eh alles falsch und er massregelt dann, dass im Krankenhaus selber alles besser gewesen wäre. Ratschläge nimmt er persönlich und mittlerweile ist jeder lockere Spruch schon Öl ins Feuer giessen..Besonders meine Mutter hat einen schweren Stand.

Zu Anfang war er so ein toller Patient. Wir haben ihn bewundert, wie er seine Krankheit annimmt, wie zuversichtlich er ist. Er war überraschend lieb und offen zu der Familie, wollte auf einmal in den Arm und Küsschen, was er vorher nie gemacht hat. Nun schlägt es um, er ist zynisch, ist immer beleidigt, ist meiner Mutter gegen über recht gemein und unfair. Zudem schläft er kaum, da er sich ständig Gedanken macht (was er aber nicht zugibt). Schlaftabletten lehnt er ab.
Komischerweise ist das anders, wenn er im Krankenhaus ist (er muß alle 5 Wochen für eine Woche ins Krankenhaus), dort nimmt er brav alle Pillen die ihm hingestellt werden und schluckt dann auch die Schlaftabletten.
Mir ist klar, dass es für den immer fitten Mann schlimm ist von heute auf morgen kaum noch laufen zu können und das die Rückschläge ihn zermürben. Trotzdem macht es die Situation für alle schlimmer, da man nicht weiss, wie man ihn zu packen kriegt, damit er besser mit sich und seiner Krankheit umgeht. Seit 2-3 Tagen spricht er nicht mal mehr richtig und brabbelt meistens unverständlich, ist auch geistig abwesend. Wenn meine Mutter mit zur wöchentlichen Behandlung möchte ( 1 x die Woche fährt er in die Klinik) und dort mit dem Arzt sprechen möchte, flippt er völlig aus, weil er meint, dass es sie nichts angeht. Er fühlt sich dann beformundet und entmündigt und versteht nicht, dass man nicht mit ansehen möchte, was er mit sich selber tut. Denn eigentlich sind die Aussichten für ein paar schöne Jahre gut, sagte uns der Arzt. Die derzeitigen Blutwerte sind gut und nach Chemo und Reha könnte er im nächsten Jahr wieder halbwegs normal leben. Wenn er so weitermacht und so stur ist, sehe ich uns allerdings die Felle davon schwimmen.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und was habt ihr getan?