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Martin.Q antwortete auf Werte bewerten
12 Nov. 2009 00:03
  • Martin.Q
  • 512 Beiträge seit
    18 August 2009
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Hallo Harald,

du musst unterscheiden zwischen autologer und allogener Stammzellentransplantation.

Autolog = eigene Stammzellen
allogen = Stammzellen von einer anderen Person

Bei beiden gibt es eine Altersgrenze. Aber entscheidend ist der Allgemeinzustand. Auch die Dosis bei der Hochdosis Chemo vor der Stammzellenrückführung kann altersbedingt angepasst werden.

Bevor allerdings Stammzellen entnommen werden gibt es i.d.R. Induktions-Chemos um die Tumorlast zu drücken. Hier werden auch schon neuere Medikament in Studien oder außerhalb Studien eingesetzt (Velcade, Thalidomid oder Revlimid heißen die neuen Substanzen).

Stammzellentherapien sind aber nicht die einzige Möglichkeit, auch eine der drei Mittel längerfristig zu geben wäre eine Möglichkeit.

Ich würde dir raten: Die genaue Therapieempfehlung bei der Klinik einholen und diese dann per Zweitmeinung mit der Klinik in Würzburg (Ansprechpartner Hr. Einsele) und/oder in Heidelberg (Ansprechpartner: Goldschmidt) besprechen. Die Wahl der Ersttherapie ist sehr wichtig. Je nachdem welche Therapieform dort gewählt wird, können im Anschluss gewisse Optionen nicht mehr ohne Probleme wahrgenommen werden. Beispiel: Mein Vater sollte mit Melphalan behandelt werden (Entwicklungsstand 1970). Bei mehreren Zyklen Melphalan kann man aber im Anschluss keine Stammzellen mehr sammeln, so dass man sich einiges verbaut hätte....

Hol dir daher gerade zu Beginn eine Zweit- oder Drittmeinung ein.

Guck dir auch mal folgende Unterlagen an. Diese findest du auch hier auf der Webseite unter Therapie --> Basisbehandlung:

www.myelom.org/fileadmin/Daten/Therapien...inger_Ausschnitt.pdf

www.myelom.org/fileadmin/Daten/Therapien..._15.5.09_Einsele.pdf

www.myelom.org/fileadmin/Daten/Therapien...mente_Dr._Straka.pdf

Sowie die Beiträge vom Patiententag in Heidelberg:

www.klinikum.uni-heidelberg.de/Vortragsu...ml?&FS=0&L=de#c63360

Ich würde auch intensiv mich erkundigen ob dein Vater an einer Studie teilnehmen kann, so erhaltet ihr Zugang zu den neusten Medikamenten. Die Studienprotokolle werden aufgesetzt (wen wundert es) von Heidelberg (GMMG) oder Würzburg (DSMM)

Auch wenn der Link teilweise schon veraltet ist, findest du hier einige Studien (wie gesagt von einigen gibt es schon Nachfolgestudien)

www.lymphome.de/Gruppen/MMSG/Protokolle/index.jsp

Auch hier findest du klinische Studien: www.myelom-studien.de/

Ich hoffe, dass ist jetzt kein overkill an Infos. Klick dich mal durch und stell jederzeit so viele Fragen, wie du magst!!!

VLG



christine antwortete auf Werte bewerten
12 Nov. 2009 00:00
  • christine
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    11 September 2026
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Nicht jeder ist für eine Stammzellentherapie geeignet, aber da ist letzten Endes das biologische Alter wichtiger als das "Alter". Man schiebt die Grenze bis ca. +/- 75 Jahre hinaus. Was die Behandlungswahl angeht, solltet Ihr Euch genau umhören, es gibt da doch ein paar verschiedene Ansatzpunkte und eine HD (Stammzellentransplantation) ist bei einem älteren Menschen vielleicht gar nicht das Ziel.

Naturheilkunde alleine führt bei so sehr aktivem MM zu keiner mir bekannten wesentlichen Besserung. Sie kann aber nach der Therapie oder evt. während der Therapie in Absprache mit den behandelnden Ärzten helfen, gegebenenfalls Nebenwirkungen der Chemo mildern oder ein Fortschreiten hinauszögern. (Ist ja interessant mit der Aussage über Selen von Caro! Woher kommt den die Info???)
Da gibt es eine ganze Reihe von Mitteln, die man versuchen könnte (darüber können wir dann auch berichten) Zuerst man aber das Fortschreiten stoppen!

Schönen Abend noch und viel Glück weiterhin
(Habt Ihr schon die Patientenbroschüren hier gesehen? - da steht echt viel Wissenswertes drin)

Harald antwortete auf Werte bewerten
11 Nov. 2009 19:43
  • Harald
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    11 September 2026
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hallo caro,

danke für die info.

die therapie ist noch nicht fest.
sag mal, kann jeder diese stammzellentherapie machen oder ist das altersabhängig. ich habe gelesen, dass sie für ältere menschen sehr körperbelastend ist.

liebe Grüße

Harald

Caro antwortete auf Werte bewerten
11 Nov. 2009 19:16
  • Caro
  • 692 Beiträge seit
    23 Oktober 2009
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Hallo Harald,

was für eine Therapie soll denn dein Schwiegervater machen ? Davon hängt es sicherlich ab, ob es sinnvoll ist, die ganze Zeit im Krankenhaus zu bleiben. Mein LG war anfangs bis zur Diagnose ein paar Tage drin, dann immer nur 1 Nacht für die Chemo, die sehr lange lief und erst zur Stammzellentransplantation dann länger. Mit homöopathischer Begleittherapie habe ich keine Erfahrung, ich weiß aber, dass dies gerade bei dieser Erkrankung ein sehr heikles Thema ist. Homöopathie basiert ja darauf, dass die körpereigene Abwehr stimuliert wird, die aber hier gerade die entartete ist. So kann man schlimmstenfalls das Gegenteil bewirken. Also nichts tun auf wohlmeinenden Rat von Freunden - z.B. Selen geben. Ist bei MM gar nicht angesagt. Alles nur in Rücksprache mit den Fachleuten. Es gibt hier im Forum aber einige, die schon viel mit Alternativmedizin gemacht haben und dir mehr darüber erzählen können.

Liebe Grüße

Caro

Harald antwortete auf Werte bewerten
11 Nov. 2009 18:14
  • Harald
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    11 September 2026
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Hallo Andreas,

vielen Dank für die aufmunternden Worte.

Ich glaube, wir sind hier in ganz guten Händen. Die Ärzte wissen sicherlich was sie tun. Nur wir selbst sind etwas durcheinander, deshalb auch meine wahrscheinlich ziemlich blöden Fragen hier im Forum.

Ich bin froh, dass mein Schwiegervater jetzt im Krankenhaus stationär untersucht wird. Es ist der Wahnsinn was ansässige Radiologen so alles verbrechen.d
Am Montag wird dann vermutlich die Therapie beginnen.

Wir wollen sie stationär durchführen. Kann mir jemand sagen, ob es sinnvoll ist die ganze Therapie stationär zu gestalten oder nur am Anfang.

Hat jemand Erfahrungen mit begleitender homöopathischer Therapie? oder ist das komplett schwachsinnig.

liebe Grüße und allen eine schöne ruhige Nacht

Harald

AndreasR antwortete auf Werte bewerten
11 Nov. 2009 18:01
  • AndreasR
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    11 September 2026
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Hallo Harald,

die Leichtketten steigen nicht linear mit der Tumorlast, sondern exponential. Daher können schnell sehr hohe Werte erreicht werden. Ich selbst kenne bei mir Kappa-Werte deutlich über 10.000 mg/l im Serum. Bei der Erstdiagnose betrug der Leichtkettenwert im 24-Stunden-Urin sogar 25g.

Bei erfolgreicher Therapie kann die Eiweis-Ausscheidung sehr schnell runter gehen. Bleibt also optimistisch. Wichtig ist aber, dass die Erkrankung von kompetenten Ärzten behandelt wird, weil sich die Leichtketten auch in den Nieren absetzen und die Gefahr einer Nierenschädigung besteht.

Andreas