In einer kleinen schweizer Phase 2-Studie zeigte Nelfinavir in Kombination mit Velcade® (Bortezomib) und Dexamethason vielversprechende Aktivität bei Patienten, die mittlerweile refraktär auf Velcade waren und bereits eine Reihe von Vortherapien erhalten hatten.

Bereits seit einiger Zeit gibt es - vor allem in der Europa - Forschungen, wie man die im Verlauf der Therapien erworbene Wirkungslosigkeit einzelner MM-Wirkstoffe wieder aktivieren könnte. Nelfinavir könnte ein solches Medikament sein, das Velcade reaktiviert. Das ist vor allem vielversprechend für jene Patienten, die Nierenprobleme haben und deshalb auf Velcade-basisierte Therapien angewiesen sind.

Prof. Hermann Einsele hat uns freundlicherweise eine Zusammenstellung der wichtigsten Ergebnisse des 6. Myelom-Forums, das am 25. Juli 2018 in Würzburg stattfand, zur Verfügung gestellt.

Dabei geht er insbesondere auf die Themen "Neue molekularbiologische Techniken - neue zielgerichtete Therapien?" und "Immuntherapie beim MM stark im Kommen!" ein.

 

In einem Interview Ende Juli 2018 mit Myeloma Patient Europe, MPE, erläutert Dr. Hudecek, einer der Hauptentwickler der CAR T-Zell Immuntherapie an der Med. II des UKW das Konzept von Caramba.

Im EU-Projekt CARAMBA soll diese neue Therapieform beim Multiplen Myelom eingesetzt werden. Hierbei werden dem Patienten weiße Blutkörperchen entnommen und im Labor mit einem sogenannten Chimären Antigen-Rezeptor (CAR) ausgerüstet. Dieser funktioniert wie ein Sensor, erkennt das Oberflächenmolekül SLAMF7 auf den Myelom-Zellen und vernichtet diese Tumorzellen. In CARAMBA wird zunächst in einer klinischen Phase I/II Studie die Sicherheit und Wirksamkeit im Menschen evaluiert werden. Patientinnen und Patienten werden im Laufe 2019 an der Studie teilnehmen können.

Ein weiteres CAR T-Zell Konzept ist im Rahmen des EU-Projekts Horizon 2020 auf dem Weg. Anstelle von SLAMF7 wird dabei das Oberflächenmolekül CD44v6 angesteuert, das ebenfalls von Myelomzellen exprimiert wird. Auch hier wird das UKW Teil des Projektes sein.

https://youtu.be/C4eUG18BRjM

Wenn man das Video startet, kann man über das "Einstellungen"-Symbol (kleines Zahnrad) die Untertitel aktivieren und diese dann in deutsch übersetzen lassen.

Nachstehend ein allgemeiner Bericht zum ASCO 2018, aus Sicht von Priv.-Doz. Dr. med. Stefan Wilop, Uniklinik RWTH Aachen, ausschließlich fokussiert auf die Behandlung des multiplen Myeloms

  • Neues zur Erstlinientherapie
  • Therapie im Rezidiv (1) - neue Kombinationen, darunter auch Venetoclax bei Translokation t(11;14)
  • Therapie im Rezidiv (2) - neue Konzepte, neue Substanzen
  • Opimierte Applikationsschemata (Verabreichung von Medikamenten)

 

Nachfolgend der Link zum Kongressbericht ASCO 2018

Sabine Schock, AMM-Online, hat mir heute eine neue Übersetzung von Myelom Beacon übersandt. Darin wird - zunächst im Rahmen einer Einzelfallstudie - ein Anti-Myelom-Effekt des Antibiotkums Roxithromycin festgestellt.

Roxithromycin, ein Nachfolger des Antibiotikums Clarithromyzin, gehört zur Klasse der Makrolid-Antibiotika, das in den späten 90er Jahren in einigen Myelomstudien geprüft wurde und möglicherweise einen Anti-Myelom-Effekt hat, vor allem dann, wenn es mit anderen Therapeutika eingesetzt wird.

Hier möchte ich (Lisa Kotschi) anmerken, dass mein Mann Clarithromyzin Ende der 90er Jahre, als es noch keine neuen Medikamente gab, erfolgreich gegen sein Myelom eingesetzt und damit voraussichtlich seine Lebenszeit verlängert hat.

Roxithromycin ist in Europa und Deutschland zugelassen und es lohnt sich vielleicht, mit dem behandelnden Arzt darüber zu sprechen, ob und wann es sinnvoll ergänzend eingesetzt wird.

Von der diesejährigen Jahrestagung des ASCO hat Dr. Sabine Schock, AMM-Online, einen Beitrag von Myeloma Beacon für uns übersetzt.

Zunächst wird über wichtige Studieneergebnisse berichtet, die hier zum Teil schon auf unserer Webseite Thema waren und/oder als Therapiestudie auch in Deutschland gelaufen sind (aktuell laufende klinische Studien finden Sie bei uns unter https://www.myelom.org/diagnose-therapie/therapiestudien/laufende-studien)

Darüber hinaus nehmen drei Myelomexperten zu den wichtisten Ergebnissen der Präsentationen Stellung, darunter auch zu den bisherigen Resultaten der Anti BCMA  CAR T-Zelltherapie bb2121, aber auch zu den offensichtlich guten Ergebnissen zur Gabe von Carfilzomib/Kyprolis® (geänderte Dosis und geänderter Intervall).

Am ca. 18. Juni wird hier auch ein weiterer Bericht von einem deutschen Hämatoonkologen eröffentlicht.

 

Im Rahmen einer Langzeitstudie mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von mehr als 11 Jahren stellten deutsche Forscher in drei benachbarten Städten fest, dass sich im Beobachtungszeitraum bei keinem Patienten ein therapiebedürftiges multiples Myelom entwickelte.

Darüber hinaus verschwanden bei 55 % der diagnostizierten Leichtketten MGUS-Patienten die entsprechenden klinischen Parameter.

Das Gesamtüberleben der Studienteilnehmer mit Leichtketten MGUS war das gleiche wie bei den Studienteilnehmern mit normalen Leichtketten.
Quelle: Myeloma Beacon

Myeloma Beacon veröffentlichte kürzlich Studienergebnisse zu Wirksamkeit und Effektivität von Selinexor für mehrfach vorbehandelte Myelom-Patienten. In dieser 2. Studienphase bestätigten sich die guten Ergebnisse, wie sie sich in den Phase 1  gezeigt haben, die auch in Deutschland durchgeführt wurden.

Vor allem bei Patienten, die vier- oder fünffach-refraktär auf vorangegangene Therapien reagiert haben, scheint Selinexor in mindestens 20% der Fälle zu helfen.

Aufgrund der Heterogenität des Myeloms und dem häufigen Risiko, im Verlauf der Therapien nicht mehr auf eingeführte Medikamente anzusprechen, ist es wichtig, viele unterschiedliche Wirkstoffe zur Verfügung zu haben und so die Krankheit in Schach halten zu können. Selinexor scheint dafür geeignet. Der Hersteller strebt an, dass Selinexor Mitte 2019 bei der FDA und Ende 2019 bei der EMA zugelassen wird.

Anmerkung: Eine Phase 3-Studie mit Selinexor, Bortezomib (Velcade®) und Dexamethason läuft derzeit in Dresden. Details zu dieser Studie finden Sie in unserem Studiensegment

 

"Vom 19. bis 21. April fand in Turin das erste Meeting des European Myeloma Network (EMN) statt. Das EMN wurde 2003 gegründet, um insbesondere die wissenschaftlichen Möglichkeiten im Hinblick auf die Myelomforschung in Europa zu bündeln.

Im Gegensatz zu den größeren internationalen Tagungen, wie dem ASCO-, dem EHA- oder dem ASH-Kongress, lag der Schwerpunkt beim EMN-Meeting weniger auf der Präsentation bahnbrechender neuer Studienergebnisse, sondern eher auf der Diskussion der vorhandenen Studiendaten, wie diese in die klinische Praxis einzuordnen sind und welche Konsequenzen sich daraus für künftige Studien ableiten lassen."

OA Dr. Hans Salwender, Asklepios-Kliniken Hamburg Altona & St. Georg (auch med. Beirat der AMM-Online) fasst die Ergebnisse unter folgenden Themen zusammen:

  • Extramedulläre Myelome (ossär/am Knochen oder an Weichteilen) stellen im klinischen Alltag eine große Herausforderung dar und bedürfen dringend spezieller Studien
  • Smoldering multiples Myelom - durch die ergänzten IMWG-Kriterien (International Myeloma Working Group) von 2014 wurde der Behandlungszeitpunkt bei bestimmten klinischen Parametern noch vor Vorliegen von Organschäden vorverlegt. Weitere Studien zur Identifizierung und Behandlung von Hochrisiko-Patienten sind in Europa, speziell Spanien, auf dem Weg
  • Praktische Aspekte zur aktuellen Therapie des Myeloms. Dabei wurden u.a.  die guten Ergebnisse der Castor-/ und Pollux-Studien bestätigt sowie verbesserte Therapiedurchführungswege (z.B. Infusion von Daratumumab) vorgestellt.
  • Studien zur minimalen Resterkrankung (MRD), wobei vor allem Methoden, das zu erreichende Niveau und den Zeitpunkt der Messung(en) diskutiert wurden
  • Stellenwert der MRT-Untersuchungen und deren prognostischen Relevanz

Den gesamten Bericht finden Sie auf dem Portal von hematooncology.com

In einer retrospektiven Studie mit über 1.000 Myelompatientinnen und -patienten untersuchte die Mayo-Klinik in Rochester, USA, ob ein langsames Ansprechen (>120 Tage) auf die gesamte Erstlinientherapie vorteilhafer ist gegenüber einem schnellen Ansprechen (<120 Tage). Dabei wurde das "beste" Ansprechen  in Hinblick auf das progressionsfreie und das Gesamtüberleben untersucht.

Der nachfolgende Text wurde von Myeloma Beacon zusammengefasst und von Sabine Schock übersetzt. Den Link auf den Originalartikel von Myeloma Beacon finden Sie im nachfolgenden Dokument.

 

Mit Kindern über die Krebserkrankung der Eltern sprechen.

Wenn Eltern an Krebs erkranken, stellt sich sofort die Frage: Wie soll ich das meinen Kindern beibringen? Dipl. Psych. Sylvia Broeckmann beantwortet im Interview die wichtigsten Fragen um dieses schwierige Thema.

Das dieses Thema auch immer wieder in unserem Forum angesprochen wird, greifen wir gerne das Angebot von Selpers auf und stellen das Interview nachstehend zur Verfügung.
Hier der Link

Wie wirkt sich eine Krebserkrankung auf die Partnerschaft aus?
Führt dies eher zu einer Trennung oder zu einer Stärkung?


Da es zu dieser Frage keine irgendwie gesicherten Daten gibt, soll dies nun in einer Studie geklärt werden. Sie wird von der medizinischen Hochschule Hannover und dem Uniklinikum Düsseldorf durchgeführt.

Zu diesem Zweck bitten die Studienleiter um Teilnahme an einer Onlinebefragung. Die Teilnahme an der Befragung dauert ca. 10-15 Minuten, die Daten werden anonym erfasst und wissenschaftlich ausgewertet.

Zur Umfrage und weiteren Details kommen Sie über das entspechende Studienportal.